Buddhismus

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Buddha

Der Buddhismus geht zurück auf Siddhatta Gotama, der als "Buddha" (= der Erleuchtete) ab etwa 528 v.Chr. bei Benares (Varanasi) im Wildpark bei Isipatana, dem heutigen Sarnath, seine Einsichten zu verkünden begann. Gotama Buddha wurde in Lumbini, im Süden Nepals, geboren.

Der Hinayana-Buddhismus gibt Buddhas Parinirvana mit 544/543 v.Chr. an; das bislang von westlichen Wissenschaftlern anerkannte Todesdatum 483 (+/-) v.Chr. gilt heute als überholt. Von G.H. Zoysa wurde Buddhas Todesjahr auf 384 v.Chr. berechnet (so auch Nakamura). H.Bechert gibt 400 bis ca. 350 v.Chr. an (siehe Bechert,H., The Dating of the Historical Buddha, Part 1., S.15, 236). Nach jüngsten Untersuchungen von Gombrich müsse das Todesjahr zwischen 411 und 399 v.Chr. angesetzt werden (Bechert,H., a.a.O., Part 2, Preface). Buddha wurde ca. 80 Jahre alt.

Der Buddhismus hat seit den späten 1960er Jahren zahlreiche Anhänger in den westlichen Industrieländern gefunden und kann wohl zu der Religion gerechnet werden, die den nach Sinn bzw. spirituellen Wahrheiten suchenden Menschen am nächsten kommt. Gerade im interreligiösen und interkulturellen Zusammenhang zeigt sich der Buddhismus besonders weltoffen, tolerant, friedlich und liebevoll. Buddhist kann jeder sein, der nach den Lehren Buddhas leben will. Ausgehend von der Lehre Buddhas, dass jeder Mensch grundsätzlich ein Buddha ist, hat der Buddhismus die Befreiung aus den weltlichen Anhaftungen bzw. Verwicklungen, schließlich das Nirvana zum Ziel. Insofern ist Buddhismus ein Lebensweg, der aufgrund seiner Philosophie einen Weg zur Selbsterkenntnis aufzeigt. Zum Buddhismus bekennt sich die Mehrheit der südost- und ostasiatischen Bevölkerungsgruppen.

Das Nirvana (Skt.) bzw. Nibbana (Pali) bedeutet übersetzt soviel wie "Verwehen", "Erlöschen" und ist im Hinduismus, Jainismus und Buddhismus das Ziel eines jeden Pilgernden auf dem Pfad zur Erleuchtung (Bodhi), d.h. Befreiung von allen Vorstellungen, Wünschen und Anhaftungen bezogen auf alle mit einer Person verbundenen Faktoren (Befreiung aus den weltlichen Anhaftungen bzw. Verwicklungen, Befreiung von der Identifizierung mit dem personellen Ich, Befreiung von Ich-Sucht, Gier, Hass, Verblendung etc.).
Der/Die Erleuchtete (Buddha) identifiziert sich mit dem spirituellen Ich, dem absoluten Bewusstsein, empfindet sich als EINS mit allem, was ist und befindet sich im Zustand der Gedankenfreiheit, Stille, Leidfreiheit, Glückseligkeit. Alle Anhaftungen sind verweht. Die Erkenntnis von "Sat" (das anhaftungslose Sein), "Chit" ( Einheitsbewusstsein, also das Wissen, Eins zu sein mit allem was ist), "Ananda" (Glückseligkeit) bedeutet die fast völlige Auflösung von Karma (Handlungen aus vorangegangenen und dem gegenwärtigen Leben).
Wird dieser Zustand während des Lebens gemacht, sprechen Hindus von "Moksha" und Buddhisten von "Nirvana".
Der Zustand des Erleuchteten nach Ablegen seines Körpers, wird Parinirvana („vollständiges Erlöschen“ bzw. "vollendetes Nirvana") genannt. Es ist dies die völlige Auflösung von Karma und die Befreiung aus dem "Samsara" (dem ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen, von Geburt und Wiedergeburt) - eine Wiedergeburt erfolgt nicht mehr.
Der Weg zum Nirvana wurde von Buddha in der Lehre von den "vier edlen Wahrheiten" (Ariya Saccani) niedergelegt.
Wer über längere Meditationspraxis verfügt, hat vielleicht die Begegnung mit dem Nirvana gemacht. Er wird dann wissen, dass weitere Erklärungen zum SEIN nicht mehr nötig sind. Die Suche ist beendet -- Sat Chit Ananda. Es gibt dann weder Zeit noch Raum. In dieser Zeit- und Raumlosigkeit ist "Nirvana" zuhause.
Lumbini - Puskarini-Teich

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Highslide JS
Lumbini. Während meiner dreimonatigen Nepalreise besuchte ich 1995 auch Lumbini und die Geburtsstätte Buddhas. Hier stehe ich vor dem für Buddhisten heiligen Puskarini-Teich, wo Mayadevi (die Mutter Buddhas) kurz vor der Entbindung ein Bad genommen haben soll. Auch soll Buddha hier nach seiner Geburt gebadet worden sein. Hinter den blauen Abdeckplanen wurde 2013 der Mayadevi-Tempel erbaut. Links von den Planen sieht man die Ashoka-Säule, die den Geburtsort Buddhas markieren soll.


Im heiligen Garten

Im Laufe der Geschichte des Buddhismus haben sich drei Linien herausgebildet, die noch heute von Bedeutung sind: Theravada, bzw. Hinayana (Sri Lanka, Birma, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam), Mahayana (Tibet, Nepal, Sikkim, Bhutan, Vietnam, China, Japan, Korea) und Tantrayana (Tibet, Sikkim, Bhutan, Mongolei, China, Korea, Japan). Zu diesen genannten Linien gehören die unterschiedlichsten Schulen.
Als "Kleines Fahrzeug" (Hinayana) wurde von den Vertretern des späteren Mahayana (ab etwa dem 1. Jahrhundert v.Chr.), des "Großen Fahrzeugs", die Frühform des Buddhismus bezeichnet.
Seit 1950 besteht die Aufforderung der buddhistischen Weltförderation (The World Fellowship of Buddhists, WFB), in der alle relevanten buddhistischen Schulen vertreten sind, den Begriff Hinayana nicht mehr zu verwenden. Diese Aufforderung erst ermöglichte den Zusammenschluss aller großen Traditionen zu einem Weltverein.

Wahrscheinlich um ihre Überlegenheit zu demonstrieren, halten sich leider manche Mahayana-Organisationen bewusst nicht an diese Vereinbarung. Diese Schulen gehören, bis auf wenige Ausnahmen aber nicht dem Weltverband an.

Als einzige Form des frühen Buddhismus hat die Schule des Theravada ("Weg der Alten") überlebt . Obwohl sie sich als direkte Weiterführung des ursprünglichen Hauptstammes des Sthaviravada, der "Lehre der Ältesten", der angenommenen Urform des Buddhismus, versteht, kann die Theravada-Schule nicht ohne weiteres mit dem postulierten Ur-Buddhismus gleichgesetzt werden; wie andere Schulen ist sie eine Weiterentwicklung dieses Ur-Buddhismus, eine Schule neben anderen.

Der Vajrayana ("Diamant-Fahrzeug"), auch als Lamaismus bekannt, gehört zum Tantrayana. Diese äußerst komplexe Variante des Buddhismus gelangte in den frühen sechziger Jahren nach Westen und wurde dort auch nicht nur wegen ihres Bezugs zur tibetisch/chinesischen Problematik ("Free Tibet"; Dalai Lama) populär. Der Vajrayana begeistert darüber hinaus mit seinen subtilen philosophischen Systemen, detaillierten psychologischen Einsichten, Symbolen und Visualisationstechniken, mit denen transformative Kräfte im Menschen geweckt werden sollen. Das somit erlangte Ganzheitsbewusstsein soll bereits in diesem Leben zur Buddhaschaft führen.

Rad des Dhamma, Dharma
Das Mantra Om Mani Padme Hum
Om Mani Padme Hum (oder Om Mani Peme Hung, wie es auf tibetisch heißt) ist wohl das am häufigsten benutzte Mantra im Buddhismus. Man findet es auf Gebetsmühlen oder auf den sogenannten Mani-Steinen, die mittlerweile auch hier im Westen in vielen Esoterikläden erhältlich sind. Es ist das Mantra des Bodhisattva Avalokiteshvara. Ein Bodhisattva ist ein erleuchtetes Wesen, das auf eigenen Wunsch wiedergeboren wird, um anderen Wesen zu helfen. Das Versprechen eines Bodhisattva ist, erst dann ins nachtodliche Erlöschen (parinirvana) einzugehen, wenn alle Wesen aus dem Kreislauf der Wiedergeburt (samsara) befreit sind. Avalokiteshvara ist die Verkörperung des grenzenlosen Mitgefühls für alle Wesen.
Om und Hum symbolisieren Anfang und Ende (vergleiche Alpha und Omega im Christentum), also die Totalität, das Allumfassende. Mani Padme heißt übersetzt Juwel im Lotus. Es meint das Absolute, das überall enthalten ist, den allumfassenden Geist, der in jedem einzelnen Geist ist. Zum einen stellt das Mantra eine Anrufung Avalokiteshvaras dar, um ihn um Hilfe zu bitten. Zum anderen reinigt seine Rezitation den Geist von allen negativen Emotionen und hilft dem Rezitierenden bei der Erzeugung von Mitgefühl.
Das Tara-Mantra
Die grüne Tara ist der wichtigste weibliche Bodhisattva des tibetisch buddhistischen Pantheons.
Die grüne Tara ist die Verkörperung der weiblich-göttlichen Weisheit im Menschen und des aktiven Mitgefühls.
Sie schützt vor allen Gefahren, insbesondere vor den acht schlimmsten - in Klammern steht jeweils die innere Entsprechung zur äußeren Gefahr: Löwen (Stolz), Elefanten (Verblendung), Feuer (Zorn), Schlangen (Eifersucht), Räubern (irrige Ansichten), Fesseln (Geiz), Flut (Begierde), Gespenstern (Zweifel).

Die Rezitation ihres Mantras hilft, unheilvolle Einflüsse (eben diese Gefahren) auf dem Weg zur Befreiung zu überwinden.

Ihr Mantra lautet: OM TARE TUTARE TURE SOHA

Siehe auch: Mantras

Zen ist eine mahayanische Schule, die in China (Ch'an) beheimatet ist und noch heute dort wie auch in Vietnam, Korea und Japan lebendig ist. In den 50er Jahren erlebte Zen vornehmlich durch die Bücher D.T. Suzukis und durch die Gründung neuer Zentren in den USA großen Aufschwung .

Seit den 70er Jahren gibt es anerkannte Zen-Meister. Die japanisch-buddhistischen Bewegungen Soka Gakkai und Risshos Koseikai missionieren vor allem in den USA und Südamerika, aber auch in Europa, erfolgreich.

Eine der wichtigsten Adressen zum Thema Buddhismus ist www.buddhanet.net. Hier erfährt der Interessierte so gut wie alles zu den buddhistischen Lehren, den unterschiedlichen Schulen, den zahlreichen Projekten in der Welt usw.
Eine weitere Adresse von Bedeutung ist Buddhist Studies WWW Virtual Library. Der Titel spricht für sich: sozusagen der offizielle Eingang für Surfende.

Für Berlin von besonderer Bedeutung ist das 1924 von dem Arzt und Homöopathen Dr. Paul Dahlke (1865-1928) gegründete Buddhistische Haus, Edelhofdamm 54, 13465 Berlin, Tel.: 030/7928550. Dieses hübsch gelegene Haus ist bis heute das sichtbarste Zeichen des Berliner Buddhismus. Es repräsentiert den Hinayana Sri Lankas. Es befindet sich seit 1957 im Besitz der ceylonesisch-buddhistischen Missionsgesellschaft "German Dharmaduta Society" und wird seit 1958 regelmäßig von singhalesischen Mönchen bewohnt.

Das Buddhistische Haus

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