Hinduismus



Auswahl indischer Gottheiten zum anklicken:

1. Ayyappan
2. Balakrishna
3. Devi Durga
4. Ganapati (Ganesha)
5. Hanuman
6. Devi Kali
7. Krishna Venugopula
8. Lakshmi (Gajalakshmi)
9. Shiva-Nataraja
10. Devi Parvati
11. Rama, Sita, Lakshmana (Lakshmi)
12. Sarasvati
13. Shiva (Mahayogin)
14. Shiva-Somaskanda (Shiva, Skanda, Parvati)

Obgleich der Hinduismus in Indien und Pakistan (Hind/Indus/Hindustan) beheimatet ist, finden wir ihn auch in Indonesien und in Nepal, wo er die offizielle Religion ist. In den sechziger Jahren erlebte diese faszinierende Religion in den USA und in Europa einen bemerkenswerten Aufschwung. Heute begegnen wir ihm in den unterschiedlichsten Varianten - vom klassischen Hinduismus bis hin zum Neo-Hinduismus, der auch für im eigentlichen Sinne Nicht-Hindus offen ist (Hindu kann man streng genommen nur durch Geburt in eine hinduistische Kaste- Info - werden).
Einen ersten Eindruck soll der Auszug eines Gespräches mit einem Hinduismus/Indien-Kenner liefern, den ich nun vorstellen möchte:

...K: Was machst du mit all deinen Indienmaterialien? V: Die Materialien studiere ich, und im Falle meines Ablebens hoffe ich, sie einem Berufenen vererben zu können - vielleicht meinem Sohn - aber vorher muss er am Manikarnikaghat seine Pflicht erfüllen. K:...Bis dahin wirst du wohl noch etwas Zeit haben... V: Ein bisschen Zeit ist noch, wenn ich dem Handliniendeuter aus Mysore trauen darf...dort willst du doch auch deine sterblichen Reste verbrannt wissen - in Varanasi. K: ja - aber wann weiß ich noch nicht... V: Vielleicht solltest du einmal einen Nadireader konsultieren...wie willst du dein Leben planen, wenn du nicht weißt wie lange du lebst - wurde ich mal von einem indischen Astrologen gefragt. (...) V: Hast du dich denn mal eingehender mit Jyotisha beschäftigt? K: Ein wenig schon. V: Jyotisha ist einfach fantastisch! Die Auseinandersetzung lohnt auch dann, wenn man nicht die Absicht hat, Astrologe zu werden; dazu müsste man ohnehin bereits in früher Jugend beginnen - man sagt in Indien: etwa 20 Jahre Studium - aber streng genommen reicht ein Leben nicht aus. (...) V: Hast du dich denn schon mal mit den Nadis beschäftigt? (...) V: Ich meinte die Jyotish-Nadis; hast du denn auch die Viten indischer Siddhas gelesen? (...) V:...Mir haben diese Geschichten ein sehr viel tieferes Verständnis über die indische Spiritualität vermittelt als die Schriften der Gelehrten; und meine persönlichen Begegnungen mit indischen Heiligen möchte ich diesbezüglich nicht missen...die sehr bekannten (indischen Siddhas): Ramakrishna, Yogananda, Ramana Maharshi, Shirdi Baba, Anandamayi Ma, Shivabalyogi, Neem Karoli Baba, Sri Ganpathy Satchidananda, Amritandamayi, Mother Meera - natürlich Aurobindo und Ramalinga, Janeshvar, Namdev, Tukaram, Muktibai, Goraknath, Tapasviji Maharaj, Sathya Sai Baba usw. (...) V: Anandamayi Ma ist eine der größten indischen Heiligen des vergangenen Jahrhunderts; sie stammt aus Bengalen; Janeshvar ist ein Heiliger aus Maharashtra, der wohl den großartigsten, jedenfalls poetischsten Kommentar zur Gita geschrieben hat; Shirdi Baba ist Shirdi Sai Baba (Foto)...er ist wohl der "größte" je bekannt gewordene Siddha; Sattya Sai Baba betrachtet sich übrigens als seine "Re-inkarnation" - ich habe nur fünf Biographien über ihn; Muktibai ist die Schwester von Janeshvar; Goraknath ist ein Siddha, der auch zu den 84 Mahasiddhas des tibetischen Buddhismus zählt; er ist Begründer der shivaitischen Nath-Sekte; Mother Meera ist eine südindische Heilige, die seit vielen Jahren in einem kleinen Dorf in Hessen lebt: in Amerika bekannt..aber in Deutschland unbekannt... Du solltest mehr von den Heiligen lesen, wie willst du sonst etwas von Indien verstehen?... Die Heiligen sind es doch, die diese uralte Kultur bis auf den heutigen Tag lebendig erhalten haben, und immer wieder, sehr zum Verdruss der Indologen, auffrischen...

Der Begriff HINDUISMUS
Die Missionare und Reisenden, die ab dem 16.Jahrhundert zunehmend häufig über Religion und Bräuche in Indien berichteten, hatten die Inder generell als Heiden eingestuft, sofern sie keiner der Buchreligionen (Judentum, Christentum, Islam) angehörten.
Man nannte sie lateinisch gentiles, Portugiesisch gentio, daraus abgeleitet Englisch gentoo und Niederländisch/Deutsch Heyden (Heiden). Demgegenüber war es ein Fortschritt, als im 18.Jahrhundert an die Stellen von "Gentoo" das Wort "Hindoo" (persisch Hindu) trat, aus dem im 19.Jahrhundert schließlich der Begriff Hinduismus abgeleitet wurde. Hinduismus ist also keine Selbstbezeichnung einer indischen Religion. Der Begriff hat aber auf das Selbstverständnis des Neo-Hinduismus im 19. und 20.Jahrhundert Einfluss ausgeübt.

Er suggeriert eine relative Einheit, die im Kampf um die politische Unabhängigkeit und die nationale Einheit Indiens eine Rolle spielte und die auch heute noch separatistischen Tendenzen entgegenwirkt. Der Begriff Hinduismus kann jedoch Missverständnisse hervorrufen. Als man ihn prägte, ging man von zwei unzutreffenden Voraussetzungen aus. Erstens glaubte man, das aus dem Persischen übernommene Wort Hindoo (Hindu) bezeichne die Anhänger dieser Religion, die man eben mit dem Wort Hinduismus zu benennen versuchte. Zweitens hielt man alle Inder für Anhänger dieser Religion, wenn sie keiner der schon bekannten Religionen angehörten, also weder Muslime noch Christen, Juden, Parsen, Buddhisten oder Jainas waren. Beide Voraussetzungen waren falsch.

Das schon im Avesta und in altpersischen Inschriften belegte Wort Hindu bedeutet ursprünglich nichts anderes als unser von den Griechen ererbtes Wort Inder. Beide sind vom Namen des großen Stromes Indus abgeleitet (Sanskrit sindhu = persisch hindu = griechisch Indos), der auch dem Land und den Bewohnern des Landes seinen Namen gab: Hindus sind die Leute aus dem Land des Indus, die Inder.
Wenn auch die persisch sprechenden, islamischen Eroberer Indiens zwischen Muslimen und Hindus unterschieden, so bedeutete dies nicht, dass die Hindus alle einer Religion angehörten. Heute kennen wir eine Reihe von Religionen der Hindus, und unsere Detailkenntnis nimmt ständig zu. Der Begriff kann daher nicht - wie man ursprünglich glaubte und auch heute noch oft fälschlich annimmt - eine bestimmte indische Religion bedeuten, sondern er muss als zusammenfassende Bezeichnung für eine Gruppe von verwandten, aber voneinander verschiedenen Religionen aufgefasst werden, die im südasiatischen Raum (Indien, Pakistan, Bangladesh) entstanden sind. Diese Religionen sind ebenso verwandt, aber auch ebenso verschieden wie Judentum, Christentum und Islam. Sie haben verschiedene Gottesvorstellungen, verschiedene Heilige Schrift(en) und unterschiedliche rituelle Praxis; sie besitzen je eine eigene Theologie, berufen sich auf eigene Theologen und verehren eine je andere Gottheit als höchsten Gott.

www-Links

Mantras - Chakras - Die heilige Silbe OM
Der Vishnuismus - Entstehung und Verbreitung
 INDIEN - Gedanken zu Gesellschaft, Religion, Philosophie während meiner Indien-Reise - 1994

top