Fürstentum Monaco

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Offizieller Name: Fürstentum Monaco
Hauptstadt: Monaco
Fläche: 1,95 km²
Regierungsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: Fürst
Verwaltung: 9 Stadtbezirke (2013)
Einwohner: 32.000 (1999); 35.646 (Census 2009; davon 6.089 Monegassen); ca. 36.700 (2019), ca. 75% Ausländer
Bevölkerungsdichte: 16.462 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 100%
Sprache: Monegassisch, Französisch (Amtssprache) u.a.
Religion: Katholiken ca. 90%

Das Fürstentum von Monaco, nach der Verfassung von 1911 eine konstitutionelle Monarchie, gilt heute als einer der reichsten Staaten Europas und als Steuerparadies für prominente Großverdiener. In einer Reisebeschreibung aus dem beginnenden 19. Jahrhundert wird diese Region noch als "einer der ärmlichsten Orte der französischen Riviera" bezeichnet.
Zum Territorium des zweitkleinsten Staates der Welt gehören die auf einem Felssporn gelegene Hauptstadt Monaco, die Gemeinde La Condamine im Hafenbereich sowie die Stadt Monte Carlo, die sich an der Südflanke der französischen Seealpen ausbreitet. Bis 1959 umfasste Monaco eine Fläche von rund 150 ha, seitdem wurden durch künstliche Aufschüttung mehr als 40 ha hinzugewonnen, die den Stadtteil Fontvieille bilden.

Port Du Prince

Die Ursprünge einer bereits vorgeschichtlichen Besiedlung liegen auf dem Felssporn, der heute von der Hauptstadt eingenommen wird. Um 600 v. Chr. nutzten die Phönizier den strategisch günstigen Platz für die Anlage eines Hafens. Von ihrem Gott Melkart soll der Name des späteren Fürstentums abgeleitet worden sein. Während der römischen Herrschaft im 2. Jahrhundert v. Chr. wurde der Hafen weiter ausgebaut.
Erst im Zusammenhang mit den hochmittelalterlichen Auseinandersetzungen zwischen den Grafen der Provence und den Genuesern findet Monaco wieder Erwähnung. Kaiser Heinrich VI. (1165-1197) bestätigte 1191 den Genuesern den Besitz von Monaco als Gegenleistung für deren Unterstützung bei seinen eigenen Territorialinteressen in Italien.

Die dort bestehende Rivalität zwischen den Anhängern der Kirche, den Guelfen, und denen des Kaisers, den Ghibellinern, erfasste im 13. Jahrhundert auch den Stadtstaat Genua. 1297 zog Francesco Grimaldi, der als Anhänger der Guelfen aus Genua fliehen musste, in Monaco ein. In der Folgezeit verstand es die Aristokratenfamilie der Grimaldis, sich von Genua zu lösen und ihre Herrschaft aufzubauen. Seit 1458 konnte sie unbedrängt in Monaco regieren und mit Hilfe Frankreichs sogar ihren Besitz ausweiten. Innen- und außenpolitische Wirren begleiteten das Land im 16. und 17. Jahrhundert, in deren Verlauf die Oberhoheit mehrfach wechselte. Die Grimaldi-Dynastie blieb jedoch stets an der Macht und nahm 1659 den Fürstentitel an.
Während der Französischen Revolution erklärten die Monegassen das Fürstentum 1792 zur Republik, doch schon ein Jahr später wurde es mit Frankreich vereinigt. Allerdings erhielt Monaco beim Wiener Kongress 1815 seine Selbständigkeit zurück, stellte sich aber fortan unter den Schutz des Königs von Sardinien. Diese Schutzherrschaft dauerte bis 1860 und wurde dann von Frankreich übernommen. Dieses erhielt als Gegenleistung von Monaco die Städte Rocquebrune und Menton. Seither besteht Monaco in seinen heutigen territorialen Grenzen und hat die traditionell starke Bindung an Frankreich nie aufgegeben. So besteht seit 1865 die bis heute gültige Zoll- und Währungsunion.
Wirtschaftlich bedeuteten die politischen Wirren über Jahrhunderte hinweg die Verarmung des Fürstentums. Um sich aus dieser Lage zu befreien, gründete Karl III. (1818-1889) im Jahre 1861 die "Société des Bains de Mer", die als Betreiber einer Spielbank rasch an Bedeutung gewann. Gleichzeitig entwickelte sich Monaco aufgrund des Klimas zum Zentrum des europäischen Winterkurtourismus.
Inzwischen spielt auch der Sommertourismus eine wichtige Rolle, doch ist Monaco aufgrund seiner Steuervorteile zur Residenz einer reichen, internationalen Gesellschaft geworden.

Das Fürstentum hat sich aber auch zu einer Industrie- und Verwaltungsmetropole entwickelt mit zahlreichen Klein- und Mittelbetrieben in den Bereichen Kosmetik, Nahrungsmittel, Textilien und Elektronik. Die monegassische Staatsdruckerei ist weit über die Landesgrenzen bekannt. Darüber hinaus verfügt Monaco über ein reiches kulturelles Angebot mit vielbeachteten Theaterinszenierungen, einem sehenswerten Opernhaus und zahlreichen Museen. Das unter Fürst Albert I. (1848-1922) angelegte Ozeanographische Museum genießt Weltruf. Besonders Monte Carlo hat sich im Verlauf von nur wenigen Jahrzehnten zu einem exklusiven Badeort entwickelt, in dem Villen, tropische Gärten und Luxushotels aus der Belle Époque das Bild bestimmen. Die Stadtsilhouette wird heute jedoch zunehmend durch moderne Appartementhochhäuser geprägt.

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Bankgeheimnis
Rund 40 Banken gibt es im Fürstentum, in erster Linie Dependencen französischer Kreditinstitute. Trotz der engen Verflechtung mit Frankreich ist das Bankgeheimnis weit strenger als beim großen Nachbarn.

Steuern
Seit 1896 zahlen die Einwohner Monacos keine Einkommensteuer auf direkte Einkünfte. Als Einwohner gelten dabei nicht nur monegassische Staatsbürger, sondern auch Ausländer und Staatenlose mit Wohnsitz im Fürstentum − nur Franzosen sind von dieser Regelung ausgenommen.
Ein Steuerparadies ist Monaco allerdings nur für Sportler, Künstler und Ruheständler. Da bei der Unternehmensbesteuerung an Frankreich bedeutende Konzessionen gemacht werden mussten und auch reine Vermögensverwaltung oder Briefkastenfirmen nicht gefördert werden, ist das Land als Firmensitz nicht geeignet.
Hinter Katar ist Monaco das reichste Land der Erde. Jeder Dritte Einwohner ist Millionär.

Monaco: Kein Paradies mehr für Steuersünder

[...] Nach Andorra und Liechtenstein, mit denen es (das Fürstentum Monaco, Anm. my-europe.de) als letzte europäische Staaten auf der OECD-Liste "nicht kooperativer" Länder in Fragen der Steuerhinterziehung und Geldwäsche gestanden hatte, beugte sich auch das Fürstentum dem internationalen Druck: Am 15.3.2009 verkündete ein Regierungssprecher, Monaco werde die Zusammenarbeit im Bereich der Steuerhinterziehung gemäß den internationalen Kriterien verbessern. In einem am 26.3. bekanntgegebenen Schreiben an OECD-Generalsekretär Angel Gurría sicherte die Regierung zu, bis Ende des Jahres entsprechende Vereinbaruungen mit den EU-Staaten und weiteren Ländern abzuschließen, um einen vollen Informationsaustausch in Steuerfragen zu ermöglichen. Auf der zum 2.4. von G20-Staaten angeforderten Liste über den Stand der Beseitigung von Steueroasen führte die OECD Monaco noch im "grauen" Bereich auf (...). Monacos Einlenken erfolgte nicht zuletzt auf Druck des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, der Anfang Februar erklärt hatte, er müsse gegebenenfalls die Beziehungen seines Landes auch zu Monaco "überdenken". Frankreich hat als einziges Land ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Monaco, es trägt einen Teil des Staatshaushalts und ernennt die Regierung. Überdies stehen die monegassischen Banken unter Aufsicht der französischen Bankenkommission. Die Finanzwirtschaft ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des Kleinstaats.
Angesichts der Finanzkrise hatte Prinz Albert bereits im Dezember 2008 bekanntgegeben, dass die milliardenteure Erweiterung des Stadtstaates durch den Bau einer künstlichen Halbinsel (...) nicht wie geplant 2011 begonnen werde.
Zitat: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, S. 363.

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.968 f.

www-Links

 Frankreich
 Vogelgrippe - Schweinegrippe - Corona

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