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Kanalinseln - Isle of Man - Bermudas - Gibraltar - Jungferninseln - Falklandinseln

KANALINSELN
Die Kanalinseln (Channel Islands) liegen in Sichtweite der französischen Küste und sind geographisch ein Teil Frankreichs. Sie waren jedoch nie französisch und sind auch kein Teil des Vereinigten Königreiches, obwohl die Bewohner sich zu den treuen Untertanen der Englischen Krone zählen. 1066, als Wilhelm, Herzog der Normandie, nach der Schlacht bei Hastings König von England wurde, befanden sich die Kanalinseln bereits seit mehr als hundert Jahren im Besitz normannischer Herzöge. Deshalb wird manchmal scherzhaft behauptet, England sei die älteste noch bestehende Besitzung der Kanalinseln. Zwei Jahrhunderte später, als die Normandie von Frankreich erobert wurde, gewährte man den Kanalinseln als Belohnung für ihre Loyalität zum englischen König einen Sonderstatus, der in der einen oder anderen Form noch bis heute besteht.
Bogenförmig angeordnet liegen die Hauptinseln - Jersey, Guernsey, Alderney, Sark, Herm und Jethou - in Sichtweite voneinander. Einschließlich der zahlreichen kleineren Inselchen nehmen die Kanalinseln ein Areal von 194 km² ein. Bei einer Gesamtbevölkerung von etwas weniger als 150.000 Menschen leben allein 85.000 auf Jersey und knapp 60.000 auf Guernsey. Englisch ist heute die offizielle Sprache, aber viele Bewohner der Kanalinseln sprechen noch einen normannisch-französischen Dialekt, der von Insel zu Insel variiert.
Die administrative Gliederung der Inseln unterscheidet die Amtsbezirke (Bailiwicks) von Jersey und Guernsey. Innerhalb dieses Systems werden die Bewohner der Kanalinseln von ihren eigenen, als States bezeichneten Parlamenten regiert. Ihre Anbindung an das Vereinigte Königreich wird durch die Bailiffs, die Amtmänner, gewährleistet, die richterliche Beamte und Präsidenten der Parlamente ihrer Amtsbezirke sind.
Das Rechtswesen unterscheidet sich erheblich vom britischen; es basiert auf altem normannischen Gesetz. Die internationalen Beziehungen und die Außenpolitik gehören allerdings zum Aufgabenbereich des britischen Außenministeriums.

Die Kanalinseln in heutiger Zeit
Ihren Wohlstand verdanken die Kanalinseln großenteils dem günstigen Klima. Dieses fördert nicht nur die frühe und qualitativ hochwertige Produktion von Obst, Blumen und Gemüse wie auch das Heranwachsen der berühmten Jersey- und Guernseyrinder, es lockt auch zahlreiche Touristen an.
Auch das finanzielle "Klima" ist einladend. Der zollrechtliche Status als Freihafen ist verantwortlich für die niedrigen Preise vieler Waren, und die Zahl der Institutionen des Finanzwesens, die hier ihren Standort wählen, steigt ständig. Heute wird die Bedeutung Jerseys als Zentrum des internationalen Bank- und Finanzwesens bereits mit Zürich verglichen, Guernsey folgt mit geringem Abstand.

Touristen mögen kaum Unterschiede zwischen den Inseln Jersey, Guernsey und Sark feststellen, für die Einheimischen, die die zwischen den Inseln ausgespielte Meisterschaftsrunde im Fußball immer noch als "The Internationals" bezeichnen, sind sie jedoch offensichtlich. Trotz einer seit langem bestehenden demokratischen Regierungsform sind Spuren des alten Feudalsystems erhalten geblieben: So besteht beispielsweise in Sark (550 Einwohner) weiterhin der Brauch, dass nur der Grundherr eine Hündin besitzen darf.

ISLE OF MAN
Die Insel Man ist eine weitere "selbständige" Insel Britanniens. Selbstverwaltung und autonomer Status reichen jedoch weiter zurück. Das Parlament der Insel ist sogar älter als das britische in Westminster, die "Mutter der Parlamente". Die zahlreichen Touristen kommen wegen der landschaftlichen Schönheit, der prähistorischen Zeugnisse und der internationalen Motorradrennen.
Auf Man hat die Regierungspolitik, die darum bemüht ist, die Einkommensteuern auf niedrigem Niveau zu halten, viele "Ausländer" angezogen. Die Insel gilt als Steueroase und ist Sitz zahlreicher "Offshoreunternehmen".

Die Insel Man ist weder Teil des Vereinigten Königreichs noch gehört sie zur Europäischen Union.

GIBRALTAR
Die britische Kolonie Gibraltar, eine Halbinsel an der Südostküste Spaniens, hat eine Fläche von 6,5 km². Sie wird fast ganz von einem riesigen Kalksteinmassiv, dem "Felsen von Gibraltar", eingenommen, der wie der Kopf eines gigantischen Löwen, das Verbindungstor zwischen Mittelmeer und Nordatlantik bewachend, emporragt. Steile Klippen steigen im Norden und Osten auf 426 m an. Von den Gipfeln kann man nach Norden bis zur Sierra Nevada Spaniens und nach Süden bis zum Atlas und dem Rifgebirge Marokkos sehen.
In der Antike wurde der Felsen als eine der "Säulen des Herkules" betrachtet, die der Halbgott geschaffen hatte, um den Graben zu markieren, den er zwischen Europa und Afrika gezogen hatte. So schuf er die Straße von Gibraltar, die das Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet. Die strategische Bedeutung wurde zuerst von den Phöniziern erkannt. Sie gründeten auf dem Felsen eine Handelskolonie, die über die Meerenge wachte.

Eroberung und Belagerung
Im Jahre 711 entrissen die nordafrikanischen Mauren den Felsen dem spanischen Westgotenreich. Ihr Anführer, Tarik ibn Ziyad, ließ hoch auf dem Berg eine Festung bauen, die nach Westen hin die Bucht von Algeciras kontrollierte. Die "Maurenburg", die sich heute über der Stadt erhebt, läßt nur noch Spuren der Festung Tariks erkennen, sein Name lebt jedoch fort: Durch Europäisierung der Aussprache kam der Jabal al Tariq ("Felsen des Tarik") im Lauf der Jahrhunderte zu seinem heutigen Namen. Spanien gewann seinen Besitz 1462 wieder, seine Herrschaft wurde jedoch seit Anfang des 16. Jahrhunderts von der aufstrebenden Seemacht England herausgefordert. 1704 eroberte eine anglo-niederländische Streitmacht im Namen des Erzherzogs von Österreich Gibraltar durch einen Überraschungsangriff. Der englische Oberbefehlshaber hisste jedoch die Flagge Englands, hielt einer franko-spanischen Belagerung stand und erlebte 1714 die Anerkennung Gibraltars als britischer Besitz. Innerhalb kurzer Zeit wurde der Felsen zu Großbritanniens Hauptbasis im westlichen Mittelmeer ausgebaut. Gewaltige Buhnen wurden angelegt, um den westlichen Ankerplatz und die Militärdocks an seinem südlichen Ende zu schützen. 1779-1783 widerstand die britische Garnison einer der schwersten Belagerungen der Geschichte, einer Kanonade zu Wasser und zu Land. Noch heute kann man die schusssicheren Laufgänge sehen, die von den Verteidigern in den Felsen getrieben worden waren.
Die mit Gibraltar verbundene Seeherrschaft spielte eine wichtige Rolle beim Sieg über zwei große Diktatoren: über Napoleon Bonaparte im 19. Jahrhundert und in unserer Zeit über Adolf Hitler. Während des Zweiten Weltkrieges kämpften Kriegsschiffe aus Gibraltar den Weg für lebenswichtige Nachschubkonvois nach Malta frei. 1942 war der Fels Kommandozentrale für die Landung der Alliierten in Nordwestafrika.
Zu Beginn der 1960er Jahre erneuerte Spanien seinen Anspruch auf das Gebiet, beschränkte den Überlandreiseverkehr nach Gibraltar und schloss 1967 die Grenze, nachdem die Einwohner Gibraltars (zum Großteil ein Völkergemisch spanischer, portugiesischer, maltesischer und italienischer Herkunft) mit überwältigender Mehrheit für ihre "britische" Nationalität gestimmt hatten. Die Grenze wurde erst 1985 wieder vollends geöffnet.
Gibraltar ist ein bedeutender Luft- und Flottenstützpunkt geblieben. Sein heutiger Wohlstand basiert aber ebenso auf seiner Entwicklung als Handelszentrum und Urlaubsort. Es ist auch ein zoll- und steuerfreies Einkaufsparadies für europäische Luxusgüter und Produkte des nordafrikanischen Handwerks. Früher jedoch bedeutete "Freihandel" in Gibraltar Schmuggel, und die Fähigkeit seiner Bewohner, sowohl Zollbeamte als auch die Käufer ihrer illegal erworbenen Waren hereinzulegen, ließ sie in Verruf kommen.
Abgesehen von der St. Michaels-Höhle, einem phantastischen Labyrinth von unterirdischen Seen und Stalaktiten, stammen die meisten Sehenswürdigkeiten Gibraltars aus seiner kriegerischen Vergangenheit. Die in den Fels gehauenen Galerien aus der Zeit der großen Belagerung wurden während des Zweiten Weltkrieges zu einem Tunnelsystem von etwa 48 km Länge ausgebaut. Weniger bekannt ist der mächtige "Rock Buster". Als er 1872 fertiggestellt worden war, war er die größte Kanone der Welt - ein passendes Symbol für die "Festung Gibraltar".

Die Affen von Gibraltar
Die berühmtesten "Eingeborenen" des Felsens sind die Berberaffen - struppige Geschöpfe von der Statur großer Hunde. Gibraltar ist ihr einziges europäisches Verbreitungsgebiet. Ob sie auf natürlichem Weg aus Nordafrika hierherkamen oder von Menschen angesiedelt wurden, ist nicht bekannt. Sie ziehen frei am höhergelegenen Teil des Felsens umher, und die Legende weiß zu berichten, dass die britische Herrschaft nur solange dauern wird, wie es Affen am Felsen gibt.
Im September 1944, während einer kritischen Phase des Zweiten Weltkrieges, nahm sich Premierminister Winston Churchill die Zeit, seinem Kolonialminister folgende Anweisung zukommen zu lassen: "Der Bestand an Affen in Gibraltar sollte 24 nicht unterschreiten . . . um diese Zahl frühestmöglich zu erreichen und sie danach aufrechtzuerhalten, sollte jede Anstrengung unternommen werden." Die Kolonie wird in regelmäßigen Abständen mit neuen Affenbeständen aus Nordafrika aufgestockt.

BERMUDA
Bermuda besteht aus über 360 kleinen Inseln, die im westlichen Nordatlantik etwa 1.000 km von der Ostküste der USA entfernt liegen. Sie wurden nach dem spanischen Seefahrer Juan de Bermúdez benannt, der sie 1503 entdeckte. Bis zum Jahr 1603 blieb Bermuda unbewohnt. Als der englische Admiral George Somers 1609 mit seinem Flaggschiff " Sea Venture" im Gebiet der Bermudas Schiffbruch erlitt, wurden die Inseln nach und nach besiedelt und von England in Besitz genommen. Seit 1684 ist Bermuda britische Kronkolonie. Im Lauf des 18. Jahrhunderts wurden die Inseln zum britischen Flottenstützpunkt ausgebaut. Teile der Inseln sind seit 1941 als Flotten- und Luftbasis auf 99 Jahre an die Vereinigten Staaten verpachtet.
Seit 1968 verwaltet sich Bermuda selbst. Es gibt eine Regierung und ein Parlament, in dem zwei Parteien vertreten sind. Ein von der britischen Königin ernannter Gouverneur steht an der Spitze der Exekutive und ist für die Außen- und die Verteidigungspolitik sowie die innere Sicherheit zuständig; außerdem ernennt er den Premierminister. Außenpolitik und Recht liegen in der Verantwortlichkeit Großbritanniens.

Die Bermudas erheben sich auf einem etwa 150 km langen und 30 km breiten Vulkansockel, der aus dem 5000 m tiefen nordamerikanischen Meeresbecken steil bis 70 m unter dem Meeresspiegel aufsteigt. Dem Sockel liegen Bänke aus Korallenkalk und verfestigtem Dünensand auf. Dem Besucher fällt auf, dass viele Häuser aus dem gelblichen Korallenkalkstein erbaut sind. Die Hauptinsel Bermuda ist 40 km² groß. Hier befindet sich die Hauptstadt Hamil-ton. Das auffälligste landschaftliche Merkmal ist die starke Zergliederung der Bermudas und die bis zu 70 m hoch aufgewehten Dünen. Von Inselchen umschlossene Buchten, Halbinseln, Sandbänke, Korallenriffe, Grotten, Höhlen ur. durch bizarre Felsformationen begrenzte rosafarbene Sandstrände lassen eine lebhaft-pittoreske Küstenszenerie entstehen.
Nur 20 Inseln sind bewohnt. Brücken und Dammwege verbinden die größten Bermudainseln - (Great) Bermuda, Ireland, St. Davids, St. George's und Somerset. Die meisten Häuser haben flache Dächer mit Regenwasserbehälter: denn Bermuda hat kein Grundwasser. Etwa 60% der Bevölkerung sind Schwarze und Mulatten. Sie stammen von Sklaven ab, die aus Afrika und der Karibik auf die Bermudas gebracht wurden. Die Weißen sind meist britischer Herkunft. Die Menschen sprechen Englisch, überhaupt sind Lebensart und Mentalität der Bevölkerung britisch geprägt.
Das Klima ist vom Golfstrom begünstigt. Die subtropisch-mediterrane Pflanzenwelt, zu der Freesien, Weihnachtssterne und Hibiscus gehören, und die herrlichen weißen und rosafarbenen Sandstrände (was den gleichfarbigen Korallen zu verdanken ist) machen die Bermudas zu einem Paradies für zahlungskräftige Touristen. Das Meerwasser ist sauber und die Strände sind - im Vergleich zu den Stränden am europäischen Mittelmeer - noch nicht überlaufen. Gepflegte Golfplätze sind ein weiterer Anziehungspunkt. Neben Luxushotels gibt es Hotels und Pensionen aller Kategorien. Der Fremdenverkehr ist heute der wichtigste Wirtschaftszweig der Bermudas und gewährleistet der Bevölkerung einen hohen Lebensstandard. Von den jährlich über 600.000 Gästen kommen rund 95% aus den USA. Arbeitslosigkeit spielt auf den Bermudas kaum eine Rolle. Wer nicht im Touristengewerbe tätig ist, findet zumeist im Bank- oder Versicherungswesen eine Beschäftigung. Dank ihrer günstigen Steuer- und Wirtschaftsgesetze - es gibt keine Einkommensteuer - genießen die Bermudas den Ruf eines Steuerparadieses. Das milde Klima ermöglicht auch eine intensive Landwirtschaft. Hauptanbauprodukte sind Bananen, Spargel, Gemüse, Kartoffeln, Blumen und Tabak. Kleine Industriebetriebe verarbeiten vor allem Parfümessenzen, Kosmetika und pharmazeutische Produkte.

Das Bermuda-Dreieck - nur eine Legende?
Generationen von Seefahrern war der westliche Atlantik zwischen Bermuda, der Insel Puerto Rico und der Südspitze Floridas nicht geheuer. Dieses sogenannte Bermuda-Dreieck erschien Seefahrern heimtückisch und galt als "Meer der verlorenen Schiffe". Immer wieder verschwanden Schiffe in diesem Gebiet, ohne eine Spur zu hinterlassen. Man fand weder Überlebende noch Wrackteile, Ölspuren o.a. Die Unfälle trafen auch den Luftverkehr. Insgesamt sollen von 1945 bis Ende der 1970er Jahre um das Bermuda-Dreieck mehr als 100 Schiffe und 20 Flugzeuge spurlos verschwunden sein. Die mysteriösen Unfälle nährten zahlreiche Legenden, Seemannslatein und Schauergeschichten. Während einige Darstellungen die Unglücksfälle übernatürlichen Kräften zuschrieben, entwickelten Wissenschaftler zahlreiche Hypothesen, die bis heute jedoch unbewiesen blieben. Eine besonders wagemutige Annahme ging von einer Anomalität der Gravitationskräfte in diesem Gebiet aus, die in der Lage sei, Dinge aus der erkennbaren Raum-Zeit-Dimensionalität in eine Art Para-Raum verschwinden zu lassen. Eine weniger spektakuläre Hypothese vermutet das ungünstige Zusammenwirken von meteorologischen und hydrologischen Fakten als Ursache, z. B. riesige Strudel als Folge geophysikalischer Anomalien. Viele Wissenschaftler jedoch halten das Katastrophen-Dreieck für einen Mythos. Sie leugnen eine auffällige Häufung von Unfällen in diesem Gebiet oder führen die Unglücksfälle auf natürliche Ursachen, wie z. B. menschliches Versagen, zurück.

JUNGFERNINSELN
Vergleicht man die Geschichte der Britischen Jungferninseln mit dem Abenteuerroman, als der die Historie der US-amerikanischen Jungferninseln erscheinen mag, wird man sich wundern, wie zwei Inselgruppen der gleichen geographischen Familie eine so unterschiedliche Entwicklung nehmen konnten. Man vermutet, dass dies mit der bevorzugten strategischen Lage der US-amerikanischen Jungferninseln zu tun hat, die zur karibischen Seite offen sind und als Bastion im mittelamerikanischen Meeresgebiet friedlichen Handelszwecken ebenso dienlich waren wie kriegerischen Absichten. Die Britischen Jungferninseln öffnen sich in ihrer Nordlage am oberen Ende des kleinen Antillenbogens vor allem der Weite des Atlantik, über den die Segelrouten in das englische Mutterland führen.

Die Spanier rotteten die Kariben aus
1493 von Christoph Kolumbus (1451-1506) entdeckt, widersetzten sich die Bewohner der Inseln, die Kariben, mehreren Eroberungsversuchen, bis sie 1555 von spanischen Truppen endgültig geschlagen und ausgerottet wurden. Nach den Spaniern kamen um 1620 die Engländer. Zunächst als Freibeuter und Piraten, die im Gewirr der Inseln ideale Verstecke fanden, später als Siedler und Farmer. 1672 wurde die Hauptinsel Tortola britische Kolonie, die übrigen Inseln folgten bis 1773 nach.
Und so ist es bis heute geblieben: Bei weitgehender innerer Selbstverwaltung sind die Inseln nach wie vor britisches Staatsgebiet. Man fährt links, man ist protestantisch auf anglikanische Art, man begeht die Geburtstage der Königin als nationale Feiertage, und auch in der Hitze der Tropen ist in den Hotels um 17 Uhr Teezeit - wenn auch mit Eistee. Nur die offizielle Währung ist nicht das Pfund Sterling, sondern der Dollar, der mit dem Urlauberstrom aus den Vereinigten Staaten von Amerika auf die Inseln fließt. Der Tourismus ist Hauptgeschäft, Hauptarbeitgeber und wesentliche Einnahmequelle der Inseln.
Zwar umfasst das Gebiet der Britischen Jungferninseln knapp 40 Inseln auf einer Fläche von 153 km², doch nur etwa 16 davon sind bewohnt. Von den insgesamt 19.000 Einwohnern leben gut 14.000 auf der Hauptinsel Tortola. 90% der Insulaner sind Farbige, Nachkommen afrikanischer Sklaven. Sie finden Arbeit in der Tourismusindustrie, leben als Fischer, Kleinbauern und Kleinhändler gerade über dem Existenzminimum, und einige wenige kommen zu bescheidenem Wohlstand als Lieferanten für die vielfältigen Bedürfnisse der Hotellerie.
Die eher ruhig verlaufende Geschichte der Britischen Jungferninseln hinterließ in ihren freundlichen kleinen Städten kaum prägende Spuren kultureller oder architektonischer Art wie auf den benachbarten US-amerikanischen Jungferninseln, die architektonisch ein kleines Dänemark in der Karibik suggerieren. Die britischen Schwestern erfahren ihren Glanz durch die noch weitgehend unberührte Schönheit tropischer Landschaft und südlicher Meere: jungfräuliche Inseln im wahrsten Sinne des Wortes.

Tortola, Anegada und Virgin Gorda
Der Tourist kommt über die Queen Elizabeth Bridge vom Flughafen auf Beef Island nach Road Town, der Hauptstadt auf der Hauptinsel Tortola. Road Town ist Ausgangspunkt für Ausflüge in das Naturschutzgebiet des über 500 m hohen Mount Sage, dessen Hänge von tropischem Regenwald bedeckt sind. Traumstrände wie auf Postkarten locken den Besucher nach Belmint Bay oder in die Apfelbucht. Die See um die Britischen Jungferninseln gilt als Paradies für Segler. Im Jachthafen von Road Town sind schnittige Schiffe teuerster Bauart aus aller Welt zu bewundern. Von dort laufen auch Schiffe nach Dead Chest, dessen Korallenriffe zu den reichsten Biotopen der Karibik zählen, oder nach Norman Island aus, das mit der "Schatzinsel" des gleichnamigen Romans von R. L. Stevenson identisch sein soll.
Wer vor allem tauchen möchte, besucht die nördlichste der Inseln, Anegada. Sie ist die einzige Koralleninsel unter den ansonsten vulkanischen Inseln und ermöglicht dadurch unvergessliche Taucherlebnisse. Im Horse Shoe Reef finden sich inmitten einer unvorstellbaren Artenvielfalt der submarinen Natur auch über 300 Schiffswracks.
Als drittgrößte Insel ist Virgin Gorda mit der kleinen Stadt Spanish Town Ziel ruhesuchender Naturliebhaber. Fels- und Höhlenformationen erzählen älteste Naturgeschichte, und die verlassenen Minen von Copper Mine Point zeugen vom Goldrausch der Spanier vor vierhundert Jahren. Der flache Südteil der Insel lädt zum Schnorcheln an palmenbestandene, feinsandige Strande ein, während die bis zu 450 m hohen Klippen im Norden der Insel das etwas rauhere Gesicht einer atlantischen Küste unter karibischem Himmel zeigen.
Zahllose weitere Inseln von nicht minderem Reiz erschließen sich dem Touristen mit "Air-Taxis" und Wasserflugzeugen und werden auch in Zukunft noch erschlossen - von einer kapitalträchtigen Hotellerie: Sie sind somit Oasen des Friedens den einen und moderne Goldgruben den anderen.

FALKLANDINSELN
Das Zusammenspiel von Felsen und Meer macht die Schönheit der Falklandinseln aus. Die Inseln liegen nordöstlich der äußersten Spitze Südamerikas, etwa 500 km östlich der Magallanstraße. Obgleich die kalten Wellen des Südatlantik an die Strände schlagen und stürmische westliche Winde über die flachen, baumlosen Hügel fegen, gibt es auf den Inseln eine Fülle von wildlebenden Tieren.
Die Hauptinseln - Ost- und West-Falkland -sind die größten von insgesamt etwa zweihundert Inseln. Ost-Falkland nimmt eine Fläche von 6.683 km² ein, während das etwas kleinere West-Falkland 5.278 km² umfasst. Über 2500 Menschen leben auf den Falklandinseln. Sie sind eine britische Kronkolonie, zu der früher auch die Inseln Südgeorgien, Südorkney, Südsandwich und Südshetland gehörten; diese Inseln sind heute Teil des von Großbritannien beanspruchten Antarktisgebietes.

Landschaft
Obwohl durch weite Entfernung und stürmische See vom Festland isoliert, sind die Falklandinseln keineswegs ein unwirtlicher Lebensraum. Die Landschaft ähnelt Schottland oder Irland mit einer Fülle von kleinen Buchten und Küsteneinschnitten und mit flachen, grasbedeckten Hügeln im Landesinneren. Schmale Flüsschen schlängeln sich durch die Talmulden, in denen zahlreiche Feldblumenarten gedeihen. Die Temperaturen fallen im Winter selten unter -8C, im Sommer können sie 24C erreichen. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 665 mm pro Jahr, gelegentlich fällt im Winter auch Schnee.
Die Falklandinseln sind ein wichtiger Lebensraum für etwa 60 Vogelarten. Auf New Island vor Westfalkland leben Felsenpinguine und Albatrosse in kilometerlangen Kolonien beisammen. Gänse und andere Vogelarten nisten in dem dichten Büschelgras, welches das Landesinnere bedeckt.
An der Küste gibt es auch große Bestände von Meeressäugetieren, darunter der Peale-Schweinswal und der Commerson-Delphin. Robben und Seelöwen kommen zur Paarungszeit immer noch auf die Falklandinseln, obwohl einige Robbenarten von Ausrottung bedroht sind. Das Meer um die Falklandinseln liegt im Bereich der Antarktischen Konvergenz - dort trifft das kalte Wasser der Antarktis auf die wärmeren Strömungen des Südatlantik. Dies schafft den geeigneten Lebensraum für zahlreiche Meerestiere, etwa für riesige Mengen Krill, die winzigen Krebse, die das Hauptnahrungsmittel der Wale sind.

Geschichte
Zahlreiche Staaten meldeten seit der Entdeckung durch den englischen Seefahrer John Davis im Jahre 1592 (nach argentinischen Angaben im Jahre 1519 durch Estéban Gómez) Ansprüche auf die Falklandinseln an. Davis nannte sie nach Viscount Falkland, dem Schatzmeister der englischen Kriegsmarine. Der französische Entdeckungsreisende Louis-Antoine de Bougainville nannte die Inseln "Les Malouines" (nach St. Malo). Die Vereinigten Provinzen des Rio de La Plata - wie Argentinien früher hieß - errichteten im Jahre 1815 eine Siedlung und nannten die Inseln "Las Malvinas", eine hispanisierte Form von Les Malouines. 1833 baten britische Siedler die englische Regierung um Schutzherrschaft, und 1842 gewährte Großbritannien den Falklandinseln den Status einer Kronkolonie.
An dem wichtigen Schifffahrtsweg um die Spitze Südamerikas gelegen, wurden die Falklandinseln zu einer bedeutsamen Station für Schiffe, die das Kap Hoorn umfuhren. Segelschiffe, die in dem vortrefflichen natürlichen Hafen von Port Stanley - seit 1845 der Hauptort der Falklandinseln - vor Anker gingen, konnten ihre Vorräte wieder aufstocken und Schäden reparieren, die die stürmische See hinterlassen hatte. Mit der Zeit wurden viele der stark beschädigten Schiffe auf den Stränden und in den zahlreichen kleinen Buchten der Inseln zurückgelassen. Die "Great Britain", das erste aus Eisen gebaute Schiff, fand über Jahre eine Ruhestätte im Hafen von Port Stanley. 1975 wurde das Schiff nach Großbritannien zurückgeschleppt, wo es instandgesetzt und zu einem Museum umgebaut wurde.
Von den 1930er Jahren des 19. Jahrhunderts an widmete sich die Einwohnerschaft intensiv der Schafzucht, die bald die Wirtschaft der Inseln entscheidend bestimmte. Schafhaltung ist auf den gesamten Falklandinseln verbreitet, und der Wollhandel war für die Inselbewohner noch vor kurzem fast die einzige Einkommensquelle. Seit 1984 versucht die Gesellschaft zur Entwicklung der Falklandinseln auch andere Wirtschaftszweige auszubauen, indem sie Fischvorbereitungsbetriebe und Wollspinnereien einrichtet.
Nach vielen Jahrzehnten als unbedeutende britische Kolonie rückten die Falklandinseln 1982 plötzlich in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, als Argentinien seinen Anspruch auf die Inseln erneut geltend machte. Argentinische Truppen drangen am 2. April 1982 auf die Falklandinseln vor und besetzten gleichzeitig die britische Forschungsstation auf Südgeorgien. Großbritannien entsandte daraufhin einen Flottenverband in den Südatlantik und eroberte in einer kurzen Militäraktion die Herrschaft über die Inseln zurück. Die britische Regierung betont immer noch nachdrücklich das Recht der Inselbewohner, über ihren zukünftigen politischen Status selbst zu entscheiden, Argentinien erhebt jedoch weiterhin Ansprüche auf die Inseln. Nach acht Jahren gegenseitiger Distanz nahmen Großbritannien und Argentinien 1990 die diplomatischen Beziehungen wieder auf. Seit 1999 besteht wieder regelmäßiger Flugverkehr zwischen Stanley und Argentinien.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.491 f.