Der Missbrauch der Esoterik,
der nordischen Mythologie und der Runen im III. Reich

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Viele Menschen werden durch die nordische Mythologie und die Runen eher abgeschreckt als angezogen. Ein Grund dafür ist wohl deren Missbrauch im III. Reich durch die Nationalsozialisten und die damit verbundene Tabuisierung des gesamten Themenbereiches.
Deshalb halte ich es für nötig, hier einmal auf die Vergangenheit der Runen und der nordischen Mythologie im ausgehenden 19. Jahrhundert und beginnenden 20. Jahrhundert einzugehen. Es werden im folgenden auch einige Personen genannt, über die ihr Euch auf externen Seiten informieren könnt.
Nachdem das Wissen um die nordischen Mysterien mit Beginn der Christianisierung bis ins hohe Mittelalter hinein, als die letzten schriftlichen Aufzeichnungen damit verfertigt wurden, fast ganz aus Europa verschwunden war, kam es erst im späten 19. Jahrhundert zu einer Renaissance der germanisch/nordischen Mythologie und der Runen. Einher damit ging das allgemeine Aufkommen des Spiritismus und des Okkultismus, wie z.B. die Theosophie. Im deutschsprachigen Raum entstand daraus die Deutschtumsbewegung. Die Anhänger derselben waren durchaus sehr praktisch orientierte Menschen, nicht arrogant von oben herab schauend. Nein, vielmehr wollten sie die Gesellschaft von der Basis aufwärtsstrebend verändern, zurück zu den traditionellen (vorchristlichen) Wurzeln. An und für sich ist dieser Gedanke ja richtig und gut gewesen. Jedoch wurde bereits hier eine falsche, gefährliche Richtung eingeschlagen. Teile des christlichen Erbes wurden durch germanisch/nordische Mythologie, Volkserzählungen und Sagen ersetzt, umgedeutet und neuinterpretiert. Die Bewegung fand reges Interesse in allen Schichten der Gesellschaft, in Kultur, Politik und sogar bei der Amtskirche! Ja sogar bei nichtchristlichen Bevölkerungsgruppen, wie z.B. anfänglich bei den deutschen Juden, die sich von dieser Bewegung eine Liberalisierung versprachen. Bereits zu diesem Zeitpunkt (nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71) galten Schlagwörter wie "das heilige römische Reich deutscher Nation", "Hermann der Cherusker", " die Nibelungen" und so weiter als stark mystifiziert. Wie kam es dazu?
Bereits in den 50er Jahren des 19.Jahrhunderts begab sich eine Frau (!) in Männerkleidung nach Tibet. Sie prägte den Mythos vom Dach der Welt. Die Rede ist von Helena Petrovna Blavatzky (1831 - 1891). Nach ihrer Rückkehr veröffentlichte sie um 1870 ihr Buch "Die Geheimlehre". In diesem Buch vertrat sie unter anderem auch eine andere Evolutionstheorie, abgeleitet von untergegangenen Menschheitskulturen, Atlantis und den Hyperboreern, welche am Nordpol vom Himmel stiegen und die damit verbundene Begründung der arischen Rasse. Sie gründete die theosophische Gesellschaft, deren Erkennungszeichen ein Hakenkreuz war. Dies wohl auch deshalb, weil das Hakenkreuz ein uraltes indogermanisches (arisches) Heilszeichen war und auch in Tibet reichlich Verwendung fand und findet.

Helena Blavatzky und ihre theosophische Gesellschaft waren keine Nazis, gerade diese übernahmen aber viel von ihren Argumenten und Ansichten. Ihre Schriften sollten den Grundstock für den aufkeimenden und erstarkenden deutschen Rassismus werden, dessen Auswüchse in den Jahren 1933 bis 1945 durch den damit verbunden Krieg weltweit über 70.000.000 Menschen das Leben kosteten (hiervon alleine schon 50.000.000 tote Soldaten!).

Das Deutsche Reich und der Traum vom arischen "Supermenschen"

Ab Ende des 19. Jahrhunderts erlebte Deutschland tiefgreifende Veränderungen. Die vormals unabhängigen deutschen Länder vereinigten sich und ein deutsches Nationalgefühl entstand unter dem Hohenzollern-Kaiser Wilhelm II.. Die Vereinigung ging Hand in Hand mit einer massiven militärischen Aufrüstung des Reichs. Hinter der Aufrüstung stand das Bruderschaft-Netzwerk (siehe:  Humanismus - Reformation - Protestantismus - Bruderschaften). Den spirituellen "Dünger" für das neue deutsche Nationalgefühl lieferten die zahlreichen in dieser Zeit gegründeten spirituellen, mystischen Gruppierungen, die einen Mix aus rassistischen Ideen (arische Herrenrasse) und mystischen Konzepten über die glorreiche Zukunft Deutschlands zum Inhalt hatten. Einer der prominentesten Autoren dieses Genres war der Engländer Houston Stewart Chamberlain, aufgewachsen in Paris (Versailles). Während seiner Zeit in Wien (1888-1902) bildete sich seine Idee von der deutschen Herrenrasse heraus. Inspiriert von dem Buch "Essay über die Ungleichheit der Menschenrassen" (Essai sur l'inégalité des races humaines) von Arthur de Gobineau aus dem Jahr 1853, war Chamberlain nun zu der Überzeugung gelangt, dass die deutsche Kultur vor "fremden" Einflüssen und den Folgen "rassischer Durchmischung" geschützt werden müsse. 1899 publizierte Chamberlain sein bedeutsamstes Buch: "Die Grundlagen des Neuzehnten Jahrhunderts". Hierin pries er die Herrlichkeit des Deutschtums und befand Deutschland als die geeignetste Nation, eine Neue Weltordnung in Europa auf den Weg zu bringen. Er befand die Deutschen zugehörig zu den westlichen arischen Gruppen und meinte, von Deutschland würde eine neue Rasse von "Supermenschen" auferstehen. Chamberlain glaubte an Eugenik und proklamierte, dass alle arischen Deutschen die Pflicht hätten, die arische Rasse rein zu halten. Er zögerte nicht, seinen Antisemitismus kund zu tun. Später sagte Chamberlain, dass Adolf Hitler der prophezeite deutsche Messias sei. "Die Grundlagen des Neuzehnten Jahrhunderts" war die spätere Nazi-Bibel und der Kaiser sah darin ein Geschenk Gottes.
Kaiser Wilhelm und viele andere des deutschen Offizierskorps waren tief inspiriert von Chamberlains Schriften, die das ideelle Fundament für den 1914 beginnenden 1. Weltkrieg lieferten. Der 1. Weltkrieg selbst wurde durch zahlreiche andere Krisen getriggert. Letztlich ausschlaggebend für den Kriegsbeginn war das Attentat an Franz Ferdinand (österreichischer Erzherzog und Thronfolger für Österreich-Ungarn) in Sarajevo, ausgeführt von dem Serben Gavrilo Princip (gehörte zur okkulten Geheimgruppe "Schwarze Hand"), woraufhin Österreich mit deutscher Unterstützung Serbien den Krieg erklärte (28. Juli 1914).

Adolf Hitler

Als junger Mann lebte Adolf Hitler in Wien. Dort war er befreundet mit Walter Johannes Stein. Während des 2. Weltkriegs war Dr. Stein Berater von Englands Premier Churchill. Vieles von dem, was Dr. Stein von Hitler zu berichten wusste, fand seinen Weg ins Buch "Spear of Destiny" von Trevor Ravenscroft (1973). Demnach war Hitler bereits in seiner Zeit in Wien 1909-13 ein Anhänger des Mystizismus und glaubte, durch seinen Konsum von Drogen einen höheren Bewusstseinszustand erreicht zu haben. Er studierte mittelalterlichen Okkultismus und rituelle Magie und diskutierte diese Themen, wie auch die ganze Spanne von Politik, Geschichte und Philosophie, mit seinem Freund Stein.
Einer von Hitlers wichtigsten Mentoren in Wien war der Buchladenbesitzer Ernst Pretzsche, der Anhänger des Deutschen Mystizismus war (predigte "das Kommen einer arischen Superrasse"). Hitler wurde von Pretzsche stark beeinflusst, außerdem ließ sich Hitler von Pretzsche zum Gebrauch der halluzinogenen Droge Peyote verführen, wie Pretzsche meinte, um mystische Erleuchtung zu erlangen.
Hitler blieb Zeit seines Lebens ein Konsument starker Narkotika. So nutzte er unterschiedliche Schmerzmittel, darunter Sedativa, Strychnin, Kokain, ein Morphin-Derivat und andere Drogen. Nachdem Hitler im 1. Weltkrieg als Soldat von Senfgas getroffen wurde und kurzzeitig erblindete, kam er ins Militärhospital "Pasewalk", wo aber fälschlicherweise die Diagnose "Psychopathische Hysterie" erstellt wurde (die Symptome können durch Senfgas verursacht werden). Um Hitler kümmerte sich laut Karl Kroner (im isländischen Exil lebender Arzt) der Psychiater Dr. Eduard Forster. Was in der Klinik mit Hitler gemacht wurde, bleibt jedoch ungewiss, weil bereits Ende 1920 die Krankenakte Hitlers als verschollen galt. Dr. Forster nahm sich 1933 das Leben, nachdem er beschuldigt wurde, Juden zu bevorzugen. Möglicherweise hat Hitler in Pasewalk eine Vision von einer anderen Welt gehabt, wobei ihm gesagt wurde, dass er Deutschland zurückführen könne zu neuem Glanz. Hitlers Antisemitismus habe sich ebenfalls in Pasewalk gefestigt. Laut dem Buch "Ich, der Augenzeuge" von Ernst Weiss (1939), habe Dr. Forster dem hysterischen Hitler visionäre Ideen in sein Bewusstsein eingespeist (typisch für Mind Control), in der Absicht, ihn von seiner Blindheit, verursacht vom Senfgas, zu heilen.
Nach seiner Entlassung aus der Klinik Pasewalk reiste Hitler wieder nach München. Er diente weiter in der Armee, wo er Spionageaufgaben gegen Kommunisten und radikale Gruppierungen durchführte (Nachrichtenabteilung im Gruppenkommando Nr.4 der Bayerischen Reichswehr unter Hauptmann Mayr). Hitler gewann aufgrund seiner "vorbildlichen" Tätigkeit das Vertrauen von Mayr. Hitler stieg auf in der politischen Abteilung und wurde zuständig für Geheimdienstoperationen, i.e. Durchführung von inszeniertem Terror und Mordanschläge. Hitler kam in Kontakt mit der Organisation "Eiserne Faust" (1919 von Ernst Röhm gegründet, informelle Vereinigung völkisch-nationalistischer Reichswehroffiziere), wo er über Röhm (war auch Mitglied im Freikorps EPP) Kontakte zu den höheren Kreisen der Reichswehr erhielt. Und Röhm war es, der Hitler in die 1918 von Rudolf von Sebottendorf gegründete "Thule-Gesellschaft" (Ableger des 1912 gegründeten geheimen antisemitischen Germanen-Ordens) einführte. Obwohl die Thule-Gesellschaft wohl die wichtigste mystische Organisation hinter der Formierung des Naziismus war, war sie nicht die einzige. Als weitere Organisation wird oft die "Vril"-Gesellschaft genannt, so benannt nach der unterirdisch lebenden Gesellschaft in dem Buch "The Coming Race" von Lord Edward George Bulwer-Lytton (1803-1873). Ob es die Vril-Gesellschaft tatsächlich gegeben hat, ist fraglich, da es keinerlei historische Belege gibt. Helena Blavatsky nutzte den Begriff Vril als Synonym für geheime Naturkräfte.
Im Januar 1919 wurde die Deutsche Arbeiterpartei gegründet. Gründungsmitglied war der Thule-Aktivist Karl Harrer. Diese Partei war das Fahrzeug, welches Hitler in jene Führerposition brachte, wie es von vielen deutschen Führungskräften und von Hitler selbst erdacht worden war. Von seinem Vorgesetzten Hauptmann Mayr beauftragt, nahm Hitler im September 1919 an einem Treffen der Partei teil. Kurz darauf wurde Hitler Parteimitglied. Ihm folgte Ernst Röhm, der Hitler darin unterstützte, die Deutsche Arbeiterpartei zu Hitlers Nazi-Partei NSDAP (seit dem 20. Februar 1920) zu entwickeln.
Die neue "Partei" manipulierte breite Massen der Bevölkerung, indem sie mit großen mythischen und mystischen Bildern die archaischen Schichten des Unterbewusstseins ansprach. Gerade führende Persönlichkeiten des NS-Regimes waren schon vor 1933 (Machtergreifung) Esoteriker.

Guido von List
Hitlers Mentor, der Wiener Buchhändler Ernst Pretzsche, war in engem Kontakt mit dem Schriftsteller und Esoteriker Guido von List (geb. 5.10.1848 in Wien - gest. 17.5.1919 in Berlin).

Guido von List war ein weiterer "Geburtshelfer" des rassisch-arischen Gedankens. Im österreichischen Waldviertel wandelte er auf den Spuren der Mythologie und suchte das Göttliche in den Elementen der Natur, glaubte Reste einer "Wotansreligion" in jedem Schalenstein zu sehen, welchen er fand. Zu dieser Zeit war wenig über germanische Kultstätten bekannt. Es wurde daher viel in die natürlichen Begebenheiten der Natur hineininterpretiert.
Er versuchte durch Alkohol einen spirituellen Weg zu finden und übertrieb dies bis hin zu Exzessen. Über seine Erfahrungen schrieb er Bücher. Nach einer Augenoperation im Jahre 1902 war er elf Monate blind. In dieser Zeit "erschienen ihm die Runen". Die achtzehn Zeichen, welche er sah, nannte er "Heilszeichen" (er übernahm die Zeichen von Friedrich Fischbach, "Ursprung der Buchstaben Gutenbergs", 1900). Kritiker meinen, diese seien meilenweit von dem überlieferten Wissen entfernt. Dieses 18er System wird aber bis auf den heutigen Tag als "echt" und "nordisch", bisweilen sogar als "isländisches Futhark" bezeichnet und verbirgt sich in esoterischen Kreisen hinter dem "Armanenfuthark" ("Das Geheimnis der Runen", Guido von List, 1908). Guido von List missbrauchte die Edda für die Beweisführung einer Existenz der "arischen Rasse". Die Kämpfe der Riesen gegen die Zwerge deutete er als Kampf zwischen der überlegenen (arischen) Rasse und Untermenschen. Er betrachtete sich als letzten Magier der Armanen, die nach seiner Beschreibung geistige Führer und Priester der "Arier" gewesen seien. Als Feind glaubte er eine "internationale jüdische Verschwörung" ausmachen zu können. Sein Menschenbild war zutiefst rassistisch, antisemitisch und auf eine Führergestalt gerichtet, welche von den Ariern selbst gewählt wird. Als Symbol des neuen, rassereinen Reiches empfahl List die doppelte Sieg-Rune SS. Ähnlich wie Helena Petrovna Blavatzky versucht er Germanentum und hinduistische Weisheitslehren miteinander in Einklang zu bringen. Er begründete die Runen-Esoterik und die Ariosophie.
Sein Schüler Adolf Joseph Lanz (geb. 19.7.1874, gest. 22.4.1954 in Wien) - der sich selbst Lanz von Liebenfels nennt - gründet 1905 in Wien die "Guido-von-List-Gesellschaft", welche sich zu einem Zentrum des rassischen Antisemitismus entwickelt und von Wien aus auch das wilhelminische Kaiserreich erreicht. List selber gründete 1911 den "Hohen Armanen Orden" (HAO) als inneren Zirkel der List-Gesellschaft, der aber keine Breitenwirkung erreichte. List-Anhänger haben den "Hammerbund" und den "Germanen-Orden" ins Leben gerufen.
Etwa zur gleichen Zeit glaubte Adolf Joseph Lanz, der 1893 bis 1899 Zisterzienser-Mönch war, die Templer wären "Herrenmenschen" gewesen. Er zog diese Schlüsse aus den sagenhaften Überlieferungen und Geschichten über die Templer. Er entwickelte eine ähnliche Ariertheorie wie Guido von List und sah sich in seiner Meinung durch "Die Geheimlehre" der Blavatzky nur noch bestätigt..
1894 hatte er eine "Erleuchtung" und sprach fortan vom Gegensatz zwischen dem "blau-blonden Ariertum" und dem "Niederrassentum". Nach dem Weggang aus dem Kloster Heiligenkreuz gründet Lanz einen eigenen "Orden des Neuen Tempels", entfaltet als Schüler von Guido List eine rege alldeutsche und rassenpolitische Aktivität. In dem 1905 erschienen Buch "Die Theozoologie oder die Kunde von den Sodoms-Äfflingen und dem Götter-Elektron" propagierte er die Verwirklichung der Rasse-Reinheit:

"Die niederen Rassen sollen sterilisiert werden, die arische Rasse der Gottmenschen solle sich durch strenge Unterordnung der Frau unter den arischen Mann vermehren. Unverheiratete Brutmütter sollen in Zuchtklöstern von blonden blauäugigen arischen Ehehelfern begattet werden, um Neuarier zu gebären." (Diesen menschenverachtenden Schwachsinn proklamiert im übrigen auch heute noch die Artgemeinschaft - Germanische Glaubens-Gemeinschaft in ihrem Sittengesetz unter § 19 - nur in schönere Worte verpackt!)

Im selben Jahr begann Lanz mit der Herausgabe seiner Broschüre Ostara, Briefbücherei der Blonden und Mannesrechtler. Dazu kommen verschiedene astrologische Prophezeiungen und Abhandlungen zu Themen wie "Sexualphysik", "Liebe als odische Energie", "Rassenmystik". Nach der "Guido-von-List-Gesellschaft" (1905) gründete Lanz 1907 den "Ordo Novi Templi" (ONT), den Neuen Templer Orden, mit dem Zweck, "das Rassebewusstsein durch Stammbaum- und Rassekundeforschung, Schönheitswettbewerbe und die Gründung rassistischer Zukunftsstätten in unterentwickelten Teilen der Erde zu fördern." Lanz von Liebenfels verbindet völkisch-antisemitisches Gedankengut mit ariosophischer Esoterik. Seine Schriften sind nicht nur rassistisch zu nennen, sondern nahezu obszön in seinen Beschreibungen der primären und sekundären Geschlechtsorgane der "nichtarischen Rasse".
Die Ostara-Hefte sollen nach Angaben von Liebenfels selbst zeitweilig eine Auflage von 100.000 Exemplaren erreicht haben. Einer der Abonnenten war Dietrich Eckard, der großen Einfluss auf Hitler ausübte und an der Ausarbeitung des Parteiprogramms der NSDAP mit beteiligt war. Auch Hitler war begeisterter Leser der Ostara-Hefte, wie unten gezeigter Film "Schwarze Sonne" dokumentiert.

In diesem Kreis von Rassisten findet sich auch Rudolf von Sebottendorf. Dieser griff die griechische Legende des nordischen Königreiches Thule auf, gründete die "Loge der Armanen" die zur Thulegesellschaft werden sollte. Da die griechischen Legenden von den Hyperboreern immer von einem Volk aus dem Norden, (am Ende der Welt) erzählten, deutete er die Strophe 49 im 5. Buch Mose als Auftrag an die "arische Rasse" die Juden zu vernichten! Die antisemitische Zeitung des Thulebundes, die Zeitschrift "Runen" proklamierte die Ansuz-Rune (der Ase = Arier = Wotansrune) zu ihrem Markenzeichen, ebenso das Sonnenrad.

Thule-Gesellschaft
Diese völkisch-antisemitische und mystisch-okkulte Organisation (das Kommen eines deutschen Messias), mit dem Ziel Demokratie, Judentum und Sozialismus zu bekämpfen, verurteilte im Geheimen Leute zum Tode (der oben erwähnte Dr. Stein nennt die Thule-Gesellschaft auch "Society of Assassins"). Neben der Bekämpfung der Revolution von 1918, soll die Ermordung des jüdischen Sozialisten Kurt Eisner sowie die Zerschlagung der nachfolgenden Räterepublik auf das Konto des Kampfbundes Thule ("militärischer Arm" der Thule-Gesellschaft) gehen. Finanziert und unterstützt wurde diese Gesellschaft von reichen Industriellen, Adligen (u.a. Prinz Gustav Franz Maria von Thurn und Taxis) und anderen einflussreichen Personen (u.a. Franz Gürtner, 1919 Staatsanwalt am Landgericht München, 1922 bayerischer Justizminister, 1932 Reichsjustizminister). Zu den Gästen der Thule-Gesellschaft im Münchener Hotel "Vier Jahreszeiten" zählten u.a. Dietrich Eckart (der Morphium süchtige Eckart hielt Hitler für den deutschen Messias und bezeichnete Hitler wohl erstmals 1921 als "Führer"; er wurde Hitlers Ideengeber und später Chefredakteur der Nazi-Zeitung Völkischer Beobachter), Rudolf Hess (Mitglied im Freikorps EPP, das eingesetzt wurde gegen die Räterepublik in München; Hess war auch Mitglied in Röhms "Eiserne Faust" und den "Artamanen", wo er Heinrich Himmler traf; Hess war später Hitlers Propaganda-Spezialist und Stellvertreter) und Alfred Rosenberg (unter Hitler Leiter des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete, zuständig für die Germanisierung der besetzten Ostgebiete und Vernichtung der Juden; als gebürtiger Russe war Rosenberg stark beeinflusst von russischen Rechtsextremen, die die Russische Revolution von 1917 als Folge einer jüdisch-freimaurerischen Weltverschwörung sehen; Hitlers Chefideologe; nach Eckarts Tod 1923 Chefredakteur des Völkischer Beobachter).
Das Emblem der Thule-Gesellschaft war ein Hakenkreuz (Swastika) mit Strahlenkranz hinter einem blanken Schwert. Die NSDAP verwendete später das Hakenkreuz als ihr Symbol (geht auf den Vorschlag von Friedrich Krohn zurück; Krohn schlug ein nach links gewinkeltes Kreuz vor - im Buddhismus "Glück und Gesundheit"; Hitler entschied sich für ein nach rechts gewinkeltes schwarzes Hakenkreuz in einem weißen Kreis auf rotem Grund - "Untergang und Tod" nach Krohn).

In den 12 Jahren der nationalsozialistischen Terrorherrschaft wurden dann die Esoterik, die nordische Mythologie und die Runen pervertiert. Runen waren im Alltag des Dritten Reiches auf Gebäuden, Fahnen und Uniformen ebenso präsent wie das Hakenkreuz. Die Nazis verbreiteten die Meinung, dass Runen Überreste einer "früharischen" esoterischen Geheimschrift seien. Vor allem in höheren SS-Kreisen bekamen Runen eine mystische Bedeutung, dafür hatten Karl Maria Wiligut, der Gründer des Armanenordens, sowie der SS-Führer und "Ahnenerbe"-Forscher Karl Theodor Weigel und Heinrich Himmler gesorgt. Wiligut alias "Weisthor" führte auch die sogenannten Totenkopfringe der SS ein, auf denen "Runensinnsprüche" standen, die fast wörtlich dem Buch von List entnommen waren. In diesem Zusammenhang wurde auch das künstliche Runenalphabet von List verwendet, die sog. Armanenreihe als ausgesprochene "Nazi-Runen". Wiligut hatte angeblich auch einen großen Einfluss bei der Gestaltung der Wewelsburg (zu nennen ist insbesondere der im Nordturm befindliche Obergruppenführersaal mit dem zwölfspeichigen Sonnenrad; erst nach dem 2. Weltkrieg wurde das Sonnenrad von Neonazis als "Schwarze Sonne" bezeichnet und als Kennzeichen esoterischer Kreise der SS gedeutet; ab 1991 wurde das Konzept der "Schwarzen Sonne" mit dem Sonnenrad der Wewelsburg in Verbindung gebracht; die "Schwarze Sonne" wird von Teilen der Neonaziszene als Erkennungssymbol verwendet und taucht oft in neuheidnischen Gruppen, in der Neofolk- und in Teilen der Metal-Szene, z.B. Dark Metal, auf).

Reichsführer SS Heinrich Himmler hielt sich gar für eine Reinkarnation Heinrich I. und gründete im Hauptamt SS das "Ahnenerbe" welches fast überall auf der Welt nach den "arischen" Spuren der Germanen suchte. Unter anderem auch an den Externsteinen (1930er Jahre). Allerdings fand die SS bei den ausgiebigen Grabungen ausgerechnet an diesem Platz nicht die geringsten Spuren, die eine NS-Vermarktung der Externsteine als germanisches Heiligtum gerechtfertigt hätte.
Nach dem Untergang des III. Reiches wurde alles was mit Runen, Mythologie, Esoterik usw. zu tun hat tabuisiert. Der aufkeimende Rechtsradikalismus bediente sich erneut dieser Zeichen (und tut es noch). Mittlerweile werden Menschen, die Anhänger der nordischen und auch der keltischen Religion sind durch die Verbote rechtsextremer Vereinigungen und deren Zeichen an der Ausübung ihrer Religion gehindert, was zwar auf der einen Seite verständlich ist, aber auf der anderen Seite ein klarer Verstoß gegen das Grundgesetz, Artikel 4 und 5, darstellt.

Die "schwarze Sonne"
Der eigentliche Mythos der "Schwarzen Sonne" geht auf Sumer zurück. Diese magische Sonne ist die Strahlungsquelle des göttlichen Lichts im Diesseits. Bei den Babyloniern wird diese magische Sonne "Bab Chomet" genannt (Sternentor, auch Tor des Lichtstrahls = Saturn; das "Bab Ilu", Tor der Götter, ließ Marduk als Entsprechung zum Bab Chomet in Babylon errichten). Nach David Icke, Perception - Deception, ist der Saturn ein System zur Menschenmanipulation. Die Saturnringe, die sich über das gesamte Sonnensystem erstrecken, werden als gigantisches Soundsystem beschrieben, worüber mittels ständiger Soundinformationen, oft gebündelt und verstärkt vom Mond, die Manipulation erfolgt und die Herrschaft über die Menschen gesichert wird. Über das Sternentor Saturn beherrscht der Anunnaki-Gott EN.KI das Sonnensystem, die Erde und die Menschen. Der Saturn (einer der Namen Enkis) wird im Satanismus verehrt (siehe z.B. "der Saturnweg") und wird oft mit Satan gleichgesetzt. Dem Saturn werden Symbole wie das Hexagramm und Hexagon (Nordpol des Saturn), das allsehende Auge (Südpol des Saturn), der Würfel, selbst das Kreuz (das auf dem Kopf stehende Kreuz = Kreuz des Südens; auch als aufgeklappter Würfel gedacht), dem Satanismus, sowie den verschiedenen elitären gesellschaftlichen Organisationen (wie z.B. Freimaurer, Illuminati etc.) und institutionalisierten Religionen zugeordnet.
Siehe auch:
 Neue Weltordnung
 Das islamische Gebet - Allah - Ilu - schwarze Sonne

ALLAH -ILU - Schwarze Sonne

Was hat der Gott ALLAH mit ILU und der "Schwarzen Sonne" zu tun?

Als Mohammed nach Mekka kam, zerstörte er die Statuen von Hubal und den anderen 359 arabischen Lokalgottheiten und verkündete: ALLAHU akbar, i.e. ALLAH bzw. der Gott ist größer. Die Formen ALLAH und ILAH als Bezeichnung Gottes oder eines Gottes waren bei den Arabern bereits in vorislamischer Zeit vorherrschend - sie sind keine Entlehnung.
Die Formen IL (assyrisch-babylonisch) bzw. ILU (Maskulinform; als Eigenname bezeichnet IL den babylonischen Obergott ILU) oder auch ILAH (im aramäischen Sprachgebiet die ausschließlich herrschende appellativische Gottesbezeichnung) waren ebenso gebräuchlich. IL steht für Gott als Quelle aller Götter. IL steht über allen, IL ist unfassbar, es gibt keinen Bild- und Opferkult; IL steht an der Spitze des babylonischen Göttersystems; ihm schließen sich an: Anu, Bel, Ea, der manäischen Mondgott Sin (von dem sich der Name Sinai ableitet), Samas, Bin, Marduk, Nabiuv.
Von ILU kommen wir zur Mystikerin und Theosophin Helena Blavatsky, die in ihrem Buch "Die Geheimlehre" von 1901 mehrfach von einer Zentralsonne spricht, ein unsichtbarer Mittelpunkt im Universum, um die herum alle anderen Sonnen und Planetensysteme kreisen - Ursprung und Brennpunkt allen Daseins - "das schöpferische Licht", "Zentrum der universalen Lebenselektrizität", im modernen Sinne: der Urknall - "eine Art energiegeladene Finsternis am Anfang aller Dinge", ähnlich dem "Atman-Brahman" der indischen Kosmologie, "das stille Atmen einer unsichtbaren Weltseele" vor aller Schöpfung, aus deren Lufthauch allmählich der materielle Kosmos entsteht. Diese magische Sonne (bei den Babyloniern "Bab Chomet", auf Deutsch "Tor zum Lichtstrahl") ist die Strahlungsquelle des göttlichen Lichts im Diesseits - ILU. Das Mysterium der "Zentralsonne", symbolisiert auch als "schwarzes Licht" bzw. "schwarze Sonne", verbindet Blavatsky mit der Lehre der Arier im hohen Norden, und kommt so auf die "hyperboreische Rasse" als das polare Urvolk (nach Blavatsky taucht die Lehre von der Zentralsonne und dem schwarzen Licht als ihr Symbol auch in der jüdischen Kabbalah auf, ihr Ursprung sei aber arisch).

Schwarze Sonne - Nazis - Kultstätten - Gegenwart - Stellungnahme gegen Rechts

Völkisch-theosophische Autoren in Deutschland und Österreich führten den Gedanken weiter, bis er später bei den deutschen Nazis ab den 1920er Jahren und bei ihren Sympathisanten ab den 1950er Jahren landete (siehe: Schwarze Sonne, Rüdiger Sünner, S.146 f.). Hier sind insbesondere die ehemaligen SS-Führer Rudolf Mund und Wilhelm Landig zu nennen, die die SS-Mythologie in den okkulten Zentren Wiens ab den 1950er Jahren verbreiteten und zu der uns heute bekannten Verschwörungstheorie ausarbeiteten (jüdische Weltverschwörung, One-World-Government etc.). Die Schwarze Sonne macht z.B. Wilhelm Landig zum Zentrum dreier Romane ("Götzen gegen Thule", "Wolfszeit um Thule" und "Rebellen für Thule"). Die Schwarze Sonne ist hier der "Ausgangspunkt der arischen Sendungsüberlieferung und Urquell der arischen Kräfte", das "geheime Zeichen für Thule" und "Lichtquell der Weisheit und Strahl des einen Großen, dessen Wille alles lenkt" (Wolfzeit um Thule, S. 354 f.). »[...] Die Hauptbedeutung dieses Symbols sei das von der jüdisch-christlichen Religion verdrängte "Urwissen" um die "Geburt der nordischen Seele aus dem Sternenlicht" und um die Herkunft der Germanen vom "Mitternachtsberg" im hohen Norden, wo einst "Luzifer" als Lichtbringer herrschte, bevor man ihn in das ewige Dunkel der Hölle stieß. An seine Stelle hätten die Juden ihren "zeternden, racheheischenden Stammesgott" gesetzt und damit den Verlauf der Weltgeschichte als ewigen Kampf zwischen "Thule" und "Juda" programmiert.[...]«1 Gegen die Verdrängung des Urwissens dient die Schwarze Sonne als Widerstandssymbol (Landig).
Aus den in der Thora oft vorkommenden Worten von der "Auserwähltheit" des jüdischen Volkes durch den Gott Jahwe, wird der jüdische "Weltherrschaftswahn" konstruiert. Dabei meint die "Auserwähltheit" im historischen Kontext betrachtet, dass das kleine, verfolgte Volk von Gott aus der ägyptischen Sklaverei befreit wurde und erwählt wurde (Auserwählung der Schwachen), Gottes Ordnungen, Gebote und Verbote zu beachten, worin sich nach jüdischer Auffassung die Gnade und Liebe Gottes ausdrücke (vgl. Exodus, Leviticus, Numeri). Doch nach Leuten wie Wilhelm Landig u.a. herrsche eine von Juden geleitete Geheimelite der Hochfinanz über die Welt, die eine »[...] "One-World-Regierung" plane, die alle ethnisch-individuellen Besonderheiten zugunsten eines durch Geld, Gentechnik und Computervenetzung kontrollierten Einheitsmenschen abschaffen wolle.[...]«2 Die "Schwarze Sonne" wird hierbei immer wieder als Widerstandssymbol für Europa aufgerufen. Orte, wie die Externsteine und die Wewelsburg (insbesondere im Nordturm das "Sonnenrad", nach dem 2. Weltkrieg von Neonazis als "Schwarze Sonne" bezeichnet), dienen jenen Menschen, die nach dem Urwissen suchen und sich gegen zunehmenden Materialismus, Rationalismus, Kriege, emotionale Kälte, Umweltzerstörung usw. wenden, als spirituelle Kultstätten. Viele Menschen pilgern zu diesen Orten und wollen sich rückbesinnen auf alte Traditionen, auf die vorchristliche nordische Religion. Sie praktizieren dabei ihre Rituale und erfreuen sich der Natur, der Stille und haben das Gefühl, dass diese Orte etwas Magisch-Anziehendes haben. Fast alle diese Menschen haben mit Nazis oder mit Nazi-Mythologie nichts zu tun. Umso wichtiger ist es, dass Anhänger nordischer Religionen, die öffentlich zu ihrem Glauben stehen, sich definitiv gegen Nazi-Gedankengut und Neo-Nazis bekennen, gegen eine Unterwanderung ihrer Gruppierungen kämpfen und einen weiteren Missbrauch ihrer Religion als extremistisches Gedankengut verhindern.
Tatsächlich sind viele in den Verschwörungstheorien enthaltenen Themen im realen Leben immer wieder Gegenstand der Auseinandersetzung und sind nicht nur reine Theorie. Es gibt nun einmal auch jene elitären Clubs und Organisationen wie die Freimaurer, Bilderberger, CFR, TC, Illuminati, Round Table, Atlantikbrücke usw. Es gibt das Thema "GMO" und das Problem mit Gentech-Firmen wie Monsanto, auch der "gläserne Mensch" ist hoch aktuell, insbesondere nach den bekanntgewordenen Überwachungs-Methoden der Geheimdienste (z.B. NSA - vgl. Wikileaks und Edward Snowden), nicht zu vergessen all die anderen technischen Möglichkeiten der Überwachung, dazu der Einsatz ferngesteuerter Drohnen, die überwachen und töten (an den Einsatz autonomer Drohnen, die selbst bestimmen, wer ein Angriffsziel ist, wird gearbeitet), dann die Tatsache, dass daran gearbeitet wird, Bargeld durch eine globale, digitale Währung zu ersetzen, ist nicht zu verleugnen (siehe:  Schweden). Auch spricht vieles dafür, dass eine über drei "Superstaaten" herrschende Weltregierung Wirklichkeit werden wird. Namen wie Rothschild, Rockefeller oder Kissinger befinden sich nachweislich seit Jahren auf den Mitgliederlisten bedeutender Organisationen (siehe Bilderberger etc.), die eben an der Umsetzung bestimmter Ideen bezüglich genannter Stichwörter beteiligt sind. Deshalb ist auch all jenen Menschen, die das Weltgeschehen intensiver beobachten und ihre Erkenntnisse (die vielleicht nicht mit der öffentlichen Meinung korrelieren) publizieren, zu raten, sich ausdrücklich gegen jede Form von Extremismus (sei es rechts oder links) zu bekennen.

Zitat1,2: Schwarze Sonne - Entfesselung und Missbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik, Rüdiger Sünner, S. 148 ff.

Siehe auch:
 Neue Weltordnung
 Humanismus - Reformation - Protestantismus - Bruderschaften
 Deutschland

Weitere Stichworte: "Armanen-Orden" (stark rechtslastig, 1976 von Adolf Schleipfer und Sigrun von Schlichting gegründet), "Artgemeinschaft" (stark rechtslastig, rassistisch, geleitet von Jürgen Rieger), "Germanische Glaubensgemeinschaft" (Geza von Neményi; distanziert zu rassistisch-antisemitischer Ideologie; betreiben sorgfältige Recherche; problematisch bleibt der Umgang mit dem Natur- und Gottesbegriff - "Naturgesetze" werden auf den menschlichen Geist übertragen: in der Natur ist es so geregelt, dass das Kranke und Schwache untergeht), "Gemeinschaft für heidnisches Leben" (Matthias Wenger; differenzierte Gedankenpositionen auch zum Natur- und Gottesbegriff; hier sind weder Fundamentalismus, Rassismus noch Antisemitismus anzutreffen; es wird eher gesucht und geforscht statt behauptet und beschworen); in der Pop Musik: "Menhir" und "Einherier" (beide Rockgruppen spielen zwar mit neuheidnischen Elementen, sind aber inhaltlich harmlos und weder künstlerisch noch ideologisch bedeutsam), der Thüringer Liedermacher "Veit" (ideologisch rechts), als "rechts" eingestuft werden ebenso die Skinhead-Bands "Odins Erben", "Asgard", "Thors Hammer", "Ultima Thule", "Wallküren"; grenzwertig der österreichische Musiker und Schriftsteller "Kadmon", bürgerlicher Name Gerhard Petak, fasziniert von der Symbolik und Mythologie des "Dritten Reichs"; sehr martialisch und rechtslastig die Dark-Metal-Musik von Varg Vikernes, der sich als "Faschist" und "Odin-Verehrer" bezeichnet und seit 1993 wegen Totschlags im Gefängnis sitzt, Anhänger des deutschen Philosophen Nietzsche; der US-amerikaner Michael Moynihan "Blood Axis", ebenfalls Anhänger von Nietzsche, Angehöriger der nordischen Gemeinschaft "Asatru", vermutete Kontakte zum Satanisten Charles Manson, wie Petak fasziniert von der Symbolik und Mythologie des "Dritten Reichs" nur im Umgang noch unbekümmerter; völlig anders hingegen die Sängerin Mari Boine, die sorgfältig die mythologischen Quellen ihrer samischen Vorfahren zu rekonstruieren versucht und auf heroische, selbstverliebte Töne verzichtet. Weitere positive Beispiele im Umgang mit nordischer Mythologie sind der Maler Anselm Kiefer und der Dichter Rolf Schilling.

Die genannten Beispiele sind dem Buch "Schwarze Sonne - Entfesselung und Missbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik", Rüdiger Sünner, S. 171 ff., entnommen.