Slowenien

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Offizieller Name: Republik Slowenien
Hauptstadt: Ljubljana (Laibach)
Fläche: 20.256 km²
Landesnatur: Im N bewaldete Ausläufer der Kalkalpen, nach S in Hügelländer übergehend, die von Flußtälern und Becken aufgegliedert sind, im W verkarstete Gebirge
Klima: An der schmalen Adriaküste Mittelmeerklima, ansonsten schwach kontinentales Klima
Hauptflüsse: Save, Drau, Mur
Höchster Punkt: Triglav (2863 m) in den julischen Alpen
Regierungsform: Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 148 Gemeinden
Parlament: Staatsversammlung mit 90 Mitgliedern und Staatsrat mit 40 Mitgliedern; Wahlen alle 4 bzw. 5 Jahre
Nationalfeiertag: 25. Juni
Einwohner: 1.989.000 (1999); 1.992.690 (geschätzt für Juli 2013); ca. 2 Millionen 2019
Bevölkerungsdichte: 98 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 53% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 16% (1999)
Sprache: Slowenisch (87,7%), Kroatisch bzw. Serbisch oder Bosnisch u.a. Sprachen der Minderheiten
Religion: Katoliken ca. 57,8% , orthodoxe Christen ca. 2,3%, Muslime ca. 2,4% , Protestanten ca. 0,9%

Slowenien war als jugoslawische Teilrepublik schon immer anders als das übrige Jugoslawien und galt auch innerhalb der Föderation als Vorbild: Es war die am weitesten entwickelte Republik mit dem höchsten Lebensstandard. Mit knapp 2 Millionen Einwohnern stellte Slowenien zwar nur 9% der jugoslawischen Bevölkerung, erwirtschaftete jedoch fast 19% des Bruttosozialprodukts der Föderation und erzeugte 20% ihrer Industrieproduktion. Die Slowenen gelten als fleißig, korrekt, strebsam und werden vielfach als die "Preußen des Balkans" bezeichnet, was keineswegs immer positiv gemeint ist. Ihre Sprache, wenngleich dem Serbo-Kroarischen verwandt, aber dennoch eigenständig, bringt sie in natürliche Distanz zu den anderen südslawischen Völkern. Mit den Kroaten gemeinsam haben sie die Zugehörigkeit zur römisch-katholischen Kirche.
Neben der Bevölkerungsgruppe der Slowenen (83,06%), leben noch rund 35.000 Kroaten, 39.000 Serben/Montenegriner, 21.000 Bosniaken, 4.000 Mazedonier, 6.000 Albaner, 6.000 Ungarn, 3.000 Roma, 2.000 Italiener und 680 Deutschstämmige in dem Land.

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Geschichte

Slowenien war seit dem 14. Jahrhundert als Herzogtum Krain bis 1918 Teil des Habsburger Reiches. Der alpenländische Barock im westlichen Teil der Republik legt Zeugnis ab von Sloweniens österreichischer Vergangenheit, während im hügeligen Nordosten deutlich der ungarisch-pannonische Einfluß spürbar ist. Die istrische Küste hingegen lockt wegen ihres mediterranen Charakters zahlreiche Touristen an. Nach dem Zusammenbruch der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie im November 1918 erklärte sich Slowenien für selbständig und wurde Teil des "Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen". Angesichts des wachsenden italienischen Drucks in Richtung Istrien wie auch aus Furcht, vom österreichischen Nachbarn "germanisiert" zu werden, sah Slowenien in dem neu entstandenen jugoslawischen Staat die einzige Garantie für territoriale Integrität und nationale Identität. Das Motto lautete: "Lieber ein schlechtes Jugoslawien als gar keines!" Allerdings hatten die Slowenen damals nicht ahnen können, daß die zentralistische großserbische Politik des Königshauses ein gleichberechtigtes Nebeneinander der jugoslawischen Völker verhindern würde. Slowenien ging sogar seines Namens verlustig und wurde zum "Banat Drau" degradiert.

Im neuen sozialistischen Jugoslawien erhielt Slowenien, das um italienische Gebiete vergrößert wurde, den Status einer Teilrepublik; slowenische Politiker gehörten zu den wichtigsten politischen Vordenkern und Stützen des Tito-Regimes. In der Nach-Tito-Ära jedoch wurden die slowenischen Kommunisten zum Vorreiter politischer Reformen in Jugoslawien.
Ihre seit 1989 immer vehementer vorgetragene Forderung, die jugoslawische Föderation in einen losen Staatenbund unabhängiger Republiken zu verwandeln, brachte sie in direkten Gegensatz zur serbischen Parteiführung. Mit ihrem Austritt aus dem Bund der Kommunisten Jugoslawiens im Frühjahr 1990 leiteten die Slowenen nicht nur das Ende der kommunistischen Herrschaft in Jugoslawien, sondern letztlich auch den allmählichen Zerfall des jugoslawischen Staates selbst ein.

In den ersten freien Wahlen im April 1990 errang das oppositionelle Parteienbündnis Vereinigte Demokratische Union (Demos) die absolute Mehrheit im Parlament. Präsident Sloweniens wurde der Ex-Kommunist Milan Kucan, der am 22. April 1990 die Präsidentschaftswahlen gewann.
Nachdem sich bereits im Dezember 1990 rund 88% der Slowenen für die Selbständigkeit ihrer Republik ausgesprochen hatten, erklärte sich Slowenien am 25. Juni 1991 für unabhängig. Die jugoslawische Volksarmee intervenierte militärisch, mußte aber nach einem "Zehntagekrieg" abziehen. Der gescheiterte Versuch, den Zusammenhalt Jugoslawiens gewaltsam sicherzustellen, bestärkte die Slowenen in ihrem Entschluß, die Föderation zu verlassen.

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Der neue Staat

Die Trennung von Jugoslawien und der Krieg in Kroatien brachten dem Land, das sich 1991 eine parlamentarisch-demokratische Verfassung gab, 1991/92 einen Wirtschaftseinbruch und hohe Inflation, zwang es aber gleichzeitig zur raschen Umstellung auf die Marktwirtschaft. Die Einführung einer eigenen Währung 1991, Privatisierungen sowie weitere wirtschafts- und finanzpolitische Maßnahmen ließen Slowenien zum ökonomisch stärksten ostmitteleuropäischen Reformstaat und einem der ersten Kandidaten für eine Mitgliedschaft in der EU werden.
Die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen erfolgte 1998. Am 1. Mai 2004 wurde Slowenien EU-Mitglied. Am 1. Januar 2007 wurde der Euro eingeführt.

Ljubljana

Die eindeutige Westorientierung ging einher mit der Klärung von Eigentumsansprüchen von im Jahr 1945 vertriebenen Italienern (1996) und der Klärung strittiger Grenzfragen mit Kroatien (1998). Die von einem instabilen Vielparteiensystem geprägte innenpolitische Szene wurde vom mehrmaligen Ministerpräsidenten Janez Drnovsek bestimmt, dem es immer wieder gelang, mit verschiedenen Partnern Koalitionen zu bilden (1992, 1997 und 2000).

Entwicklungen

2020: Corona - SARS-CoV-2 - Covid-19 - Pandemie
Aufgrund einer globalen Pandemie, ausgelöst durch den sogenannten "neuen Virus" Covid-19 (Coronavirus) werden ab 2020, beginnend in der chinesischen Region Hubei und ab März u.a. in Europa und den USA die Bürgerrechte massiv eingeschränkt. Es gibt Grenzschließungen, Reisebeschränkungen, Ausgangssperren, Bewegungseinschränkungen, Kontaktverbote, Aufrufe zur Einhaltung eines Sicherheitsabstandes zum nächsten Menschen von 2 Metern, entsprechende Markierungen in Supermärkten, Gesichtsmaskenpflicht, Aufrufe "Wir bleiben Zuhause" usw..
Auch Slowenien hat ab Mitte März Schutzmaßnahmen verordnet. Das öffentliche Leben ist eingeschränkt. Seit dem 11. Mai ist der öffentliche Personenverkehr wieder bedingt freigegeben. Insbesondere bestimmte Einreisebeschränkungen gelten über den 11. Mai hinaus.
Nach offiziellen Angaben haben sich bis zum 13. Mai knapp 1.500 Menschen mit dem Virus infiziert, 100 sind angeblich daran gestorben.

Siehe auch:  Vogelgrippe - Schweinegrippe - Corona

2015 - Flüchtlingskrise
Ab Herbst 2015 zogen rund eine halbe Million Flüchtlinge und Migranten durch Slowenien Richtung Deutschland und Nordeuropa. Die slowenische Regierung verabschiedete verschärfte Asylgesetze, errichtete einen Grenzzaun an der Grenze zu Kroatien und limitierte die Asylantragszahlen auf 50 Personen im Monat.

Mai 2013: Moody's stuft die Bonität von Slowenien auf Ba1 herab

Die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2007 hat auch Slowenien hart getroffen. Das Land leidet unter einer hohen Staatsverschuldung, Korruption und wirtschaftlicher Stagnation. Slowenien wird sehr wahrscheinlich finanzielle Hilfe vom "Europäischen Rettungsfonds" beanspruchen müssen, um seine angeschlagenen Banken und den unsicheren Finanzsektor zu stützen. Das würde dann bedeuten, dass Slowenien, wie zuletzt  Zypern, strenge Sparmaßnahmen beschließen müsste, was die derzeitige Regierung unter Ministerpräsidentin Alenka Bratusek verhindern will.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1294 f.

www-Links

 Neue Weltordnung
 Vogelgrippe - Schweinegrippe - Corona

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