Schweiz

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Offizieller Name: Schweizerische Eidgenossenschaft
Hauptstadt: Bern
Regierungsform: Parlamentarische bundesstaatliche Republik
Regierungschef: Präsident des Bundesrates
Verwaltung: 26 souveräne Kantone mit 2973 Gemeinden
Fläche: 41.284 km²
Höchster Punkt: Dufourspitze des Monte-Rosa-Massivs 4637 m
Tiefster Punkt: Lago Maggiore 193 m
Hauptflüsse: Rhône, Aare, Reuss, Rhein, Inn, Tessin
Einwohner: 7.344.000 (1999); 7.785.806 (Ende 2009, davon 1.714.004 Ausländer); 8.544.527 (Ende 2018; davon 2,2 Millionen Ausländer)
Bevölkerungsdichte: 189 Ew./km² (2009)
Stadtbevölkerung: 63% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 17% (1999)
Analphabetenquote: 1%
Sprache: Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch (im Kanton Graubünden 17,1%)
Religion: Katholiken 46%, Protestanten 40%, Muslime 4,3%, Orthodoxe 1,8%, Juden 0,2%, ohne Konfession 11,1%

Das Matterhorn, jedes Jahr von Hunderten von Bergsteigern bestiegen und von zahllosen Touristen aus sicherer Entfernung bestaunt, ist der bekannteste Berg der Schweizer Alpen, obwohl es von der Höhe her erst an sechster Stelle steht. Sein Aussehen hat den gewaltigsten Zacken über Zermatt so berühmt gemacht, und mit diesem Symbol lassen sich auch viele schweizerische Waren in der Welt verkaufen.
Die anderen Besonderheiten der Schweiz sind mindestens ebenson herausragend wie das Matterhorn. Die Demokratie der Schweiz ist so einmalig und einzigartig wie ihre Milizarmee, die jedem Mann sein Sturmgewehr mit nach Hause gibt. Die Bürger können hier immer wieder auf lokaler oder nationaler Ebene über Sachfragen abstimmen, aber einen Regierungswechsel hat es seit Jahrzehnten trotz allem nicht gegeben. Die Schweiz hat auch erst als letzte der europäischen Demokratien das Wahlrecht für Frauen eingeführt, und zum Beitritt zur UN konnte sie sich bis heute nicht entschließen.
Reich ist die Schweiz nicht nur an Naturschönheiten - sie gilt auch finanziell als wohlhabend; nach Lebensstandard und Pro-Kopf-Einkommen zählt sie zu den reichsten Ländern der Welt. Die Schweizer ziehen es aber vor, ihren Besitz nicht zu sehr zu zeigen; die Banken in Zürich machen einen eher bescheidenen Eindruck. Die Produkte, denen die Schweizer einen großen Teil ihres Wohlstandes verdanken, zeugen auch von anderen Eigenschaften, für die die Schweizer bekannt sind: Um Uhren, Apparate und Maschinen herzustellen, braucht es Sauberkeit und Präzision.
Außer Banken und Milch(schokolade)-Kühen in einer idyllischen Landschaft hat die Schweiz auch eine lebendige und bunte Kultur hervorgebracht: Bauern und Alphornbläser in ihren traditionellen Trachten, Schriftsteller wie Max Frisch - und einen Sprayer namens Nägeli, der graue Mauern in Zürich mit geheimnisvollen Graffiti-Figuren verzierte.
Die Schweiz - die Schweizerische Eidgenossenschaft, wie sie offiziell heißt - ist ein so vielfältiges Land, dass man sie fast im Plural schreiben müsste. Aus mehreren Völkern ist seit dem Mittelalter auf einem Gebiet, das von den alpinen Gebirgszügen eher unterteilt als begrenzt wird, eine Nation entstanden, die in sich verschiedene Sprachgemeinschaften, Konfessionen und Mentalitäten vereinigt. Die historisch gewachsenen, sehr unterschiedlich großen Kantone haben dabei ihre Eigenart und auch die politische Autonomie bewahrt.

Die gemeinsame Geschichte von Wilhelm Tell und dem Rütlischwur der ersten Eidgenossen bis zur erfolgreichen und friedensbringenden Neutralitätspolitik seit dem 19. Jahrhundert gibt aber den Schweizern die Grundlage ihres Nationalbewusstseins, das diese Vielfalt zusammenhält - wenn auch der Nationalheld Wilhelm Tell nur eine Sagengestalt ist.

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Die Kantone

Europa bestand im Mittelalter fast ausschließlich aus Ländern, die von Feudalherrschern oder Erbkönigen regiert wurden. Eine der wenigen Ausnahmen war die Schweizer Eidgenossenschaft, eine Vereinigung von unabhängigen Kleinrepubliken. Im August des Jahres 1291 hatten die drei Urkantone ("Waldstätte") Schwyz, Unterwalden und Uri beschlossen, sich zu verbinden. Ihre Vertreter versammelten sich auf einer Wiese oberhalb des Urner Sees und legten den Rütlischwur ab, der sie zu einem "Ewigen Bund" zusammenschließen sollte. Dieser Bund wurde unter dem Namen Schweizer Eidgenossenschaft bekannt.

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Die bäuerlichen Gemeinden hatten von jeher eng zusammengearbeitet, besaßen jedoch gleichzeitig ein ausgeprägtes Unabhängigkeitsgefühl. Ihre Einheit diente als Schutz gegen die beständigen Versuche der österreichischen Habsburger, sich ihrer Länder zu bemächtigen. Der sagenhafte Nationalheld der Schweiz, Wilhelm Tell, widersetzte sich angeblich den Truppen des von den Habsburgern ernannten österreichischen Landvogts. Tell soll ihn erschossen und den darauffolgenden Aufstand der Schweizer angeführt haben.
Etliche blutige Schlachten kennzeichnen das 14. Jahrhundert. Ohne viel Erfolg ließen die Habsburger ihre erfahrensten deutschen Ritter gegen die störrischen Schweizer antreten. Beeindruckt von der Ausdauer und dem Widerstand der Eidgenossenschaft, beschlossen eiinige Nachbarstädte, ihr beizutreten. Dazu gehörten Luzern, Zürich, Glarus, Zug und Bern. Der Kampf jedoch ging weiter, und die von der Eidgenossenschaft eingenommenen Gebiete stärkten ihre Macht noch. Diese Gebietsausdehnung wurde 1515 abrupt durch die Niederlage bei Marignano beendet.

Auf dem Wiener Kongress im Jahre 1815 wurde die Neutralität der Schweiz bestätigt. Der Staat bestand aus 22 Kantonen (davon 4 Halbkantone; Basel teilte sich erst 1833 in Basel-Landschaft und Basel-Stadt). 1979 erhöhte sich mit der Gründung des Kantons Jura aus französischsprachigen Teilen des Kantons Bern die Zahl auf 23. Mitte des 19. Jahrhunderts stellten Verfassungskämpfe eine große Gefahr für die Einheit der Eidgenossenschaft dar. Nach einem kurzen Bürgerkrieg wurde eine neue Verfassung erarbeitet, die die Religionsfreiheit einschließt. Bis heute bewahrten sich die Kantone viel von ihrer ursprünglichen Unabhängigkeit, denn ihre Eigenstaatlichkeit ist in der Verfassuung verankert. Dennoch zeigen sie zugleich ein Bild von erstaunlicher Einigkeit. Die Macht liegt immer noch bei den einzelnen Kantonen: jeder hat seine eigene Verfassung, Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und sein eigenes Gerichtswesen. Am Nationalfeiertag wird mit brennenden Leuchtfeuern auf den höchsten Punkten im ganzen Land des Rütlischwurs gedacht. Jedes Feuer leuchtet für sich und ist dennoch Teil eines einheitlichen Ganzen.

Die angegebenen Einwohnerzahlen sind von 1999

  1. Schaffhausen
    Fläche: 298 km²
    Einwohner: 73.600
    Hauptort: Schaffhausen
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1501


  2. Thurgau
    Fläche: 991 km²
    Einwohner: 227.300
    Hauptort: Frauenfeld
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1803


  3. Basel-Landschaft
    Fläche: 517 km²
    Einwohner: 258.600
    Hauptort: Liestal
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1501


  4. Basel-Stadt
    Fläche: 37 km²
    Einwohner: 188.500
    Hauptort: Basel
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1501


  5. Aargau
    Fläche: 1405 km²
    Einwohner: 540.600
    Hauptort: Aarau
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1803


  6. Zürich
    Fläche: 1729 km²
    Einwohner: 1.198.600
    Hauptort: Zürich
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1351


  7. Sankt Gallen
    Fläche: 2026
    Einwohner: 447.600
    Hauptort: Sankt Gallen
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1803


  8. Appenzell-Außerrhoden
    Fläche: 243 km²
    Einwohner: 53.700
    Hauptort: Herisau
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1513


  9. Appenzell-Innerrhoden
    Fläche: 172 km²
    Einwohner: 14.900
    Hauptort: Appenzell
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1513
  1. Jura
    Fläche: 837 km²
    Einwohner: 68.800
    Hauptort: Delémont
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1979


  2. Solothurn
    Fläche: 791 km²
    Einwohner: 243.900
    Hauptort: Solothurn
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1481


  3. Luzern
    Fläche: 1492 km²
    Einwohner: 345.400
    Hauptort: Luzern
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1332


  4. Zug
    Fläche: 239 km²
    Einwohner: 97.800
    Hauptort: Zug
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1352


  5. Schwyz
    Fläche: 908 km²
    Einwohner: 128.200
    Hauptort: Schwyz
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1291


  6. Glarus
    Fläche: 685 km²
    Einwohner: 38.700
    Hauptort: Glarus
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1352


  7. Graubünden:
    Fläche: 7106 km²
    Einwohner: 186.000
    Hauptort: Chur
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1803


  8. Uri
    Fläche: 1076 km²
    Einwohner: 35.500
    Hauptort: Altdorf
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1291


  9. Nidwalden (Kanton Unterwalden)
    Fläche: 276 km²
    Einwohner: 37.700
    Hauptort: Stans
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1291
  1. Obwalden (Kanton Unterwalden)
    Fläche: 491 km²
    Einwohner: 32.200
    Hauptort: Sarnen
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1291


  2. Bern
    Fläche: 5961 km²
    Einwohner: 943.400
    Hauptort: Bern
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1353


  3. Neuchâtel (dt. Neuenburg)
    Fläche: 803
    Einwohner: 165.600
    Hauptort: Neuchâtel
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1815


  4. Vaud (dt. Waadt)
    Fläche: 3212 km²
    Einwohner: 616.300
    Hauptort: Lausanne
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1803


  5. Fribourg (dt. Freiburg)
    Fläche: 1670 km²
    Einwohner: 234.300
    Hauptort: Fribourg
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1481


  6. Valais (dt. Wallis)
    Fläche: 5226 km²
    Einwohner: 275.600
    Hauptort: Sitten
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1815


  7. Ticino (dt. Tessin)
    Fläche: 2811 km²
    Einwohner: 308.500
    Hauptort: Bellinzona
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1803


  8. Genève (dt. Genf)
    Fläche: 282 km²
    Einwohner: 403.100
    Hauptort: Genf
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1815
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Die Bevölkerung

Die Bevölkerung der Schweiz ist so vielfältig wie die Landschaft. In dem relativ kleinen Land leben mehrere Sprachgemeinschaften, Konfessionen und Nationalitäten zusammen.
Die Gliederung der Schweiz in vier unterschiedlich große Sprachgemeinschaften ist das auffallendste Merkmal dieser inneren Vielfalt. Fast zwei Drittel der Bevölkerung sprechen Deutsch, der Rest verteilt sich auf drei romanische Sprachen: Französisch in der Westschweiz, Italienisch im Tessin und im südlichen Graubünden, Rätoromanisch vor allem im Vorderrheintal und im Engadin. Außer dem Rätoromanischen, das in der Schweiz als "Landessprache" und im Kanton Graubünden als Amtssprache anerkannt ist, sind alle Sprachen auf Bundesebene gleichberechtigt.

Auch die deutschsprachige Mehrheit selbst lebt mit zwei Sprach-Varianten, da das Hochdeutsche für sie nur die Schriftsprache ist, während sie sich in fast allen alltäglichen Situationen in den schweizerdeutschen Dialekten verständigt. Dieses südalemannische "Schyzerdütsch" ist vom Hochdeutschen mindestens so verschieden wie das "Plattdeutsch" in Norddeutschland.
Im Vergleich zu anderen Staaten mit Minderheitssprachen hat die sprachliche Vielfalt der Schweiz nie zu ernsthaften Konflikten geführt. So wurden in den 1970er Jahren beispielsweise die Forderungen der französischsprachigen Minderheit innerhalb des Kantons Bern erfüllt, indem ein neuer französischsprachiger Kanton Jura gegründet wurde.
Die Verteilung der beiden großen christlichen Konfessionen ist gleichmäßiger als die der Sprachen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist katholisch, 40% sind protestantisch - und beide Konfessionen sind in allen Sprachgebieten vertreten, so dass die sprachlichen Unterschiede nicht durch religiöse verstärkt werden.
Drei Viertel der Bevölkerung leben im "Mittelland" zwischen Alpen und Jura. Hier liegen auch mit Ausnahme von Basel, das in der Oberrheinischen Tiefebene angesiedelt ist, die großen städtischen Zentren: Genf, Lausanne, Bern und Zürich.

Ausländer in der Schweiz
Die Schweiz ist seit langem nicht nur für Touristen attraktiv. Aus religiösen oder politischen Gründen Verfolgte haben in den letzten Jahrhunderten immer wieder in der Schweiz eine neue Heimat gesucht, von den französischen Hugenotten des 17. Jahrundert bis zu den Asylsuchenden unserer Zeit. Revolutionäre wie die Russen M. A. Bakunin (1814-1876) und W. I. Lenin (1870-1924) verbrachten hier lange Jahre des Exils, da in der Schweiz bis zum Ersten Weltkrieg liberalere Verhältnisse herrschten als in den meisten Nachbarländern. Und auch schon zu dieser Zeit kamen ausländische Arbeitskräfte ins Land, die für die Industrialisieruung der schweizerischen Wirtschaft notwendig waren.
Im Jahr 2000 leben etwa 1,4 Millionen Ausländer in der Schweiz, von denen etwa die Hälfte aus Italien und dem ehemaligen Jugoslawien kommt, außerdem anerkannte Flüchtlinge, von denen 1990 und 2000 in zwei Sonderaktionen rd. 25.000 bzw. 13.000 ein vorläufiges Aufenthaltsrecht erhielten. Der Anteil der Ausländer an der Erwerbsbevölkerung ist wegen der zahlreichen Pendler aus den Nachbarstaaten und der Saisonarbeiter mit fast einem Viertel noch höher als ihr Anteil an der Wohnbevölkerung (1998: 19,4%).


2014: ISLAM-Video empört die Schweizer

Ein Propaganda-Video des Islamischen Zentralrats der Schweiz (IZRS) zeigt einen bis auf einen Sehschlitz vermummten Muslim mit einer Flagge, auf der das muslimische Glaubensbekenntnis la ilaha illa allah wa-muhammadan rasulu'llah (niemand ist anbetungswürdig außer Allah und Muhammed ist Sein Gesandter) abgedruckt ist, um sie auf einem verschneiten Bergesgipfel im Luzerner Land aufzustecken. Auf den letzten Metern helfen dem entkräfteten Djihadisten zahlreiche, aus dem Land herbeigeströmte Muslime.

29.11.2009: Die Schweizer stimmen gegen Minarette!

Bei der Volksabstimmung vom 29. November haben mehr als 57 Prozent der schweizer Bürger gegen den Bau von Minaretten gestimmt.
Im Kanton Appenzell-Innerrhoden kamen die Minarett-Gegner auf 71,4 Prozent. In den französischsprachigen Kantonen Genf und Jura erhielten sie 40,3 und 51,2 Prozent. In Basel Stadt waren es 48,4 Prozent, im Kanton Freiburg 55,9 Prozent, in Graubünden 58,6 Prozent und in Uri 63,8 Prozent.
Zum Zeitpunkt der Abstimmung leben in der Schweiz etwa 400.000 Muslime und es gibt vier Moscheen mit Minarett. Nach dem Willen der Minarett-Gegner soll das Bauverbot in der Verfassung verankert werden.

Reaktion:
Am 26. Februar 2010 rief der libysche Staatspräsident Gaddafi zum Heiligen Krieg gegen die Schweiz auf. "Lasst uns gegen die Schweiz, den Zionismus und ausländische Aggressionen kämpfen", sagte Gaddafi in der Hafenstadt Bengasi anlässlich der Feierlichkeiten zum Geburtstag des Propheten Mohammed. Ein Jahr später ist Gaddafi Geschichte.

Schweizer stimmen für verschärftes Ausländerrecht

[...] Die Schweizer haben sich in einer Volksabstimmung für eine automatische Abschiebung krimineller Ausländer ausgesprochen. Damit wird in dem Land eines der schärfsten Ausländergesetze in Europa in Kraft treten. [...] Künftig wird es möglich sein, einem Verbrecher seine Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz zu entziehen und automatisch abzuschieben. Eine richterliche Einzelfallprüfung wird es nicht mehr geben. [...]
Zitiert aus: www.tagesschau.de, Automatische Abschiebung ausländischer Krimineller, 28.11.2010

Siehe auch my-europe.de:  Islam

Seit Juni 2004 gilt in der Schweiz die Personenfreizügigkeit. War zuvor der schweizer Arbeitsmarkt für Ausländer stark abgeschottet, kann nun jeder, der sich erfolgreich auf eine Stelle bewirbt, in der Schweiz leben. Von dieser Regelung haben in den letzten Jahren insbesondere Deutsche Gebrauch gemacht.
Im Jahr 2005 waren es 13.800 neue deutsche Zuwanderer. Ende Dezember 2006 waren insgesamt 172.580 Deutsche in der Schweiz registriert. Bis Ende 2006 hat sich die Zahl aller registrierten Ausländer mit ständigem Wohnsitz in der Schweiz nur leicht auf gut 1,5 Millionen erhöht. 2019 wurden 2,2 Millionen Ausländer gezählt (25,3% Ausländeranteil der ständigen Wohnbevölkerung).
Das Verhältnis der Schweiz zu ihren ausländischen Mitbürgern ist zwiespältig. Man braucht sie und profitiert von ihnen, aber große Teile der Einheimischen wollen möglichst wenig Kontakte mit den Ausländern. Nachdem schon während und nach dem Ersten Weltkrieg strengere Einwanderungsbestimmungen eingeführt worden waren, wurden seit den 1960er Jahren weitere Maßnahmen ergriffen, um den Ausländeranteil sowie die Zahl der Asylsuchenden zu begrenzen.

Wer als Ausländer nicht aus politischen, sondern aus privaten Gründen das Bürgerrecht der Schweiz erlangen will, hat einen mühsamen Weg vor sich. In der Regel kann frühestens nach einem zwölf Jahre langen legalen Aufenthalt der Antrag auf Einbürgerung gestellt werden. In einem etwa zwei Jahre langen Verfahren wird dann geprüft, ob der Bewerber sich genügend in das gesellschaftliche Leben der Schweiz integriert hat. Wer dann von den Behörden für würdig befunden wird, Schweizer zu werden, kann sich schließlich zu den stolzen Besitzern eines Schweizer Passes zählen (1999: rd. 20.000 Einbürgerungen).
Ein leichter Geburtenüberschuss und eine beständige Einwanderung lassen die Einwohnerzahl steigen. Die Bevölkerung wächst allerdings wie in den meisten Industrieländern bei weitem nicht mehr so stark wie in den früheren Jahrzehnten.

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Die Volksfeste

Die Basler Fasnacht gilt weit über Basel hinaus als das kostbarste Stück im Inventar schweizerischer Folklore. In der Woche nach Aschermittwoch, also zu einer Zeit, da andernorts der Karneval endgültig vorbei ist, bricht in Basel ein archaisch anmutendes Maskentreiben an, dessen Traditionen sich zum Teil bis ins frühe Mittelalter zurückverfolgen lassen. Der berühmte "Morgenstreich" allerdings, mit dem am Fasnachtsmontag früh um vier Uhr die drei tollen Tage eingeleitet werden, ist in seiner heutigen Form kaum älter als 150 Jahre.

Der "Morgenstreich" in Basel
Zum "Morgenstreich" strömen auf dem Marktplatz der Stadt Basel Gruppen von maskierten Trommlern, Pfeifern und Laternenträgern zusammen, die in den sogenannten Fasnachts-Cliquen organisiert sind und sich auf diesen öffentlichen Auftritt oft jahrelang intensiv vorbereitet haben. In fast bedrohlich langsamem Gleichschritt marschieren sie mit dem Glockenschlag vier Uhr von ihren Cliquenlokalen durch die dunklen Gassen, die nur vom Licht der mitgeführten Laternen erhellt werden, in Richtung Marktplatz. Die Atmosphäre hat etwas Gespenstisches, das durchaus die Erinnerung an jene Zeiten wachruft, da man zur Fastnacht nicht so sehr Frohsinn als vielmehr Furcht und Schrecken zu verbreiten suchte - einerseits um lange aufgestaute Aggressionen freien Lauf zu lassen.

Während zum "Morgenstreich" die Teilnehmer "Charivari" tragen, individuelle Masken und Verkleidungen, treten die Cliquen bei ihrem nachmittäglichen Umzügen in einheitlichen, für ihr jeweiliges Thema oder "Sujet" neu entworfenen und von Jahr zu Jahr wechselnden Kostümen auf. Der Darstellung dieses Sujets dienen die künstlerisch gestalteten und mit drastischen Sprüchen oder Versen bemalten Laternen, die von jeweils vier bis sechs Mann getragen werden müssen, ebenso wie die sogenannten "Zeedel"-Verse, die beim Umzug ans Publikum verteilt werden.
Zu den standardisierten Maskentypen der Basler Fasnacht gehören Harlekin und Pierrot ebenso wie der "Blätzlibajaß", der "Glaun" und der "Waggis", der pausbäckig, mit riesiger Nase, blaukariertem Kittel und elsässischem Jargon die Karikatur jener Sundgauer Bauern darstellt, die einst ihre Erzeugnisse zum Verkauf "in die Stadt" brachten, eben nach Basel.
Vogelnasige, schweinsköpfige, als Foetus, Skelett oder Marsmensch auftretende Masken, die einzeln oder in Gruppen das Bild der Basler Fasnacht außerhalb der Cliquendisziplin beleben, scheinen dagegen eher auf jene halbdämonischen Gestalten zurückzuweisen, die am anderen Ufer des Rheins, im sogenannten Kleinbasel, als Herolde der Fasnacht gefeiert werden. Hier halten die aus mittelalterlichen Korporationen hervorgegangenen Kleinbasler Ehrengesellschaften alljährlich am 13., 20. oder 27. Januar ihr "Gryffemähli" (Greifenmahl) ab, zu dessen Auftakt eines ihrer Ehrenzeichen, der Wilde Mann, unter Böllerschüssen auf einem Floß den Rhein herabschwimmt. Er wird am Kleinbasler Ufer von den Maskengestalten "Vogel Greif" und "Leu" empfangen. Gemeinsam ziehen die drei zunächst auf die Mittlere Rheinbrücke, die Groß- und Kleinbasel verbindet, später auch durch die Straßen des ehemals politisch selbständigen Basler "Vororts", wobei sie, die Kehrseite konsequent Großbasel zugewandt, jeweils nach einem nur ihnen zugehörigen Trommlermarsch Ehrentänze für Kleinbasel aufführen. Vier "Uelis" begleiten sie und sammeln von den Zuschauern Geldspenden für bedürftige Mitbürger ein.

Andere Feste und Bräuche
Solche auf alte Zunftbräuche zurückgehenden Feste kennt man auch in anderen Städten der Schweiz, so zum Beispiel das "Zürcher Knabenschießen" am zweiten Wochenende im September oder das "Sechseläuten", das alljährlich im Frühling mit beeindruckenden Aufmärschen nicht nur ortsansässiger Traditionsgruppen begangen wird. Die Luzerner Fasnacht gehört ebenso in diesen Zusammenhang wie der Aarauer Maienzug, der Rutenzug in Brugg, die Escalade in Genf oder das Brunnensingen der zur Pestzeit 1541 gegründeten Sebastians-Bruderschaft in Rheinfelden. Vor allem in den ländlich geprägten Gebieten der Schweiz werden noch zahlreiche Feste des Jahreslaufs gefeiert, von den Lärm- und Heischebräuchen der Mittwinterzeit - zu denen der Umgang der Silvesterkläuse im Appenzeller Hinterland ebenso gehört wie das Klausjagen in Oberägeri am Vorabend des Nikolaustages oder die Räbenkilbi (Rübenkirmes) von Richterswil am Zürichsee - über das Maibärenfest von Bad Ragaz, wo ebenso wie in einigen Landgemeinden des Genfer Raumes in grünes Laub gehüllte Vegetationsdämonen auftreten, bis zu den großen viel besuchten Herbstfesten, die mit Ernte und Almabtrieb verbunden sind.
In Vevey am oberen Genfer See feiert man alle 25 Jahre ein großes Winzerfest zu Ehren der erfolgreichsten Winzer in weitem Umkreis, und vor dem Alpabgang findet Ende September das traditionelle "Chästeilet" ("Käseverteilung": Käseverkauf) statt. Von den Appenzeller bis zu den Walliser Alpen werden nicht nur Auf- und Abtrieb der Herden feierlich begangen, sondern auch mittsommerliche Bergfeste mit Alphornblasen und Fahnenschwingen, mit Kuhkämpfen, bei denen die Leittiere der Herden erkoren werden, und "Schwinget"-Wettkämpfen, in denen die Senner selbst ihre Kräfte messen. Schützenfeste wie das Rütlischießen am Mittwoch vor dem 11. November und Jahrmärkte wie der weithin berühmte Berner "Zirbelimärit" (Zwiebelmarkt) runden das bunte Bild traditionsreicher Schweizer Volksfeste ab.

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Energieversorgung

[...] Rund 57 Prozent des Schweizer Stroms wird in Wasserkraftwerken erzeugt. Dank dieses hohen Produktionsanteils und ihrer zahlreichen Vorteile bleibt die Wasserkraftnutzung auch in Zukunft die Hauptstütze der Schweizer Energieversorgung. [...] Knapp zwei Fünftel der in der Schweiz produzierten Elektrizität stammen aus den fünf Kernkraftwerken (KKW) Mühleberg, Beznau I und II, Gösgen und Leibstadt. Voraussichtlich ab 2020 müssen die ersten dieser KKW stillgelegt werden, weil sie dann an das Ende ihrer technischen Betriebsdauer kommen. Gegenwärtig steht deshalb die Frage nach dem Neubau von Kernkraftwerken in der Schweiz im Zentrum der Diskussion. [...] Etwa im Jahr 2020 müssen jedoch Kernkraftwerke stillgelegt werden. [...]
Zitiert aus: www.uvek.admin.ch, Energie

Alternative Projekte

[...] das erste Wasserwirbelkraftwerk der Schweiz in Schöftland, Kanton Aargau. Es produziert seit November 2009 zuverlässig "Naturstrom" für gut 20 Familien. [...] Das Bundesamt für Energie (BFE) hat zum fünften Mal den Schweizer Energiepreis "Prix Watt dOr" vergeben. In der Kategorie "Erneuerbare Energien" ging die Auszeichnung an die Genossenschaft Wasserwirbelkraftwerke Schweiz und die Zeremonie fand am Donnerstag den 6. Januar im Kursaal in Bern statt. [...] In Schöftland testet man die Anlage 1:1 auf ihre Praxistauglichkeit. Bereits jetzt hat man über 10 konkrete weiteren Projekte in der Schweiz gestartet und Konzessionsverfahren eingeleitet. [...]
Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Wasserwirbelkraftwerk wird mit "Prix Watt dOr" ausgezeichnet

[...] Einem Forschungsteam um Aldo Steinfeld, Professor für Erneuerbare Energieträger an der ETH Zürich und Leiter des Labors für Solartechnik am Paul Scherrer Institut (PSI), ist es gelungen einen Solar-Reaktor zu entwickeln, der ein brennbares Gas produziert. [...] Mit einem radikal neuen Prozess wird Wasser und Kohlendioxid umgewandelt in ein Gemisch von Wasserstoff (H2) und Kohlenmonoxid (CO), das als "Syngas" bezeichnet wird und eine Vorstufe von Benzin, Kerosin und anderen flüssigen Treibstoffen darstellt. Als Energielieferant für den Prozess wird konzentrierte Sonnenstrahlung verwendet. Zusammen mit Kollegen des California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena, USA, haben die ETH- und PSI-Forscher den Solar-Reaktor entwickelt und die experimentellen Resultate in der aktuellen Ausgabe von "Science" veröffentlicht.
Damit könnte das Problem gelöst werden, wie speichert man die Sonnenenergie, wandelt sie in einen Treibstoff um und transportiert sie zum Verbraucher. Ausserdem wäre dieser neue Treibstoff unerschöpflich, da Sonne, Wasser und CO2 unbegrenzt vorhanden sind. Und die bestehenden Verbrennungsmotoren und Triebwerke müssten nicht umgestellt werden, Benzin aus Erdöl kann nahtlos ersetzt werden. [...]
Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Solar-Reaktor produziert Benzin mit Sonnenlicht
Hervorhebungen von muz-online.de

Die Wirtschaft

Es fällt leicht, die typischen Produkte der schweizerischen Wirtschaft zu nennen: Käse, Uhren, Schokolade, feinste Stoffe - und das "Offiziersmesser", dem man seine Herkunft deutlich ansieht. Und doch machen diese im Ausland überall bekannten Waren nur einen kleinen Teil der Produkte und des Exports der Schweiz aus.
Die Schweiz besitzt kaum Bodenschätze und ist bei den Energierohstoffen wie Kohle, Erdöl und Erdgas auf Importe angewiesen, da sie ihren Energiebedarf nicht allein mit der heimischen Wasserkraft und der besonders geförderten Geothermie decken kann. Die übrigen Voraussetzungen für Produktion und Dienstleistungen sind allerdings günstig, so dass die Wirtschaft der Schweiz trotz einer Flaute zwischen 1993 und 1998 eine der "gesündesten" der Welt ist. Mit einer Wirtschaftsleistung von 40.000 Dollar pro Kopf (1999) zählt die Eidgenossenschaft zu den wohlhabendsten Staaten der Welt. Durch ihre zentrale Lage gilt die Schweiz als Drehscheibe Europas, am Schnittpunkt der Verkehrsachsen zwischen Lyon und Wien, zwischen Frankfurt am Main und Mailand. Der dadurch bedingte Transitverkehr ist von jeher nicht nur eine Belastung für Verkehr und Umwelt, sondern hat auch die Entwicklung von Industrie und Dienstleistungsgewerbe gefördert. Auch das Spezialwissen, das eine hochentwickelte Industrienation braucht, kam und kommt zum Teil durch den ständigen Austausch mit den Nachbarländern. Dieses Wissen und die solide Ausbildung der Arbeitskräfte ist die zweite wichtige Grundlage der schweizerischen Wirtschaft. So liegt die Schweiz bei den Erfindungen, d.h. Patentanmeldungen, im Verhältnis zur Einwohnerzahl an der Spitze der Industriestaaten.
Nur etwas mehr als ein Viertel der Fläche der Schweiz kann intensiv landwirtschaftlich genutzt werden, weitere 20% dienen im Sommer als Viehweide. So kann schon von der Anbaufläche her die Landwirtschaft keinen großen Beitrag zur Volkswirtschaft leisten. Der in vielen Käsereien oft noch handwerklich hergestellte Schweizer Käse, vom Appenzeller bis zum Vacherin Mont d'Or aus dem Jura, macht nur etwa ein Zehntel der deutschen Produktion aus, aber die würzigen Gebirgsweiden geben dem Käse den Geschmack, der ihn auch im Ausland berühmt gemacht hat.
Darüber hinaus ist die Landwirtschaft der Schweiz Grundlage einer wichtigen Industriebranche, der Nahrungsmittelindustrie. Hier ist das bekannteste Produkt - die Schokolade - nur eines von vielen. Außer der Milchschokolade (seit 1875) sind in der schweizerischen Nahrungsmittelindustrie weitere bedeutende Erfindungen gemacht worden, von den Tüten-Suppen des Julius Maggi (1846-1912) bis zum "Nescafe". Die Bedeutung der Nahrungsmittel-Branche zeigt überdies die Tatsache, dass das größte Industrieunternehmen der Schweiz, die Nestle AG, ihr angehört. Ein weiterer weltweit bedeutender Industriezweig ist die pharmazeutische Industrie, die vor allem im Raum Basel angesiedelt ist.
Von den Schweizer Uhren werden ca. 95% ausgeführt; sie sind der Exportschlager der schweizerischen Industrie. Die hauptsächlich im Jura und in Genf angesiedelte Uhrenindustrie konnte sich sogar gegen die Konkurrenz aus Ostasien gut behaupten, indem die Fertigung rationalisiert und neue Modelle kreiert wurden, wie die "Swatch", die modisches Design mit Qualität verbindet. Die Chemie- sowie die Maschinen- und Apparatebauindustrie ist die wichtigste Exportindustrie. In vorwiegend mittleren Betrieben stellt sie Spezialprodukte her, von feinmechanischen Instrumenten über komplizierte Werkzeugmaschinen bis zu Panzerfahrzeugen.

Wirtschaftliche Entwicklungen 2008

[...] Die schweizerische Wirtschaftsaktivität nahm 2008 deutlich ab, da sie im Gegensatz zum Vorjahr verstärkt von den Ereignissen an den Finanzmärkten (internationale Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007, Anm. muz-online.de) beeinflusst wurde. Das Wirtschaftswachstum schwächte sich gegenüber 2007 (3,3%) ab und betrug nach vorläufigen Angaben noch 1,6%. Die Krise der Finanzdienstleister, ein Erstarken des Franken und das Wegbrechen der Exporte belasteten die Wirtschaft, während die Konsumbranche weiterhin von robuster Nachfrage profitierte. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen nahmen 2008 v. a. nach Brasilien (+29,0%), Norwegen (+17,3%) und in die VR China (+15,5%) zu, während sie nach Island (20%), Kanada (16,6%) und Irland (14,7%) aufgrund der prekären Wirtschaftslage deutlich zurückgingen. Der schweizerische Arbeitsmarkt entwickelte sich trotz der leichten Abkühlung insgesamt positiv. [...]

Tourismus
Auch das Jahr 2008 verlief für die schweizerische Tourismuswirtschaft ausgesprochen positiv. Insgesamt wurden 37,334 Mio. Übernachtungen (Logiernächte) in Hotels und Kurbetrieben gezählt, ein Anstieg von 968.969 bzw. 2,7% gegenüber dem Vorjahr. Sowohl die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste (21,508 Mio.; +2,8%) als auch die der schweizerischen Gäste nahm zu (15,826 Mio.; +2,4%). Die Gesamtzahl der Ankünfte stieg um 2,3% auf 15,997 Mio. Durchschnittlich verbrachten die Gäste wie schon im Vorjahr 2,3 Nächte in ihren Hotels. Die Fremdenverkehrsbilanz wies 2008 einen Überschuss von 3,8 (2007:2,5) Mrd. sfr auf. Den Ausgaben ausländischer Gäste in der Schweiz von 15,6 (14,6) Mrd. sfr standen Ausgaben schweizerischer Touristen im Ausland von 11,8 (12,1) Mrd. sfr gegenüber. [...]
Zitiert aus: DER FISCHER WELTALMANACH 2010, S.446 f.

Bilderberg und WEF

Bilderberg-Meeting 2011 in der Schweiz

[...] Es gibt gewisse Hinweise, die Bilderberger werden sich vom 9. bis 12. Juni in St. Moritz treffen. Das berichtet jedenfalls Jim Tucker in seiner neuesten Veröffentlichung, der die Bilderberger schon seit Jahrzehnten beobachtet, obwohl er auf eine definitive Bestätigung noch wartet.[...]
Nach Recherchen von "ASR" (Alles Schall und Rauch) soll das Fünfsterne Kempinski Grand Hotel des Bains diesmal Tagungsort sein.
Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Bilderberg-Meeting 2011 in der Schweiz

Das WEF (World Economic Forum) in Davos 2011

Alljährlich trifft sich die Elite aus Politik und Wirtschaft im winterlichen Davos. An der Veranstaltung 2011 (26. bis 30. Januar) nahmen 2500 Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft teil. Darunter waren 30 Staats- und Regierungschefs und über 60 Minister. [...] Das 41. WEF stand unter dem Motto "Gemeinsame Normen für eine neue Realität". [...]
Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Das WEF in Davos 2011, die jährliche Schandveranstaltung

Bankwesen und Tourismus
Die schweizerischen Groß- und Privatbanken, die überwiegend in Zürich und Genf ihren Sitz haben, sind nicht nur wegen der politischen und wirtschaftlichen Stabilität und der Neutralität des Landes für ausländische Anleger attraktiv. Auch das seit 1934 garantierte, allerdings mit dem Gesetz zur Bekämpfung der Geldwäsche aufgeweichte Bankgeheimnis macht sie für Kapitalbesitzer interessant. International in Misskredit gerieten die Schweizer Banken jedoch, als in den 1990er Jahren ihre Beteiligung an Geschäften mit Vermögen von Holocaust-Opfern aufgedeckt wurde und sie sich zu Entschädigungsleistungen verpflichtet sahen. Insgesamt beschäftigen die schweizerischen Banken zusammen mit den Versicherungen ein Zehntel der im Dienstleistungssektor Tätigen, heute insgesamt fast 70% der Erwerbstätigen in der Schweiz.
Die jährlich über 15 Millionen aus geschäftlichen oder touristischen Motiven in die Schweiz einreisenden Ausländer leisten einen besonderen Beitrag zur Schweizer Wirtschaft. Der Fremdenverkehr (einschließlich der Ausgaben der Touristen in anderen Branchen) ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor; 1999 betrugen die Einnahmen aus dem Tourismus mehr als 11 Milliarden Franken.
Der Tourismus und vor allem der Kapitalverkehr mit dem Ausland bringen der Schweiz eine positive Zahlungsbilanz. Auch die Handelsbilanz (Warenverkehr mit dem Ausland) ist trotz des Imports von Fahrzeugen und Energierohstoffen meist positiv. Wie gut es der Schweizer Wirtschaft geht, zeigen die im europäischen Vergleich geringe Inflationsrate und die niedrige Arbeitslosigkeit. Letzteres liegt vor allem daran, dass die Schweiz keine Strukturprobleme mit alten, unrentablen Industrien hat und sich zudem an die technologische Entwicklung gut anpassen konnte.

2020: Corona - SARS-CoV-2 - Covid-19 - Pandemie

Aufgrund einer globalen Pandemie, ausgelöst durch den sogenannten "neuen Virus" Covid-19 (Coronavirus) werden ab 2020, beginnend in der chinesischen Region Hubei und ab März u.a. in Europa und den USA die Bürgerrechte massiv eingeschränkt. Es gibt Grenzschließungen, Reisebeschränkungen, Ausgangssperren, Bewegungseinschränkungen, Kontaktverbote, Aufrufe zur Einhaltung eines Sicherheitsabstandes zum nächsten Menschen von 2 Metern, entsprechende Markierungen in Supermärkten, Gesichtsmaskenpflicht, Aufrufe "Wir bleiben Zuhause" usw..
Auch in der Schweiz gibt es seit dem 17. März einen teilweisen Lockdown mit ähnlich strengen Maßnahmen, wie in den meisten anderen Ländern.
Erste Lockerungen der Maßnahmen wurden am 27. April erlassen. Bis Ende August bleiben Veranstaltungen von mehr als 1000 Personen untersagt.
Durch die drastischen Einschränkungen, die Kritiker als völlig überzogen halten, droht der Schweiz ein erheblicher wirtschaftlicher Einbruch, vergleichbar mit der großen Rezession in 1930er Jahren.
Bis zum 12. Mai waren an Covid-19 nach offiziellen Angaben 1561 Menschen gestorben. Mehr als 30.000 wurden positiv auf Covid-19 getestet. Wie mittlerweile bekannt ist, sind die Corona-Tests jedoch oft fehlerhaft. Auch die Zahl der Toten darf hinterfragt werden. Sind die mehrheitlich alten Menschen tatsächlich an dem Virus gestorben?

Siehe auch:  Vogelgrippe - Schweinegrippe - Corona

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Schweiz: Internationaler Treffpunkt

Auf den ersten Blick mutet es paradox an: Obwohl in der Schweiz ständig Konferenzen der zahlreichen Fachorganisationen der Vereinten Nationen (UNO) stattfinden, haben sich 1986 rund 75% der Schweizer in einer Volksabstimmung gegen einen UNO-Beitritt ihres Landes ausgesprochen. Auch lehnten die Stimmbürger 1992 einen Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum ab. Selbst die vorsichtige Annäherung der Regierung an die EU erhielt 2001 in einer Abstimmung einen Dämpfer. Neutralität und wirtschaftliche Unabhängigkeit scheinen den Schweizern über alles zu gehen. Und eben diese Neutralität ist es, die das Land als Vermittler in internationalen Konflikten so attraktiv macht. Regelmäßig wird von Abrüstungsvorschlägen, Gegenvorschlägen, Entschließungen usw. berichtet, die in der Schweiz ausgehandelt werden. Hier sitzen die Großmächte an einem Tisch. So fanden bzw. finden wichtige internationale Konferenzen auf Schweizer Boden statt (u.a. die Genfer Indochina-Konferenz von 1954 und die Genfer Laos-Konferenz von 1961/62; 1973 die Europäische Sicherheitskonferenz KSZE). Aber auch der Rat Schweizer Politiker im Ausland ist gefragt. Im Interesse der Völkerverständigung haben Schweizer Diplomaten etliche Mandate für die Interessenvertretung solcher Staaten übernommen, die untereinander keine diplomatischen Beziehungen unterhalten.

Die humanitäre Mission der Schweiz
Die Neutralität hat es der Schweiz ermöglicht, sich aus den kriegerischen Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts herauszuhalten. Sie betrachtet es deshalb als ihre Aufgabe, als Ergänzung zu ihrer Neutralität eine humanitäre Mission zu erfüllen. Diese erstreckt sich heute hauptsächlich auf das Flüchtlingswesen und auf Hilfsaktionen in Kriegs- und Katastrophenfällen. Als Henri Dunant 1863 das "Internationale Komitee zur Unterstützung der Verwundeten" ins Leben rief, konnte er noch nicht ahnen, welche Entwicklung diese weltweit anerkannte Organisation nehmen sollte. Unter dem Zeichen des Roten Kreuzes - einer Umkehrung des Schweizer Wappens - haben sich über 100 nationale Rotkreuzgesellschaften zusammengefunden. Dem Roten Kreuz entspricht in islamischen Staaten der Rote Halbmond. Diese Zeichen sind international geschützt und sichern dem Sanitätspersonal den Schutz nach den Genfer Konventionen von 1949.

Internationales Zentrum Genf
Was die Schweiz als Tagungsort internationaler Verhandlungen angeht, steht Genf als europäische Zentrale der UNO im Vordergrund. Im Gefolge haben sich in Genf zahlreiche UNO-Fachorganisationen und andere internationale Organisationen angesiedelt - insgesamt etwa 180. Dazu gehören beispielsweise die Welthandelsorganisation (WTO), die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN), die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Welthandelskonferenz (UNCTAD) sowie die Hohen Kommissare für Flüchtlinge und für Menschenrechte (UNHCR bzw. UNHCHR). Auch tagt in Genf seit 1969 die UNO-Abrüstungskonferenz, der es mehrfach gelang, Abkommen zur Begrenzung der ABC-Waffen auf den Weg zu bringen.
Die weltpolitische Rolle Genfs hat eine lange Tradition. Es waren Genfer Bürger, mit deren Namen Ereignisse und Prozesse von weltgeschichtlicher Dimension aufs engste verknüpft sind: besonders zu würdigen sind der Reformator Johannes Calvin, der Vordenker der Aufklärung Jean-Jacques Rousseau und natürlich Henri Dunant.
Aufgrund der Neutralität der Schweiz wurde Genf nach dem Ende des Ersten Weltkrieges Sitz des 1919 gegründeten Völkerbundes, einer internationalen Organisation zur Erhaltung des Friedens, die von der 1945 in San Francisco gegründeten Organisation der UNO abgelöst wurde. Mit der neuen Ordnung der Welt nach dem Zweiten Weltkrieg war Europa nicht mehr das politische Zentrum. Folgerichtig blieb der Hauptsitz der UNO in den USA. Im ehemaligen Genfer Völkerbundpalast wurde nur ein Regionalbüro der UNO eingerichtet.
Ideologische wie praktische Erwägungen der an einer neutralen Tagungsstätte in Europa interessierten Ostblockstaaten und der jungen Staaten Afrikas und Asiens führten allerdings schnell dazu, dass Genf seine Anziehungskraft behielt. Es ist daher nur logisch, dass sich Stadt und Kanton entsprechend der internationalen Bedeutung entwickelt haben. 1950 zählte der Kanton Genf 200.000 Einwohner; bis Ende der 1990er Jahre wuchs die Bevölkerung bereits auf über 400.000 an. Dazu beigetragen haben nicht zuletzt die Bediensteten der internationalen Organisationen und ihre Familien, insgesamt über 30.000 Personen.
Als Finanzzentrum mit Niederlassungen internationaler Banken konkurriert Genf mit Zürich. Schönes und Schnelles präsentiert sich auf dem Internationalen Automobilsalon, wie es auch den Sport zum milden Klima des Genfer Sees gezogen hat: In Nyon hat die europäische Fußballunion (UEFA) ihren Sitz, in Lausanne tagt das Internationale Olympische Komitee (IOC) - nur die Funktionäre des Weltfußballverbandes versammeln sich lieber in Zürich. Wissenschaftler aus aller Welt treffen sich in Meyrin bei Genf, wenn sie die Anlagen des Europäischen Kernforschungsinstituts CERN für ihre Arbeit benutzen. Dennoch scheint die internationale Anziehungskraft dem Kanton selbst nicht unbedingt zu Prosperität verhelfen zu haben: Denn Genf hatte zu Beginn des 21. Jahrhunderts im Schweizer Vergleich eine hohe Arbeitslosigkeit und war der am stärksten verschuldete Kanton.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1259 f.

www-Links

 Islam
 Neue Weltordnung

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