Türkei

[Türkei] [Daten & Fakten] [Zur Geschichte] [Kemal Atatürk und der Kemalismus]
[Zum Kopftuchstreit] [Ethnisch-religiöse Minderheiten] [Türkei ... EU ... Milli Görüş]
[Die konservativ-islamische "Gülen-Bewegung" und ihr Einfluss in AKP, Staatsapparat, Polizei, Geheimdienst]
[Entwicklungen ab September 2012] [www-Links] [Literatur]


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Musik, die mir gefällt:

Ein berühmter Interpret der Musik-Gattung "World Music" ist Mercan Dede, 1962 in Bursa (Türkei) geboren. Er verbindet traditionelle türkische und andere orientalische Musik mit elektronischen Klängen.
2007 hat Mercan Dede anlässlich des achthundertsten Geburtstag des von ihm verehrten Sufi-Meisters Rumi (Mawlana Rumi) sein letztes Album "800" produziert. Mercan Dede, auch bekannt unter 9 anderen Namen (z.B. DJ Arkin Allen, Blueman und Poundmaker), lebt zurückgezogen in Montreal.

Hörprobe aus dem Album Su (2004)

Daten und Fakten

Offizieller Name: Republik Türkei
Hauptstadt: Ankara
Fläche: 774.815 km²
Landesnatur: Im W inselreiches Küstentiefland, Im N Tieflandsaum und Pontisches Gebirge, im S Küstengebiet und Taurus, im Inneren Hochland von Anatolien
Klima: Im N warm-gemäßigtes Klima, im S und W Mittelmeerklima, im Inneren kontinentales Klima
Hauptflüsse: Euphrat, Kizilirmak, Sakarya, Menderes, Aras
Höchster Punkt: Ararat 5.165 m
Regierungsform: Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 79 Provinzen
Parlament: Große Nationalversammlung mit 550 für 5 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 29. Oktober
Einwohner: 65.546.000 (1999); 79.414.269 (Juli 2015)
Bevölkerungsdichte: 85 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 75% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 30% (1999)
Analphabetenquote: 15% (1999)
Sprache: Türkisch, kurdische Sprachen
Religion: Moslems über 98% (mehrheitlich orthodoxe Sunniten, Hanefiten), ca. 15-20 Mio. Aleviten, Christen etwa 0,15% (ca. 65.000 Armenier als größte Gruppe)
Währung: Türkisches Pfund

Anmerkung: Die Türkei wurde auf unserer Homepage in die Rubriken "Asien", "Europa" sowie "Nahost" eingeordnet. Die geographische Trennlinie zwischen Europa und Asien ist der Bosporus bzw. das Marmara-Meer. Der Westteil der Türkei (3% des Landes), bis hin zum Marmara-Meer bzw. Bosporus (inkl. dem Westteil von Istanbul) werden geographisch Europa, der Rest des Landes (97%) Asien zugeordnet. Bezüglich der Diskussion um einen möglichen EU-Beitritt der Türkei beziehen wir keine Position.

Kaum ein Land des vorderen Orients ist europäischer und trägt dennoch die meisten Insignien des islamisch-orientalischen Kulturkreises mit so viel Stolz und nationaler Würde wie die Türkei. Anatolien, Wiege ältester Kulturen und Zivilisationen, Kernraum großer Reiche von den Hethitern bis hin zu den Osmanen, ist fast immer in irgendeiner Form auch Durchgangsland gewesen, - meist zwischen Ost und West - sei es politisch, wirtschaftlich oder kulturell. Das Land war damit über Jahrtausende Mittler zwischen Einflüssen unterschiedlichster Herkunft und Prägung - und ein Land der Auseinandersetzungen.
Krasser und bunter als anderswo zeigen sich deshalb in den einzelnen Kulturlandschaften der Türkei viele Gegensätze. Oft eng benachbart finden sich Relikte bestechender kultureller Leistungen und Hinweise auf gleichzeitige bittere Entbehrung, bedingt durch Kriege, Unterdrückung oder wirtschaftliche Zwänge. Kaum ein europanahes Reiseland steckt deshalb so voller kultureller Vielfalt. Darüber hinaus bietet dieses Land aber auch viele landschaftliche Kontraste und starke klimatische Gegensätze.
In kaum einem Land rund um das Mittelmeer ist die Bevölkerung Besuchern gegenüber zuvorkommender und gastfreundlicher als auf der 1500 km langen und 650 km breiten gebirgigen Halbinsel an der Nahtstelle zwischen Asien und Europa. Nicht zuletzt deshalb zählt die Türkei heute mit zu den beliebtesten Reisezielen europäischer Touristen.

Andererseits hat kaum ein Land so nahe vor den Toren Europas so sehr mit sozialen Widersprüchen, wirtschaftlichen Problemen, politischen Zwängen und auch selbst verschuldeten ökologischen Katastrophen zu kämpfen wie die Türkei. Zu nennen sind: soziales und wirtschaftliches West-Ost-Gefälle, auffällige Landflucht, hohe Arbeitslosigkeit, zunehmende Gewässer- und Luftverschmutzung, Bodenerosion, Waldvernichtung, Verbauung der Küsten, unkontrolliertes Wachstum der Städte und brisante ethnische und politische Konflikte.

Umstrittener Staudamm

Der Energiebedarf der Türkei ist in den letzten Jahrzehnten beständig gewachsen. Die wichtigste heimische Energiequelle ist noch vor der Braunkohle die Wasserkraft, deren Anteil an der Stromgewinnung sich von 40% (1995) auf 24,4% im Jahre 2005 reduziert hat. Um diesen Anteil zu erhöhen oder wenigstens zu halten, setzt die Türkei weiterhin auf den Bau von Staudämmen und Wasserkraftwerken. Ein in letzter Zeit weltweit umstrittenes Staudammprojekt ist der Ilisu-Staudamm am Oberlauf des Tigris, dessen Grundstein von Erdoğan am 5.8.2006 gelegt wurde. Durch die Aufstauung des Flusses werden 73 Dörfer und die an der alten Seidenstraße und wegen ihres kulturellen Erbes bedeutende Stadt  Hasankeyf überflutet werden. Auch im Irak hat man Bedenken gegen diesen Bau, da die Türkei dadurch die Wassermenge, die nach Irak fließt, kontrollieren und als politisches Druckmittel einsetzen kann.

Nirgendwo spürt man diese kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Gegensätze mehr als in den großen Städten des Landes: An erster Stelle in Istanbul, der heimlichen Hauptstadt eines Landes mit annähernd 70 Millionen Einwohnern, von denen auch heute noch, nach über fünfzig Jahren der Industrialisierung und des wirtschaftlichen Fortschritts, etwa ein Viertel äußerst anspruchslos auf dem Lande lebt und arbeitet.
Für viele Besucher erscheint Istanbul, dieser betriebsame Schmelztiegel von mehr als 8 Millionen Menschen unterschiedlichster Herkunft, Volkszugehörigkeit und Glaubensrichtung, mit seinem sprichwörtlich chaotischen Verkehrsgewühl, seinen aufdringlichen Gerüchen und Geräuschen und mit seiner unverwechselbaren Kulisse unzähliger Kuppeln und Minarette, als Brücke nach Asien, als Pforte zum Orient.

Blaue Moschee in Istanbul. © Paul Didi

Zur Geschichte

Die zahllosen Altertümer der Türkei vermitteln das bewegte Bild einer über 10.000 Jahre alten kulturpolitischen Vergangenheit Kleinasiens. Antike Fürstentümer und Großreiche, wie die der Hethiter, Urartäer oder Phryger, hinterließen ihr historisches Erbe. Zahlreiche Einflüsse von Nachbarstaaten, wie Assyrien, Griechenland oder Rom, wurden kulturprägend.
Für die heutige Gesellschaft und Kultur der Türkei sind jedoch weitestgehend nur die Vorgänge von Bedeutung, die aus der inzwischen über neunhundertjährigen islamischen Geschichte des Landes resultieren.

Entscheidend waren vor allem zwei markante Zäsuren: Der Wechsel vom christlichen Byzanz zum moslemischen Osmanenreich nach 1071 und der fast kompromisslose Bruch mit den meisten islamischen Traditionen in der modernen Türkischen Republik durch Mustafa (Kemal Atatürk) nach 1923.

Sultan Ahmet Moschee, Blaue Moschee

Istanbul ist Kulturhauptstadt 2010

So lautet der Slogan:
Istanbul - die inspirierendste Stadt der Welt!

Derweil wird Istanbul umsaniert. Teile des Stadtzentrums bekommen ein neues Gesicht. Und die Wohnkosten steigen drastisch. Wer sich ein Wohnen im Stadtzentrum nicht mehr leisten kann, muss wohl dann ausweichen in die vor der Stadt gebauten Wohnkasernen.

Die endgültige Ablösung des Byzantinischen Reiches durch die Osmanen, insbesondere unter Sultan Mehmed II. Fatih ("der Eroberer"), der am 29. Mai 1453 Konstantinopel erobert hat, war kein abrupter Machtwechsel. Sie vollzog sich trotz aller kriegerischer Auseinandersetzungen eher als schrittweise und oft ungehinderte Unterwanderung.

Soziale Gegensätze im Innern, Konflikte um die richtige Gottesverehrung, Wirren der Kreuzzüge, Bürgerkriege, Verlust des Seehandels an Venedig und Genua, mehrfache Arabereinfälle hatten das Land so sehr geschwächt, dass dem wachsenden Druck der locker in Stämmen organisierten, meist nomadischen Gruppen der Turkvölker nichts entgegengesetzt werden konnte, als diese nach Anatolien eindrangen.
Dass es gerade die Seldschuken waren, die als erste neue staatstragende Macht auftreten konnten, lag fraglos an deren politischer Herkunft und Erfahrung aus dem städtisch-kulturellen Umfeld des persischen Hofes.
Aus den folgenden Auseinandersetzungen ging der türkische Stammesverband der Osmanen, geschickt die Wirren der Mongoleneinfälle nutzend, innerhalb von 150 Jahren gegen konkurrierende Stämme und gegen Byzanz als glanzvolle Großmacht hervor.
Aber bereits nach der Blütezeit des Osmanenreiches unter Süleiman II., dem Prächtigen, (um 1494-1566) begann der Niedergang. Eine Vielzahl autonomer "Derebeyliks" (Talfürstentümer) entstand. Sie stürzten bis zum 19. Jahrhundert das das Land in ein politisches und wirtschaftliches Chaos.
Noch während das Osmanenreich verfiel, setzten die Sultane Abd ül-Medschid (1823-1861) und Abd ül-Aziz (1830-1876) mit ihren Reformen (Tanzimat, 1839-1876) erste Akzente für einen zeitgemäßen Staat, während fünf europäische Nationen (Großbritannien, Frankreich, Italien, Russland, Griechenland) mit imperialistischem Interesse bereits über die Aufteilung des "kranken Mannes am Bosporus" spekulierten. Wirtschaftlich war das Land von diesen Mächten bereits durchdrungen. So beuteten sie Bodenschätze aus, finanzierten den Straßenbau, die Elektrifizierung und den Bau von Eisenbahnen.

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Kemal Atatürk und der Kemalismus

Es war Mustafa Kemal Pascha (seit 1934 Atatürk, "Vater der Türken"), der 1921/22 die Griechen aus Anatolien (Befreiungskrieg) vertrieb (nach Griechenland oder die damalige Sowjetunion), die türkischen Reserven überzeugend gegen die Alliierten mobilisierte und 1922 das Sultanat beseitigte.
Er tat dies vor dem Hintergrund einer nationalen Bewegung, die aus dem korrupten, ökonomisch abhängigen osmanischen Reststaat einen souveränen modernen türkischen Nationalstaat schaffen wollte.

Nach Gründung der Republik im Jahre 1923 begann Atatürk als ihr erster Präsident ein weitreichendes Reformwerk aufzubauen.
Der nach ihm benannte "Kemalismus" beinhaltete Vorstellungen der Verwestlichung (Zivilisierung), der Volksnähe (Populismus), des Wandels (Revolutionismus), der Verweltlichung (Säkularisation), der Wirtschaftslenkung (Etatismus), der nationalen Sammlung und Besinnung (Nationalismus) und einer neuen Staatsform (Republikanismus). Obwohl nicht alles davon realisiert werden konnte, blieb Atatürks reformerisches Werk der Grundstein der modernen Türkei bis heute.

Völkermord an den Griechen
Zwischen 1914 und 1922 kam es zu Verfolgungswellen gegen die Griechen, die sich nach der Gründung der Republik am 29. Oktober 1923 bis März 1924 fortsetzten. Schätzungen zufolge sind hierbei bis zu 700.000 Griechen ums Leben gekommen. In Smyrna, heutiges Izmir, ereignete sich 1922 ein Massaker an Griechen und Armeniern, dem zwischen 120.000 – 300.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Dieser Vorfall beendete die 2.500 jährige griechische Präsenz in der Region.
Mit dem Bevölkerungsaustausch 1923 (als Folge aus dem Vertrag von Lausanne vom 24. Juli 1923, der die Souveränität der Türkei in den heute bestehenden Grenzen herstellte) siedelten sich die meisten der überlebenden Griechen in Griechenland an (die Bevölkerung wuchs hier von 5 auf 6 Millionen) und die Türken in Griechenland gingen in die Türkei. Die letzten Griechen verließen mit dem Pogrom von Istanbul 1955 die Türkei. Heute leben in der Türkei noch zwischen 2.000 und 2.500 Griechen.
Waren im Jahr 1906 noch 20 Prozent der Bevölkerung Nicht-Muslime, sind es 1927 nur noch 2,6 Prozent. Verschiedene Staaten haben inzwischen die Massaker an den Griechen in der Türkei als "Völkermord" bewertet, darunter die Parlamente von Griechenland, Zypern, Armenien, Schweden und diversen US-Bundesstaaten.
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Bosporus. 1974.
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Istanbul. 1974.
September 2012: 326 Soldaten, darunter höchste Generäle, zu langen Haftstrafen verurteilt. Jahrzehntelange Vorherrschaft des Militärs endgültig zu Ende.

Weil sie einen Putsch gegen die amtierende Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan geplant haben sollen (geplant 2004, siehe: "www.taz.de/!102216/", 23.09.2012) wurden im sogenannten "Balyoz-Prozess" 326 Soldaten, darunter höchste Generäle, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. »[...] Hunderte von weiteren Verdächtigen, darunter Militärpersonen, Politiker und Journalisten werden in einem gesonderten Prozess angeklagt. Außerdem finden Prozesse gegen zwei weitere geplante Militärputsche, bekannt unter den Bezeichnungen Ergenekon und KCK, statt, an denen hunderte von Militärs beteiligt gewesen sein sollen, darunter ein ehemaliger Stabschef des Heeres.[...]« Es handelt sich hier um politische Prozesse, die deutlich machen, dass die jahrzehntelange Vorherrschaft des Militärs in der Türkei endgültig zu Ende ist. Für diese Prozesse wurden extra Sondergerichten eingerichtet, bei denen die Rechte der Angeklagten stark eingeschränkt sind. So werden große Schauprozesse gegen die alte Elite des Landes geführt, die rechtsstaatlichen Kriterien kaum genügen. In dem Konflikt zwischen den rivalisierenden reaktionären Teilen der türkischen Gesellschaftseliten wurde nun das autoritäre Regime der Generäle von einem autoritären Regime mit islamischem Vorzeichen abgelöst.

Zitat: "www.wsws.org/de/2012/okt2012/turk-o04.shtml", AKP-Regierung geht gegen türkisches Militär vor, 4. Oktober 2012

Gegen den erbitterten Widerstand traditionalistischer Kräfte setzte Atatürk eine strikte Trennung von Staat und Religion durch. Den Frauen wurde das Tragen des Schleiers in der Öffentlichkeit verboten, den Männern der traditionelle Fez. Statt des arabischen Alphabets wurde die lateinische Schrift eingeführt. Die Verfassung und das Rechtssystem wurden nach europäischen Normen ausgerichtet. Zugleich wurden separatistische Bestrebungen - vor allem der Kurden - brutal unterdrückt. Dem Militär wurde eine vorrangige Stellung bei der Wahrung des politischen Systems eingeräumt. Die türkischen Militärs verstehen sich als Vollstrecker des Kemalschen Vermächtnisses und dulden daher auch keine islamistische Einflussnahme auf die Politik.

29. Oktober 2013: 90 Jahre Republik

Am 90. Jahrestag der Republik wurde mir von säkular-liberalen intellektuellen Türken aus Istanbul gesagt, dass die Mehrheit der Menschen in der Türkei die einstige Zielsetzung von Mustafa Kemal "Atatürk" weder kennen würden, noch kennen wollten, oder gar ablehnten, viele könnten nicht einmal mehr seinen Namen richtig aussprechen. Tief besorgt über die fortschreitende Islamisierung im Land, fragen sie sich, ob der Tag der Republik im nächsten Jahr noch mit gleichem Fokus auf die freiheitlichen Gedanken Atatürks gefeiert werden könne. Immer mehr Menschen des kemalistischen Bildungsbürgertums hätten Angst vor Repressalien durch das Erdogan-Gülen-System und zögen sich aus der Öffentlichkeit zurück.
Meinung, 29. Oktober 2013: Erdogan hat gezeigt wie es geht, in 10 Jahren die Türkei komplet saniert und modernisiert, wollten das nicht 30-40 Jahre lang diejenigen machen die sich hinter Atatürk versteckt haben ? Wo seid ihr angeblich modernen und intellektuellen und weltoffenen CHPler nun ? Der Islam und die Demokratie sind keine Widersprüche wie ihr seht, ganz im Gegenteil !!!!
Zitiert aus: "diepresse.com/home/panorama/welt/1470114/Istanbul_Bahntunnel-verbindet-Europa-und-Asien", Istanbul: Bahntunnel verbindet Europa und Asien, Kommentar "ODINDERTÜRKE" DIE OPPOSITION, 29.10.2013

Ethnisch-religiöse Minderheiten

Seit altersher wird die heutige Türkei von einem Völkergemisch bewohnt, und die Bevölkerung weist auch heute eine bunt gewürfelte ethnisch-religiöse Zusammensetzung auf. Dennoch wird die Existenz von Minderheiten ungerne eingestanden, weil man damit die Einheit der Nation in Frage gestellt sieht.
Als ethnisch-religiöse Minoritäten leben heute mindestens 6,5 Millionen Kurden, mehr als 1,2 Millionen Araber sowie Tscherkessen, Albaner, Bulgaren und Bosnier, Georgier und Lazen islamischer Glaubensrichtung neben christlichen Syrern (Jakobiten), Armeniern, Arabern und Griechen sowie Juden im Land - die meisten von ihnen mit eigener Muttersprache. Ebensowenig wie die restlichen Nomaden durften sich diese Gruppen bislang innenpolitisch artikulieren. Alle Versuche der Minoritäten, besonders der Kurden, die eigene Kultur zu pflegen oder sich gar zu verselbständigen, beschwören beim türkischen Militär, dem "Hüter der nationalen Einheit", Visionen separatistischer Zustände des 19. Jahrhunderts. So ist es nicht verwunderlich, dass sich seit Mitte der 1980er Jahre zwischen der illegalen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), deren Ziel es ist, einen Kurdenstaat zu schaffen, und der Armee ein blutiger Guerillakrieg mit 37.000 Toten und mindestens 1 Million Flüchtlingen entwickelte. Bewaffnete Auseinandersetzungen im Oktober 2007 in den nord-irakischen Kurdengebieten lassen eine größer angelegte militärische Operation türkischer Verbände gegen PKK-Stellungen befürchten. Mitte Dezember 2007 hat das türkische Parlament schließlich einem Militärschlag auf irakischem Boden zugestimmt (mit Rückendeckung der USA). Es folgten türkische Angriffe gegen PKK-Stellungen in mehreren nordirakischen Regionen.

Nichtmuslime können ihre Religion zwar individuell, kollektiv aber nur erschwert ausüben - vor allem die Errichtung von Gotteshäusern ist bis heute mit Hindernissen verbunden.

Auch heute leben in der Türkei zwar mehr als 47 ethnische Gruppen, aber die wenigsten davon verstehen sich offen als nichtmuslimisch. Denn wer sich z.B. als armenischer oder griechischer Christ zu erkennen gibt, hat keine Chance auf eine Beamtenlaufbahn und läuft Gefahr, als staatsfeindlicher Separatist verdächtigt zu werden.

Die muslimische Minderheit der Aleviten (etwa 15-25% der türkischen Bevölkerung) ist seit Jahrhunderten Diskriminierung und Verfolgung seitens orthodoxer Sunniten ausgesetzt. Diese liberale Richtung des Islam unterstützte die Gründung der modenen türkischen Republik sowie die Trennung von Staat und Religion. Obwohl die Aleviten Glaubensfreiheit genießen, werden sie vom türkischen Staat nicht als eigenständige und gleichberechtigte Religionsgemeinschaft anerkannt. In der Vergangenheit gab es immer wieder pogromartige Übergriffe gegen Aleviten.

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Türkei ... EU ... Milli Görüş

Der Rückhalt für eine Westorientierung der Politik geht zurück, und jene Stimmen werden lauter, die in der westlichen Kultur eine Gefahr sehen.

"Fromm, militaristisch und freiheitsfeindlich" seien die Türken, klagt die Zeitung "Radikal". Grund des Ärgers ist eine veröffentlichte Meinungsumfrage zweier namhafter türkischer Universitäten (Sabanci und Isik) aus dem Jahr 2006. Darin bekunden von mehr als 1800 Befragten in 23 Städten beispielsweise 40 Prozent, eine militärische Führung sei besser als jede gewählte Regierung, und nur noch 57 Prozent wollen den EU-Beitritt (im Vergleich zu 74 Prozent im Jahr 2002, 51 Prozent im Jahr 2012).
68 Prozent meinen, dass Studentinnen das Kopftuch tragen sollten,
65 Prozent würden ihre Tochter keinem "Ungläubigen" zur Frau geben, und ebenfalls
65 Prozent fordern, missionarische Tätigkeiten nichtislamischer Religionen einzuschränken.
31 Prozent wollen die Geschlechter in den Schulklassen trennen
42 Prozent sagen, der massive Tourismus bedroht ihre Moral,
46 Prozent sind der Meinung, Ausländer in der Türkei bedrohen die türkische Kultur, und
67 Prozent sehen einen Generationenkonflikt, weil "die Jugendlichen den Westen bewundern".
22 Prozent der Türken befürworten "Schandmorde".

Neuer Ministerpräsident ab 2003: Recep Tayyip Erdoğan
Recep Tayyip Erdoğan wurde 2003 mit der von ihm gegründeten Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) neuer Ministerpräsident der Türkei. Erdoğan trat als Jugendlicher der islamistischen Gemeinschaft Milli Görüş (belegte Zusammenarbeit mit der Muslimbruderschaft) und dem radikal-islamistischen Orden der Nakşibendye bei und wurde wegen Volksverhetzung im Jahr 1998 zu 10 Monaten Haft und lebenslangem Politikverbot verurteilt.
Erdoğan, der sich noch 1994 gegen einen EU-Beitritt aussprach, behauptete nach seiner Haftentlassung 1999 zwar, dass er sich vom Islamismus lossagen, der Demokratie zuwenden und die EU-Mitgliedschaft anstreben wolle. Inwieweit seine Aussagen nicht nur Täuschung sind, wird Erdoğan selbst am besten wissen.
Seine Haltung zum Kopftuchverbot, seine klare Aussage, dass es nur den Islam gibt und die Unterscheidung moderater Islam, Islamismus zurückweist (2004), geben eher Anlass zur Skepsis. Noch vor Regierungsantritt sagte er noch, das Demokratie wie ein Zug sei: "Wenn wir an der Station sind, wo wir hin wollen, steigen wir aus."

Unter Erdoğan als Ministerpräsident wurden die Bürgerrechte durch das neue Antiterrorgesetz eingeschränkt. Die neue Auslegung des Begriffes "Terror" kann nun vielfältig und willkürlich erfolgen. Ebenso wurde die Erlaubnis des Schusswaffengebrauchs der Sicherheitskräfte ausgeweitet.
Am 11. August 2014 wurde Erdoğan Staatspräsident. Die Türkei soll nun zu einer Präsidialrepublik umgestaltet werden.

2007-2014: Abdullah Gül - ein Banker ist Staatspräsident
Abdullah Gül (*1950), von 1983 bis 1991 führender Manager der saudischen Islamic Development Bank (IDB) und ab März 2003 Erdoğans Stellvertreter und Außenmminister, wurde im August 2007 neuer Staatspräsident des Landes. In seiner Zeit als Außenminister rief Gül die diplomatischen Vertretungen seines Landes dazu auf, die islamische Gemeinschaft Milli Görüş zu unterstützen. Anders als Erdoğan spricht Gül Englisch. Nach Außen hin stellt er sich gern als moderat und modern dar. Wie die im November 2010 veröffentlichten WikiLeaks-Dokumente deutlich machen, ist Gül jedoch ideologischer als Erdoğan und antiwestlich (was ohnehin jeder aufmerksamer Beobachter bereits wusste). Im August 2014 wird Gül von Erdoğan abgelöst.

Die IDB, erste islamische Finanzinstitution der mordernen Art und Zweig der OIC (Organisation der Islamischen Konferenz), öffnete ihr erstes Haus im Oktober 1975 in Dschidda (Saudi-Arabien). Sie arbeitet gemäß den Vorschriften der Scharia, und ist heute eine der wichtigsten Institutionen, wenn es um Projektfinanzierungen, Kredite und Investitionen im islamischen Kontext geht. Auch wenn man vornehmlich mit anderen islamischen Banken zusammen arbeitet, bestehen durchaus Geschäftsbeziehungen zu internationalen Kreditinstitutionen, für die schariatsrechtliche Bestimmungen keinerlei Bedeutung haben. Über sogenannte Waqf-Fonds (waqf arab. für religiöse Stiftung) der Bank werden weltweit Projekte in den Bereichen wirtschaftliche Entwicklung, Bildung und Gesundheit finanziert. Im Jahre 2003 wurde ein weiterer Waqf-Fonds gegründet, der v.a. Katastrophenhilfen finanzieren soll. Gleichzeitig unterhält die IDB zahlreiche Sonderfonds, zwei wurden nach dem Ausbruch der zweiten Intifada eingerichtet. Allein Saudi-Arabien zahlte in diese Fonds 170 Millionen US-Dollar ein. Offiziell heißt es, das Geld solle vor allem den Familien von Märtyrern ein angemessenen Auskommen sichern (Johannes Grundmann: Islamische Internationalisten).
Saudi-Arabien, mit 23% an den Gesamteinlagen der IDB beteiligt, übt gegenüber den anderen 55 Mitgliedsstaaten den größten Einfluss aus.


Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG), die als zweitgrößte islamische Organisation in Deutschland gilt und größtes Mitglied im Islamrat (IR) für die Bundesrepublik Deutschland ist, wird in Deutschland seit einigen Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet. Die IGMG unterhält zwar enge Verbindungen zur Türkei, betreibt dort aber keinerlei offene Aktivitäten. In den letzten Jahren üben Milli Görüş wachsenden Einfluss unter europäischen Studenten türkischer Herkunft aus. Dies gilt insbesondere für Frankreich, Belgien, Deutschland und die Niederlande.
Milli Görüş kooperiert mit der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD), die der Föderation der islamischen Organisationen in Europa (FIOE) mit Sitz in Großbritannien angeschlossen ist. Die FIOE wiederum ist der Dachverband der verschiedenen Organisationen der Muslimbruderschaft in Europa.
Amtierender Oberster Führer der Muslimbrüder ist seit 2004 Muhammad Mahdi Akif, der öffentlich den gewaltsamen Widerstand im Irak, die Selbstmordattentate der HAMAS und anderer palästinensischer Gruppen unterstützt und dem jüdischen Volk jegliches Existenzrecht zwischen Mittelmeer und Jordan abspricht. Zudem zeigt er sich mit Blick auf den Westen zuversichtlich, dass eine Islamisierung Europas und der USA nur eine Frage der Zeit sei. Die Muslimbruderschaft, 1928 in Ägypten gegründet, ist die größte islamistische Organisation des sunnitischen Islams und hat die schrittweise Errichtung eines weltweiten islamischen Staates auf der Basis der Scharia zum Ziel.
Ein bekannter Interessenvertreter von Milli Görüş ist Ibrahim Farouk El-Zayat, Präsident der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD). El-Zayat, den die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) als "Integrationsexperten" benannt hat, ist ein bekannter Funktionär, der sowohl die Interessen von Milli Görüş vertritt (als Funktionär der Europäischen Moscheebau- und Unterstützergemeinschaft verwaltet er den Immobilienbesitz von Milli Görüs) als auch die Ziele der Muslimbruderschaft unterstützt. Nun wird ihm vorgeworfen, der radikal-islamistischen Muslimbruderschaft anzugehören (was von der Mutterorganisation in Kairo bestätigt wurde) und in Geldwäscheaktionen verwickelt zu sein. El Zayat, der durch Heirat über beste Beziehungen zu dem türkischen Islamisten und ehemaligen Ministerpräsidenten Necmettin Erbakan verfügt, war 2006 Kandidat für das Amt des Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Vorsitzender wurde dann aber der Deutsche Axel Ayyub Köhler, der den Wahabiten Nadeem Elyas ablöst.
Einen Überblick der weltweiten Vernetzung des politischen Islams bietet das 112 Seiten starke Buch von Johannes Grundmann, Islamische Internationalisten.

Türkei - ein weiteres EU-Mitglied ?
An der Menschenrechtsfrage und insbesondere an der Lösung des Zypern-Problems wird sich zeigen, ob die Türkei EU-Mitglied werden kann. Die Weigerung Ankaras, seine Häfen und Flughäfen für zypriotische Schiffe und Flugzeuge zu öffnen, führte zuletzt dazu, dass die EU-Außenminister am 11.12.2006 Sanktionen gegen die Türkei beschlossen haben, was bedeutet, dass es bis zur Lösung der entscheidenden Fragen keine weiteren Beitrittsverhandlungen und Verhandlungsabschlüsse gibt.
Nach wie vor erhoffen eine Reihe von Mitgliedstaaten wie Österreich, Frankreich oder die Niederlande, aber auch die Mehrheit der deutschen Konservativen aus den Reihen der CDU/CSU, dass die Türkei kein EU-Mitglied wird. Dagegen steht das deutliche "Ja" zur Vollmitgliedschaft aus Großbritannien, Italien, Spanien, Schweden und Finnland sowie vom sozialdemokratischen Partner in der Bundesregierung (hier ist man im August 2016 auch umgeschwenkt: man sehe einen EU-Beitritt der Türkei frühstens in 20 Jahren).

Der Völkermord an den Armeniern
Ein weiteres Thema, das der Türkei nicht genehm ist, ist die Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern während des 1. Weltkrieges. Das am 12.10.2006 durch die französische Nationalversammlung verabschiedete Gesetz, das die Leugnung dieses Völkermordes unter Strafe stellt, wurde von türkischer Seite scharf kritisiert, zugleich wurde mit wirtschaftlichen Sanktionen gedroht. Auch die Bemühungen im US-Kongress, den Genozid anzuerkennen, führten zu Dissonanzen im bilateralen Verhältnis.
Die Diskriminierung der islamischen Aleviten wird von der Europäischen Kommission ebenso kritisiert, ein Beitritt der Türkei zur EU ohne Anerkennung der Aleviten als muslimische Minderheit sei aufgrund der alle EU-Staaten verpflichtenden Religionsfreiheit demzufolge undenkbar.
Am 2. Juni 2016 hat der deutsche Bundestag fast einstimmig dafür gestimmt, dass der Tatbestand des "Völkermords" erfüllt sei. Der türkische Präsident Erdoğan zog darauf den Botschafter aus Berlin ab und drohte mit weiteren Gegenmaßnahmen. Neben einer Verschlechterung der Beziehungen zur Türkei könnte dieses Abstimmungsergebnis für Deutschland auch finanziell teuer werden, falls von armenischer Seite eine Wiedergutmachung verlangt werde - immerhin trug das damalige Deutsche Reich erhebliche Mitverantwortung am "Völkermord". Und die heutige Bundesrepublik Deutschland gilt als rechtlicher Nachfolger des Deutschen Reichs.
Kanzlerin Merkel sowie ihr Vizekanzler Gabriel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier nahmen an der Abstimmung nicht teil.

Die Auferstehung des Osmanischen Reichs

Eine weitere Tatsache, die gegen einen Beitritt der Türkei in die Europäische Gemeinschaft spricht, ist die politische Motivation der derzeitigen türkischen Regierung unter Ministerpräsident Erdoğan (dem Korruption und Vetternwirtschaft unterstellt wird). Wie aus den im November 2010 veröffentlichen WikiLeaks-Dokumenten herauszulesen ist, unterstützten die AKP-Politiker (die vor allem Vertraute aus islamistischen Bruderschaften sind) nach Einschätzung der US-Amerikaner »[...] den EU-Beitritt aus "finsteren und verwirrenden" Gründen, auch weil sie glauben, die Türkei müsse den Islam in Europa verbreiten. Das Mitglied eines führenden AKP-Think-Tanks überspitzte es nach Aussagen von US-Diplomaten Ende 2004 so: "Wir wollen Andalusien zurück und uns für die Niederlage bei der Belagerung Wiens 1683 revanchieren." [...]« Insbesondere Außenminister Ahmet Davutoglu ("Wir werden den osmanischen Balkan wiederherstellen") gilt als islamischer Fundamentalist. »[...] Ein hochrangiger Regierungsbeamter hat nach den Botschaftsdepeschen schon 2004 vor den islamistischen Einflüssen Davutoglus auf Erdoğan gewarnt: "Er ist besonders gefährlich." [...]«
Ende August 2014 wird Davutoğlu Ministerpräsident, Erdoğan wird Staatspräsident. Doch schon bald gab es Differenzen zwischen beiden. Dem Plan Erdoğans, aus der Türkei eine Präsidialrepublik zu machen, stand Davutoğlu im Weg. Anfang Mai 2016 gab Davutoğlu seinen Rücktritt von seinen politischen Ämtern bekannt.
Ab dem 22. Mai 2016 ist Binali Yildirim neuer AKP-Vorsitzender und Ministerpräsident. Yildirim betonte seine Loyalität mit Erdoğan und wird mit Ministern aus dem Umfeld Erdoğans die Verfassungsänderung hin zu einer Präsidialrepublik vorantreiben.

Zitat: DER SPIEGEL, 48/2010, S.117.

Mai 2016: Die Gülen-Bewegung ist eine Terrororganisation

Die Gülen-Bewegung wird als Terrororganisation eingestuft und kurdischen Extremisten gleichgestellt. Und schon hat man auch einen einprägsamen Kurznamen für diese "Terrororganisation" zur Hand: FETÖ, "Fethullahistische Terrororganisation".

Die konservativ-islamische "Gülen-Bewegung" in AKP, Staatsapparat, Polizei und Inlandsgeheimdienst

April 2011: Staatsaffäre um Enthüllungsbuch in der Türkei

»[...] Laut dem neuesten Bericht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sitzen in der Türkei im Augenblick 57 Journalisten in Haft, aber die Zahl könnte noch deutlich zunehmen, da viele Gerichtsverfahren noch laufen. Nach Angaben des Vereins der Journalisten der Türkei (TGC) befinden sich derzeit sogar über 60 türkische Pressevertreter im Gefängnis bei 2000 noch laufenden Verfahren und 4000 Untersuchungsverfahren. Die OSZE-Medienexpertin Dunja Mijatovic schätzt, daß bis zu tausend Journalisten von einer Inhaftierung und langjährigen Gefängnisstrafe bedroht seien. [...] Allein im vergangenen Monat wurden in der Türkei sieben Journalisten wegen Verschwörung gegen die Regierung angeklagt. [...] So beklagt das in Wien ansässige Internationale Presseinstitut (IPI) mit allem Nachdruck, daß in der Türkei kritische Journalisten mit juristischen Mitteln unter dem Vorwand der Terrorabwehr eingesperrt werden. [...] Der Umgang der Türkei mit der Meinungs- und Pressefreiheit wird insbesondere seit der Verhaftung der beiden Enthüllungsjournalisten Ahmed Sik und Nedim Sener international kritisiert. [...] Vor seiner Verhaftung hatte der 41jährige (Sik, Anm. muz-online.de) an einem Buch mit dem plakativen Titel "Imamin Ordusu" ("Die Armee des Imans") gearbeitet, das sich mit verdeckten Netzwerken in der türkischen Polizei befaßt, die aus Anhängern des in den USA lebenden, der AKP-nahestehenden Islampredigers Fethullah Gülen bestehen sollen. Sonderstaatsanwalt Zekeriya Öz ließ das Erscheinen des Buches durch ein Strafgericht in Istanbul am 23. März verbieten und schickte Hunderte von Polizisten zur Beschlagnahmung aller Exemplare mit der Begründung aus, es handele sich um ein Beweismittel im Verschwörungsprozeß. [...] Der gegen Sik gerichtete Vorwurf lautet, er habe das Buch im Auftrag oder im Einklang mit Anweisungen der Ergenekon-Putschisten verfaßt, um die Türkei zwei Monate vor den Parlamentswahlen durch öffentliche Unruhe zu destabilisieren. [...]«[1]

Die "Gülen-Bewegung" (Hizmet)
Der islamische Prediger Gülen strebt eine islamische Gesellschaftsform mit Verankerung in den traditionellen Auslegungen des Koran-Textes an. Gleichzeitig versteht sich die nach ihm benannte "Gülen-Bewegung" als Brücke für "Muslime zwischen Tradition und Moderne", die den Islam durch Bildung reformieren will. »[...] Gülen begann seine Arbeit für mehr Bildung in der Türkei bevor er in die USA ging.[...]«[2] Und aus den USA erreichte uns Anfang Januar 2011 die Meldung, »[...] dass eine weltweite gemäßigte islamische Bewegung mit Hauptsitz in Pennsylvania seit Mitte der 90iger Jahre als Tarnungorganisation für die CIA hergehalten habe.[...]«[3] In einer Denkschrift, verfasst von Osman Nuri Gundes (früherer hochrangiger Beamter des türkischen Geheimdienstes) wird behauptet, »[...] dass die religiös-tolerante Bewegung über 600 Schulen und 4 Millionen Mitglieder verfüge. Ihr Leiter heiße Fethullah Gülen. [...] In den 1990iger Jahren – so behauptet Gundes – habe die Bewegung in ihren Schulen in Kirgistan und Usbekistan alleine 130 CIA-Agenten Unterschlupf geboten. [...]«[4]
(Quelle: voices.washingtonpost.com, 01-05-2011, »Islamic group is CIA front, ex-Turkish intel chief says«)

Ministerpräsident Erdoğan, der einst über die Gülen-Bewegung den politischen Einstieg genommen hatte, will die staatlichen Institutionen zwar auch islamisieren, gibt sich aber gerne als Befürworter eines gemäßigten Islam mit liberal-reformistischen Anstrich. Das Buch von Sik (als Rohfassung von sozialen Netzwerken im Internet verbreitet) belegt, dass die AKP, der Staatsapparat, die Polizei und sogar der mächtige Inlandsgeheimdienst von Anhängern der Gülen-Bewegung unterwandert sind.
Zitat[1]: "www.schattenblick.net/infopool/politik/redakt/jstz-674.html", Staatsaffäre um Enthüllungsbuch in der Türkei, 13. April 2011
Zitat [2]: "www.european-circle.de/lesen-leute/lesen-leute-buecher/datum/2011/02/09/ein-moderner-islam-ist-moeglich.html", Ein moderner Islam ist möglich, 8. Februar 2011
Zitat [3][4]: "www.politaia.org/sonstige-nachrichten/wo-hat-die-cia-eigentlich-nicht-ihre-dreckigen-finger-im-spiel-politaia-org/", Wo hat die CIA eigentlich nicht ihre dreckigen Finger im Spiel, 8. Januar 2011

Siehe auch: »[...] In einer Presseerklärung reagiert Orhan Erdemli, Rechtsanwalt des islamischen Gelehrten Fethullah Gülen, auf Verdächtigungen in den deutschen Medien, es gäbe eine Verbindung zwischen dem Ergenekon-Verfahren bzw. der letzten Verhaftungswelle von Journalisten zu Fethullah Gülen und der nach ihm benannten Bewegung. [...]«
Zitat: "www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2011/04/54036/", Gülen-Anwalt: "Die Öffentlichkeit wird bewusst falsch informiert", 04.04.11

TIPP:  Neue Weltordnung
Nach dem 2014 erschienenen Buch "Massoni. Società a responsabilità illimitata. La scoperta delle Ur-Lodges" (Gioele Magaldi) regieren 36 freimaurerische Höchstgradlogen (Ur-/Super-Logen) die Welt, darunter die reaktionäre Loge Hathor Pentalpha (2000 gegründet). Zu ihr gehören zahlreiche Personen aus der US-Elite, zahlreiche Mitglieder des saudischen Königshauses, Herrscher und Spitzenpolitiker aus Oman, Katar, Bahrain, Iran, Israel, Europa, wie auch der türkische Präsident Erdoğan und seit 2009 der Chef des IS, Abu Bakr Al-Bagdadi (laut Edward Snowden ist Abu Bakr al-Baghdadi ein jüdischer Schauspieler namens Simon Elliot).
Zu Hathor Pentalpha siehe: "Massoni. Società a responsabilità illimitata. La scoperta delle Ur-Lodges" (2014).

Zum Kopftuchstreit:

Leyla Sahin wollte als Medizinstudentin in den Hörsälen der Istanbuler Universität 1998 nicht auf ihr Kopftuch verzichten und musste deshalb ihr Studium abbrechen. Sahin, die inzwischen in Wien lebt, kämpft von dort aus gegen das Kopftuchverbot in ihrer türkischen Heimat. Unterstützung findet sie im türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan und dessen islamisch geprägten Regierungspartei AKP. Doch mussten Sahin und Erdoğan im November 2005 eine schwere Niederlage einstecken: Das Europäische Menschenrechtsgericht in Straßburg bestätigte in einem höchstinstanzlichen Urteil das Kopftuchverbot in der Türkei. Als Begründung wird darauf verwiesen, dass das Kopftuch in der Türkei politische Bedeutung erlangt habe. Danach habe ein Staat das Recht, mit dem Kopftuchverbot den Säkularismus "als Garant demokratischer Werte" zu schützen.

Schließlich gebe es in der Türkei radikalislamische Bewegungen, die aus dem Land einen Gottesstaat machen wollten...
Militär, Staatspräsident Ahmed Necdet Sezer (bis 2007), große Teile der Bürokratie und die wichtigste Oppositionspartei (CHP) im türkischen Parlament begrüßten dieses Urteil.

Im Januar 2008 erhält die AKP zu einigen Verfassungsänderungen Unterstützung von der rechtsnationalistischen Oppositionspartei MHP. Unter anderem soll das Kopftuchverbot zunächst an Universitäten aufgehoben werden.
Siehe auch: "www.turkishdailynews.com.tr/article.php?enewsid=94666", AKP, MHP agree on headscarf amendment.

Am Samstag, den 9. Februar 2008, wurde das Kopftuchverbot an Universitäten vom türkischen Parlament aufgehoben. Die "Freiheit der Frau, sich zu verhüllen" soll, den Befürwortern der Gesetzesänderung zufolge, verteidigt werden. In den Parteigremien, die die Verfassungsänderung vorbereiteten, hat allerdings keine einzige Frau gesessen.
Die Gesetzesänderung wird von den Kritikern nur als erster Schritt hin zu einer generellen Aufhebung des Kopftuchverbotes bewertet. Als Nächstes soll auch den Absolventen der religiösen "Imam- und Predigerschulen" der Zugang zum Studium erleichtert werden.

In Ankara protestierten unterdessen Zehntausende Menschen gegen die in der Türkei fortschreitende Islamisierung sunnitisch-orthodoxer Prägung.

Juni 2008: Kopftuchverbot an Universitäten
Anfang Juni 2008 bestätigte das türkische Verfassungsgericht das Kopftuchverbot an Universitäten. Die Richter begründeten diese Entscheidung vor allem damit, dass das von der Regierung im Februar verabschiedete Gesetz gegen die säkularen Prinzipien der Verfassung verstoße. Damit bleibt das Kopftuchverbot an Universitäten weiterhin bestehen.

Wahlen 2009

Dem Verbotsverfahren gegen die AKP, beantragt vom Oberstaatsanwalt am Obersten Gericht, Abdurrahman Yalçınkaya, wurde von den Richtern des Verfassungsschutzes in Ankara am 30.7.2008 nicht stattgegeben. »[...] Stattdessen wurde die AKP verwarnt, außerdem wurde ihr die Hälfte der staatlichen Zuschüsse gestrichen. [...]«
Aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, S. 506 ff.

»[...] Der Generalstaatsanwalt hatte seinen Antrag an das Verfassungsgericht damit begründet, dass die AKP ein "Zentrum von Aktivitäten gegen den säkularen Staat" sei. Der AKP wird vorgeworfen, islamistische Pläne zu hegen. Die Generalstaatsanwaltschaft verlangt die Auflösung der Partei und politische Betätigungsverbote für 71 Politiker, darunter Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und Staatspräsident Abdullah Gül.
Unter den elf Verfassungsrichtern offenbarten sich Differenzen darüber, ob sich das Verfahren auch gegen Staatspräsident Abdullah Gül richten darf. Während das Gericht den Verbotsantrag gegen die AKP einstimmig zur Verhandlung annahm, stimmten drei Richter dagegen, auch gegen Gül zu prozessieren. [...]«
Aus: "www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,544492,00.html", Verfassungsgericht eröffnet Verbotsverfahren gegen AKP, 31.3.2008

Die AKP konnte sich im Laufe des Jahres wieder stabilisieren und wurde bei den Kommunalwahlen im Fühjahr 2009 wieder stärkste Partei bei leichten Einbußen von 2,6% im Vergleich zu 2004.

Aufhebung des Kopftuchverbots

»[...] Im Oktober 2010 gab der Hochschulrat der Türkei bekannt, dass Studentinnen bei Verstößen gegen die Kleiderordnung nicht mehr von Vorlesungen ausgeschlossen werden.[...]«
Zitat: de.wikipedia.org, Kopftuchstreit

September/Oktober 2013: Ministerpräsident Erdoğan hat Ende September das Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst aufgehoben. Am 31. Oktober trugen die vier Politikerinnen der Regierungspartei AKP erstmals im Parlament das Kopftuch.

up
Türkischer Nationalstolz
Fetih 1453 erlaubt einen tiefen Blick in die türkische Volksseele. Wer diesen Film gesehen hat, weiß, warum den Söhnen auch heutzutage vorzugsweise die Namen Mehmet und Hassan gegeben werden. Es kann auch leicht nachvollzogen werden, dass den Türken die Niederlage vor Wien im Jahre 1683 noch immer bitter aufstoßen lässt, was nicht heißt, dass die Eroberung des Abendlandes kein Thema mehr ist. Das Gegenteil ist der Fall. Vorbilder hierfür waren und sind Mehmet und Hassan.



Siehe auch:
"www.via-dolorosa.de/2012/01/20/boykott-fetih-1453/", Boykott Fetih 1453
"www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/01/327068/griechenland-tuerkischer-film-%E2%80%9Efetih-1453%E2%80%9C-ist-rassistische-propaganda/", „Fetih 1453“ ist rassistische Propaganda! 16.01.2012

Entwicklungen

2020: Das Coronavirus und weitreichende Einschränkungen bürgerlicher Freiheiten
Auch in der Türkei breitet sich das "Coronavirus" immer weiter aus. Der Schiffsverkehr ist nahezu stillgelegt, es gibt ein Angelverbot in Istanbul. Zunächst gab es in 31 Provinzen und Städten ein viertägiges Ausgangsverbot ab dem 23. April 2020, Mitternacht. Ohnehin gilt eine Ausgangssperre für chronisch Kranke und Menschen über 65 Jahren und unter 20 Jahren. Istanbul und Ankara sind nach außen hin weitestgehend abgeschottet. Reisebeschränkungen gibt es für zahlreiche Regionen. Die Tourisbranche ist weitestgehend eingebrochen. Das Fastenbrechen in großen Gruppen wurde untersagt.
Kritiker des Erdoğan-Systems befürchten nun eine beispiellose "Säuberungswelle". Kritiker seien gefährlicher als das Virus selbst, denn sie würden einen Krieg gegen das eigene Land führen, so der Diktator.

9. Juli 2018: Die Türkei ist nun eine Präsidialrepublik - eine Quasidiktatur - unter Erdoğan als Präsident.

29./30. November 2016: Wer Aleppo regiert, regiert Syrien
Nun, wo es in diesen Tagen so aussieht, dass das syrische Militär schon bald ganz Aleppo von den Terroristen befreit haben wird, bricht im Lager der Assad-Gegner offenbar Panik aus. Denn klar ist: falls die Assad-Truppen Aleppo vollständig von den Terroristen befreien sollten, wäre das der Sieg für Bashar al-Assad und das Ende des IS und anderer Terrorgruppen in Syrien. Der mörderische Krieg gegen das Assad-System und der Plan der Globalisten, Syrien zu zerschlagen, Assad zu entfernen, wären dann gescheitert.
So konnte es sich dann auch der türkische Präsident Erdoğan am frühen Abend des 29. November auf dem ersten inter-parlamentarischen Jerusalem Symposium in Istanbul nicht verkneifen zu verkünden, dass die im August gestartete Operation "Schutzschild Euphrat" einzig dazu gedacht sei, die Herrschaft des Tyrannen Assad zu beenden. Am nächsten Tag schlugen ein paar israelische Bomben nahe Damaskus ein, wobei es weder nennenswerte Schäden noch Opfer gab.

November 2016: Erdoğan-Diktatur stabilisiert sich
Nachdem weitere tausende Beamte aus dem Dienst entlassen, etliche kritische Journalisten sowie die gesamte Führung der kurdischen HDP festgenommen und Anzeigen gegen die Abgeordneten der kemalistischen CHP (Kritik der AKP-Politik nach dem Putsch = Beleidigung) gestartet wurden, ist nur noch die ultralnationalistische MHP ungefährdeter Partner im Parlament, da sie die politische Linie der AKP und die Pläne Erdoğans zur Verfassungsänderung unterstützt. Der Weg ist nun frei für die uneingeschränkte Erdoğan-Diktatur.

24. August 2016: Militäroffensive gegen IS in Syrien startet
Vier Tage nach dem Selbstmordanschlag auf eine kurdisch-alevitische Hochzeitsgesellschaft in Gaziantep am 20. August, bei dem 54 Menschen getötet wurden (mehrheitlich Kinder), und kurz nachdem der US-Vize-Präsident Joe Biden in Ankara war, haben "Freie Syrische Armee" (sog."moderate Rebellen", darunter turkmenische und andere islamische Extremisten) und türkisches Militär am 24. August eine Luft-Boden-Offensive gegen den IS (Islamic State) und der YPG (kurdische Volksschutzeinheit) auf syrischem Gebiet begonnen. Wie es aus dem türkischen Regierungslager heißt, wolle man das türkisch-syrische Grenzgebiet vollständig vom IS befreien. Offensichtlich ist aber, dass es der Türkei wohl im Wesentlichen darum geht, ein geschlossenes kurdisches Gebiet entlang der türkisch-syrischen Grenze zu verhindern. Die Forderung: Die Kurden sollen sich bis hinter den Euphrat zurückziehen. Die zunächst im Distrikt Dscharablus begonnene Offensive "Schutzschild Euphrat" wird teilweise unterstützt von den USA und seinen Verbündeten (obwohl die Kurden von dieser Fraktion bislang im Kampf gegen den IS unterstützt wurden, wird auch von den US ihr Rückzug bis östlich des Euphrat gefordert; um diesen Verbündeten nicht vollständig zu verärgern, wird die Offensive der Türkei gegen die YPG-Truppen nach außen hin für "inakzeptabel" erklärt). Russlands Kritik am türkischen Vorgehen ist auch auffällig zurückhaltend. Die syrische Assad-Regierung protestiert natürlich entschieden.
Zwar heißt es, dass man Syrien in seinen derzeitigen Grenzen erhalten wolle. Bei genauerer Betrachtung sieht es jedoch so aus, als sei man sich in den unterschiedlichen Lagern bereits einig darüber, dass Syrien in einen kurdischen Staat, einen vom IS kontrollierten Staat und einen Rest-Assad-Staat aufgespalten werde - zumindest als Übergangslösung.

August 2016: Der türkische Staatspräsident Erdoğan trifft am 9. August Wladimir Putin in St. Petersburg
Offiziell soll es bei dem Treffen um die Normalisierung der biliteralen Beziehungen gehen. Themen werden sein: Aufhebung der russischen Tourismus-Blockade in die Türkei, Erneuerung der Anti-Terror-Kooperation und militärische Kontakte. Wenige Tage später wurde aus der Türkei eine neue Strategiehaltung gegenüber Syrien vermeldet: Assad könne zunächst Präsident bleiben.
Siehe auch:  Russland

Juli 2016: Die Säuberungswelle geht solange weiter, bis alle störenden Elemente ausgeschaltet sind
Bis zum Abend des 20. Juli hatten insgesamt 60.000 Beamte und Angestellte in Ministerien, Militär, Justiz, Polizei, Religion, Medien und Bildung ihren Job verloren, mindestens 18.000 wurden festgenommen. Mehrere Hundert Bildungseinrichtungen wurden geschlossen, vornehmlich die Gülen-Einrichtungen. 45 Zeitungen, 16 TV-Sender und 23 Radiostationen wurden geschlossen. Desweiteren wurde ein dreimonatiger Ausnahmezustand erlassen. Präsident Erdoğan kann nun weitgehend per Dekret regieren. Es sind Personen- und Hausdurchsuchungen ohne vorherigen richterlichen Beschluss möglich. Akademikern wurde die Ausreise verboten, bzw. werden zurück beordert, falls sie bereits im Ausland sind. So soll sich die "Säuberungsaktion" über die türkischen Landesgrenzen hinaus ausdehnen. Von Deutschland wird z.B. die Auslieferung von 4.000 Verdächtigten gefordert. Gülen-Anhänger oder Gülen-nahe Institutionen werden von Erdoğan-Anhängern bzw. vom türkischen Geheimdienst MIT mit seinen angeblich 6.000 Spitzeln bedroht. Der MIT habe den deutschen BND sogar aufgefordert, gegen Gülen-Anhänger und Gruppierungen vorzugehen. Außerdem versucht die türkische Regierung  Deutschland und die EU zu erpressen: Wenn die Türkei keine Visafreiheit bekommt, dann werden die Flüchtlinge aus Syrien etc. wieder Richtung EU weitergeleitet. Es gibt Pro-Erdoğan-Demonstrationen. Etwa 70 Prozent der in Deutschland lebenden Türken bzw. Deutsch-Türken vertreten die Positionen von Erdoğan.
Wie Erdoğan sagte, werde die Säuberungsaktion so lange weitergehen, bis alle störenden Elemente ausgeschaltet sind. Es bestehe immer noch die Gefahr eines weiteren Putschversuchs, und das müsse verhindert werden.
Eine Flüchtlingswelle aus der Türkei wird befürchtet. Der Westen gibt sich besorgt. Massenentlassungen, willkürliche Festnahmen, Folter, Misshandlungen (siehe Amnesty International) und die Absicht, die Todesstrafe einzuführen, sind nicht mit der europäischen Menschenrechtskonvention vereinbar. Man überlege, die Beitrittsverhandlungen zur EU abzubrechen. Das heißt auch, dass unter den jetzigen Bedingungen keine Visafreiheit in Aussicht gestellt werden kann. Erpressungsversuche seitens der Türkei werden von der EU zurückgewiesen. Der US-Außenminister Kerry meinte sogar, dass der Ausschluss der Türkei aus der Nato erwogen werden müsse, wenn die demokratischen Normen und Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit nicht mehr eingehalten werden. Erdoğan und seine AKP lassen die Drohungen kalt. Wie die Regierung verlauten ließ, wolle man die europäische Menschenrechtskonvention teilweise aussetzen.

Türkisches Demokratieverständnis

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ... Toleranz, Humanität

Dieses zentrale Mantra der Freimaurer bedingt eine pluralistische und demokratische Gesellschaftsordnung. Eine solche Ordnung, die ein Höchstmaß an Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität verlangt, erlaubt KEINE Absoluta, i.e. alles wird abgelehnt, was als "absolut" wahr gelten könne und rechtlich eingehalten werden oder geschätzt werden sollte. Je weniger Absoluta es z.B. in Bezug auf Menschenwürde, Eigentumsrechte und faire Prozesse gibt, desto eher ist es Gemeinden, Regionen oder einem ganzen Land möglich, Systeme zu verabschieden, die den freiheitlichen Geist umkehren. Faschistoide, gewalttätige, repressive Systeme könnten sich durchsetzen, durch rein demokratische Abstimmung. Und so ist nicht verwunderlich, dass die türkische AKP-Regierung ihr Vorgehen gegen Kritiker als Erfüllung des Volkswillens und damit demokratisch rechtfertigt. Demnach können auch die freiheitlichsten und demokratischsten Staaten, die die Türkei kritisieren, als demokratiefeindlich, ja sogar als rassistisch, bewertet werden.
Aus:  Neue Weltordnung

Siehe auch:
 Türkischer Außenmister hält Österreich für das "Zentrum des radikalen Rassismus"

19. Juli 2016: Die Säuberungswelle greift verstärkt den säkularen Bildungssektor an
Das Bildungsministerium hat 15.200 Lehrer, die Hochschulbehörde hat 1.577 Universitätsrektoren entlassen. Außerdem wurden 21.000 Lehrern von Privatschulen die Zulassung entzogen.
Seit Freitagnacht sind damit rund 29.000 Staatsbedienstete entlassen worden, darunter auch über 100 Geheimdienstmitarbeiter, mehr als 250 aus dem Amt des Ministerpräsidenten, 492 aus der Religionsbehörde Diyanet. Wie es von Seiten der Regierung heißt, sei die Entlassungswelle Teil der Operation gegen Anhänger des Predigers Fethullah Gülen. In diesem Zusammenhang hat die Telekommunikationsbehörde RTÜK auch 24 Radio- und Fernsehstationen die Sendelizenz entzogen.
Überprüft werden auch Einträge von Privatleuten in sozialen Medien. Wer sich hier kritisch äußert, muss mit Festnahme rechnen.

18. Juli 2016: 8.777 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes wurden suspendiert
Das Innenministerium hat aktuell 8.777 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes suspendiert, darunter 7.899 Polizisten, 614 Gendarmeristen, 30 Provinz-Gouverneure und 47 Distrikt-Gouverneure.

16./17. Juli 2016: Putschversuch gescheitert = erheblicher Machtzuwachs für Staatspräsident Erdoğan und seine AKP
Im Laufe des 16. Juli hatten sich die meisten Putschisten ergeben. Damit galt der Putschversuch als gescheitert. Er verursachte erheblichen Sachschaden und forderte mehr als 250 Menschenleben, mehr als 1400 Verletzte. Staatspräsident Erdoğan und Ministerpräsident Yildirim bedankten sich beim Volk für die Unterstützung gegen die Putschisten, denen als Landesverräter nun härteste Strafen drohen, es heißt, man wolle für Landesverräter die Todesstrafe wieder einzuführen. Türken in aller Welt feiern den Sieg über die Putschisten mit Allahu-akbar-Rufen.
Eine gründliche Säuberung des Militärs und der Justiz wurde angekündigt. Auch die letzten regierungskritischen Stimmen aus dem zivilen Lager dürften nun verstummen, wenn ihnen ihr Leben noch etwas Wert ist.
Rund 3.000 verdächtige Soldaten wurden bis zum 17. Juli festgenommen (darunter 5 Generäle und 29 Oberste, wie Ex-Luftwaffenchef Akin Öztürk, der als Drahzieher des Putsches gilt, sowie Oberst Ali Yazici, ein Berater von Erdoğan). Von Regierungsseite wird der Verdacht erhoben, dass hinter dem Putschversuch Gülen-Anhänger stehen. Erdoğan fordert zum wiederholten Male von den USA die Auslieferung von Fethullah Gülen, obwohl dieser den Putschversuch deutlich verurteilt hat. Zeitnah wurden landesweit 3000 Richter und Anwälte des Amtes enthoben.
Es stellen sich nun viele Fragen nach den Motiven und den Urhebern des Putschversuchs. Einige meinen, dass die USA ihre Hände im Putschversuch hatten. Die NATO-Basis Incirlik wurde abgeriegelt, der Strom wurde abgeschaltet, General Bekir Ercan Van wurde festgenommen. Mastermind des Putsches soll der pensionierte US-General Campbell gewesen sein. Angeblich hätten die USA 2 Mrd. US-$ in den "Putsch" investiert. Dass der "Putsch" innerhalb weniger Stunden unter Kontrolle gebracht werden konnte, habe daran gelegen, dass Russland vom anstehenden Putschversuch wusste und die Türkei gewarnt hätte.
Andere sagen, dass die Regierungsspitze um Erdoğan diese Aktion inszeniert habe (das Putsch erfahrene türkische Militär würde doch nicht so dilletantisch und mit so wenigen Soldaten und Militärgerät vorgehen, oder???).
Jedenfalls war man im Regierungslager gut vorbereitet. Erdoğan wusste bereits eine Stunde nach Putschbeginn, dass der "Putsch" scheitern werde, und reiste in der Nacht des "Putsches" ungefährdet von Marmaris nach Istanbul, wo ihn seine Anhänger jubelnd empfingen. Und die armen "Bauern" (die am Putschversuch teilnehmenden Soldaten) dachten, es handelte sich um eine Anti-Terror-Übung...
Staatspräsident Erdoğan wird Dank des gescheiterten Putschversuchs erheblich an Macht hinzu gewinnen und zügig seine weiteren Ziele angehen, insbesondere die Verfassungsänderung bezüglich Umwandlung der Türkei in eine Präsidialrepublik und die weitere Ausschaltung der Regierungskritiker.

In der Nacht zum 16. Juli 2016: ein Teil des Militärs unternimmt einen Putschversuch gegen die Regierung - die Putschisten verkünden die Machtübernahme und verhängen Ausgangssperre
Präsident Erdoğan ruft die Bevölkerung auf, gegen die Machtübernahme des Militärs zu protestieren, auf die Straße zu gehen und die Demokratie zu verteidigen. Was Herr Erdoğan und seine AKP unter Demokratie verstehen ist aber nichts anderes als islamisches, nationalistisches, reaktionäres, autoritäres Spießbürgertum, das jegliche Opposition mit aller Härte verfolgt, mundtod macht. Leider wird eine solche Haltung von 50 Prozent der Türken unterstützt. Wie erfolgreich dieser Putsch am Ende ist, werden die nächsten Stunden zeigen. Die Lage in der Türkei ist nun äußerst angespannt. Dass es zwischen den AKP-Anhängern und den oppositionellen Kräften zu einem Bürgerkrieg kommen kann, liegt nahe. Eine solche Entwicklung würde auch den NWO-Globalisten ( New World Order) in die Hände spielen, die ohnehin an einer Zerschlagung der Türkei arbeiten. Istanbul soll wieder Konstantinopel werden.

28. Juni 2016: Terroranschlag am Atatürk-Flughafen in Istanbul
Am Abend des 28. Juni kam es am Istanbuler Flughafen zu heftigen Schießereien und mehreren Explosionen, bei denen mindestens 40 Menschen ums Leben kamen und mehr als 150 verletzt wurden. Laut Meldungen von CNN-Türk wurden die Anschläge von sieben Attentätern verübt.

Mai 2016: Yildirim wird neuer Ministerpräsident
Anfang Mai 2016 gab Ahmet Davutoğlu bekannt, von seinen politischen Ämtern zurücktreten zu wollen. Wie schon seit Längerem bekannt, gab es Differenzen zwischen Staatspräsident Erdoğan und Davutoğlu. Zum neuen AKP-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten wurde am 22. Mai 2016 der Erdoğan treue Binali Yildirim ernannt. Er werde mit der neuen Regierung, die zur Hälfte mit Ministern aus dem Umfeld Erdoğans besetzt ist, eine Verfassungsänderung hin zu einer Präsidialrepublik, so, wie von Erdoğan geplant, voran treiben. Mächtigster Mann im Staat ist dann nicht mehr der Ministerpräsident, wie es das derzeitige parlamentarische System vorsieht, sondern der Staatspräsident. Die für eine Verfassungsänderung nötige zweidrittel Mehrheit gilt als gesichert, da im Vorfeld die Opposition weitestgehend ausgeschaltet wird. So wurde u.a. die Immunität der HDP-Abgeordneten aufgehoben und Strafverfahren gegen sie eröffnet.
Für eine weitere Ausdehnung türkischer Interessen nach Westen, nutzt Erdoğan die "Flüchtlingskrise". Einer Rücknahme von Flüchtlingen aus angrenzenden EU-Staaten, will Erdoğan nur zustimmen, wenn die EU im Gegenzug die Visafreiheit für Türken in EU-Staaten einführt.

März 2016: Die Türkei liefert Waffen an den "IS" und wird verdächtigt, für die Anschläge in Paris und Brüssel mitverantwortlich zu sein
Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die türkische AKP-Regierung sunnitische Extremisten in Syrien und anderswo unterstützt. Nun wird von Seiten Russlands und des Westens der Verdacht laut, dass die Türkei nicht nur Waffen an den "IS" in Syrien liefere, sondern auch Drahtzieher der Bombenanschläge in  Paris und  Brüssel gewesen sei. Diese Vorwürfe werden nicht nur von alternativen Medien, wie "www.voltairenet.org/article191057.html", veröffentlicht.

Terror-Anschläge drohen die Türkei zu destabilisieren
Der Krieg der islamischen AKP-Regierung gegen die PKK und andere kurdische Gruppierungen fordert seit Monaten immer mehr Menschenleben in der Türkei. Von Seiten der regierungsfreundlichen Medien heißt es zwar, dass die meisten Terroranschläge dem "IS" zuzurechnen seien. Doch auch von der militanten PKK und anderen kurdischen Milizen (YPG) würden Anschläge verübt, wie der Anschlag in Ankara im Februar 2016, bei dem fast 30 Menschen starben und mindestens 60 verletzt wurden (zu diesem Anschlag bekannten sich die "Freiheitsfalken Kurdistans", TAK, eine radkale Splittergruppe der PKK). Die Anschläge in Ankara, Istanbul (z.B. Januar 2016, bei dem auch deutsche Touristen starben) und anderen Städten verstärken die Ängste der Bevölkerung und führen zu immer drastischeren Verfolgungen Oppositioneller und regierungskritischer Medienorgane inkl. ihrer Mitarbeiter durch die türkischen Sicherheitsbehörden. Der Türkei-Tourismus leidet unter der angespannten Lage in der Türkei.

24. November 2015: Türkei schießt russischen Jagdflieger ab
Eine Luft-Luft-Rakete, abgefeuert von einem türkischen F-16-Jagdflieger, traf einen über syrischem Gebiet operierenden russischen SU-24-Jagdflieger. Das russische Flugzeug, im Einsatz gegen die Terrorgruppe "Islamic State" (IS), befand sich zur Zeit des Abschusses einen Kilometer von der türkischen Staatsgrenze entfernt. Wie Russlands Präsident Wladimir Putin sagte, habe das russische Flugzeug zu keiner Zeit den türkischen Luftraum verletzt oder gar die Türkei bedroht. Dieser Vorfall sei ähnlich, wie der Stoß in unseren Rücken durch die Helfer des Terrorismus, so Putin. Zuvor habe man mit den USA und der Türkei ein Abkommen unterzeichnet, das solche Vorfälle in der Luft verhindern soll. Außerdem seien die USA und die Türkei über den russischen Lufteinsatz vorab informiert worden. Dass der Abschuss der SU-24 eine geplante Aktion war, ist wahrscheinlich. Im Juni 2016 entschuldigt sich Erdoğan beim russischen Präsidenten Putin: Der Abschuss sei nicht beabsichtigt gewesen. Erdoğan will eine Annäherung an Russland.

Türkei und der Westen unterstützen den "IS"
Wie schon lange klar ist, spielt die Türkei in der Unterstützung des IS und im Kampf gegen die Assad-Regierung eine zentrale Rolle - als NATO-Mitglied mit deren Rückendeckung. Nach Aussagen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad würden auch alle Hilfen und Spenden Saudi-Arabiens und Katars an den IS über die Türkei laufen.
Der IS finanziert sich vor allem aus dem illegalen Ölhandel. Russland wisse, dass schon lange eine Menge Öl- und Ölprodukte aus den vom IS eroberten Gebieten in Syrien in die Türkei gehen. Aufnahmen aus 6000 Meter zeigten, dass Tag und Nacht hunderte Tankwagen aus IS-kontrollierten Gebieten in die Türkei gehen und der illegale Ölhandel von dort kontrolliert werde. Die Türkei sei Russland nun in den Rücken gefallen, weil sie Russlands Kampf gegen den Terrorismus hassen. Hiernach ist Bilal Erdoğan der wichtigste Mittelsmann in dem Geschäft mit dem IS. Bilal Erdoğan absolvierte ein Praktikum bei der Weltbank und begann 2006 in der Türkei sein Geschäftsleben. Er ist einer der drei Hauptaktionäre der "BMZ Gruppe Denizcilik" (Marine-Transport-Korporation).
Wladimir Putin stellt fest, dass der IS den Schutz der großen Staaten genieße und die NATO den Interessen des IS diene. Somit sei auch klar, warum diese Terroristen so unverfroren und bestialisch operieren und selbst inmitten Europas Terroranschläge dürchführen können. Nach Worten Putins werde die heutige Tragödie schwere Konsequenzen für die russisch-türkischen Beziehungen haben.
Der Hass auf Russland ist seit dem Ukraine-Krieg auf einem hohen Niveau, insbesondere auf Seiten der prowestlichen, USA-hörigen Eliten der  Ukraine. Offenbar ist man hier auch nicht abgeneigt, den IS mit Waffen zu unterstützen, wie kürzlich durchsickerte. Von dort kam sogar der Vorschlag, dem türkischen Piloten, der die SU-24 abgeschossen hat, den Titel "Held der Ukraine" zu verleihen.

Nach türkischer Darstellung habe das russische Flugzeug türkischen Luftraum verletzt und sei zehn Mal gewarnt worden, man habe aber keine Antwort erhalten. Außerdem habe man nicht gewusst, wem das Flugzeug zuzuordnen sei. Die türkischen Darstellungen wurden von russischer Seite widerlegt. Ein überlebender Pilot (der zweite wurde am Fallschirm hängend von sogenannten "moderaten Rebellen" auf syrischem Gebiet erschossen) sagt, dass man zu keiner Zeit türkischen Luftraum verletzt habe, man habe auch keine Warnsprüche erhalten. US-Militär will die türkischen Funksprüche mitgehört haben. Allerdings legen die Aufnahmen nahe, dass sie zusammengeschnitten und wenig authentisch seien. Weiter hieß es von US-amerikanischer Seite, dass sich das russische Flugzeug für nur wenige Sekunden im türkischen Luftraum aufgehalten habe. Der Abschuss sei aber über syrischem Gebiet erfolgt.

16. November 2015: Gruppe von Einzelpersonen aus 40 Ländern finanziert den IS
Beim G20-Gipfel in Antalya (Türkei) sagte Wladimir Putin: "Es ist bereits gesagt worden, dass die Finanzquellen des Terrorismus ausgetrocknet werden müssen. Ich habe Beispiele genannt, basierend auf Informationen, die wir über die IS-Miliz haben. Denen zufolge wird die Gruppe von Einzelpersonen aus verschiedenen Ländern finanziert. Wie wir herausgefunden haben, kommt das Geld aus 40 Ländern, darunter auch einige G20-Staaten."
Zitat: "de.euronews.com/2015/11/16/putin-is-miliz-erhaelt-geld-aus-40-laendern/", 16.11.2015

Siehe auch:  Russland

1. November 2015, Ziel erreicht: Erdoğans AKP kann wieder allein regieren
Die Erdoğan-Partei AKP kann wieder alleine reagieren. Mit 49,4 Prozent der abgegebenen Stimmen hat die AKP die absolute Mehrheit bei den Neuwahlen zum Parlament gewonnen. Wie es nach aktuellen Hochrechnungen aussieht, wird die AKP 316 der 550 Abgeordneten in der Nationalversammlung in Ankara stellen.
Die Agitation gegen die oppositionellen Kräfte hat sich für Erdoğans AKP "ausgezahlt". Die Mehrheit der Türken begrüßt offenbar den harten Kurs gegen die Opposition, gegen liberale, linke und kurdische Kräfte. Die prokurdische HDP schaffte nur knapp den erneuten Einzug ins Parlament von Ankara.
Staatspräsident Erdoğan und Ministerpräsident Davutoğlu sprachen von einem Sieg der Demokratie, die Menschen hätten mit diesem Ergebnis ihren "Wunsch nach Einheit und Integrität" des Landes deutlich zum Ausdruck gebracht. Kritiker hingegen sprechen von massiver Manipulation. Die Bekanntgabe eines sicheren Wahlergebnisses habe bislang Tage gedauert hat, diesmal stand der Sieger bereits 2 Stunden nach Schließung der Wahllokale fest.

Oktober 2015: Anschlag in Ankara fordert mehr als Hundert Menschenleben
Meist werden von der türkischen Regierung IS-Djihadisten für die Terroranschläge in der Türkei verantwortlich gemacht. Doch bei dem Anschlag in Ankara am 10. Oktober, gegen die Teilnehmer einer Friedensdemonstration, zu der die kurdische HDP und andere regierungskritische Gruppen aufgerufen haben, ist die Ermittlungslage nicht so klar. Die Regierung nennt den "IS", die PKK und zwei linksextremistische Terrorgruppen als mögliche Verdächtige. Es liegt aber auch nahe, dass regierungsfreundliche Kräfte, wie "Graue Wölfe" und andere Hardliner, den Anschlag verübt haben. Durch die zwei Explosionen starben 105 Menschen, Hunderte wurden verletzt. Der Anschlag war der schwerste in der jüngeren Geschichte der Türkei.

7. September 2015: 28 Freimaurer-Logen unterzeichnen ein Communique für die Aufnahme von Flüchtlingen
»[...] Unter den Unterzeichnern befinden sich der Großorient von Frankreich, die Großloge von Österreich, der Großorient der Schweiz, die Großloge von Frankreich, der Großorient von Belgien, die Großloge von Belgien, der Großorient von Kroatien, der Großorient von Irland, die Großloge von Italien, der Großorient von Luxemburg, der Großorient von Polen, der Großorient von Portugal, der Großorient von Griechenland, die Weibliche Großloge der Türkei und andere mehr. Sie fordern die europäischen Regierungen nicht nur auf, die anströmenden Einwanderer aufzunehmen, sondern in Zukunft immer mehr aufzunehmen. Die Freimaurer beweisen damit untereinander eine beeindruckende Übereinstimmung in den Absichten von der Türkei bis Portugal, von Italien bis Irland und Polen. Darüber hinaus machen sie auch eine faktische Konvergenz mit den offiziellen Strategien der Europäischen Union und der meisten EU-Mitgliedsstaaten sichtbar. Eine Deckungsgleichheit der Intentionen, wie sie offiziell in diesem Ausmaß zwischen Freimaurerei und politischen Entscheidungsträgern selten so offen zum Ausdruck gebracht wurde. [...]
"Die Übereinstimmung hat ein Ziel: Die Untergrabung tragender Elemente unseres Gemeinwesens wie Vaterland, Identität, Volk", so Corrispondenza Romana. [...]
Das offizielle Logen-Dokument begründet die Forderung nach schrankenloser Zuwanderung mit der Überwindung "nationaler Egoismen" und dem Vorrang nicht näher definierter "allgemeiner Interessen", die eine "innovative Willkommenspolitik" erfordern würden.
Die Logen benennen nicht nur hehre Absichten, sondern sprechen auch eine Warnung aus. Sollten die Regierungen ihre Grenzen nicht offenhalten und damit der freimaurerischen Forderung nicht folgen, werde es zu "Spaltungen und Konflikten" und zu einem "Wiederaufleben der Nationalismen" in Europa kommen.[...]«
Zitat: "www.katholisches.info/2015/09/12/die-freimaurer-befehlen-der-eu-grenzen-auf-fuer-immer-mehr-einwanderung/", Die Freimaurer befehlen der EU: Grenzen auf für immer mehr Einwanderung
Siehe auch:
"blogs.lexpress.fr/lumiere-franc-macon/2015/09/09/migrants-les-francs-macons-en-appellent-aux-gouvernements/", COMMUNIQUE DE PRESSE, 7. Septembre 2015

28. Juli 2015: Solidaritätserklärung der NATO mit der Türkei
Am 28. Juli hat die NATO der Türkei politische Rückendeckung gegeben. Man wolle sich jedoch nicht militärisch an den aktuellen Aktionen beteiligen, weil sie Angelegenheit der Türkei seien. Im besonderen Fall wäre aber ein Bündnisfall nicht auszuschließen.

Ab 20. Juli 2015: IS-Anschlag in Suruc - IS- und PKK-Stellungen werden bombardiert - Razzien und Festnahmen
Ein Selbstmordanschlag in Suruc nahe der syrischen Grenze auf eine rund 300 Personen starke Gruppe (Mitglieder der sozialistischen Jugendföderation Sosyalist Gençlik Dernekleri Federasyonu / SGDF), vorwiegend prokurdischer und linksgerichteter Studenten, forderte am 20. Juli mehr als 30 Tote und mindestens 100 Verletzte. Die jungen Leute protestierten gegen den IS-Extremismus und setzten sich für den zügigen Wiederaufbau der zerstörten syrischen Grenzstadt Kobane ein.

Suruc beherbergt auch das größte Flüchtlingslager im Land - hier leben mehr als 35.000 syrische Flüchtlinge. Insgesamt waren in der Türkei Ende August 2015 rund 1,9 Millionen syrische Flüchtlinge registriert; Streit in der Flüchtlingsfrage gibt es mit  Griechenland.

Der Attentäter war ein 20-jähriger Türke, der angeblich vom IS (Islamic State) radikalisiert worden sei.
Die Bürger beklagen nun, dass die Protestaktion nicht von den Sicherheitskräften geschützt worden sei. Die Erdogan-Partei AKP und die kurdische Partei HDP beschuldigen sich nun gegenseitig das Attentat organisiert zu haben ("false flag operation"). Was sonst allgemein üblich ist nach solchen Tragödien bleibt diesmal aus: keine Staatstrauer für getötete Kurden bzw. linksgerichtete Studenten. In vielen Orten der Türkei gingen Regierungskritiker auf die Straßen, um gegen die lasche Vorgehensweise der Regierung gegen den IS bzw. deren vermeintliche Unterstützung zu protestieren. Die Protestslogans sprachen eine deutliche Sprache: AKP = ISIS, ISIS = AKP, womit zum Ausdruck gebracht werden sollte, dass die türkische Regierung und Präsident Erdogan den IS eher unterstützten als ihn zu bekämpfen. Die PKK hatte ihre eigene radikale Methode, gegen die Regierung zu protestieren: Der Mord an zwei türkische Polizisten in Ceylanpinar am 22. Juli geht auf ihre Rechnung. Laut PKK hätten die beiden Polizisten mit dem IS kooperiert.
Der IS-Angriff auf einen türkischen Grenzposten am 23. Juli, bei dem ein türkischer Unteroffizier getötet wurde, und die Angst, der syrische Bürgerkrieg bzw. der Krieg zwischen Kurden und IS in Syrien könne weiter auf die Türkei übergreifen, führten schließlich dazu, dass die Türkei nun erstmals militärisch gegen den Islamic State in Syrien vorgeht. Dies geschieht nach Absprache mit dem US-Präsidenten Obama. Im Gegenzug dürfen die USA nun vom Stützpunkt Incirlik operieren - andere Stützpunkte sollen ebenso aktiviert werden. Die Voraussetzung hierfür war die Forderung der Türkei, in Syrien eine Flugverbotszone einzurichten.
Razzien und Festnahmen. Am Morgen des 24. Juli fielen erste Bomben auf IS-Stellungen im syrischen Dorf Havar. Parallel dazu haben die türkischen Sicherheitsdienste Razzien in 13 Provinzen des Landes durchgeführt, bei denen 251 Personen wegen "Mitgliedschaft in einer Terrororganisation" festgenommen wurden. Angeblich hätten sich die Razzien gegen mutmaßliche IS-Djidadisten und Mitglieder der PKK gerichtet. Es wurden auch Razzien gegen Mitglieder der PKK-Jugendorganisation und Revolutionären Volksbefreiungsfront (DHKP-C) durchgeführt. Günay Özarslan von der DHKP-C wurde dabei bei einem Schusswechsel von Polizisten getötet, nach Aussage der DHKP-C sei sie "regelrecht hingerichtet" worden. Weitere Razzien und Festnahmen von mindestens 1000 Pesonen aus dem (pro-)kurdischen bzw. sozialistischen sowie gewerkschaftlichen Lager gab es an den Tagen danach (die gerade mal 15 festgenommenen IS-Anhänger waren bereits am 28. Juli wieder frei). Außerdem werden alevitische Vereine von der Polizei angegriffen, so u.a. in Ankara und Erzincan die Pir Sultan Abdal Vereine.
PKK-Stellungen werden bombardiert. Am 24. Juli flogen türkische Jagdbomber des Typs F-16 Angriffe auf Stellungen der PKK in Nordsyrien und mindestens fünf Orte im Nordirak (Region Hakurk). Die PKK erklärte daraufhin, dass die vor zwei Jahren ausgerufene Waffenruhe nun aufgekündgigt sei. Wenig später erfolgte die Aufkündigung der Waffenruhe durch die türkische Regierung. Die Angriffe auf die PKK-Stellungen dauerten zunächst bis Samstag, wurden dann aber fortgesetzt. Am Samstag und Sonntag folgten Anschläge auf türkische Sicherheitskräfte und gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Wie spätestens ab dem 24. Juli zu beobachten ist, richten sich die türkischen Angriffe nur noch gegen kurdische Stellungen - von Kämpfen gegen den IS ist nichts mehr zu hören. Es darf wohl davon ausgegangen werden, dass das IS-Attentat in Suruc der türkischen Regierung als Vorwand gedient hat, mit politischer Rückendeckung der NATO syrisches und irakisches Territorium angreifen zu können, um die kurdischen Verbände zu schwächen. Es gehe der Erdogan-Türkei um die Verhinderung eines autonomen kurdischen Staates in Syrien, der sich möglicherweise bis in den Irak ausdehnen könnte, meinen AKP-Kritiker. Auch innerhalb der Türkei solle das kurdische Selbstbewusstsein geschwächt werden - gegen Mitglieder der kurdischen Partei HDP laufen bereits Verfahren zur Aufhebung der Immunität. Der Angriff gegen kurdische Stellungen in Syrien und Irak war offenbar schon länger geplant (siehe hierzu: "www.heise.de/tp/artikel/45/45573/1.html", (K)ein kurdischer Staat in Sicht, 30.07.2015 und "derstandard.at/2000019936100/Mit-halber-Kraft-gegen-den-IS-in-der-Tuerkei", Mit halber Kraft gegen den IS in der Türkei, 30.07.2015).

29. Juni 2015: Militär ignoriert Einmarschbefehl
Am 29. Juni hat das Militär einen zuvor von Präsident Erdoğan und Übergangspremier Ahmet Davutoğlu ausgegebenen Einmarschbefehl nach Syrien ignoriert. Wie es von Seiten des Militärs heißt, wolle man mit seinen 18.000 Soldaten weiterhin nur die Grenzen zu Syrien überwachen. Währenddessen verstärkt der IS entlang der syrisch-türkischen Grenze seine Präsenz und lässt Schützengräben ausheben. Siehe: "deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/06/29/syrien-tuerkisches-militaer-ignoriert-einmarschbefehl-von-erdogan/", 29.06.2015.

Parlamentswahl am 7. Juni 2015 - das Ende der AKP-Dominanz?
Die AKP unter Ministerpräsident Davutoglu bliebt zwar stärkste Kraft (40,9 Prozent), konnte jedoch die für eine Alleinregierung erforderliche Zweidrittelmehrheit erstmals seit 2003 nicht erlangen. Die Mehrheit der Bevölkerung will offenbar keine islamische Präsidialrepublik, bei der der Präsident - z.Z. Recep Tayyip Erdoğan - mit diktatorischen Vollmachten ausgestattet ist. Starke Anti-Erdogan-Propaganda kam dann auch vom kemalistischen Flügel, der schließlich mit der CHP zweitstärkste Partei wurde. Mit 13,1 Prozent der Stimmen ist mit der Demokratischen Partei der Völker (HDP) erstmals seit dem Militärputsch von 1980 wieder eine Partei im Parlament, die die Interessen der kurdischen Bevölkerung vertritt. Ins Parlement ziehen für die AKP, CHP und HDP drei Amenier ins Parlament. Auch ein Aramäer/Assyrer und ein Roma (erstmals in der Geschichte der türkischen Republik) erhielten Sitze im Parlament. Erstmals zieht auch eine deutsch-türkische Politikerin ins Parlament: Die aus Celle (Deutschland) stammende Feleknas Uca (frühere Europa-Abgeordnete der Partei "Die Linken") gewann einen Parlamentssitz für die kurdische HDP - sie vertritt die Interessen von Frauen und Minderheiten, mit ihrem Kollegen Ali Atalan vertritt sie auch die Interessen der Jesiden.
Eine Regierungsbildung muss spätestens nach 45 Tagen ab Wahltag erfolgen, ansonsten gibt es Neuwahlen. Ob die AKP in der neuen Regierung dabei ist, bleibt ungewiss - die infrage kommenden Koalitionspartner zeigen sich eher zögerlich bis ablehnend. Dort ist hingegen das Interesse groß, die Regierung zu stellen. Die HDP ist angeblich offen für eine Koalition mit der nationalistischen MHP (mit 16,3 Prozent drittstärkste Partei). Was die AKP, bzw. was Erdoğan plant, bzw. im Vorfeld schon geplant hat, wird sich zeigen. Es gibt ja noch den Islamischen Staat (IS), der in Nordsyrien an der Grenze zur Türkei auf Anweisungen wartet.

13. Oktober 2014: Die türkische Luftwaffe fliegt Angriffe gegen Stellungen der PKK im eigenen Land
Kurdische Kämpfer, die in Syrien gegen IS-Djihadisten kämpfen wollen, werden nicht über die türkisch-syrische Grenze gelassen. Kurden, die aus Syrien in die Türkei kommen, werden zu Hunderten festgenommen. Hingegen kommen IS-Kämpfer mit modernen Waffen über die Türkei nach Syrien ungehindert. So ist der von den Kurden u.a. geäußerte Verdacht, die türkische Regierung würde mit dem IS unter einer Decken stecken, nur allzu verständlich. Wie investigative türkische Journalisten berichten, würden mindestens 6000 türkische Djihadisten für den IS kämpfen.
Seit dem 13. Oktober fliegt die türkische Luftwaffe mit ihren F16-Jägern Angriffe gegen Stellungen der verbotenen kurdischen PKK. Die ohnehin gespannte Stimmung im Land droht zu eskalieren. Die vor anderthalb Jahren vereinbarte Waffenruhe zwischen PKK und der türkischen Regierung scheint nun Geschichte zu sein.
Unterdessen dehnt sich der sunnitische IS in Syrien und Irak weiter aus. Ein Massaker droht, denn die mit nur leichten Waffen ausgerüsteten kurdischen Kämpfer in Syrien werden den mit modernsten Waffen ausgerüsteten IS-Kämpfern nicht mehr lange standhalten können, außerdem werden die Munitionsvorräte langsam knapp. Und in Irak droht auch den in den nordirakischen Sindschar-Bergen festsitzenden Jesiden ein schlimmes Ende - Frauen und Kinder werden nach alter Tradition an die Sieger verteilt ... und die Männer werden getötet - sie werden u.U. geschont, wenn sie zum Islam konvertieren.


9. Oktober 2014: Der Druck auf die türkische Regierung wächst
Der Kampf um die nordsyrische Stadt Kobane (Ain al-Arab) zwischen den "Djihadisten" des IS und den Kurden hält weiterhin ungemindert an. Wie es heißt, würden die Kurden noch weite Teile von Kobane kontrollieren (vor allem den Westen). Der Osten der Stadt scheint aber unter Kontrolle des IS zu sein - und das trotz der Luftangriffe der von den USA angeführten Anti-IS-Allianz auf IS-Stellungen. Unterdessen fliehen tausende Menschen aus Kobane in die Türkei (die Flüchtlinge berichten von unfassbaren Gräueltaten, die von IS-Leuten an den Kurden begangen wurden). Hunderte Kurden, die aus der umkämpften Region in die Türkei einreisen, wurden von türkischen Sicherheitskräften festgenommen (bei den Festgenommenen handelt es sich vor allem um Kämpfer der PKK und YPG). Viele türkische Kurden, die im Kampf gegen IS mitmachen wollen, wird der Grenzübertritt verwehrt. In zahlreichen Orten der Türkei finden Kurden-Demonstrationen statt (in Diyarbakir, Mardin, Siirt, Van, Mus, und Batman wurde der Ausnahmezustand ausgerufen; auch in Istanbul gibt es Protestaktionen). Auch in zahlreichen Orten weltweit demonstrieren Kurden für mehr Engagement im Kampf gegen den IS und für die Verteidigung der Kurden (in Hamburg kommt es zu Straßenschlachten zwischen Kurden und Salafisten; in Deutschland warnen Behörden vor einem Stellvertreterkrieg auf deutschem Boden).

2. Oktober 2014: Generalvollmacht für den Krieg gegen Terrorismus
Am 2. Oktober hat die Regierung vom Parlament die Generalvollmacht erhalten, gegen jegliche terroristische Gruppierung militärisch vorzugehen, insbesondere auch dann, wenn türkische Interessen bzw. Ansprüche gefährdet sein könnten. Die Verteidigung nationaler Interessen geht über die Landesgrenzen hinaus und schließt die Bekämpfung von Terrorgruppen auch außerhalb der Türkei ein. Mit diesem Mandat kann die Türkei nun ihren Krieg gegen den Islamischen Staat (IS) in Irak und in Syrien starten und dabei mithelfen, den syrischen Präsidenten Bashar Assad mitsamt Regierungssystem zu stürzen (eine Bedingung der Türkei für einen Kampf gegen den IS war u.a. die Vernichtung des Assad-Systems; siehe hierzu: "m.heise.de/tp/artikel/42/42935/1.html?from-classic=1", Türkei stellt Bedingungen für Teilnahme am Krieg gegen den IS). Gleichzeitig gilt das Kriegsmandat auch bezüglich jener als Terrororganisationen eingestuften kurdischen Gruppierungen (z.B. PKK, YPG), die sich derzeit in Irak und Syrien verzweifelt gegen den IS militärisch verteidigen (u.a. Kobane, arabisch: Ain al-Arab). Das Mandat gilt ab sofort für die Dauer von zunächst einem Jahr. Im Reich des vermeintlichen Sultans Erdoğan herrscht Bombenstimmung.

28. August 2014: Erdoğan wird als Staatspräsident vereidigt - Ministerpäsident wird Ahmet Davutoğlu (*1959) (siehe weiter oben).

Präsidentschaftswahlen am 11. August 2014: Erdoğan wird neuer Staatspräsident
Recep Tayyip Erdoğan erhielt bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit und wird nach mehr als 11 Jahren an der Spitze der Regierung zwölfter Staatspräsident der Türkei. Es war das erste Mal, dass die Türken ihr Staatsoberhaupt direkt wählen konnten.
Mehr Macht dem Präsidenten: Bereits jetzt sind die Entscheidungen des Präsidenten juristisch nicht anfechtbar. Eine Verfassungsänderung soll die Macht des Präsidenten weiter stärken. Welchen Weg die "neue" Erdoğan-Türkei gehen wird, dürfte klar sein.

März / Juni 2014: Mit aller Härte werden Anti-Regierungsproteste bekämpft
Ministerpräsident Erdoğan kennt kein Pardon, wenn es um seine Integrität geht. Damit nicht weiterhin verleumderische Meldungen gegen ihn weltweit verbreitet werden, ließ er kurz vor den Kommunalwahlen Ende März eben mal Twitter und dann Youtube sperren (die Sperre wurde vom Verfassungsgericht bereits am 3. April wieder aufgehoben). Und gegen Oppositionelle und die anhaltenden Antiregierungsproteste geht er ohnehin mit beispielloser Gewalt vor, um so jegliche Opposition zu schwächen und mundtot zu machen (zum "Gezi-Jahrestag" am 31. Mai wurden allein in Istanbul 25.000 Sicherheitskräfte - inkl. hunderte Zivilpolizisten - gegen rund 3000 Demonstranten eingesetzt; Tränengas, Wasserwerfer, harter Schlagstockeinsatz, forderten zahlreiche Verletzte, 120 Demonstranten wurden festgenommen). Der Protest aus dem westlichen Lager rund um EU und USA gegen "Sultan" Erdoğans autoritär-repressives Vorgehen ist verhältnismäßig zurückhaltend - schaut man sich an, wie der Westen z.B. im Fall  Ukraine agiert, dann versteht man auch, warum. In der Türkei agiert z.B. das pro-AKP-Institut OSIAF ("Open Society Institute Assistance Foundation"), geleitet von Carl Paker, der ebenso die "Türkische Stiftung für wirtschaftliche und soziale Studien", TESEV, leitet. Von Can Paker kommen wir zum US-Finanzier George Soros, Gründer des OSI, "Open Society Institute", der selbsternannte König Osteuropas. Die TESEV setzt sich für eine pluralistische, demokratische Verfassung ein und unterstützt dabei indirekt islamistische Strömungen. Pluralismus in diesem Kontext meint u.a. die Ablehnung von etwas, was als "absolut" wahr gelten könne und rechtlich eingehalten werden oder geschätzt werden sollte. »[...] Je weniger Absoluta eine Verfassung in Bezug auf Menschenwürde, Eigentumsrechte und faire Prozesse usw. beinhaltet, desto eher ist es Gemeinden, Regionen oder einem ganzen Land möglich, Systeme zu verabschieden, die im Gegensatz zu diesen Werten stehen, durch rein demokratische Abstimmung [...]« (Zitat: criticomblog.wordpress.com, George Soros ist in der Ukraine, 29.03.2014).
Bei aller Kritik gegen Erdoğan, ist sein Rückhalt im Volk nach wie vor beachtlich. Seine Partei, die AKP, erreichte bei den Kommunalwahlen Ende März 779 Sitze, gefolgt von der MHP mit 174 Sitzen.

Als es in Soma am 13. Mai zum wohl schwersten Grubenunglück in der Geschichte der Türkei kommt (301 Tote), werden sofort schwere Vorwürfe gegen die Erdoğan-Regierung erhoben. Offenbar sei bereits 2010 bekannt gewesen, dass das Bergwerk nicht sicher sei, was aber von Seiten der Regierung ignoriert wurde. Auch jetzt wehrt sich Erdoğan gegen die Vorwürfe mit der lapidaren Begründung, dass so etwas eben passieren könne. Bei den folgenden Demonstrationen in mehreren Städten wurde der Rücktritt der Regierung gefordert. Erdoğan erstickte den Protest zehntausender Demonstranten mit der bekannten brutalen Methode.

Das türkische Verfassungsgericht hat Anfang Juni die seit zwei Monaten andauernde Sperrung von Youtube rückgängig gemacht, mit der Begründung, die Sperre verletze das Recht auf Meinungsfreiheit.
Ebenfalls Anfang Juni verkündet Erdoğan, dass ein großes Wohngebiet im Istanbuler Viertel Okmeydani (am Rand des Stadtzentrums auf der europäischer Seite) das als Oppositions-Viertel bekannt ist, abgerissen werden soll (5600 Häuser). Begründung: die Gebäude seien nicht erdbebensicher.

Januar/Februar 2014: Erdogan gerät immer mehr in Bedrängnis
Die Hand, die einen füttert, beißt man nicht... Doch das hat Erdogan mit Fethullah Gülen gemacht. Bereits Ende Dezember stürzte dann mal eben die Türkische Lira um ein Viertel in den Keller - ein Währungsputsch? Die Sorge geht um, dass die türkische Wirtschaft zusammenbrechen könnte.
Ende Februar 2014 wird dann durch die Medien verbreitet, dass Telefongespräche zwischen Erdogan und seinem Sohn Bilal am 17. Dezember 2013 mitgeschnitten worden seien. Diese Gespräche wurden ins Netz (YouTube) gestellt wurden und inzwischen mehr als eine Million Mal angeklickt. Erdogan habe angeblich seinen Sohn beauftragt, alles Bargeld aus dem Haus verschwinden zu lassen. 30 Millionen € sollen im Haus verblieben sein - von geschätzt einer Milliarde. Erdogan sprach von einer Fälschung der Aufnahmen und wies sämtliche Anschuldigungen von sich. Die türkische Börse gab um 2,5% nach und auch die Lira fiel erneut. Kommunalwahlen sind am 30. März.

Ab Mitte Dezember 2013: Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung veranlassen Erdogan zu einer umfassenden "Säuberungsaktion"
Ab Mitte Dezember werden gegen die Erdogan-Regierung massive Korruptionsvorwürfe laut, die den Ministerpräsidenten und Regierungsmitglieder schwer belasten (drei Minister sind inzwischen zurückgetreten, andere bedeutsame Personen aus Wirtschaft und Politik wurden belastet und bereits verhaftet). Hinter diesen Vorwürfen vermutet Ministerpräsident Erdogan eine Verschwörung des Westens, der mit Hilfe des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen ( siehe weiter oben), die Macht der AKP zerschlagen wolle. Erdogan, der die Korruptionsvorwürfe als Lügen zurückweist (Verdacht von Korruption bei der Vergabe öffentlicher Bauprojekte, Schmiergeldzahlungen an Politiker, Geldwäsche in Milliardenhöhe, Umgehung der Iran-Sanktionen), begann sogleich mit einer drastischen "Säuberungsaktion", bei der der Istanbuler Staatsanwalt Muammer Akkas (der u.a. wegen Bestechung, Manipulation staatlicher Ausschreibungen, Fälschung von Dokumenten Ermittlungen aufgenommen hat) suspendiert wurde und mindestens 1700 Beamte des Sicherheitsapparats (darunter hohe Polizeibeamte) zwangsversetzt worden seien. Erdogan, der seine Machtposition der Gülen-Bewegung zu verdanken hat, will nun insbesondere jene Beschäftigte entfernen, die der Gülen-Bewegung nahe stehen und sie durch eigene Gefolgsleute ersetzen. Es habe sich seit Jahren eine parallele Staatsmacht im Staate etabliert, die nun darauf hinarbeite, die Macht im Staate zu übernehmen. Doch Erdogan selbst hat die Gülen-Bewegung zu dem werden lassen, was sie heute ist. Nun wird die Hand gebissen, die Erdogan jahrlang gefüttert hat. Sultan Erdogan will die alleinige Kontrolle im Staate. Um dies zu erreichen, ist ihm jedes Mittel recht. Und so wird auch die von der Verfassung her garantierte Unabhängigkeit der Justiz beseitigt. Fazit: Die Türkei ist ein autoritär-repressiver Staat mit diktatorisch-faschistoider Tendenz geworden. Andersdenkende werden ausgesondert, Kritiker gegen die Regierung werden als Verschwörer verfolgt.

Ab Mai 2013: Massenproteste gegen die Regierung

Seit Ende Mai gehen zehntausende Menschen in Istanbul und 60 anderen Städten auf die Straßen, um gegen die Islamisierung im Lande und gegen den autoritären und undemokratischen Regierungsstil von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan zu protestieren. Wie schon weiter oben geschrieben, versucht die Regierung seit Jahren ihren von der Gülen-Bewegung mitgetragenen hanafitisch-sunnitischen Islam auf sämtliche gesellschaftliche Bereiche als einzig anerkanntes Wertesystem auszudehnen. Die Bedürfnisse von rund 35 Prozent der türkischen Bevölkerung (ein Großteil davon Aleviten) werden bei diesem gesellschaftlichen Entwicklungsprozess nicht berücksichtigt. Mit aller Härte werden nicht-sunnitische Religionsgemeinschaften, Regierungskritiker und Oppositionskräfte unterdrückt, diskriminiert, festgenommen und vernichtet.

Die Gülen-Bewegung plant, ein Netz von Elite-Schulen in Deutschland zu gründen; Deutschland ist einer der größten "Wahlbezirke" der Türkei, und viele der in Deutschland lebenden Türken, ob mit oder ohne deutschem Pass, unterstützen Erdogan und seine AKP.

Erdogan, der mit Hilfe einer Verfassungsänderung gern bis über das Jahr 2023 (100 Jahre Türkische Republik) regieren will, bezeichnet die Demonstranten als Extremisten bzw. Terroristen, die eine Minderheit im Staat darstellten. Gegen das antidemokratische Handeln weniger müsse mit aller Härte vorgegangen werden. So waren am Sonntag, 2. Juni, mindestens 1000 Demonstranten festgenommen worden. Gegen die Demonstranten wurde u.a. Pfeffergas eingesetzt. Es gab Tote und tausende Verletzte.
Zuvor richteten sich die Proteste gegen den Abriss des Gezi-Parks am Taksim-Platz in Istanbul und mehrere geplante Bauvorhaben, wie ein dritter Flughafen und eine weitere Bosporus-Brücke (die Türkei soll in den nächsten Jahren zu eine der zehn größten Wirtschaftsnationen aufsteigen). Das von Umweltschützern errichtete Protestcamp auf dem Taksim-Platz in Istanbul wurde von der Polizei am 31. Mai brutal aufgelöst. Doch die Demonstranten ließen sich nicht entmutigen und besetzten den Platz erneut, bis er zuletzt am 16. Juni mit Tränengas (dem offenbar gefährliche Chemikalien beigefügt sind, die Hautverätzungen verursachen), Wasserwerfern und Gummigeschossen erneut mit brutaler Gewalt geräumt wurde. Ein Demonstrationsverbot auf dem Taksim-Platz wurde dann von der Regierung ausgesprochen, was aber die Leute nicht davon abhält, sich dort zu treffen - auch zum stillen Protest.

29. Oktober 2013: Bosporus-Tunnel eröffnet
Pünktlich zum 90. Jahrestag der Republik wurde der 13 Kilometer lange Eisenbahntunnel unter dem Bosporus, der die asiatische mit der europäischen Seite verbindet, feierlich eröffnet. Das 2,5 Milliarden Euro teure Großprojekt "Marmaray" wurde 2004 begonnen und zählt zu den weltweit größten Infrastrukturprojekten der vergangenen Jahre.
Die Neue Weltordnung am Bau: Autopia
Am westlichen Stadtrand von Istanbul entsteht das größte und erste Automobileinkaufszentrum Europas. Es lädt zu einer ganzjährigen Automobilmesse ein - mit einer 800 Meter langen Autoteststrecke auf dem Dach. Das sich über 4 Kilometer erstreckende 150-Millionen-Euro-Bauprojekt beherbergt mehr als 500 Geschäfte und 200 Händler verteilt auf fünf Stockwerken, darunter 56 Restaurants und Cafés und 74 weitere Geschäfte. Es soll Neu- und Gebrauchtwagen für jeden Geschmack und Geldbeutel geben, dazu Versicherungen, Banken und Notare, Zuberhörläden und 48 Kfz-Werkstätten.
"www.autopia.com.tr/de/"

Januar 2013: USA, Deutschland und die Niederlande beginnen mit der Stationierung von Patriot-Raketensystemen. Die Türkei ist bereit für einen Krieg.
»[...] Friedensgruppen protestieren ... gegen die Entsendung von "Patriot"-Abwehrraketen und Soldaten der Bundeswehr in die Türkei. Das Kriegsgerät wird am Dienstag (8. Januar 2013, Anm. muz-online.de) im Hafen Travemünde auf das Frachtschiff "Suecia Seaways" verladen. Wie die Bundeswehr am Freitag mitteilte, gehören zum Einsatzverband rund 300 Fahrzeuge und mehr als 130 Container. Rund zwei Dutzend deutsche Soldaten fliegen als Vorkommando ins NATO-Partnerland Türkei. Am 21. Januar soll das Schiff den türkischen Hafen Iskenderun erreichen. Ende des Monats sollen dann rund 350 Bundeswehrsoldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt Kahramanmaras stationiert sein. Die niederländische Armee schickt "Patriot"-Verbände nach Adana, US-Soldaten sind in Gaziantep. Offiziell sollen sie die Türkei vor einem möglichen Raketenbeschuss aus Syrien schützen. Die NATO wird nicht müde, den rein defensiven Charakter des ganzen Einsatzes zu betonen.
Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan spricht dagegen Klartext. Bei einer Konferenz türkischer Botschafter in Ankara drohte der Regierungschef am späten Donnerstag abend dem Nachbarland Syrien: "Jederzeit sind wir mit allen unseren Möglichkeiten zum Krieg bereit." [...]«
Zitat: "www.jungewelt.de/2013/01-05/037.php", Türkei zum Krieg bereit, 5. Januar 2013

November 2012: Deutsche Patriot-Raketen sollen zum Schutz der Türkei an der türkisch-syrischen Grenze stationiert werden
Für den Fall weiteren Beschusses von syrischem Territorium auf türkisches Gebiet sollen nun Patriot-Raketen eingesetzt werden, die anfliegende Raketen unschädlich machen sollen. Nur was bisher von syrischer Seite kam waren ein paar Mörsergranaten, und ganz sicher kamen die nicht von der syrischen Armee. Also, wozu Patriot-Raketen, die zum Abfangen von ballistischen Raketen und Flugzeugen gedacht sind ? Der Schutz der Türkei mag ja noch einen NATO-Fall darstellen. Was aber, wenn Patriot-Raketen deutscher Herkunft und von deutschen Soldaten abgefeuert syrische Raketen über syrischem Gebiet abschießen ? Und überhaupt: Ist es politisch korrekt, wenn einem Land militärische Hilfe aus Deutschland gestellt wird, dessen Regierungschef gerade erst Israel als "Terrorstaat" bezeichnet hat ?
Siehe hierzu: "de.rian.ru/politics/20121119/264965878.html", Erdogan beschimpft Israel als "Terrorstaat", 19.11.2012. Es sieht alles danach aus, dass demnächst ein Vorfall kreiert werden soll ("False Flag Operation"), der die Rechtfertigung für die Durchsetzung einer Flugverbotszone über Syrien liefert und schließlich einen von der UN abgesegneten Einsatz gegen Syrien ermöglicht.
"urs1798.wordpress.com/2012/11/23/aleppo-weitere-geiseln-umgebracht-fsa-crimes-exposed-syrien-syria/comment-page-1/", Aleppo – Weitere Geiseln umgebracht. FSA-crimes exposed, 23.11.2012
"de.rian.ru/security_and_military/20121123/264998741.html", Kurden in Syrien liieren sich gegen Opposition, 23.11.2012
"www.diekurden.de/news/14-bewaffnete-gruppen-lehnen-syrische-nationale-koalition-ab-1517806/", 14 bewaffnete Gruppen lehnen Syrische Nationale Koalition ab, 19.11.2012

Ab September 2012: Türkei und der Syrien-Konflikt
Vieles deutet darauf hin, dass die Türkei im Syrien-Konflikt eine Schlüsselrolle bei der Durchsetzung westlicher geopolitischer Interessen spielt. Das Assad-Regime soll gestürzt werden. Hierzu werden Rebellengruppen an der türkisch-syrischen Grenze geschult und mit Waffen versorgt, um dann auf syrischem Gebiet zu operieren. Mit sog. "False Flag Operationen" wird eine Anti-Assad-Stimmung erzeugt, die ein internationales militärisches Eingreifen rechtfertigen soll - die türkischen Medien sind da besonders aggressiv und bereiten die türkische Bevölkerung bereits auf einen Krieg gegen Syrien vor. Die CIA-freundliche Gülen-Bewegung will am liebsten das osmanische Reich wiederauferstehen lassen. Doch schon im 1. Weltkrieg vor fast 100 Jahren kämpften die Türken auf der falschen Seite und mussten ihren Preis dafür bezahlen.

September 2012: Viel Aufregung in der islamischen Welt um einen Anti-Islam-Film
Der angeblich von einem in den USA lebenden ägyptischen Kopten produzierte Film hat mal wieder die islamische Welt aufs Heftigste provoziert. Der Film stellt den Propheten Mohammed als schwachsinnigen Bastard dar und gibt ihn der Lächerlichkeit preis. Überall in der Welt werden in dieser Zeit von Muslimen Proteste gegen den Filmproduzenten (dessen Tod man fordert) und vermeintlich ünterstützende westliche Länder, allen voran die USA, aber auch deren Verbündete wie Deutschland u.a. veranstaltet, bei denen es zu gewaltsamen Stürmungen von Botschaften gekommen ist (z.B. die Deutsche Botschaft in Khartum/Sudan). Man darf fragen, warum das ausgerechnet in dieser Zeit geschieht, wo bestimmte Kräfte in Syrien einen Regierungssturz wollen, wo genau zu diesem Zweck salafistische und andere fundamentalistisch islamische Gruppen (Al-Qaida, ISIS bzw. ISIL, später IS) großzügig mit Waffen ausgestattet werden.
Abgesehen davon ist es eine üble Unsitte der dekadenten westlichen Welt überhaupt jemanden in der Öffentlichkeit lächerlich zu machen. Das ist gröbste Respektlosigkeit und Menschenverachtung. Religionen haben darüber hinaus noch eine viel bedeutsamere Funktion. Einen Religionsstifter lächerlich zu machen kann nur entsprechende Antworten hervorrufen. Aber, man sollte auch bei aller Verletztheit darauf achten und fragen, warum eine solche Provokation erfolgt, welchem Zweck sie dient.

"www.heise.de/newsticker/meldung/Youtube-sperrt-anti-islamischen-Film-in-Aegypten-und-Libyen-1706796.html", Youtube sperrt anti-islamischen Film in Ägypten und Libyen, 13.09.2012

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1442 f.

www-Links

 Neue Weltordnung
Islam
Aleviten -- Aleviten in Berlin

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