Serbien und Kosovo

[Geschichte: Jugoslawien] [Serbien] [Kosovo] [Großserbische Politik] [Auflösung des Staatenbunds - Der Staat Serbien]
[Literatur] [www-Links]


Translate this page

Geschichte

Jugoslawien
Nach mehr als siebzig Jahren staatlicher Existenz ist das alte Jugoslawien an seinen inneren Gegensätzen zerbrochen.
Slowenien und Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien sind seit 1991/92 international anerkannte selbständige Staaten.Von den fast 24 Millionen Einwohnern des alten Jugoslawien sind mehr als 13 Millionen aus dem Staatsverband ausgeschieden. Serbien und das kleine Montenegro hingegen hatten eine Union gebildet, die sich "Föderative Republik Jugoslawien" nannte, die als letzter Rest von Jugoslawien jedoch am 4. Februar 2003 mit Parlamentsbeschluss des ehemaligen Bundesparlamentes aufgelöst und durch den losen Staatenbund zweier unabhängiger Staaten namens "Serbien und Montenegro" (Srbija i Crna Gora) abgelöst wurde. Im Juni 2006 hatte sich schließlich Montenegro aus dem Staatenbund gelöst und ein eigenständiger Staat - siehe:  Montenegro.
Die Vielfalt des alten Jugoslawien resultierte daraus, dass die nordwestlichen Landesteile - Slowenien, Kroatien und Dalmatien - jahrhundertelang zur Habsburger Monarchie gehörten, während Serbien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien Teil des Osmanischen Reichs waren. Diese Zweiteilung in einen westeuropäisch-katholisch-lateinischen Kulturkreis und in einen osteuropäisch-griechisch-orthodox bzw. islamisch geprägten Landesteil hatte tiefgehende Folgen. Ihren augenfälligen Ausdruck findet sie bis heute darin, dass Slowenen und Kroaten das lateinische Alphabet verwenden, während Serben und Mazedonier in kyrillischer Schrift schreiben (im Alltag ist auch die lateinische Schrift üblich).

Als Staats- und Parteichef Tito 1980 starb, hinterließ er ein Gebilde aus sechs Teilrepubliken und zwei autonomen Provinzen (Vojvodina und Kosovo), das von kollektiven Gremien geführt wurde. Schwerfällige Entscheidungsmechanismen, ein großes wirtschaftliches Gefälle zwischen den einzelnen Regionen, Rezession und sinkender Lebensstandard sowie das politische Verlangen nach Demokratie verstärkten die nach Souveränität strebenden Tendenzen innerhalb der "Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien". Die verantwortlichen Politiker in Serbien waren allenfalls bereit, Slowenien aus Jugoslawien zu entlassen. Nicht aber Kroatien und auch nicht Bosnien-Herzegowina, denn hier lebt eine recht große Anzahl von Serben. Angeblich zum Schutz dieser Minderheiten, in Wirklichkeit jedoch mit dem Ziel, einen möglichst großen Teil Jugoslawiens zu bewahren und der serbischen Vorherrschaft zu unterwerfen, entfesselte Serbien den Bürgerkrieg. Diese Politik, die zur internationalen Isolierung Serbiens in Europa und in der Welt führte, zerstörte schließlich das von Tito begründete Staatswesen.
Zum Hauptgegenspieler der beiden abspaltungswilligen Republiken entwickelte sich Serbien unter seinem Präsidenten Milošević (* 1941; † 2006). Serbien hatte im Frühjahr 1989 die beiden autonomen Provinzen Kosovo und Vojvodina unter Anwendung von brutaler Gewalt ihrer Autonomie beraubt. Aus serbischer Sicht musste der Zerfall Jugoslawiens vereitelt werden. Sollte jede der Republiken zum selbständigen Staat werden, hätte das die Dreiteilung der serbischen Nation zur Folge. 600.000 Serben lebten in Kroatien und 1,3 Millionen in Bosnien-Herzegowina. Als sich Slowenien und Kroatien am 25. Juni 1991 für unabhängig erklärten, besetzte die jugoslawische Bundesarmee Slowenien. Nachdem sie zum Rückzug gezwungen worden war, trug sie den Krieg nach Kroatien. Unterstützt von serbischen Freischärlern eroberte sie bis zum Dezember 1991 fast ein Drittel des kroatischen Territoriums. Nach der Unabhängigkeitserklärung von Bosnien-Herzegowina griff der Krieg 1992 auch auf diese Republik über. Serbien und Montenegro proklamierten im April 1992 eine neue "Bundesrepublik Jugoslawien". Erst 1995 kam es zur Unterzeichnung des Friedensabkommens von Dayton zwischen Serbien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina.
Die Bundesrepublik Jugoslawien blieb jedoch weiter infolge der rücksichtslosen Machtpolitik von Präsident Milošević isoliert; die diplomatische Anerkennung durch die EU-Staaten erfolgte erst 1996. Krieg, ausbleibende Reformen, mafiöse Strukturen und internationale Wirtschaftssanktionen, die 1995 nur zum Teil aufgehoben wurden, haben das Land verarmen lassen. Kennzeichen der jugoslawischen Wirtschaftslage waren eine ausgedehnte Schattenwirtschaft, hohe Geldentwertung und eine darniederliegende Industrie und Landwirtschaft, was einen Großteil der ländlichen Bevölkerung zur Selbstversorgung übergehen ließ. Außerdem stellten Hunderttausende von Flüchtlingen aus allen Regionen des früheren Jugoslawien das Land vor große Probleme.
Auf politischer Ebene gab es zwei Teilrepubliken Serbien und Montenegro mit eigenen Parlamenten, Regierungen und direkt gewählten Präsidenten. Das jugoslawische Staatsoberhaupt wurde von einem gemeinsamen Zweikammer-Parlament gewählt (1997-2000 Milošević). Innenpolitisch regierten Sozialisten und Nationalisten mit harter Hand; die allerdings zerstrittenen Oppositionsparteien wurden massiv benachteiligt, Menschen- und Bürgerrechte missachtet. Ab 1998 setzte sich die kleinere Teilrepublik Montenegro unter dem neu gewählten Präsidenten Djukanović von der serbischen Vormundschaft ab und steuerte einen eigenständigen wirtschafts- und finanzpolitischen Kurs. 1999 wurde die D-Mark als Parallelwährung neben dem jugoslawischen Dinar eingeführt. Dem entsprachen Versuche der jugoslawischen Staatsführung, den Einfluss Montenegros in den gesamtstaatlichen Institutionen zu schwächen.

1999: Der NATO-Krieg
Zunehmende Konfrontation zwischen serbischen Sicherheitskräften und Albanern ließen ab 1996 den Konflikt im Kosovo eskalieren. Die brutale Vertreibung der Albaner veranlasste die NATO 1999 zum militärischen Eingreifen. Internationale KFOR-Einheiten sichern seitdem den Aufbau einer zivilen Verwaltung im Kosovo und sorgen für Frieden. Schließlich wurde Ende 2000 Präsident Milošević von einer großen Protestbewegung aus dem Amt vertrieben, weil er seine Abwahl und den Sieg seines Kontrahenten Vojislar Koštunica in der vorangegangenen Präsidentschaftswahl nicht anerkennen wollte. Die Opposition übernahm die Regierung und Staatsführung in Serbien und Jugoslawien und leitete eine Demokratisierung ein. Das auf Selbständigkeit drängende und vom Westen unterstützte Montenegro boykottierte jedoch die faktisch nur noch auf dem Papier bestehenden gemeinsamen Staatsorgane. Im April 2001 wurde schließlich auf Drängen der westlichen Regierungen, vor allem der USA der frühere Präsident Milošević verhaftet. Er starb am 11.03.2006 in seiner Zelle in Den Haag.
Anmerkung:
»[...] Die Nato-Luftangriffe im Jahr 1999 haben möglicherweise tausende Krebstote in Serbien zur Folge gehabt. Das Verteidigungsbündnis habe bei seinen Bombardements nämlich Sprengsätze mit abgereichertem Uran eingesetzt, teilte der serbische Verband zur Krebsbekämpfung am Donnerstag (23. März 2016, d.Verf.), anlässlich des 17. Jahrestags der Luftangriffe in Belgrad, mit.[...]«
Zitat: Serbischer Verband: 10.000 Krebstote durch Nato-Bomben im Jahr 1999, 24.03.16

Otpor ... die "Pro-Demokratiebewegung" in Serbien
»Otpor! (..., dt. Widerstand!) war eine serbische Organisation, seit 2000 auch Partei, die bei politischen Umwälzungen in Osteuropa und der Kaukasusregion (Ukraine, Georgien) aktive Unterstützung von Oppositionsparteien und -gruppen leistete.[...] Otpor wurde in den 1990er Jahren u. a. durch Srda Popovic in Serbien gegründet.[...] Otpors Symbol ist die geballte Faust, die „als Symbol der Bewegung zum Identifikationszeichen der demokratisch orientierten Jugendlichen in Serbien“ gesehen wird. Wichtigen Einfluss auf ihre Entwicklung haben die Theorien Gene Sharps ("Von der Diktatur zur Demokratie", d.Verf.) genommen.[...]« Otpor war maßgeblich am Sturz von Milošević beteiligt.
Die ägyptische "Jugendbewegung des 6. April" ließ sich von Otpor zu den politischen Umwälzungen in Ägypten ab 2011 inspirieren. Zahlreiche Widerstandsorganisationen, natürlich mit unterschiedlichen Namen, haben sich seit 2000 aus Otpor heraus entwickelt. Finanziert werden ihre Aktivitäten teilweise oder ganz durch westliche Organisationen staatlichen und privaten Charakters. Bedeutende Finanziers sind u.a. das "National Endowment for Democracy" (US-Außenministerium), "Freedom House" (finanziert von der US-Regierung sowie vom "Demokratieförderfonds der Vereinten Nationen" und "Open Society Foundations" von George Soros - die "Open Society Institute International Renaissance Foundation" unterstützt insbesondere Pro-Demokratie-Bewegungen in  Russland und den früheren Sowjetrepubliken). Die Methode von Otpor und ihren Zweiggruppen ist überall gleich. Nach Gründung einer Gruppe in einem Staat, werden spektakuläre Aktionen veranstaltet, die in den westlichen Medien ausgestrahlt werden. Symbole mit Wiedererkennungswert werden verwendet, wie z.B. Rosen oder die Farbe Orange etc. Nach Wahlen wird sofort von Wahlmanipulation gesprochen, womit eine verstärkte Aufmerksamkeit in westlichen Medien erreicht wird. Dann folgen friedliche Proteste, die im Verlauf eskalieren können, bis man im günstigsten Fall Neuwahlen und den Sieg ihrer Gruppierung erreicht hat. Genauso lief es in der  Ukraine ab. Pora! (es ist Zeit) wurde 2003 gegründet und hatte erheblichen Anteil an der "orangefarbenen Revolution" 2004. Pora (hauptsächlich finanziert von der US-Organisation "Freedom House") unterstützt z.B. Wladimir Klitschko und die "Partei Reform und Ordnung". Auch Vitali Klitschko ist aktiver Pro-Demokrat. Seit 2010 ist er Vorsitzender der UDAR (Ukrainische demokratische Allianz für Reformen).
Zitat: de.wikipedia.org, Otpor

Siehe auch:  Neue Weltordnung

Geschichte
Das Land zwischen der Adria, dem Südrand der Alpen und dem Mittellauf der Donau ist seit der Steinzeit besiedelt; die um 6000 v. Chr. entstandene Siedlung Lepenski Vir ist das älteste Denkmal vorgeschichtlicher Kultur. In frühgeschichtlicher Zeit wurde das Gebiet von den indogermanischen Illyrern bewohnt. Sie waren als Krieger und Seeräuber bei den Griechen und Römern gefürchtet. Den Römern gelang es erst 168 v.Chr., nach wiederholten Kämpfen gegen die Illyrer, die gesamte Adriaküste unter ihre Kontrolle zu bringen. Bis zur Unterwerfung des gesamten Illyricums vergingen dann noch einmal 180 Jahre. Unter Augustus (68 v.Chr. bis 14 n. Chr.) wurde es in die römischen Provinzen Dalmatia und Pannonia aufgeteilt. Deren mehr und mehr romanisierte Bewohner bewährten sich vor allem im römischen Heer. Aus den illyrischen Elitetruppen sind viele der sogenannten Soldatenkaiser hervorgegangen, zu denen bedeutende Herrscher wie Aurelian (214-275), Diocletian (um 243-313) und Konstantin (280-337) zählen. Die Illyrer und Römer haben vielfältige Zeugnisse, in den Sprachen und kulturellen Überlieferungen aber nur wenige Spuren hinterlassen. Denn die illyrisch-römische Bevölkerung konnte sich gegen die Germanen, die im 5. und 6. Jahrhundert in das Illyricum einfielen, und die ihnen nachfolgenden Slawen nicht behaupten.
Nach langen, durch die Völkerwanderungen ausgelösten Wirren begann sich im 10. und 11. Jahrhundert eine neue Ordnung abzuzeichnen. Sie wurde durch die slawischen Stämme, die sich seit dem 6. Jahrhundert auf dem Balkan niedergelassen hatten, sowie im Norden durch das Deutsche Reich, das sich bis in den Golf von Venedig und dessen Hinterland ausdehnte, und im Süden durch das Oströmisch-Byzantinische Reich (Mazedonien, Südküste der Adria) bestimmt. Die Serben und Bulgaren, die in den angrenzenden Gebieten siedelten, wurden von der Ostkirche missioniert. Die Slowenen im deutschen Grenzherzogtum Kärnten und die südlich von ihnen lebenden Kroaten hatten dagegen den römisch-katholischen Glauben angenommen. Die Stammesgrenze zwischen Kroaten und Serben verwandelte sich so in eine Konfessionsgrenze und in eine kulturelle Grenze zwischen dem römisch-katholisch beeinflussten Westen mit lateinischer Schrift und dem griechisch-byzantinisch beeinflussten Osten mit kyrillischer Schrift.
Seit dem 10. Jahrhundert haben Kroaten, Serben und Bulgaren versucht, eigene Reiche zu bilden, die sich aber nicht festigen konnten. Das junge kroatische Reich geriet 1091 unter ungarische Herrschaft. Der Bildung bulgarischer Großreiche, die wieder zerfielen, folgte im 14. Jahrhundert die Bildung des Großserbischen Reichs. Unter Stephan IV. Dušan (1308-1355) reichte es von Belgrad bis zum Peloponnes. Keines der slawischen Reiche war den Türken gewachsen, die seit Mitte des 14. Jahrhunderts nach Europa vordrangen. Dagegen behielt Venedig, das seinen Handelsweg nach Osten durch die Besetzung von Teilen der dalmatinischen Küste und ihr vorgelagerter Inseln sicherte, die meisten seiner Erwerbungen. Viele Küstenstädte, so die mächtige Stadtrepublik Ragusa (Dubrovnik), wurden von der italienisch-venezianischen Stadtkultur geprägt.
1389 vernichteten die Türken in der Schlacht auf dem Amselfeld den serbischen Adel. 1459 war ganz Serbien in türkischer Hand. Seit 1526 kamen die größten Teile Kroatiens, einschließlich Slowenien, unter türkische Herrschaft. Erst den von Prinz Eugen (1663-1736) geführten habsburgischen Truppen gelang es, mit der Eroberung Belgrads die Türken 1717 wieder bis zur Save zurückzuschlagen. Südlich der Save hielten sich die Türken, bis sie 1877 durch die Niederlage im russisch-türkischen Krieg zum Rückzug gezwungen wurden. Serbien und Montenegro gewannen 1878 auf dem Berliner Kongress die Unabhängigkeit, Bosnien und die Herzegowina kamen an Österreich.
Erneut wurde die alte Stammes- und Konfessionsgrenze zur politischen Grenze. Die nationalen Unabhängigkeitsbewegungen ließen sich jedoch nicht mehr aufhalten. 1912 verbündeten sich Serbien, Montenegro, Bulgarien und Griechenland gegen die Türken und verdrängten sie aus Europa. Nach der Niederlage der österreichisch-ungarischen Monarchie und des Osmanischen Reichs im Ersten Weltkrieg kam die staatliche Neuordnung des Balkans zum Abschluss. Serbien behielt das zwischen Bulgarien und Serbien umstrittene Makedonien. Mit Montenegro, der Herzegowina, Bosnien, großen Teilen Dalmatiens und dem slowenischen Kärnten schloss es sich zum später Jugoslawien genannten "Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen" zusammen.
Jugoslawien war ein Vielvölkerstaat. Die darin angelegten Spannungen wurden durch die zentralistische Politik der Serben verschärft. Anhaltende Auseinandersetzungen ließen das junge Königreich nicht zur Ruhe kommen. Es fiel dem nationalsozialistischen Deutschland und seinen Verbündeten Italien, Ungarn und Bulgarien, deren Truppen das Land im Frühjahr 1941 besetzten, nicht schwer, Jugoslawien aufzuteilen. Kroatien trat dem Bündnis dieser Staaten bei. Dessen Gegner sammelten sich in verschiedenen Partisanengruppen. Unter ihrem Führer Josip Broz Tito konnten die sowohl von der Sowjetunion als auch von Großbritannien unterstützten kommunistischen Partisanen innerhalb der Widerstandsbewegung die militärische und politische Führung übernehmen. Im Dezember 1944 eroberten sie Belgrad. Am 29.11.1945 wurde die "Föderative Volksrepublik Jugoslawien" ausgerufen (ab 1963 "Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien").
Titos Jugoslawien entwickelte nach dem Bruch mit Stalin 1948 in den 1950er Jahren das "jugoslawische Modell", das mit seinen Aushängeschildern Blockfreiheit, eigener Weg zum Sozialismus und Arbeiterselbstverwaltung eine starke Ausstrahlung auf den gesamten Ostblock hatte. Reise- und Informationsfreiheit sowie ein relativ hoher Lebensstandard ließen viele Beobachter vergessen, dass dieses Land im Kern jedoch eine kommunistische Diktatur war.

up

Serbien

Offizieller Name: Republik Serbien (SRB, RS), Republika Srbija
Hauptstadt: Beograd (Belgrad)
Fläche: 88.361 km² (einschließlich Kosovo und Vojvodina)
Staats- und Regierungsform: Verfassung von 2006; Republik; Parlament mit 250 Mitgliedern (Wahl alle 4 Jahre); Direktwahl des Staatsoberhaupts alle 5 Jahre;
Unabhängigkeit: 5.6.2006 (Serbien tritt die Rechtsnachfolge des Staatenbunds Serbien und Montenegro an)
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: Serbien: 17 Kreise und 1 Stadt; Vojvodina: 7 Kreise
Nationalfeiertag: 15.02. (Aufstand gegen die Osmanen 1804)
Einwohner: 7.498.001 (2002); 7,1 Millionen (2011/2019) - ca. 9% sind im Ausland geboren
Landessprache: Serbisch (in lateinischer wie in kyrillischer Schrift)
Religion: mehrheitlich serbisch-orthodoxe Christen 85%, Katholiken 5%, Protestanten, Juden, 3% Muslime

Autonome Provinz Vojvodina
Fläche: 21.506 km²
Bevölkerung: 1,9 Millionen (2011)
Sprachen: Serbisch, Kroatisch; Ungarisch, Slowakisch, Rumänisch, Ruthenisch
Hauptstadt: Novo Sad
Status: Autonome serbische Provinz

Serbien mit der Millionenmetropole Belgrad erstreckt sich von der Pannonischen Tiefebene im Norden über das Hügelland der Šumadija und das Serbische Bergland bis zu den von Gebirgen begrenzten Beckenlandschaften längs der Morava im Süden.
Serbien nahm innerhalb des ehemaligen Jugoslawiens immer eine Sonderstellung ein, es war mit 9,86 Millionen Einwohnern (1991) nicht nur mit Abstand die größte Republik, es konnte auch auf die längste staatliche Tradition zurückblicken. 1830 wurde Serbien autonomes Fürstentum, 1878 ein international anerkannter Staat und 1882 Königreich. Am Ende des Ersten Weltkriegs gehörte es zu den Siegerstaaten. In das am 1. Dezember 1918 gegründete "Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen" brachte es nicht nur die von nun ab herrschende Dynastie der Karadjordjević ein, sondern auch seine territorialen Erwerbungen Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Kosovo (Amselfeld).
Die Serben betrachteten das Jugoslawien der Zwischenkriegszeit, aber auch Titos 1945 gegründete sozialistische Republik als ihren Staat, der alle Serben - auch die in Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Mazedonien - unter einem Dach vereinigte. Von 1918 bis zum Zerfall des jugoslawischen Staates waren die Serben eine Minderheit in Jugoslawien. Sie waren zwar das zahlenmäßig stärkste Volk, aber ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lag nur zwischen 35 und 40%. Im sozialistischen Jugoslawien sorgte Staats- und Parteichef Tito für einschneidende Begrenzungen der serbischen Macht. 1945 schuf er mit Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Montenegro drei neue Republiken und entzog sie damit dem dominierenden serbischen Einfluss. Zu Beginn der 1970er Jahre erhob er zwei Regionen Serbiens - die Vojvodina im Norden und Kosovo im Süden - zu autonomen Provinzen und integralen Bestandteilen der jugoslawischen Föderation. Formal blieben beide Provinzen zwar Bestandteil der Republik Serbien, faktisch jedoch hatten sie den Status eigener Republiken.

Die Vojvodina
Die Vojvodina mit der Hauptstadt Novi Sad gehörte bis 1920 zur ungarischen Reichshälfte der Donaumonarchie. Dann wurde sie dem "Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen" zugesprochen. Die "Kornkammer Jugoslawiens" war ein Vielvölkermosaik aus 55% Serben, 20% Ungarn, 5% Kroaten sowie 23 weiteren Nationalitäten. Die Vojvodina ist die am besten entwickelte Region Serbiens.

Großserbische Politik

Als sich 1988 der Zerfall Jugoslawiens in mehrere Einzelstaaten abzuzeichnen begann, machten sich die Serben unter ihrem nationalistischen Parteichef Milosević daran, die "künstliche Dreiteilung" Serbiens zu beseitigen. Durch putschähnliches Vorgehen wurde die Autonomie der beiden Provinzen Vojvodina und Kosovo beseitigt: sie verloren ihr Parlament, ihre Regierung sowie den Einfluss auf Amtssprache, Bildungswesen und Massenmedien. Der im Dezember 1990 in direkter Volkswahl mit 65% der Stimmen gewählte serbische Präsident Milosevic wollte trotz der Unabhängigkeitserklärungen von Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien und Slowenien die serbische Vormachtstellung erhalten wissen. Sein Ziel war die Vereinigung aller Serben unter einem Dach. Milosević brachte durch seine Politik Krieg, Zerstörung und Vertreibung nach Kroatien und Bosnien-Herzegowina, der 1995 mit dem Friedensabkommen von Dayton beendet wurde. Die Proklamation einer neuen Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) im April 1992 änderte nichts am großserbischen Machtstreben. Auch die Protestbewegung, die sich aus der Annullierung der serbischen Kommunalwahlen zu Lasten der zerstrittenen Opposition 1996 entwickelte, konnte das Belgrader Regime vorerst nicht gefährden.
Doch der nächste Konflikt ließ nicht auf sich warten. Im Kosovo, wo die albanische Bevölkerung zunächst gewaltfreien Widerstand gegen die serbische Okkupation geleistet und im Untergrund einen Schattenstaat aufgebaut hatte, gingen albanische Guerillas gegen die serbischen Sicherheitskräfte vor, die mit Massakern antworteten. Die Situation eskalierte 1998/99, als eine groß angelegte Vertreibung der Albaner begann. Nachdem der Konflikt nicht mehr auf diplomatischer Ebene gelöst werden konnte, griff die NATO militärisch ein, um den befürchteten Völkermord zu verhindern. Nach dreimonatigem Luftkrieg zog sich die jugoslawische Armee zurück. Die Streitkräfte der KFOR und eine Übergangsverwaltung der UNO übernahmen die Verantwortung im Kosovo, das damit de facto zum internationalen Protektorat wurde. Das Regime von Milosević wurde Ende 2000 nach Massendemonstrationen gestürzt. Eine von der - sehr heterogenen - Opposition gestellte Regierung versuchte, das Land in eine demokratische Zukunft zu führen und die internationale Isolation Serbiens zu überwinden.
Serbien, als enger Verbündeter Russlands, gehört weder zur NATO noch zur EU (genießt aber seit 2012 den Status als Beitrittskandidat).


2020: Corona - SARS-CoV-2 - Covid-19 - Pandemie

Aufgrund einer globalen Pandemie, ausgelöst durch das sogenannte "neue Virus" Covid-19 (Coronavirus) werden ab 2020, beginnend in der chinesischen Region Hubei und ab März u.a. in Europa und den USA die Bürgerrechte massiv eingeschränkt. Es gibt Grenzschließungen, Reisebeschränkungen, Ausgangssperren, Bewegungseinschränkungen, Kontaktverbote, Aufrufe zur Einhaltung eines Sicherheitsabstandes zum nächsten Menschen von 2 Metern, entsprechende Markierungen in Supermärkten, Gesichtsmaskenpflicht, Aufrufe "Wir bleiben Zuhause" usw..
Serbien verhängte am 15. März den Notstand und erließ die schärfsten Schutzmaßnahmen in Europa. Zuvor wurde seitens der Regierung über die "Coronavirus-Pandemie" gewitzelt, vom "Betrug des Jahrhunderts" wurde gesprochen. Dann befand man sich plötzlich im Krieg gegen einen unsichtbaren Feind. Weil die Polizei bezüglich der Überwachung der Bürger überlastet war, wurde das Militär herangezogen. Nachdem die Infektionszahlen zurück gingen, wurde am 6. Mai der Ausnahmezustand mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Ein- und Ausreisebeschränkungen blieben zunächst noch bestehen. Seit dem 22. Mai sind auch die Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben, d.h. auch, dass man bei der Einreise weder einen Coronatest vorlegen noch in Quarantäne muss.
Hygienebestimmungen, wie der 2-Meter-Abstand, sollen bis mindestens Ende Mai bestehen bleiben.
Wie auch anderen Ländern, so droht auch Serbien eine Rezession.
Nach offiziellen Angaben hatten sich bis zum 12. Mai rund 10.000 Menschen mit dem Virus infiziert, ca. 200 seien angeblich daran gestorben.

Siehe auch:  Vogelgrippe - Schweinegrippe - Corona

Kosovo

Offizieller Name: Republik Kosovo
Fläche: 10.887 km²
Einwohner: 1.900.000 (2007); Albaner 90%, Serben 6%, Türken 4%, Bosniaker, Goraner, Roma, Aschkali u.a.
Hauptstadt: Prishtinë (Priština)
Amtssprachen: Englisch (Verkehrssprache), Albanisch, Serbisch; in einigen Gemeinden auch Bosnisch und Türkisch
Religion: sunnitische Moslems 93%, serbisch-orthodox Christen 5%, Katholiken 2%
Verwaltung: 38 Gemeinden
Währung: EURO
Staats- und Regierungsform: Ab 2008 parlamentarische Demokratie. Von 1999 bis 2008 unter UN-Übergangsverwaltung - Parlament mit 120 Mitgliedern (100 gewählt, 10 für die serbische Minderheit, 10 für andere ethnische Minderheiten reserviert); Wahl alle 3 Jahre - Wahl des Präsidenten durch Parlament alle 3 Jahre.
Staatsoberhaupt: Präsident (Wahl alle 5 Jahre)
Regierungschef: Premierminister (wird vom Präsidenten gewählt und vom Parlament bestätigt)
Parlament: 120 Mitglieder (im Vierjahresrhythmus direkt vom Volk gewählt)

Am Sonntag, den 17. Februar 2008, hat sich der Kosovo - gegen den Widerstand Serbiens - zu einem freien und unabhängigen Staat erklärt. Serbien, dessen Haltung von Russland unterstützt wird, wolle die von den USA und den meisten Staaten der EU mitgetragene Unabhängigkeitserklärung "nie akzeptieren". Während die USA, Frankreich, Türkei, Afghanistan, Deutschland u.a. den Kosovo bereits als souveränen und unabhängigen Staat anerkannt haben, kommt es, wie zu erwarten war, zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Von der serbischen Regierung gebilligte Anti-Kosovo-Aktionen führten dazu, dass Kfor-Soldaten vorübergehend die neuen Grenzen zwischen Serbien und Kosovo geschlossen haben. Sollte sich die Situation nicht entspannen, droht die EU ihrerseits, die sogenannte, jährlich an Serbien gezahlte "Vor-Beitrittshilfe" von etwa 190 Millionen Euro bis auf Weiteres einzufrieren.
Bereits einen Tag nach der Unabhängigkeitserklärung scheint jetzt schon alles auf eine Teilung des Kosovo hinauszulaufen. Serbien könne in diesem Falle bis zu 58% des Gebiets beanspruchen. »[...] Aus Protest gegen die Unabhängigkeit gründete Serbien im Nordkosovo die "Gemeinschaft der Gemeinden der Autonomen Provinz Kosovo und Metochien", welche sich de facto der Kontrolle der Institutionen in Priština entzieht.[...]«
Zitiert aus: de.wikipedia.org, Serbien

Google search: kosovo+finanzierung+deutschland

Einige europäische Staaten wie Spanien, Griechenland und Slowakei befürchten, dass die einseitige Unabhängigkeitserklärung des Kosovo separatistischen Bestrebungen in ihren Ländern Vorschub leiste, weshalb sie Kosovo als souveränen und unabhängigen Staat nicht anerkennen. Der Vorsitzende der slowakischen Christdemokraten (KDH), Pavol Hrusovsky spitzt den Vorgang noch zu und meint, dass in der Kosovo-Frage etwas passiert sei, was es noch nie gegeben habe: "Dass alle Mächtigen der einzelnen Staaten das mit solch einer Leichtigkeit anerkennen, wissend dass Grundprinzipien des Völkerrechts verletzt wurden und dass ein neuer Staat innerhalb eines anderen Staates geboren wurde ohne dessen Zustimmung" ("kurier.at/nachrichten/132994.php", Kosovo ist ein "Drogenstaat").

Im Jahre 1999 wurde der damalige "Freiheitskämpfer" Hashim Thaçi, Mitbegründer und Führer der islamistischen Terrororganisation und Guerillabewegung UÇK/KLA (Kosovan Liberation Armee) - von 2007 bis 2016 Premierminister von Kosovo, ab 7. März 2016 Staatspräsident - zum Chefunterhändler in Rambouillet. Die UÇK, die noch 1998 von den USA als terroristische Vereinigung bezeichnet wurde, wurde derzeit zum Hauptvertreter der albanischen Position in den Friedensverhandlungen - trotz ihrer Verbindungen zum Drogenhandel.

Kosovo wurde schon früher als das Armenhaus Ex-Jugoslawiens bezeichnet, obwohl es reich an begehrten Bodenschätze ist. Die zu 90% von Albanern bewohnte Provinz war geprägt von einer schlechten wirtschaftlichen Situation, Übervölkerung, einer rückständigen Landwirtschaft und einer Arbeitslosenrate von über 40%.
In den vergangenen Jahren hat Kosovo bedenkliche Bekanntheit im Zusammenhang mit Drogen-, Menschen- und Waffenhandel erlangt. Auch 2020 ist die organisierte Kriminalität im Kosovo weit verbreitet. Das politische System ist selbst mafiös strukturiert und viele Politiker pflegen demzufolge eine Nähe zur organisierten Kriminalität. Aufgrund der Schwäche der Justizbehörde ist eine Besserung nicht zu Erwarten.

»Nach Angaben der Weltbank leben 37% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze (Einkommen unter 1,37 Euro pro Tag und Erwachsener) 15% unterhalb der Grenze extremer Armut (Einkommen unter 0,93 Euro pro Tag und Erwachsener).« Die Arbeitslosigkeit liegt zwischen 30% (Serben, Albaner) und 43% (Minderheiten).
Wikipedia: Kosovo

Exodus aus dem Kosovo
Immer mehr Menschen verlassen den Kosovo. Die meisten suchen in Deutschland Asyl. Es gebe regelrecht eine "Asyllawine", wie von der Deutschen Botschaft an das Auswärtige Amt vermeldet. Der Grund: Auch im Jahr 2015 lebt jeder Dritte der Bevölkerung von weniger als 1,40 Euro am Tag, viele leben im absoluten Elend.
Das Land ist komplett von Kapitalzuflüssen aus dem Ausland abhängig. Der EU-Arbeitsmarkt ist für Kosovaren und Kosovarinnen verschlossen. Problematisch bleibt auch die organisierte Kriminalität. Um die vielen Asylsuchenden wieder loszuwerden, will man den Kosovo als "sicheres Herkunftsland" einstufen - doch das ist es nicht.
Nach Deutschland kommen viele, weil es viele Bezüge zu Deutschland bereits seit Jugoslawien-Zeiten (Gastarbeiter) und später mit dem Jugoslawien- und Kosovokrieg (als Asyl-Bewerber) gibt, viele sprechen auch Deutsch.

Ohne externe Hilfe ist dieser neue Mini-Staat auch in Zukunft nicht lebensfähig. Die EU und andere Drittländer, wie die USA, werden Kosovo in den nächsten Jahren mit vielen Milliarden EURO unterstützen müssen, was sie bestimmt nicht allein aus reiner Nächstenliebe machen (die USA verfügen mit Camp Bondsteel bereits über ihren größten Militärstützpunkt auf dem Balkan). Es darf vermutet werden, dass sich Kosovo als Staat in nicht allzu ferner Zukunft wieder auflösen wird. Nach der sehr wahrscheinlich baldigen Teilung wird der verbleibende Teil mit den Kosovo-Albanern im Staat Albanien aufgehen - zur Freude der im Kosovo engagierten Länder, die sich damit Zugang zu den gerade erst in Nord-Albanien entdeckten Ölquellen erhoffen. Die Menschen auf den Straßen haben jedenfalls ihre Freude über die Unabhängigkeit ganz selbstverständlich - und richtungweisend - mit dem Schwenken der albanischen Flagge statt mit der neuen Kosovo-Flagge unterstrichen.

Im Mittelalter war Kosovo das Herzstück des serbischen Reiches. Die emotionale Bindung der christlich-orthodoxen Serben an Kosovo ist außerordentlich stark, obwohl sie Anfang der 1990er Jahre nur noch 10% der Bevölkerung stellten. Dennoch betrachteten sie die überwiegend moslemischen Albaner als nationalen Fremdkörper, der kein Recht auf dieses Gebiet hat. Es hat in der Zwischenkriegszeit und auch in den ersten beiden Jahrzehnten der Nachkriegszeit nicht an Versuchen gefehlt, Kosovo wieder serbisch zu machen. Die Mittel dazu bestanden in brutalem Terror, der zur Vertreibung der Albaner und der Neuansiedlung von Serben führen sollte. Erst mit dem Sturz des jugoslawischen Innenministers Ranković (1966) setzte eine gegenläufige Tendenz ein. Die Kosovo-Albaner erhielten umfangreiche Rechte, und es wurde versucht, sie in den jugoslawischen Staat zu integrieren. Als die Albaner jedoch im Jahr 1981 in gewalttätigen Demonstrationen eine eigene Republik Kosovo forderten, wurde die Provinz von Militär und Polizei besetzt. Eine Zeit anhaltender Unterdrückung setzte ein.

up

Die Auflösung des Staatenbundes Serbien und Montenegro - Der Staat Serbien

Nachdem die "Föderative Republik Jugoslawien" am 4. Februar 2003 aufgelöst und durch den losen Staatenbund "Serbien und Montenegro" (Srbija i Crna Gora) abgelöst wurde, wurden die Stimmen in Montenegro für einen eigenen Staat immer lauter. Montenegro wollte den auf Druck der Europäischen Union (EU) zustande gekommenen gemeinsamen Staat mit Serbien auflösen.
Bei einer Abstimmung in Montenegro am 22. Mai 2006 stimmten mehr als 55 Prozent für die Unabhängigkeit Montenegros von Serbien.

Der sowieso nicht für die Ewigkeit angedachte Staatenbund Serbien und Montenegro hatte damit aufgehört zu bestehen.
Am 5.6.2006 trat Serbien die Rechtsnachfolge des Staatenbunds an.
Seit Oktober 2006 hat Serbien eine neue Verfassung, die das Grundgesetz von 1999 ersetzt und dem Staat eine demokratische Grundlage gibt. Die Päambel deklariert Kosovo als autonomen, aber unabtrennbaren integrativen Bestandteil Serbiens. Die Kosovo-Albaner fordern jedoch einen eigenständigen Staat. Mit einem am 2.2.2007 vorgelegten Plan (Ahtisaari-Plan) leitete der Sondervermittler der UN, Martin Ahtisaari, die Schlussphase der im Februar gestarteten Direktverhandlungen zwischen Delegationen Serbiens und Kosovos über die staatsrechtliche Zukunft der seit 1999 unter UN-Verwaltung (UNMIK) stehenden Provinz ein, die jedoch am 11.3. ohne Ergebnis endete. Russland, als ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat, unterstützt die serbische Haltung und legte sein Veto gegen den Ahtisaari-Plan ein.
Eine Verzögerung bei der Lösung der Kosovo-Frage schwäche jedoch nach Auffassung des neuen UNMIK-Chefs (Joachim Rücker, seit 1.9.2006 im Amt) die demokratischen Kräfte im Kosovo und erhöhe die Gefahr von Gewaltausbrüchen.

up

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.744 ff.

www-Links

 Vogelgrippe - Schweinegrippe - Corona
 Islam
 Neue Weltordnung

up