Spanien

[Das Land] [Geschichte] [Gesellschaft im Wandel] [Entwicklungen -- Krise ab 2008] [Die Menschen] [Die Fiesta]
[Literatur] [www-Links]


Translate this page





Foto anklicken
zum Vergrößern !
Neruda
Mein Lieblingsrestaurant in Barcelona: Los Caracoles


Offizieller Name: Königreich Spanien
Hauptstadt: Madrid
Fläche: 505.992 km² (einschließlich Balearen 5014 km², Kanarische Inseln 7242 km² sowie Ceuta und Melilla)
Landesnatur: Inneres Hochland (Meseta) mit Randgebirgen, im NW und SO Randlandschaften, im NO Ebrobecken; im SW Andalusien; Balearen und Kanaren
Klima: Im N ozeanisch, sonst mediterran
Hauptflüsse: Tajo, Guadiana, Ebro, Duero, Guadalquivir
Höchster Punkt: Pico de Teide 3.718 m (Teneriffa), Mulhacén 3.478 m
Regierungsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt König
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 17 autonome Regionen, 52 Provinzen (darunter die Enklaven Ceuta und Melilla)
Parlament: Abgeordnetenhaus mit 350 für 4 Jahre gewählten Abgeordneten und Senat mit 255 (208 direkt gewählt, 47 Delegierte aus den autonomen Regionen) für 4 Jahre gewählten Mitgliedern
Nationalfeiertag: 12. Oktober
Einwohner: 39.634.000 (1999); 47.190.493 (Januar 2011); davon 5.751.487 Ausländer
Bevölkerungsdichte: 78 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 78% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 15% (1999)
Analphabetenquote: 2% (1999)
Sprache: Spanisch, Katalanisch, Galicisch, Baskisch
Religion: Katholiken 96%

Das Land

Die Iberische Halbinsel ist die größte der drei südeuropäischen Halbinseln. Von der Fläche dieses eigenen "Kleinkontinents" nimmt Spanien fünf Sechstel ein, der Rest entfällt auf Portugal, den Zwergstaat Andorra und die britische Kronkolonie Gibraltar. Zum spanischen Staatsgebiet kommen allerdings noch eine Reihe von Inseln hinzu, so dass es insgesamt 505.992 km² umfasst. Das Festland wird oft mit einer Burg verglichen: Von den Küsten ragen steile Gebirge auf, die das Hochland im Innern wie Mauern schützend umschließen.
Die Abschottung durch die Berge trägt dazu bei, dass der zwischen dem 36. und dem 43. Breitengrad liegende Staat, obwohl er vom Mittelmeer und vom Atlantik umgeben ist, ein verhältnismäßig trockenes, im Sommer ziemlich heißes Klima aufweist. In den langen Wintern bleibt es dagegen im größten Teil Spaniens reichlich kühl und oft auch frostig.

Die mediterranen oder subtropischen Regionen an seinen palmenbestandenen Südküsten stehen im starken Kontrast zu den höhergelegenen Gegenden, wo in vielen Berggebieten sogar bis weit in das Frühjahr hinein Wintersport betrieben werden kann. Das gilt selbst für die im heißen Andalusien gelegene Sierra Nevada, die - wörtlich übersetzt - "Beschneite Säge", mit dem höchsten Berg des Festlands, dem 3.478 m hohen Mulhacén.
Etwa 2,5% des spanischen Territoriums machen seine Inseln aus, von denen die 1000 km südlich von der Iberischen Halbinsel gelegenen und 100 km von der afrikanischen Westküste entfernten Kanaren sowie die Balearen im Mittelmeer die wichtigsten sind. Zu Spanien gehören auch zwei kleine Städte an der nordafrikanischen Küste, Ceuta (Sebta; seit 1995 eine autonome Stadt; bekannt als Anlaufpunkt für illegale Immigration von Afrikanern in die Europäische Union; gehört nicht zum Zollgebiet der EU) und Melilla (Melilia; seit 1995 eine autonome Stadt; bekannt als Anlaufpunkt für illegale Immigration von Afrikanern in die Europäische Union; fiel besonders durch Todesfälle von Migranten im September 2005 auf; geschützt durch 3-6 m hohe Zäune, Bewegungsmelder, Kameras, Nachtsichtgeräte; gehört nicht zum Zollgebiet der EU). Die Enklaven werden von Marokko beansprucht, während Spanien seinerseits von Großbritannien die Rückgabe der Kronkolonie Gibraltar verlangt, die als eindrucksvolle Felsenhalbinsel am Südende Spaniens in die Straße von Gibraltar hineinragt und einst als eine der "Säulen des Herkules" bekannt war.

Die Großlandschaften
Die Nähe zu Afrika - der "Schwarze Kontinent" liegt über die Meerenge hinweg nämlich nur 14 km entfernt - hatte starken Einfluss auf die geschichtliche und kulturelle Entwicklung Spaniens, zumal das Land im Norden durch die im Mittel 2000 m hohen Pyrenäen vom übrigen Europa abgeschnitten ist. Die Pyrenäen, die im 3.404 m hohen Pico de Aneto in der Maladetagruppe gipfeln, setzen sich nach Westen, am Golf von Biscaya entlang, in den baskischen, kantabrischen und asturischen Bergen fort. Im Kantabrischen Gebirge entspringt als wichtigster Fluss der Ebro, der in Katalonien (Cataluna) ins Mittelmeer mündet. Weiter im Süden fließen der Duero, der Tajo - der längste Fluss der Iberischen Halbinsel - und der Guadiana durch Portugal dem Atlantischen Ozean zu. An Spaniens Südküste mündet der andalusische Guadalquivir in den Atlantik. Die großen Flussbecken gehören neben einigen Küstenstreifen zu den fruchtbarsten Gebieten des Landes. In einer Vielzahl von kleinen und großen Staubecken werden die Winterregen zur Bewässerung gespeichert. Eine Reihe von - freilich immer stärker gefährdeten - Feuchtgebieten birgt eine reiche Fauna und sichert auch einem Teil der europäischen Zugvögel ihre Rastplätze bei der herbstlichen Reise in den Süden.
Madrid liegt nahe dem geographischen Mittelpunkt des Landes. Spaniens Hauptstadt ist gleichzeitig das Zentrum der riesigen kastilischen Meseta, einer zwischen 650 und 1000 m Höhe liegenden trockenen und kargen Hochfläche, die fast die Hälfte Spaniens ausmacht. Sie wird von einigen kleineren Gebirgen durchzogen, der Sierra von Toledo etwa und den bis über 2500 m hohen, bei der Hauptstadt liegenden Gredos- und Guadarrama-Bergen. Die Meseta, auf der vielfach nur Steineichen und Strauchvegetation wachsen, wo aber - im Norden - auch Weizen- und Kichererbsenanbau betrieben wird und wo sich - im Süden - die riesigen Weinfelder der Mancha ausbreiten, ist weitgehend identisch mit dem wegen seiner vielen Festungen und Kastelle "Kastilien" genannten Kernland Spaniens. Hier hat auch die Hauptsprache, das Kastilische, seine Heimat.

Im Norden der Meseta liegt der wesentliche Teil des "feuchten Spanien": am weitesten westlich das an seinen Küsten von "Rias", schmalen Buchten, durchzogene Galicien (Galicia), an das sich die Bergbau- und Viehzuchtregionen Asturien (Asturias) und Kantabrien (Cantábrica) anschließen. Das ebenso grüne wie von Fabriken durchsetzte Baskenland bildet zusammen mit dem benachbarten Navarra und der für seinen Wein berühmten Region Rioja das Zentrum des Nordens. Weit nach Mittelspanien hinein ragt das zu einem guten Teil von den Pyrenäen und seinen Vorgebirgen bestimmte einstige Königreich Aragonien.
In Katalonien spürt man den Einfluss des benachbarten Frankreich am deutlichsten. Abgesehen von den Stränden an der buchtenreichen Costa Brava prägen ein intensiv agrar genutztes Hügelland und die Industriegebiete um Barcelona die Landschaft.

Andalusien
Das "typische" Spanien wird am ehesten in dem ans Mittelmeer und an den Atlantik angrenzenden Andalusien gesehen. Hier wirkt Spanien am wenigsten "europäisch" angesichts des meist subtropischen Klimas und der dunkelhaarigen Bewohner, die in ihrem Temperament wie in ihrer getönten Hautfarbe arabisch beeinflusst sind. In vielen Städten haben hier die einstigen Maurenfürsten und die späteren christlichen Herrscher ebenso aufwendige wie dekorative Bauwerke hinterlassen: Granada mit seiner Alhambra, Cordoba mit seiner zur Kirche umgewandelten Moschee und Sevilla mit seiner Kathedrale und dem Alcazar.
Zusammen mit Andalusien haben die am Mittelmeer gelegenen Städte Valencia und Murcia mit ihrer von Orangenbäumen und Reisfeldern geprägten Umgebung im Ausland das Bild von Spanien mehr geprägt als das kastilische Kernland oder die an Portugal anschließende Extremadura mit ihren riesigen, von Stein- und Korkeichen bestandenen Weiden.

Spanien

Geschichte

Bis 1492
Bis zum späten Mittelalter begrenzte der Atlantik die "Alte Welt". Die Pyrenäen bildeten eine schwer überwindbare Barriere zwischen Westeuropa und Spanien. Dessen lange Mittelmeerküste ließ sich dagegen von Nordafrika - und seit dem Beginn der Seefahrt auch von Osten -leicht erreichen.
Schon in der frühen Altsteinzeit, also vor mehr als 100.000 Jahren, wanderten aus Afrika kommende Jäger und Sammler nach Spanien ein. Die eindrucksvollen Felsmalereien in Höhlen Nordwestspaniens gehören zu den späten Zeugnissen ihrer Kultur. Nach der Jungsteinzeit, aus der zahlreiche große Steingräber erhalten sind, kamen neue Siedler über das Mittelmeer. Sie wurden von ergiebigen Erzvorkommen angezogen und bildeten bereits um 2000 v. Chr. eine hochentwickelte frühe Kultur und Zivilisation aus. Die seit ca. 900 v. Chr. von Norden einwandernden Kelten vermischten sich mit ihnen zu den sogenannten Keltiberern. Von der Eigenständigkeit ihrer Kultur zeugen ein iberisches Alphabet und Funde kunstvoll bearbeiteten Gold- und Silberschmucks.
Nachdem Phönizier (um 1100 v.Chr.) und Griechen (um 800 v. Chr.) Handelskolonien gegründet hatten, gerieten Teile der Halbinsel unter den Einfluss der mächtigen nordafrikanischen Handelsstadt Karthago. Im dritten Jahrhundert v. Chr. kam es zwischen Karthago und Rom zu einem Konflikt um die Vorherrschaft im westlichen Mittelmeer, der im Zweiten Punischen Krieg (218-201 v.Chr.) gipfelte; er endete mit der Niederlage der von Hannibal (247-183 v.Chr.) angeführten Karthager. Mit dem an Spaniens Südwestküste errichteten "Neuen Karthago", dem heutigen Cartagena, mussten sie auch ihren Anspruch auf Spanien aufgeben. So begann die Eroberung der Iberischen Halbinsel durch die Römer. Aufgrund des starken Widerstands der Keltiberer war sie jedoch erst nach fast zwei Jahrhunderten ganz in ihrer Hand.
Kein Teil des Römischen Reichs ist in der folgenden Zeit so stark romanisiert worden wie die spanischen Provinzen. Auf ihrem Boden wurden 33 römische Kolonialstädte gegründet. Viele andere Städte und Stadtgründungen glichen sich diesen Kolonien an. Latein wurde zur Landessprache. Schon 74 n. Chr. - nahezu 150 Jahre vor den anderen Teilen des Römischen Reichs -erhielten die Bewohner der spanischen Provinzen die römischen Bürgerrechte. Wer aus Spanien kam, konnte in Rom hoch aufsteigen. Einige der bedeutendsten römischen Schriftsteller, unter ihnen Quintilian und Seneca d.J., der auch römischer Konsul war und den späteren Kaiser Nero erzogen hat, stammten ebenso aus Spanien wie die Kaiser Hadrian und Trajan.
Wie in anderen Teilen des Römischen Reichs fielen um 400 kriegerische Germanenstämme -Sueben, Vandalen, Westgoten - auch in Spanien ein. Die bereits christianisierte, auf sieben Millionen geschätzte Bevölkerung leistete ihnen wenig Widerstand. In Kämpfen zwischen den germanischen Stämmen konnten die Westgoten die Herrschaft über weite Teile Spaniens an sich reißen. Die römisch-iberische Bevölkerung zwang die neuen Herrscher allerdings, sich kulturell anzupassen.

Die Mauren in Spanien
Spanien wäre deshalb zu einem Teil des römisch-christlichen Europas geworden, wenn nicht 711 eine der westgotischen Herrscherfamilien in einem Streit über die Königswürde die neuen islamischen Machthaber Nordafrikas zu Hilfe gerufen hätte. Sie drangen mit ihrem schlagkräftigen Berberheer rasch und weit vor. Die Iberische Halbinsel südlich des Duero wurde ein Teil des neuen islamischen Weltreichs. Im Norden entstanden unter christlicher Herrschaft kleine Königreiche: Asturien, Katalonien, Aragón, Navarra, León-Kastilien. Zur erstrebten "Reconquista", zur Wiedereroberung der ganzen Iberischen Halbinsel, waren sie zunächst zu schwach. Sie gelang erst im 12. und 13. Jahrhundert, als Nordspanien am wirtschaftlichen Aufschwung und dem Bevölkerungswachstum des hochmittelalterlichen Europa teilhatte. Bei Navas de Tolosa erlitten die Mauren 1212 eine vernichtende Niederlage im Kampf gegen die von Kreuzrittern unterstützten christlichen Königreiche. Nur das kleine Königreich Granada blieb noch bis 1492 islamisch.
In den frühen Jahrhunderten maurischer Herrschaft war die Islamisierung des Südens weit fortgeschritten. Die Mehrheit der dort lebenden Bevölkerung - die arabische Aristokratie, viele ihrer Sklaven, die das Heer stellenden Berber, konvertierte Christen - bekannten sich zum Islam. Wie die großen europäischen Wallfahrten nach Santiago de Compostela Nordspanien mit der kulturell-religiösen Entwicklung Westeuropas verbanden, so ermöglichten die regelmäßigen Pilgerzüge nach Mekka (Makkah) den Anschluss des islamischen Spanien an die Zentren der arabischen Kultur, mit der dort aufblühenden Literatur, Wissenschaft, Kunst und Architektur. In Städten wie Córdoba, Granada, Sevilla, Toledo entstanden bedeutende Bauten. Die handwerklichen Künste wurden ebenso gepflegt wie Literatur und Wissenschaft. Spanien konnte so auch zu einer Brücke zwischen dem arabischen Osten, der vieles vom antiken Erbe aufgenommen hatte, und dem christlichen Westeuropa werden. Allerdings hemmte der Islam die wirtschaftliche Entwicklung des Südens. Und wie die politische Zersplitterung des Nordens stand auch die Vielfalt der Völker, Religionen und Kulturen im wiedereroberten Spanien in einem schroffen Gegensatz zur Idee der Reconquista: zur Idee eines geeinten christlichen Reichs.

Von 1492 bis in die 1970er Jahre
Bei der Wiedereroberung des Südens der Iberischen Halbinsel waren die Grenzen der im Norden und Nordwesten gelegenen Königreiche Aragón, Kastilien und Portugal von Nord nach Süd verlängert worden. Die Halbinsel wurde so politisch dreigeteilt. Zu den drei großen Königreichen kam im Norden noch das kleine, von den Pyrenäen bis zum Oberlauf des Ebro reichende Navarra hinzu.
Große Gebiete des wiedereroberten Südens waren entvölkert. Die neuen christlichen Grundherren übernahmen von den Arabern die extensive Schafhaltung und verkauften die Wolle nach Flandern. Durch die Verfolgung der Moriscos, der Kleinbauern islamischen Glaubens, und der Juden, die in den Städten wirtschaftlich führend waren, wurde die Wirtschaft jedoch weiter geschwächt.
Trotz seiner politischen Zersplitterung, seiner wirtschaftlichen Schwäche und seiner geringen Bevölkerung konnte Spanien im 16. Jahrhundert alle europäischen Mächte überrunden. Dieser erstaunliche Aufstieg wurde möglich, weil sich im Land die Kräfte des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit vereinten: Im Kampf gegen den Islam war der spanische Katholizismus zu einer missionarischen Macht geworden. Der von Ignatius von Loyola (1491-1556) gegründete, überaus strenge Jesuitenorden, dessen Mitglieder wissenschaftlich geschult waren, bildete deren Speerspitze. Während sich in Mittel- und Westeuropa die Reformation ausbreitete, drohten in Spanien den Ungläubigen Inquisition und Vertreibung. Spanien konnte so zum Bollwerk des Papsttums und der Gegenreformation werden.
Den Weg zur politischen Einheit haben Isabella I. von Kastilien (1451-1504) und Ferdinand II. von Aragón (1452-1516) durch ihre Ehe bereitet. Die ihnen nachfolgenden Habsburger Karl I. (1500-1558) und Philipp II. (1527-1598) nutzten die Chance, die ihnen die zunächst nur lockere Verbindung der beiden Königreiche bot. Karl L, als Kaiser Karl V. auch römisch-deutscher Kaiser, konnte den Adel für sich gewinnen, indem er ihm Steuerfreiheit gewährte und ihm in seinen Königreichen hohe Staats- und Kirchenämter öffnete.
Der Aufstieg Spaniens zur stärksten Macht Europas wäre nicht gelungen, wenn nach der Entdeckung Amerikas (1492) durch Christoph Kolumbus die Eroberung Mexikos (1519-1521) und Perus (1531-1533) die spanische Krone nicht in den Besitz großer Mengen von Gold und Silber gebracht hätte. Erst die Schätze der Azteken, Mayas und Inkas und die Ausbeutung der dortigen Erzgruben ermöglichten den Ausbau der Flotte und des Heeres. Mit deren Hilfe konnte Philipp II. Spanien auf den Höhepunkt seiner Macht führen. Madrid, in dessen Nähe Philipp das berühmte Klosterschloss El Escorial errichtete, wurde zum Mittelpunkt seines Weltreichs und Sevilla zum Zentrum des Handels. Der Sieg über die Türken in der Seeschlacht von Lepanto (1571) sicherte die spanische Vorherrschaft im Mittelmeer. Auch Portugal geriet, wenn auch nur für kurze Zeit, unter habsburgische Herrschaft. Mit Cervantes (1547-1616), Calderón (1600-1681), Lope de Vega (1562-1635), El Greco (1541-1614) und Velázquez (1599-1660) erreichten die spanische Literatur und Malerei Weltgeltung.

Dem straff organisierten Herrschaftsgefüge des spanisch-habsburgischen Weltreichs fehlte indes das wirtschaftliche Fundament. Spanien blieb unterentwickelt. Nicht wenige Spanier verließen das ohnehin bevölkerungsschwache Mutterland in der Hoffnung auf einen in den Kolonien rasch zu erwerbenden Reichtum. Die herrschende Klasse regierte und konsumierte was Grundbesitz und Eroberung einbrachten, war wirtschaftlich aber nicht produktiv.
So stießen die Spanier nicht zufällig in den wirtschaftlich mächtigen Niederlanden und vor Englands Küste an die Grenzen ihrer Macht. 1579 sagten sich die niederländischen Nordprovinzen von Spanien los. 1588 unterlag die zur Invasion nach England ausgeschickte spanische Flotte, die Armada, den Engländern, die damit zur führenden Seemacht aufstiegen. Da der spanische König Karl II. (1661-1700) kinderlos starb und den nächst erbberechtigten deutschen Habsburgern von Frankreich die spanische Thronfolge streitig gemacht wurde, kam es zum Spanischen Erbfolgekrieg, der sich zu einem europäischen Krieg ausdehnte. Frankreich konnte die Thronfolge der Bourbonen in Spanien durchsetzen, Gibraltar blieb (seit 1704) in englischer Hand, der größte Teil der spanischen Nebenländer - die Niederlande und Gebiete in Italien - ging verloren.
In Spanien selbst hatte die absolutistische Herrschaft indes bis zur Eroberung des Landes durch napoleonische Truppen (1808) Bestand. Napoleons Sieg schwächte auch Spaniens Kolonialmacht. Anfang des 19. Jahrhunderts verlor es die meisten seiner überseeischen Besitzungen. Im spanisch-amerikanischen Krieg (1898) musste es zuletzt auch Kuba, Puerto Rico und die Philippinen an die USA abtreten.
Das Spanien der nachnapoleonischen Zeit wurde durch wachsende politische Gegensätze gespalten. Weder den Monarchen noch den bürgerlichen Politikern, noch den Generälen gelang es, die auseinanderstrebenden Kräfte wieder zusammenzuführen. Die Gegensätze zwischen Liberalen, ultra-konservativen Rechten, linken Republikanern, Sozialisten und Anarcho-Syn-dikalisten brachen immer wieder auf. Sie. verschärften sich in der von Krisen geschüttelten 2. Republik (1931-1936) bis zum Bürgerkrieg (1936-1939), den die bis in die 1970er Jahre unter General Francos Führung herrschende, nationalistische Rechte gewann.

Spanien

Gesellschaft im Wandel

Richard Ford, ein berühmter Spanienliebhaber im 19. Jahrhundert, sprach von dem Land als "unverändert und unveränderbar". Seit damals haben Reisende gern die Rückständigkeit dieses Landes hervorgehoben, und sogar heute noch gibt es einige, die es im Geist zum Mittelalter zählen. Sie scheinen die Tatsache zu übersehen, dass Spanien sich seit dem Tod von Francisco Franco Bahamonde (1892 - 1975) grundlegender geändert hat als irgendein anderes westliches Land.
Bis in die letzten Jahre der Franco-Diktatur hinein, als der wachsende Tourismus entlang der Mittelmeerküste die Jahrhunderte lange Isolation des Landes beendete, blieb Spanien, fest in der Kontrolle der Armee und der Kirche, ein Land, in dem andersartige Meinungen rigoros unterdrückt wurden. Nach Francos Tod erwarteten nur wenige Positives von seinem persönlich gewählten Nachfolger, König Juan Carlos I. (* 1938). Aber entgegen allen Voraussagen half dieser Mann - von vielen für eine reine Marionette gehalten -, sein Land fast über Nacht zu verändern.
Über die Jahre kam Juna Carlos bedauerlicherweise nicht ohne Skandale aus. Einige Affären - die Ehe mit Sofia war schon in den 1970er Jahren inoffiziell zerbrochen, eine luxuriöse Elefantenjagt während der Rezession 2012 oder Unterschlagung von Staatsgeldern seitens des Schwiegersohns Inaki Urdangarin, haben der Popularität des Königs schwer geschadet. Anfang 2014 sprachen sich mehr als 60 Prozent der Spanier dafür aus, dass Juna Carlos abdanken sollte. Am 2. Juni 2014 war es dann soweit. Juan Carlos legte nach 39 Jahren sein Amt überraschend nieder. Sein Nachfolge wird der 46-jährige Kronprinz Felipe (Krönung am 19. Juni 2014 als Felipe VI.).

Der vollständige Name von König Juan Carlos I. lautet Juan Carlos Alfonso Víctor María de Borbón y Borbón-Dos Sicilias.
»[...] Damit wird auch schon seine Zugehörigkeit zum Herrscherhaus der Bourbonen, spanisch Borbón, deutlich. Bei dieser Dynastie handelt es sich um eine nach dem Herrschaftssitz Bourbon-l´Archambault, im heutigen Departement Allier, benannte Seitenlinie der Kapetinger. Als Gründer gilt der Graf Ludwig I. von Clermont (1270-1342), ein Enkel Ludwigs IX. von Frankreich, der 1327 zum Herzog von Bourbon erhoben wurde. [...]«
Zitat: www.artikelweb.de, Chronik der Bourbonen

Ein demokratischer Monarch
Im Dezember 1976 wurde das spanische Volk auf Betreiben von Juan Carlos aufgefordert, für oder gegen politische Reformen zu stimmen: die überwältigende Mehrheit war dafür. Die Pressezensur wurde im April 1977 abgeschafft, und zwei Monate später hielt Spanien die ersten allgemeinen Wahlen seit über vierzig Jahren ab.

Unter Spaniens neugewählter Regierung bestätigte eine "demokratische Verfassung" die Rechte aller politischen Parteien, und Francos Name wurde von unzähligen spanischen Straßenschildern entfernt.
Ein ernsthafter Versuch, den Prozess der Demokratisierung aufzuhalten, war ein versuchter Staatsstreich am 23. Februar 1981. Er wurde durch Eingreifen des Königs vereitelt, der dadurch an Anerkennung und Beliebtheit gewann. Seit 1982 wird Spanien von einer demokratischen Regierung - zunächst unter Felipe Gonzáles (* 1942) - geführt (Ministerpräsident von 1982 - 1996; »[...] Im Jahr 2007 wurde er in den Rat der Weisen zur Zukunft Europas berufen, der ihn zu seinem Vorsitzenden machte.[...]«
Zitat: de.wikipedia.org, Felipe González.

Spaniens neue Herrscher mussten sich mit zwei Problemfeldern auseinandersetzen, die schon immer Ursache für die lang zurückreichende Geschichte sozialer Unruhen gewesen sind: Landbesitz und regionale Selbstverwaltung. Seit römischen Zeiten sind große Teile spanischer Landstriche in riesige Landsitze aufgeteilt worden, die abwesenden Grundeigentümern gehörten und von schlecht bezahlten Saisonarbeitern bestellt wurden.
Spaniens demokratische Regierung hat viele dieser Landsitze übernommen und den Arbeitern größere Sicherheit gegeben, indem sie sie auch während der Monate bezahlt, in denen sie nicht beschäftigt sind. Die Regierung hat zudem Francos Politik der Machtkonzentrierung in der Hauptstadt Madrid sowie das Verbot von Regionalsprachen, wie jene in Katalonien und im Baskenland, aufgehoben. Heute wird Katalanisch und Baskisch in den Schulen unterrichtet; die größeren Regionen haben ihre eigenen Fernsehkanäle, und alle spanischen Regionen haben ihre eigenen Regionalregierungen.

Eine neue Gesellschaft
In den 1960er Jahren und Anfang der 1970er Jahre, als Amerika und das übrige Europa einen gesellschaftlichen Umbruch erlebten, herrschten in Spanien noch ungebrochen die traditionellen sozialen Bindungen und Zwänge. Vor allem Frauen litten im alten Spanien darunter, ans Haus gebunden zu sein und oft nur in Begleitung einer Anstandsdame in männliche Gesellschaft gelassen zu werden. In den späten 1990er Jahren schien das Land im Gegensatz dazu viele der positiven und angenehmen Seiten der 1960er Jahre zu genießen, wobei sich einige bereits an einer allzu großen Freizügigkeit störten. Tolerantes Verhalten von offizieller Seite, so sagten sie, führe zu einem Anstieg der Bagatellstraftaten, vor allem in Madrid (zu Francos Zeiten war Straßenkriminalität praktisch nicht vorhanden). Andere wiesen mit Recht darauf hin, dass Spanien bis hin zur Krise ab 2008 ohne Zweifel lebendiger und optimistischer war als während der Franco-Diktatur.
Spaniens wiedererblühte kulturelle Leben ab Mitte der 1980er Jahre spiegelt diese Vitalität wider. Während der Franco-Diktatur waren die meisten führenden Künstler und Schriftsteller gezwungen, im Ausland zu arbeiten. Aber dann sind sie nach Spanien zurückgekehrt und haben eine Regierung vorgefunden, die die Kunst in einer bemerkenswert großzügigen und vorurteilsfreien Art förderte. Madrid hat mit dem Centro Reina Sofia eines der schönsten Kulturzentren Europas erhalten. Madrid und Barcelona sind als Pioniere in den Bereichen Mode, Design, Architektur und Malerei hervorgetreten. Das Engagement und die Freude, mit denen alle Kunstrichtungen auf die neugefundene Freiheit reagiert haben, war äußerst bemerkenswert. Spanien ist seither zum Zentrum wilden Experimentierens sowie hervorragend aufgeführter traditioneller Schauspiele geworden.

Die europäische Verbindung
Spaniens Verbindung mit dem übrigen Europa ist heute enger als je zuvor, und seit 1986 ist das Land Mitglied in der Europäischen Gemeinschaft bzw. in der EU.
In gewissen Dingen ist vielleicht der Wunsch, sich den Gewohnheiten eines modernen Europas anzupassen, zu weit gegangen, wie beispielsweise in dem Versuch, die spätnächtlichen Ess- und Trinkgewohnheiten der Spanier zu beschränken und die dort bisher üblichen Bürozeiten zu regulieren. Für Spanienliebhaber stellte sich in den 1990er die Frage, wie weit das Land sich in Europa integrieren kann, ohne seine wunderbare Eigenständigkeit zu verlieren.
Als Zahlungsmittel wurde der Euro 2002 in Spanien eingeführt, er löste damit die Peseta als Währung des Landes ab.
Mit der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007 gerät auch Spanien in den Abwärtsstrudel. Die für Spaniens Wirtschaft so herausragend wichtige Bauwirtschaft kollabiert. Spanien wird in Europa ein ernster Problemfall und kämpft verzweifelt gegen einen sich anbahnenden Staatsbankrott. Als viertgrößte europäische Wirtschaftskraft, ist das Land heute hochverschuldet und leidet europaweit unter der höchsten Arbeitslosigkeit, die vor allem die jungen Leute unter 25 Jahre betrifft. Oft hochqualifiziert haben mehr als 45% von ihnen keine Arbeit und keine Perspektive. Viele haben ihr Land bereits verlassen oder planen es zu verlassen.
Spanien steht Ende des Jahres 2011 vor seinen größten Herausforderungen seit der Franco-Zeit. Bei den Parlamentswahlen am 20. November 2011 (Wahlbeteiligung knapp 72%) konnte die konservative Volkspartei "Partido Popular"(PP) mit 44,62% das beste Ergebnis ihrer Geschichte erlangen. Sie konnte 186 von insgesamt 350 Sitze für sich gewinnen und erreichte damit die absolute Mehrheit. Neuer Ministerpräsident wurde am 21. Dezember Mariano Rajoy Brey (PP). Rajoy steht uneingeschränkt hinter der US-amerikanischen Politik und war auch für den Irak-Krieg. Weitere harte Sparmaßnahmen wird die spanische Bevölkerung über sich ergehen lassen müssen. Und es ist nicht absehbar, ob und wie Spanien aus der Krise hervorgehen wird.
Die von Zapatero angeführte sozialdemokratische Partei (PSOE) verlor ein Drittel ihrer Mandate und erzielte das schlechteste Ergebnis seit 1975. Den Sozialdemokraten konnte die Bevölkerung mehrheitlich kein Vertrauen mehr entgegenbringen - zu groß sind die Enttäuschungen. Eher scheint es so zu sein, dass sich viele Menschen etwas jener Ordnung aus längst vergangenen Tagen wünschen, als Spanien noch Spanien war. Doch ob die Partido Popular die romantischen Erwartungen erfüllen wird ? Während ihrer Regierungszeit in den Jahren von 1996 bis 2004 hatte die Volkspartei bereits enttäuscht.

Die Menschen

Spaniens Bevölkerung hat sich seit 1900 mehr als verdoppelt. Sie konzentriert sich vor allem auf die Großstädte und zunehmend auch auf die freundlicheren Küstenregionen. Allein im Großraum Madrid mit fast fünf Millionen Menschen und im Agglomerationsbereich von Barcelona mit rund 1,5 Millionen lebt etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Wer dagegen das spanische Binnenland durchfährt, hat oft das Gefühl, ein leeres Land zu durchqueren: Auf langen Strecken gibt es nur weit auseinanderliegende, winzige Dörfer und ab und zu ein kleines Städtchen. Nur 78 Einwohner kommen in Spanien auf den Quadratkilometer, in den ausgedehnten Hochflächen des Landeszentrums sind es - die Region Madrid ausgenommen - weniger als 30.
Vor allem in den 1960er Jahren, als Spanien einen anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung erlebte, setzte eine große innere Wanderungsbewegung aus den verarmten ländlichen Gebieten in die Industriezentren ein: Architektonisch abstoßende Neubauviertel zeugen in fast allen Großstädten von den oft allzu eilfertig unternommenen Maßnahmen zur Beschaffung von Wohnraum. An vielen Orten wurde durch die damit einhergehende Bauspekulation viel von der alten Substanz der Städte zerstört. Umso mehr Menschen versuchen sich heute im Gefolge der ökonomischen Aufwärtsentwicklung ein Eigenheim in den Außenbezirken der Städte zu sichern. Mit der Verstädterung - in nur 7% der rund 8000 selbständigen Gemeinden leben über drei Viertel der Bevölkerung - ging auch viel vom Eigencharakter der einzelnen Landesteile verloren.
Millionen von Spaniern verließen im 20. Jahrhundert auf der Suche nach reicheren Gefilden als "Gastarbeiter" das Land. Nicht wenige kamen in den 1990er Jahren angesichts des Wirtschaftsaufschwungs wieder zurück in ihre angestammte Heimat.
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt in Spanien höher als in den meisten anderen Ländern Europas: Sie beträgt 82 Jahre für Frauen und 75 für Männer. Dennoch sind die Spanier kein "altes" Volk: Starker Nachwuchs sorgte noch bis Ende der 1970er Jahre für eine Verjüngung der Bevölkerung. Dieses freilich hat sich seit etwa 1980 entscheidend verändert, denn die traditionelle Familie mit ihrer großen Kinderschar erscheint heute mit dem Streben nach Wohlstand und freier Persönlichkeitsentfaltung wie mit der Übervölkerung der Städte nicht mehr vereinbar: Spaniens Frauen bringen heute nur noch durchschnittlich 1,5 Kinder zur Welt. Mit Beginn der Rezession ab 2008 ging die Geburtenrate weiter zurück. Auch werden die Frauen, die sich für ein Kind entscheiden, immer älter. So liegt das Durchschnittsalter für erstgebährende Frauen im Jahr 2011 bereits bei über 30 Jahren, was zur Folge hat, dass es meist bei dem einen Kind bleibt. Selbst bei den Immigranten-Frauen geht die Geburtenrate zurück.

Die regionalen Volksgruppen
In Spanien, das im Mittelalter aus mehreren Völkern zusammenwuchs, war der Regionalismus immer stark ausgeprägt, und viele der originalen Gebietsteile haben sich auch ihre spezifische Eigenart und ihre Traditionen bewahren können.
Deshalb sind jedoch noch lange nicht alle Galicier zurückgebliebene Kleinbauern oder auch gelehrte Poeten, ebensowenig wie alle Basken gute Köche oder fanatische Bombenleger sind, wie es nach den gängigen Einstufungen scheinen möchte. Auch sind nicht alle Katalanen Geizkragen oder auch nur tüchtige Geschäftsleute. Zwar sind viele Andalusierinnen "glutäugig", wie andere Spanierinnen auch - mit Ausnahme eines beachtlichen Anteils an blauäugigen Blondinen von der Nordküste.
Und es sind nicht alle Andalusier Stierkämpfer und Flamenco-Tänzer oder verträumte Phantasten: Die "verträumten" Herumsteher auf den Marktplätzen der andalusischen Landstädte sind meist Tagelöhner, die auf eine Gelegenheit für einen bescheidenen Verdienst warten.
Die neuen Regierungen seit 1975 mussten nach dem rigorosen Zentralismus der Franco-Zeit den Eigenarten der "Völker" an der Peripherie des Landes mit der Gründung von autonom verwalteten Regionen Rechnung tragen. Vor allem die Gebietsteile mit ursprünglich eigenen Sprachen hatten eine solche Autonomie verlangt - oder gar ihre Unabhängigkeit. Und allein durch den Terror der baskischen Separatisten der ETA - die Abkürzung steht für "Baskenland und Freiheit"- kamen bisher rund 850 Menschen ums Leben.
Nicht konfliktfrei, aber doch zunehmend erfolgreich, ist heute die Wiedereinführung der Regionalsprachen, deren Gebrauch während des Franco-Regimes verboten war.
Vor allem das schon immer weitverbreitete Katalanische hat sich wieder durchgesetzt. Doch auch das schwierige Baskisch findet zunehmend Anhänger, während das dem Portugiesischen verwandte Galicische, das in vergangenen Jahrhunderten die Sprache der Poeten war, trotz aller Sprachpflege eher nur als Volksdialekt weiterexistiert.
Kommt auch das Arabische wieder auf, das während der Maurenherrschaft zum Kastilischen einen guten Teil seiner Vokabeln beitrug? Heute leben wieder Zehntausende von Arabern - vor allem aus Marokko - in Spanien, wenn auch meist als illegale Einwanderer. Immerhin stellen sie einen beachtlichen Anteil unter den Hunderttausenden von Fremden, die mit oder ohne gültige Erlaubnis im Land weilen und unter denen besonders die Souvenirhändler aus Schwarzafrika auffallen. Genaue Zahlen gibt es nicht. 1999 hatten sich rund 460.000 Ausländer mit offizieller Aufenthaltsgenehmigung niedergelassen.
Wichtig sind dabei für Spanien die Tausende von Technikern und Managern, die für Firmen aus der EU oder auch aus Japan und den USA arbeiten. Auch einige tausend amerikanische Soldaten sind im Land stationiert. Hinzu kommt eine wachsende Zahl von mehr oder weniger wohlhabenden Rentnern und "Aussteigern", die in den Feriensiedlungen für den größeren Teil des Jahres einen Platz an der Sonne sucht.

Im Jahr 2003 waren es bereits 1.646.011, deren Zahl sich bis 2007 noch einmal verdreifacht hat.

Im Mai 2011 leben in Spanien etwa 1,5 Millionen Muslime. Nun hat sich die erste islamische Partei in Europa gegründet: PRUNE (Partei Renaissance und Einheit Spaniens).

Spanien

Die Fiesta

Der Tourist, der Spanien zum ersten Mal besucht, wird sicherlich über den unersättlichen Hunger des Landes nach Festen, den "Fiestas", erstaunt sein, die sich durch einen Grad von Ausgelassenheit auszeichnen, der in anderen europäischen Ländern nicht seinesgleichen findet. Sie sind seit langem Bestandteil des spanischen Lebens, und Richard Ford, ein Engländer, der das Land in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts bereiste, stand nicht allein mit der Frage, wie es den Spaniern gelingt, ihren Lebensunterhalt zu erwerben, da "jeder Tag ein Feiertag zu sein scheint".
Über das ganze Jahr hinweg findet irgendwo in Spanien ein größeres Fest statt. Die Eigenarten dieser Feste unterscheiden sich jedoch regional beträchtlich: Die Fiestas von Katalonien und Valencia zeichnen sich durch unzählige Feuerwerke und Freudenfeuer aus; in Andalusien, im Süden, wirbeln die Pünktchenkleider zum Klang der Kastagnetten und Gitarren. Andalusien ist wohl Spaniens festseligste und, in mancher Hinsicht, "typischste" Region.
Der jährliche Reigen spanischer Feste beginnt im Februar mit Karnevalsveranstaltungen in vielen Städten, vor allem in der andalusischen Hafenstadt Cádiz. Hier sind die Straßen voller bunt kostümierter Menschen, die historische Ereignisse auf humorvolle Weise nachspielen. Ihr Humor ist meistens von Respektlosigkeit gegenüber der Obrigkeit gekennzeichnet. Es kann daher nicht überraschen, dass Karnevalsveranstaltungen während der Zeit der Franco-Diktatur gänzlich verboten waren.

Die Karwoche
Fröhlichkeit und Ausgelassenheit der Karnevalsveranstaltungen weichen zu Ostern den eher ernst begangenen Feierlichkeiten der "Semana Santa" (Karwoche). In Spaniens Karprozessionen - den bekanntesten und eindrucksvollsten in Europa - kommen in der Feier vom Tod und der Auferstehung des Herrn und dem Leiden der Jungfrau Maria deutlich die frohen und düsteren Züge des spanischen Wesens zum Vorschein.
Diese Feiern sind allerdings regional recht unterschiedlich, doch zieht bei den meisten eine lange Reihe von "Büßern" mit: Männer und Knaben in Umhängen und spitzen Hüten, ähnlich denen des Ku-Klux-Klan in Amerika. Einige dieser Büßer nehmen aus aufrichtiger Bußfertigkeit teil, barfuß und mit schweren Kreuzen beladen (früher trugen sie sogar Ketten und geißelten sich); andere hingegen gehen einfach aus Spaß an der Verkleidung mit. Feinere Details der Karprozession, wie die genaue Art der Kleidung oder des Tragens eines der Heiligenbilder, mögen dem Touristen wenig bedeuten; die reine Freude am Schauspiel jedoch und die Verwandlung einer ganzen Stadt in ein riesiges, mit Tausenden von Darstellern bevölkertes Bühnenbild wird aber immer einen bleibenden Eindruck beim Betrachter hinterlassen.

In Sevilla, wo die Karwoche prächtiger als an jedem anderen Ort Europas begangen wird, ist Ostern erst mit dem Beginn der Feria vorüber. Sevillas Feria - die berühmteste Spaniens - geht auf einen mittelalterlichen Pferde- und Viehmarkt zurück. Heute ist sie eine einwöchige Festivität, die in farbenprächtigen Zelten stattfindet. Die Frauen Sevillas, die sich seit alters benachteiligt fühlen, da es ihnen nicht erlaubt ist, während der Karwoche Büßer darzustellen, putzen sich mit farbenfrohen Flamenco- oder Zigeunerkostümen heraus, zu denen lange Schleppen, kleine Punktmuster und Seidenschals gehören. In den Zelten reißen Gesang und Tanz nicht ab, wobei reichlich Sherry getrunken wird. Trotzdem wird man kaum Grobheiten erleben, da man in Sevilla der Meinung ist, dass Frohsinn und gutes Benehmen einander nicht ausschließen.

Der Stierkampf
Ein wichtiger Bestandteil der Feria in Sevilla ist der Stierkampf, eine Veranstaltung, in der die spanische Liebe zum Ritual überdeutlich hervortritt. Viele Ausländer, wie der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway, waren und sind von der Schönheit dieses Schauspiels, von dem Wagemut und der Gewandtheit seiner Akteure begeistert; eine gleichgroße und auch steigende Zahl von Spaniern verurteilt ihn als rohe Schlächterei und fordert seine Abschaffung.

Die Hauptanziehungskraft des Stierkampfs beruht auf dem Gepränge und den Ritualen des Ereignisses, dem Treiben auf den Rängen, der Farbenpracht der Kostüme und dem Spiel der Kapelle während der Höhepunkte. Zuweilen jedoch gibt es Momente von reinem, unerklärlichem Zauber, wenn der Matador, dessen Aufgabe es ist, den Stier zu töten, eine außergewöhnlich elegante oder wagemutige Bewegung ausführt und dabei das Publikum begeistert.

Das Parlament von Katalonien hat am 28. Juli 2010 die Abschaffung des Stierkampfes (Corrida) beschlossen. Das Verbot soll ab dem 1. Januar 2012 gelten. Sollte es zur Durchsetzung des Beschlusses kommen, wäre dies das erste Verbot der Corrida auf dem spanischen Festland.

Die Kanarischen Inseln haben den Stierkampf 1991 als erste Region in Spanien verboten.

Am Sonntag, den 25. September 2011, fand in der Arena "La Monumental" (Barcelona) der letzte Kampf statt.

Tierquälerei: "Klavierspielen"

»Warum nur sind Menschen bereit, Tiere sinnlos zu quälen? Es sind aber nicht nur Stiere, die in Spanien unvorstellbare Qualen erleiden müssen. So sagt z.B. eine Statistik aus, dass alle 18 Minuten ein Greyhound getötet wird.
Die typischen spanischen Windhunde, wie z.B. der Galgo Espanol oder Podenco, die jedes Jahr zu Tausenden für die Hasenjagd produziert werden, werden in der Regel nach 3-4 Jahren ausrangiert. Und das bedeutet, dass die Tiere getötet werden. Eine sehr alte Tradition ist das Aufhängen der Hunde. Die Hinterläufe berühren dabei den Boden, so dauert der Todeskampf manchmal mehrere Tage. Übersetzt ins Deutsche heißt die Tradition "Klavierspielen". [...]«
Aus: derwesten.de, Leben und Sterben der Windhunde, 16.10.2008

Pilgerreise in die Vergangenheit
Von allen Festen Spaniens ist vermutlich die Pilgerfahrt nach El Rocío das bemerkenswerteste. Sie findet zu Pfingsten statt, nur kurze Zeit nach der Feria von Sevilla. El Rocío, ein einsam gelegener Weiler, etwa 96 km von Sevilla entfernt, liegt an einem Ort, an dem im Mittelalter ein wundertätiges Bild der Jungfrau Maria zum Vorschein gekommen sein soll. Noch früher scheint die Gegend bereits Zentrum eines Fruchtbarkeitskultes gewesen zu sein. Heute reisen Pilger in Flamencokostümen aus allen Teilen Spaniens nach El Rocío, wobei viele ihre Habseligkeiten in ochsenbespannten Wagen transportieren, die denen des amerikanischen Wilden Westens gleichen.

El Camino del Rey - Der Königsweg

Dieser Weg - einer der gefährlichsten der Welt - befindet sich im bekannten Bergsteigergebiet von El Chorro, in Andalusien. Der von Arbeitern gebaute Weg verbindet den Chorro mit den Gaitanejo Fällen und diente als Transportweg.


Die Festlichkeiten weisen Züge sowohl der Karwoche als auch der Feria auf und vereinen harmonisch religiöse und weltliche Elemente. Hier verlässt man die alltägliche moderne Welt, um in einer unvergleichlichen Dünen- und Marschlandschaft eine schlaflose Woche voll ununterbrochener Aktivität zu erleben. So ist es denn schwer, nach solch einer Erfahrung zur Realität zurückzufinden.
Zum Glück für die Freunde der Fiesta lässt Spanien wenig Zeit zu ernsthafter Reflektion. Jetzt kommen die Sommermonate und mit ihnen viele Festveranstaltungen im ganzen Land. Kein Wunder, dass die Spanier manchmal von dem Gefühl beschlichen werden, zu ihrem Vergnügen zu leiden.

Entwicklungen

2020: Corona - SARS-CoV-2 - Covid-19 - Pandemie
Aufgrund einer globalen Pandemie, ausgelöst durch den sogenannten "neuen Virus" Covid-19 (Coronavirus) werden ab 2020, beginnend in der chinesischen Region Hubei und ab März u.a. in Europa und den USA die Bürgerrechte massiv eingeschränkt. Es gibt Grenzschließungen, Reisebeschränkungen, Ausgangssperren, Bewegungseinschränkungen, Kontaktverbote, Aufrufe zur Einhaltung eines Sicherheitsabstandes zum nächsten Menschen von 2 Metern, entsprechende Markierungen in Supermärkten, Gesichtsmaskenpflicht, Aufrufe "Wir bleiben Zuhause" usw..
Spanien wurde von der Coronavirus-Pandemie besonders schwer getroffen. Ab dem 9. März gab es die ersten Schutzmaßnahmen in der Region Madrid. Am 13. März rief die Regierung für ganz Spanien den staatlichen "Alarmzustand" inklusive einer landesweiten Ausgangssperre aus (seit dem 2. MAi dürfen Erwachsene für eine Stunde am Tag zu bestimmten Uhrzeiten das Haus verlassen). Das öffentliche Leben ist seitdem stark eingeschränkt.
Nach offiziellen Angaben haben sich bis zum 13. Mai knapp 223.000 Menschen mit dem Virus infiziert, 27.104 sind angeblich daran gestorben.
Für das Land und die Menschen bedeuten diese harten Maßnahmen eine schwere Katastrophe. Die Wirtschaft des Landes bricht ein, Millionen Menschen verlieren ihre Arbeit. Wer Lebensmittel einkaufen will, soll Waren im Wert von mindestens 30,00 Euro kaufen, damit das Haus nicht so oft verlassen werden muss.
Goldman-Sachs prognostiziert einen Rückgang der Wirtschaft um mehr als 20%. Mehr als 200 Milliarden Euro wird Spanien an Kredite zum Anschub des Lebens nach der Krise benötigen.
Fast 400.000 Strafanträge wegen Nichtachtung der Ausgangssperre wurden bis Ende April gestellt. Mehr als 3.700 Menschen wurden bislang festgenommen.
Spanien, das Land mit den zweitmeisten Touristen der Welt, wird bis mindestens Ende Juni keine Touristen einreisen lassen.

Seit Anfang September 2020 gilt Spanien als Risikogebiet. In zahlreichen Regionen gelten wieder verschärfte Regeln.

Siehe auch:  Vogelgrippe - Schweinegrippe - Corona

Am 1. Juni 2018 wurde Rajoy im Rahmen eines Misstrauensantrags seines Amts enthoben, neuer Regierungschef wurde der Wirtschaftswissenschaftler Pedro Sánchez, der bis dahin Parteivorsitzender des Partido Socialista Obrero Español (PSOE) war.

Oktober 2016: Der rechte Flügel der PSOE toleriert eine Minderheitsregierung unter Rajoy
Einer Regierungsbildung von PSOE und Podemos stand der rechte Flügel der PSOE im Wege. Hier wollte man lieber eine Regierung unter Rajoy (Partido Popular / PP) tolerieren. Schließlich war der Druck auf den linken Flügel so groß, dass Pedro Sánchez am 1. Oktober von seinem Amt als Parteichef zurücktrat und damit den Weg frei machte für eine weitere Amtszeit von Mariano Rajoy.
Nach dem Rücktritt von Sánchez übernahm Javier Fernández Fernández vorübergehend das Amt des Parteichefs. Er tritt für die Tolerierung einer Minderheitsregierung von Rajoy ein. Damit wird die PSOE auch für die Fortsetzung der Austeritätspolitik stimmen müssen, die in den vergangenen Jahren viele Menschen in die Armut gezwungen hat. Mit der Duldung einer PP-Regierung duldet sie auch die erlassenen Eingriffe in die Bürgererechte (siehe Knebelgesetz "ley mordaza"). Gegen diese aktuelle Partei-Entwicklung protestierten Hunderte PSOE-Mitglieder.
Am 29. Oktober war es dann soweit. Das spanische Parlament stimmte mehrheitlich für Mariano Rajoy als Ministerpräsident, bei verabredeter Stimmenthaltung der PSOE. Wenngleich Spanien nach 10 Monaten wieder eine ordentliche Regierung hat, wird die Regierungsarbeit der PP schwierig sein. Als Minderheitsregierung ist man bei wichtigen Entscheidungen auf die Zustimmung der Opposition im Parlament angewiesen.

26. Juni 2016: PP gewinnt bei Neuwahlen hinzu - Regierungsbildung weiterhin schwierig
Die konservative PP unter Rajoy kam auf 33,03%, die PSOE auf 22,66%, Podemos kam auf 21,10%, Ciudadanos rutschte auf 13,05%. Auch mit diesem Ergebnis gestaltet sich eine Regierungsbildung schwierig.

3. Mai 2016: König löst das Parlament auf
Da es bis zum 2. Mai zu keiner Regierungsbildung kam, hat König Felipe VI. am 3. Mai das Parlament aufgelöst und Neuwahlen für den 26. Juni angesetzt. Wenigstens für die Zeit nach der Franco-Diktatur ab 1975 kann gesagt werden, dass es bislang noch nie eine Wahlwiederholung geben musste.

Dezember 2015 / April 2016: Immer noch keine Regierung
Bei den Wahlen am 20. Dezember 2015 gewann die Linkspartei Podemos 20,66% der Stimmen und wurde damit drittstärkste Partei des Landes. Die Partido Popular (PP) ist mit 28,77% noch stärkste Partei, obwohl sie im Vergleich zu 2011 rund 16% der Stimmen einbüßte (44,62% 2011) und damit die absolute Mehrheit verlor. Zweitstärkste Parte ist die Partido Socialista Obrero España (PSOE) mit 22,1%.
Ein Regierungsbündniss der PSOE mit der liberalen Partei Ciudadanos (13,93%) wird von der Basis der Podemos abgelehnt. Man sei hier mehrheitlich für ein eigenes Bündnis mit der PSOE.
Sollte bis zum 2. Mai kein Regierungsbündnis stehen, muss das Parlament aufgelöst und eine Neuwahl angesetzt werden.

März 2015: Arbeitslosigkeit und "Mülljobs"
Im März 2015 lag die Arbeitslosigkeit bei 23,7 Prozent (4,45 Millionen Menschen) - ein leichter Rückgang um 2,1 Prozent zum Vorjahr. Mit 53 Prozent Arbeitslosigkeit der jungen Bevölkerung (unter 25 Jahren) ist die Situation immer noch bedrückend. Neu geschaffene Arbeitspläte sind in der Regel schlecht bezahlt und zeitlich befristet - als "Trabajos de basura" (Mülljobs) werden diese Arbeitsplätze bezeichnet.

November 2014: 30% der Katalanen stimmen für die Unabhängigkeit von Spanien
Rund 1,7 Millionen Menschen der 2,2 Millionen Wähler (80%) von rund 5,4 Millionen wahlberechtigten Katalanen haben sich bei der symbolischen Volksbefragung am 9. November zur Unabhängigkeit Kataloniens für die Abspaltung ihrer Region von Spanien ausgesprochen.
Eigentlich hätte an diesem Sonntag eine offizielle Volksbefragung zur Unabhängigkeit Kataloniens stattfinden sollen, diese wurde jedoch kurzerhand vom spanischen Verfassungsgericht verboten.
Seit 2006 besitzt Katalonien »[...] wieder ein Autonomiestatut mit erweiterten Kompetenzen. Das jedoch reicht den Katalanen bei Weitem nicht. Immer wieder werden die enormen Transferzahlungen nach Madrid bemängelt, welche die Kassen leerspühlen und die Region finanziell stark belasten. Dem soll endlich ein Riegel vorgeschoben werden.[...]«
Zitat: iknews.de, Katalonien: In Europas gemeinsamem Haus brennt es lichterloh. 10. Nov. 2014

Oktober 2014: Demonstrationen und Proteste in ganz Spanien
Ob gegen Sparmaßnahmen, geplante Ölbohrungen oder Unabhängigkeit der Katalanen, es ist unruhig in Spanien. Am 19. Oktober demonstrierten mehr als 100.000 Menschen für die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien... Studierende haben zwischen dem 28. und 31. Oktober zu einem 72-stündigen Streik aufgerufen, es gibt 43. Demonstrationen in ganz Spanien gegen das umstrittene Bildungsgesetz LOMCE, das der Katholischen Kirche wieder mehr Einfluss in den Schulen geben soll (die Note des Fachs Religion soll wieder versetzungsrelevant sein).

19. Juni 2014: Ein neuer König für Spanien: Felipe VI.
Anfang 2014 sprachen sich mehr als 60 Prozent der Spanier dafür aus, dass Juna Carlos abdanken sollte. Am 2. Juni 2014 war es dann soweit. Juan Carlos legte nach 39 Jahren sein Amt überraschend nieder. In einem Eilverfahren stimmte das Parlament einer Verfassungsänderung zu, wonach es dem Monarchen nun möglich ist, vorzeitig von seinem Amt zurückzutreten.
Am 19. Juni 2014 wurde der 46-jährige Kronprinz Felipe (*30. Januar 1968) als König Felipe VI. gekrönt.
»[...] Felipe VI. wurde am 30. Januar 1968 im Madrider Krankenhaus Clínica de Nuestra Señora de Loreto geboren. Am 8. Februar 1968 wurde er im Zarzuela-Palast durch den damaligen Erzbischof von Madrid, Monseñor Casimiro Morcillo, getauft. Taufpaten waren sein Großvater, der Graf von Barcelona Juan de Borbón y Battenberg, sowie seine Urgroßmutter, die Königinwitwe Victoria Eugénie von Battenberg.[...]«
Zitat: de.wikipedia.org, Felipe VI.
Siehe auch:  Monarchie in Großbritannien - Philip Mountbatten (anglisierter Name von Battenberg)

November 2013: Spanien verlässt den EU-Rettungsschirm zum 1. Januar 2014. Zur Sanierung von Banken hatte Spanien im Juni 41 Milliarden Euro über das EU-Programm erhalten. In Spanien hofft man nun auf frische Investoren.

Alles Terroristen
November 2013 / Juli 2015: "Gesetz zum Schutz der Sicherheit der Bürger". Der Entwurf dieses Gesetzes mit 55 Artikeln zur Regelung der öffentlichen Sicherheit führt 16 neue Straftaten im Zusammenhang mit Demonstrationen und Streiks auf. Teilnehmern an friedlichen Demonstrationen drohen nun hohe Geldstrafen bis zu 600.000 Euro (vor dem Parlament, Abgeordnetenhaus, dem Senat oder vor Regionalparlamenten), wenn die Demonstrationen zuvor nicht genehmigt wurden. Gleich hohe Strafen sind auch für jene vorgesehen, die über Facebook oder Twitter zu solchen unerlaubten Protesten aufrufen. Des weiteren gibt das Gesetz den Sicherheitskräften die Möglichkeit, Demonstranten zu kontrollieren und ihnen das Fotografieren der Polizei zu verbieten. Demonstranten, die die öffentliche Ordnung mit Gewalttaten stören und dabei, um unerkannt zu bleiben, ihr Gesicht verdecken ("Vermummung"), drohen Geldstrafen bis zu 30.000 Euro. Für Straftaten, die von Kindern begangen wurden, werden nun die Eltern haftbar gemacht. Hausbesetzungen (sogenannte "Escrache") werden zur Straftat. Wer Polizisten beleidigt und bedroht muss mit Strafe rechnen. Kleine Diebstähle unter einem Wert von 400 Euro, galten bislang als mindere Delikte, nun Gefängnis von 6 bis 18 Monaten. Auch die illegale Nutzung von Wasser und Strom wird nun bereits ab dem ersten Cent zum Vergehen - zuvor lag die Grenze bei 400 Euro. Das neue Gesetz soll auch die Regeln für Prostitution verschärfen (Verbot vor Schulen).
Gegen dieses Gesetz formiert sich bereits ein breiter Widerstand in der Bevölkerung. »[...] Premierminister Mariano Rajoy versuchte am Mittwoch vor dem Parlament zu beruhigen. Das Gesetz "stelle die Freiheit und Sicherheit der Bürger sicher", sagte er. Die Abgeordneten könnten das Gesetz diskutieren und Argumente austauschen, wenn es ins Parlament eingebracht werde. Dort allerdings hat seine Volkspartei PP die Mehrheit und könnte das Gesetz problemlos verabschieden - wenn der Entwurf denn in dieser Form vom Kabinett überhaupt verabschiedet wird.[...]«
Zitat: www.spiegel.de, Spaniens Aktivisten fürchten harte Strafen für Spontan-Demonstranten, 20.11.2013.

1. Juli 2015: Das "Gesetz zum Schutz der Sicherheit der Bürger" (von Teilen der Bevölkerung auch als "Maulkorbgesetz" oder "Ley Mordaza" beschimpft) ist mit dem 1. Juli 2015 inkraft getreten. Kritiker meinen, Spanien sei wieder jener Polizeistaat, wie einst unter Diktator Franco. Die Polizei habe nun die Freiheit, selbst zu bestimmen, was eine Straftat und wer ein Straftäter ist. Bei der Verfolgung von Straftaten gebe es für die Polizei einen nahezu unbegrenzten Ermessensspielraum. Spanien sei nur noch auf dem Papier eine Demokratie.


Was auf Systemkritiker und Unruhestifter zukommt, dürfte klar sein.
Spanien, April 2012: Bis zum Sommer 2012 soll ein neues Gesetz den Aufruf zu und die Beteiligung an gewaltsamen Demonstrationen (hierzu zählt auch "passiver Widerstand") mit Terrorismus gleichstellen und Gefängnisstrafen von mindestens 2 Jahren ermöglichen. Wie es heißt, wolle man nicht mehr junge Leute ins Gefängnis bringen, man wolle nur, dass die Leute mehr Angst vor dem System bekommen und ihre Dreistigkeiten lassen...Es soll auch ermöglicht werden, dass Verdächtige in Untersuchungshaft genommen werden können.

Krise, Krise und kein Ende
Oktober 2013: Im Oktober 2013 lag die Arbeitslosigkeit offiziell bei 26,7%. Von den 16 bis 25-Jährigen sind 57,4% arbeitslos. Die EU-Kommission rechnet damit, dass die Arbeitslosigkeit in Spanien im Jahr 2015 noch bei rund 25% liegen werde.

26. April 2013: Im ersten Quartal 2013 sind 6.202.700 Millionen Spanier ohne Job (27,16%). Von den arbeitsfähigen Leuten zwischen 16 und 25 Jahren sind 57,22% ohne Arbeit, d.h. von dieser Personengruppe haben nur noch 717.900 einen Job (vgl. 1976, da waren noch mehr als 2,5 Millionen beschäftigt).

Ausbildung für junge Spanier in Deutschland
Das deutsche Ausbildungssystem ist in Spanien beliebt. Nun will Deutschland verstärkt junge Spanier u.a. bei ihrer Ausbildung unterstützen.

14. November 2012: "Tag des Zorns" - Generalstreik

Demonstrationen im September 2012: Am 16. September kam es wieder zu Groß-Demonstrationen in Madrid und anderen Städten. Millionen Menschen sind verzweifelt und protestieren gegen weitere Sparmaßnahmen, gegen die Regierung und gegen den Einfluss der EU-Troika. Die Arbeitslosigkeit stieg im Juli auf 25,1 Prozent. Bei den jungen Leuten bis 25 Jahren stieg die Arbeitslosigkeit auf ein neues Rekord: 52,9 Prozent.

Über die Groß-Demonstration vom 25.09. wollten die öffentlichen deutschen Medien nichts berichten. Dabei hatten sich an die 30.000 Menschen vor dem Parlament in Madrid versammelt. Die Demonstration wurde dann von Sicherheitskräften gewaltsam aufgelöst.

11. September 2012: Katalanen fordern eigenen Staat. In Barcelona gingen am katalanischen Nationalfeiertag 1,5 bis 2 Millionen Menschen auf die Straße, um einen eigenen Staat zu fordern. Der 11. September 1714 war der letzte Tag für Katalonien als unabhängiges Land.

Juni 2012: Die spanische Regierung hat dem Druck der EU nachgegeben und sich bereitwillig unter den "Rettungsschirm" begeben. Zunächst soll ein Kreditrahmen in Höhe von 100 Milliarden Euro zur Sanierung der spanischen Banken zur Verfügung gestellt werden. Damit verbunden, soll der spanische Staat weitere Sparmaßnahmen auf den Weg bringen. Noch berauscht vom Sieg der spanischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen/Ukraine, wird das Volk alles mehr oder weniger bereitwillig schlucken. Spanien ist Europameister, und das allein zählt.

Mai 2012: Die Krise spitzt sich zu. Die wichtigsten spanischen Banken wurden von den Rating-Agenturen Moody's und S&P herabgestuft. Es wird ein Zusammenbruch des spanischen Bankensystems befürchtet. Obwohl sich die spanische Regierung noch nicht unter den EU-Rettungsschirm begeben will, ist jetzt schon klar, dass Spanien die Krise nicht allein in den Griff bekommen kann. Am 31. Mai heißt es, dass Spanien mehr als 350 Milliarden EURO als Erste Hilfe benötigt. Es wird aber auch mittlerweile an den Finanzmärkten auf die Pleite und den EURO-Austritt Spaniens gewettet.
Immer mehr Spanier verlassen ihr Land, da es keine beruflichen Perspektiven gibt.

April 2012: 24,44% Arbeitslosenquote im 1. Quartal 2012. Mehr als 5,6 Millionen Menschen sind arbeitslos. Standard & Poors stuft das Rating von "A" auf "BBB+" herab, weitere Herabstufungen sind angekündigt.

Februar/März/April/Mai 2012: Hunderttausende protestieren gegen weitere soziale Einschnitte
In vielen Städten gehen hunderttausende Menschen auf die Straßen, um gegen weitere soziale Einschnitte zu protestieren. Die Macht der Gewerkschaften soll erheblich eingeschränkt, Arbeitgeber sollen künftig einseitig Löhne ihrer Arbeitnehmer senken dürfen und der Kündigungsschutz soll nahezu aufgehoben werden. Entlassungen würden für die Unternehmer damit auch billiger werden. Die Regierung verkündete, dass durch die jüngste Arbeitsmarkt-Reform viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden würden. Die Gewerkschaften und die sozialistische Opposition im Parlament glauben aber, dass es zu einer weiteren Vernichtung von Arbeitsplätzen kommen werde.

In Spanien wird für maximal 2 Jahre Arbeitslosengeld gezahlt, danach für ein halbes Jahr Sozialhilfe, dann: NICHTS MEHR. Immer mehr Menschen sind obdachlos. Jeder dritte Haushalt kommt mit seinem Einkommen nicht mehr aus. Jeder 4. gilt als armutsgefährdet.

13. Januar 2012: weitere Herabstufung auf "A"
Am 13. Januar 2012 hat die Rating-Agentur Standard & Poors das Rating um weitere 2 Punkte, von AA- auf A, herabgestuft.

Dezember 2011: Arbeitslosenquote liegt bei 23%
Im Dezember 2011 hat Spaniens Arbeitslosenzahl die 5 Millionen überstiegen. Ende Dezember 2011 waren 5,3 Millionen Menschen ohne Arbeit, das sind knapp 23 Prozent. Am Schlimmsten trifft es die jungen Leute zwischen 15 und 25, von denen 50 Prozent arbeitslos sind.

Im Oktober 2011 liegt die Arbeitslosenquote bei 21,2%. Spanien hat damit die höchste Arbeitslosenquote der gesamten Eurozone.

Oktober 2011: Kreditwürdigkeit auf "AA-" herabgestuft
Am 13. Oktober 2011 haben die Rating-Agenturen Fitsch und Standard & Poors Spaniens Kreditwürdigkeit weiter herabgestuft: von AA+ auf AA-. Gründe sind die hohe Arbeitslosigkeit (über 20% im Oktober 2011), angespannte finanzielle Bedingungen, die hohe Privatverschuldung und negative Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

27. Mai 2011: Gewaltsame Auflösung eines Protestcamps

Mai 2011: Protestwelle in ganz Spanien ("Spanische Revolution")
Seit Mitte Mai protestieren Zehntausende, vorwiegend junge Leute, gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit (offiziell: 21%) und die damit verbundene Perspektivlosigkeit, sie protestieren gegen schlecht bezahlte Jobs, unsichere Renten oder Bonus-Zahlungen für Banker, gegen Korruption und gegen die Sparprogramme. An mehr als 100 Orten (u.a. in den Städten Barcelona, Madrid, Sevilla) wurden Protestcamps eingerichtet. Die Menschen fordern außerdem dringend politische und soziale Reformen - wozu auch bezahlbare Wohnugsmieten gehören. Nach tagelangen Protesten hat der noch amtierende Regierungschef Zapatero am 20. Mai alle für das Wochenende (21./22.5.) geplanten Demonstrationen für illegal erklärt. Begründet wurde dieses Verbot - von dem sich eh niemand beeindrucken ließ - mit den am 22. Mai abgehaltenen Regional- und Kommunalwahlen, die mit großer Mehrheit von den spanischen Konservativen (PP) gewonnen wurden. Für die sozialistische PSOE von Zapatero war dies die schlimmste Niederlage aller Zeiten. Die Menschen wollen einen Politikwechsel. Spanien steckt in einer schweren wirtschaftlichen Rezession und hat in Europa die höchste Arbeitslosenquote, die im Mai 2011 offiziell bei 21,3 % liegt.

September 2010: Spaniens Städte pleite !

Benötigt Spanien Hilfe aus dem EU-Rettungsfonds ?
Am 11. Juni 2010 lesen wir dann in den Medien, dass Spanien voraussichtlich Hilfe aus dem erst im Mai beschlossenen 750 Mrd. schweren "EU-Rettungsfonds" (an dem sich Großbritannien natürlich nicht beteiligt) beanspruchen werde - nur wenige Tage nach dem Bilderberg-Treffen in Sitges.

Tagungsort für das Bilderberger-Treffen 2010 war Sitges (3. bis 9. Juni).

Mai 2010: Kreditwürdigkeit herabgestuft
Ende Mai 2010 wurde die Kreditwürdigkeit für Spanien von der Ratingagentur Fitch herabgestuft (von AAA auf AA plus).
Sollte die Durchsetzung angemahnter Reformen scheitern, drohe Spanien ein ähnliches Schicksal wie ► Griechenland ?

Bilderberger
Im Mai 2009 fand das Bilderberger-Treffen in Griechenland statt. Bald darauf eskalierte die Krise in Griechenland. Tagungsort für das Bilderberger-Treffen 2010 ist Spanien (Sitges) (3. bis 9. Juni).
Siehe auch:  Neue Weltordnung, Illuminati

Internationale Finanz- und Wirtschaftskrise: Spaniens Wirtschaft auf Talfahrt
November 2009: Arbeitslosenquote liegt bei 19,4%
Im November 2009 lag die Arbeitslosenquote in Spanien bei 19,4%. Überboten wurde diese Arbeitslosenquote in der EU nur noch von Lettland mit 22,3%.

Mit der Internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise (ausgehend von den USA ab 2007) ging es mit Spaniens Wirtschaft ab Frühjahr 2008 steil abwärts.
Spanien hat innerhalb eines Jahres die Hälfte der Arbeitslosen Europas geschaffen. Zwischen Februar 2008 und Februar 2009 hat die Europäische Union 3 Millionen Arbeitslose geschaffen, die Hälfte davon in Spanien. Zwischen März 2008 und März 2009 verloren 1,9 Millionen Menschen in Spanien ihre Arbeit. Spanien wurde mit seinen 4 Millionen Arbeitslosen (17,3%) zum Spitzenreiter in der Europäischen Union. Daniel Gros, Direktor des Centre for European Policy Studies (CEPS), führt das starke Anwachsen der Arbeitslosigkeit auf den Zusammenbruch der spanischen Bauindustrie und mit ihr verbundene Wirtschaftsbereiche zurück.

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1306 f.

www-Links

 Vogelgrippe - Schweinegrippe - Corona
 Neue Weltordnung
 Islam

Spanien