Frankreich

[Das Land] [Der Staat] [Illusion Pressefreiheit] [Freimaurer] [Kernkraftwerke und Atompolitik]
[Bildung - Die Menschen] [Antisemitismus - Muslime - Roma - Systemkollaps - Terror]
[Streiks und Proteste und sonstige Entwicklungen ab 2009] [Korsika] [www-Links] [Literatur]

Offizieller Name: Französische Republik
Hauptstadt: Paris
Fläche: 543.965 km² (ohne Überseegebiete)
Außengebiete: Französisch-Guayana, Französisch-Polynesien, Guadeloupe, Martinique, Mayotte, Neukaledonien, Réunion, Saint-Pierre und Miquelon, Wallis und Futuna, Französische Süd- und Antarktisgebiete
Landesnatur: Im N Pariser Becken, im NW an die Bretagne, im NO an die Ardennen und Vogesen grenzend. Im S Zentralmassiv, nach W anschließend das Garonnebecken, im S von den Pyrenäen begrenzt; westlich von Alpen und Jura der Rhône-Saõne-Graben
Klima: Ozeanisch, im S Mittelmeerklima
Höchster Punkt: Mont Blanc 4807 m
Hauptflüsse: Loire, Garonne, Rhône, Seine
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 13 Regionen (bis zur Territorialreform 2014 waren es 22 Regionen), 96 Départements (6 Überseedépartements, 5 Überseeterritorien)
Parlament: Nationalversammlung (577 für 5 Jahre gewählte Mitglieder), Senat (321 für 9 Jahre gewählte Mitglieder; ein Drittel der Sitze werden alle 3 Jahre erneuert)
Nationalfeiertag: 14. Juli
Einwohner: 58.886.000 (1999); Mutterland: 62.800.000 (geschätzt 2020); Republik: 64.700.000 (geschätzt 2020)
Bevölkerungsdichte: 107 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 76% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 18% (1999)
Analphabetenquote: 1% (1999)
Sprache: Französisch , u.a.
Religion: Katholiken (51%), Muslime (9%) und andere Religionen
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Montmartre

Frankreich nimmt innerhalb Europas in vielerlei Hinsicht eine Sonderstellung ein. Im Laufe seiner jahrhundertelangen Geschichte haben die Franzosen ein starkes nationales Bewusstsein entwickelt, in dem Tradition und Moderne auf einzigartige Weise verknüpft sind. Frankreich war in seiner Entwicklung anderen Ländern oft ein Stück voraus. Schon früh einte es sich zu einem zentral gelenkten Staat. Die Lebensweise in der absolutistischen Monarchie Ludwig XIV. galt seinerzeit als Vorbild für die europäischen Herrscherhäuser, die Ideen der Französischen Revolution setzten Maßstäbe für alle modernen Demokratien der Welt.

Das Leben in Frankreich ist weit über seine Landesgrenzen hinaus sprichwörtlich bekannt. Dabei schwingt besonders die Bewunderung für die französische Lebensart mit. Natürlich spielen in diesem Zusammenhang Essen und Trinken eine wichtige Rolle. Die Raffinesse der französischen Küche genießt weltweit Anerkennung.

Nicht anders steht es mit den Weinen, deren Renommee und Vormachtstellung seit langer Zeit ebenso unumstritten ist wie die des französischen Käses.
Das "Savoir vivre", das "Zu Leben verstehen", bedeutet jedoch mehr als nur Essen und Trinken. Es bedeutet gleichzeitig, die Dinge gelegentlich etwas leichter zu nehmen und die kleinen gesellschaftlichen Kontakte, im Café, beim Boules-Spiel oder auch beim täglichen Einkauf, zu pflegen.
Es bedeutet aber auch, seinen persönlichen Freiraum optimal zu nutzen und sich nicht in seinem ausgeprägten Individualismus einschränken zu lassen.Verbreitet ist die Vorstellung, dass Paris gleich Frankreich sei, und Bauwerke wie Sacré-Coeur scheinen dies zu unterstreichen.
Doch wer dieses Klischee verwendet, kennt weder die erstaunliche Kulturvielfalt des Landes noch seine abwechslungsreichen Landschaftsbilder oder folgt blindlings dem Selbstverständnis einiger Pariser, die die unbestrittene wirtschaftliche, politische und kulturelle Vormachtstellung der Hauptstadt zum alleinigen Gradmesser ihres Urteils erheben.

Notre Dame

Großbrand in der Kathedrale Notre Dame
Am 15. April 2019, ab 18.20 Uhr, wurde der erste Feueralarm ausgelöst. Den Brandherd fand man dann wenig später im Dachstuhl der Kathedrale. Am 16. April, um 9.50 Uhr, meldete die Feuerwehr die vollständige Löschung des Feuers. Während des Brands wurde die Kathedrale Notre-Dame de Paris teilweise zerstört.


Die Seele der Camarque. Nicht das Pferd verkörpert die Seele der Camarque. Es ist der Stier, wie der Marquis de Baroncelli sagte. Berühmt sind die Stierkampfspiele, die unter den Namen "Course libre", "Course à la cocarde", "Course Royale", "Course Camarguese" u.a. bekannt sind. Hierbei wird der Stier nicht getötet, wie es in der spanischen Corrida üblich ist. Nach den Spielen kommt der Camarque-Stier wieder auf die Weide.

Viele Pariser verschwinden jedoch in den Sommermonaten fluchtartig aus der Großstadt, um sich von der Hektik und dem Stress des Alltags zu erholen. Viele bekennen sich dabei zu ihren traditionellen Herkunftsgebieten, denn der größte Teil der Bevölkerung ist schon im Laufe der vergangenen Jahrhunderte in die Hauptstadt übergewechselt, da das überwiegend ländlich geprägte Frankreich nur bedingt seinen Bevölkerungsüberschuss ernähren konnte. Auch heute noch zieht die Metropole an den Ufern der Seine die Menschen wie ein Magnet an.
Hierin drückt sich ein Strukturmerkmal aus: Frankreich weist ein starkes wirtschaftliches Gefälle zwischen Zentrum und Peripherie auf, auch wenn in den letzten Jahrzehnten große Anstrengungen zur Regionalentwicklung geleistet worden sind.

up

Mit rund 543.965 km² Fläche ist Frankreich der größte Territorialstaat Westeuropas. Hinzu kommen die überseeischen Départements Guadeloupe, Französisch-Guyana, Martinique, Réunion und Mayotte (Mahoré) sowie die Überseeterritorien Neukaledonien, Französisch-Polynesien, Wallis und Futuna, die Clipperton-Inseln, Miquelon, Saint Barthélemy und Saint-Pierre sowie einige australische und antarktische Gebiete (TAAF).

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Foto: Friedrich Schober, "Zitronenfest" Menton, Februar 2012.

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Foto: Friedrich Schober, "Zitronenfest" Menton, Februar 2012.

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Foto: Friedrich Schober, "Blumenfest" Nizza, Februar 2012.
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Foto: Friedrich Schober, "Blumenfest" Nizza, Februar 2012.
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Foto: Friedrich Schober, "Blumenfest" Nizza, Februar 2012.


Blumenfest und Zitronenfest
im Februar 2012

Frankreichs natürliche Grenzen zeigen ein uneinheitliches Bild. Offen ist das Land gegen den Atlantik, mit einer Ausgleichsküste im Bereich des Golfes von Biscaya, einer vielgegliederten und scheinbar unzugänglichen Felsküste in der Bretagne und einer wiederum geradlinig verlaufenden Küste entlang des Ärmelkanals, wo die weißen Kreidefelsen steil zum Meer hin abfallen. Nur an wenigen Stellen erlaubte diese Küste die Gründung bedeutender Hafenstädte, meistens jedoch nur dort, wo große Flussmündungen, wie die von Garonne, Loire und Seine, den Zugang zum Landesinneren ermöglichten.
Vom Mittelmeer her war der Zugang ebenfalls nur bedingt möglich. Die Alpen und ausgedehnte Sumpfareale erschwerten die Durchgängigkeit, die somit im wesentlichen auf den Rhônetalgraben beschränkt blieb.
Italien, die Schweiz und die Iberische Halbinsel sind durch die Alpen bzw. die Pyrenäen gegen Frankreich abgegrenzt. Dadurch wurde die Kommunikation zwischen den Nachbarländern stets erschwert, jedoch nie ganz verhindert. Nach Mitteleuropa öffnet sich das Land durch die Burgundische Pforte, der Verbindung zwischen der Rhônefurche und dem Oberrheingraben, und über das nordfranzösische Flachland, das sich über die Benelux-Staaten bis in die Norddeutsche Tiefebene fortsetzt.
Frankreich ist gekennzeichnet durch das Nebeneinander großer Becken- und Gebirgslandschaften. Das Herzstück ist das Pariser Becken, das im geologischen Sinne eine große Mulde aus Sedimentgesteinen bildet. Die Ränder dieser Sedimentpakete bilden markante Stufen, die besonders deutlich im nordostfranzösischen Schichtstufenland ausgebildet sind. Im Westen wird diese Abfolge durch den Ärmelkanal unterbrochen. Einen ähnlichen geologischen Aufbau weist das Aquitanische Becken im Südwesten Frankreichs auf.
Von den Gebirgslandschaften ist vor allem das Zentralmassiv herauszustellen. Dieser alte Gebirgsrumpf nimmt fast den ganzen Südosten des Landes ein. Die in einem langen Erosionsprozess eingerumpfte Oberfläche dieses Gebirges wurde in einer jüngeren erdgeschichtlichen Phase von Vulkanen durchsetzt, die das Relief erneut belebt haben. Im gleichen Zeitraum wurde auch der gesamte Gebirgsblock angehoben, während sich an der Ostflanke die Rhônefurche absenkte und somit eine markante Zäsur im Übergang zu den Alpen bewirkte.

Ein altes, eingerumpftes Gebirgsmassiv ist auch die Bretagne (Armorikanisches Massiv), die geologisch über die Schwelle von Poitou mit dem Zentralmassiv in Verbindung steht. Ebenfalls eine Fortsetzung des Zentralmassivs sind die Ardennen, Teil eines großen Faltungsbogens, der sich im Rheinischen Schiefergebirge wiederfindet. Die Vogesen wurden beim Einbruch des Oberrheingrabens herausgehoben.

Klima und Vegetation
Die Großformen des Reliefs sind für die klimatische Kennzeichnung Frankreichs ausschlaggebend. Die Öffnung zum Atlantik bedeutet, dass die feuchten atlantischen Luftmassen nahezu ungehindert eindringen können. Sie sind für ein extrem maritimes Klima in der Bretagne verantwortlich, also für vergleichsweise häufige, wenngleich nicht besonders starke Regenfälle, für geringe Temperaturextreme im Tages- und Jahresverlauf und für häufig auftretende Winde. Der Südwesten wird dagegen wesentlich weniger von den atlantischen Tiefdruckgebieten erreicht, so dass sich hier klimatisch der Übergang zum mediterranen Klima vollzieht. Das Pariser Becken weist kontinentalere Klimazüge auf. Die Niederschläge betragen in diesem Gebiet nur rund 600 mm pro Jahr, im Sommer kann es sehr heiß und trocken werden. Die Gebirgslandschaften zeichnen sich durch hohe Niederschläge und reichlich Schneefall im Winter aus.

Frankreich gehört zu den waldarmen Ländern Europas. Die natürlichen Wälder sind, besonders in den Beckenlandschaften, schon früh dem kultivierenden Menschen zum Opfer gefallen. Extrem atlantisch geprägt ist die natürliche Vegetation in der Bretagne, wo vor allem im inneren Bergland die atlantischen Heiden mit Stechginster und Heidevegetation vorkommen. Die Vegetation Nordfrankreichs gleicht dem Pflanzenreich der gemäßigten Breiten Mitteleuropas. Südfrankreich gehört bereits zum Bereich der mediterranen Vegetation. Die ursprünglichen, immergrünen Hartlaubwälder sind jedoch seit langem zerstört und haben der Gebüsch- und Strauchvegetation, Macchie und Garrigue, zu der unter anderem Zistrose, Erdbeerstrauch, Lorbeer, Lavendel und Thymian gehören, Platz gemacht. Zum charakteristischen Erscheinungsbild gehören ferner Ölbäume, Korkeichen und Zypressen.

eifelturm

Der Staat

Frankreich feierte im Jahre 1989 den 200. Jahrestag der Revolution von 1789. Die Forderung nach "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" ist seither aus keiner demokratischen Verfassung wegzudenken.
Nicht weniger als 16 Verfassungen haben einander in Frankreich seit der Revolution abgelöst und dabei die unterschiedlichsten Regierungsformen hervorgebracht. Bei allem Wandel lassen sich dabei einige Konstanten erkennen, die so in kaum einem anderen europäischen Staat ausgeprägt sind. Frankreich wird gerne als der älteste Nationalstaat Europas bezeichnet, in dem die Begriffe Staat und Nation untrennbar miteinander verknüpft sind.

Dies bedeutet vor allem, dass der französische Nationalstaat, trotz aller inneren Zerrissenheit, Spannungen, Konflikte oder Wechsel der Regierungssysteme, tief in der Gesellschaft verwurzelt ist.
Die Idee der Unantastbarkeit des Nationalstaates ist gleichzeitig einer der Gründe für die Tradition des Zentralismus. "Frankreich ist einheitlich und unteilbar", so lautet die Formulierung in der Verfassung. Zentralstaat bedeutet seit Jahrhunderten Misstrauen gegenüber regionalen "Zwischengewalten" als mögliche Gefahren für die Beziehung zwischen Staat und Bürger. Erst die Regionalisierungspolitik der letzten Jahre lässt hier gewisse Wandlungen, wenngleich keinen grundsätzlichen Durchbruch, erkennen. Im gleichen Zuge ist eine grundsätzliche Distanz des Volkes gegenüber den Regierungen charakteristisch.

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Foto: Rainer Kurka, Urlaub 1982 mit der "Ente" (Citroen 2 CV, Deux Chevaux).

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Foto: Rainer Kurka, Urlaub 1982 mit der "Ente" (Citroen 2 CV, Deux Chevaux).

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Foto: Rainer Kurka, Urlaub 1982 mit der "Ente" (Citroen 2 CV, Deux Chevaux).

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Foto: Rainer Kurka, Urlaub 1982 mit der "Ente" (Citroen 2 CV, Deux Chevaux).

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Foto: Rainer Kurka, Urlaub 1982 mit der "Ente" (Citroen 2 CV, Deux Chevaux).

Illusion Pressefreiheit

Im Geburtsland der Pressefreiheit beklagen Frankreichs Journalisten die Unfreiheit der Presse. Die neue Internetzeitung Mediapart will einen vom Mainstream unabhängigen Journalismus betreiben. Zu sehr hätten in den letzten Jahren Interessen in die Welt des Journalismus eingegriffen, die nach Meinung des Gründers von Mediapart, Plenel, dort nichts zu suchen hätten.

Mediapart - eine Erfolgsgeschichte
Mit der Enthüllung von brisanten Details in der Affäre um die L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt hat sich Mediapart ab dem Sommer 2011 international Anerkennung und Respekt verschafft. Mit diesem Sommer-Skandal kam Mediapart auf über 50.000 Abonnenten.

Zum Thema "Pressefreiheit in Frankreich" hat der Deutschlandfunk am 22. November 2011 die Sendung "Die entfesselte Ente" ausgestrahlt. Deutlich wurde, wie stark der Einfluss von Politik und Wirtschaft auf die Medien ist. So ist z.B. bekannt, dass der Geheimdienst seit Längerem auf störende Reporter angesetzt werde und Präsident Sarkozy wichtige Posten in den Medien mit guten Freunden besetze. Die meisten großen Zeitungen und Journale sind ohnehin in der Hand ökonomisch mächtiger Konzerne und einflussreicher Einzelpersonen, wie z.B. Serge Dassault (Dassault Aviation), dem die Tageszeitung Le Figaro gehört. Laut der von Reporter ohne Grenzen im Januar 2012 veröffentlichten Rangliste 2011 liegt Frankreich bezüglich seiner Pressefreiheit noch hinter Namibia und Papua-Neuguinea auf Rang 38 (von 179).

Buchtipp:
Sarko m'a tuer, "Sarko hat mich umgebracht" von Gérad Davet und Fabrice Lhomme, erschienen im September 2011.
Ebenso zu empfehlen ist das Buch Die neuen Wachhunde "Les nouveau chiens de garde", von Serge Halimi, 1998/2005.


 Die "Ente" (Citroen 2CV, "Deux Chevaux")
wurde von 1949 bis 1990 von Citroen gebaut.
Die "Ente" hatte Kult und war eines der bekanntesten und beliebtesten Autos in Frankreich.
Meine damalige Ehefrau und Ich kauften 1982 eine neue "Ente" für den Preis von rund 5.500 DM.
Wir unternahmen herrliche, unvergessliche Reisen durch Frankreich, Italien, Yugoslawien, Griechenland, Spanien, Portugal und Türkei.
Freimaurer
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ... Toleranz, Humanität

Dieses zentrale Mantra der Freimaurer bedingt eine pluralistische und demokratische Gesellschaftsordnung. Eine solche Ordnung, die ein Höchstmaß an Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität verlangt, erlaubt KEINE Absoluta, i.e. alles wird abgelehnt, was als "absolut" wahr gelten könne und rechtlich eingehalten werden oder geschätzt werden sollte. Je weniger Absoluta es z.B. in Bezug auf Menschenwürde, Eigentumsrechte und faire Prozesse gibt, desto eher ist es Gemeinden, Regionen oder einem ganzen Land möglich, Systeme zu verabschieden, die den freiheitlichen Geist umkehren. Faschistoide, gewalttätige, repressive Systeme könnten sich durchsetzen, durch rein demokratische Abstimmung.
Von diesen Gedanken ausgehend, heißt es eben auch, dass ein System wie der Islam, selbst die Islamisierung einer Gesellschaft, von einer modernen Gesellschaft erduldet (tolerare) werden müsse. Da Islam die Religion der armen Leute sei, könne man ihn nicht verbieten, sonst werde man zum Faschisten.

1773: Gründung der Grand Orient de France (GOdF), eine der ältesten Großlogen Europas, Sitz in Paris. Allein dieser Dachverband umfasst im Jahr 2014 ca. 1200 arbeitende Freimaurerlogen mit insgesamt über 47.000 Mitgliedern.
1776. Als Benjamin Franklin, Kind puritanischer Eltern, geboren 1706 in Boston (USA), 1776 in Frankreich war, um für "die amerikanische Sache" zu werben, schuf er den Gedanken von der "virtuous Revolution". Er konnte die Menschen in Frankreich dafür gewinnen, gewaltsame Revolutionen als fortschrittlich zu bewerten. Revolution gegen Tyrannei sei die heiligste aller Pflichten. 1778 wurde ein Freundschaftsvertrag zwischen den Nordamerikanern und Frankreich geschlossen. Das Eingreifen Frankreichs in den Unabhängigkeitskrieg trug wesentlich zum Sieg über England bei (Friedensvertrag 1782 in Paris). Der Amerikanischen Revolution folgten weitere blutige Revolutionen und politische Umstürze in der westlichen Welt und Südamerika. In all diesen Revolutionen findet man Freimaurer an der Spitze. Auch während der Französischen Revolution (1789) gab es eine Art "Schlüssel-Rebellen": Duke von Orleans, Großmeister der Französischen Freimaurerei. Der Marquis de la Fayette, eingeführt in die Freimaurerei von George Washington, spielte ebenfalls eine wichtige Rolle in der Französischen Revolution. Der Jacobiner-Club, der radikale Zweig der Französischen Revolution, wurde gegründet von bekannten Freimaurern. Abbé Sieyès, André Chenier (Pariser Loge "Les Neuf Sœurs"), Camille Desmoulins und viele andere "Girondisten" waren ebenso Freimaurer...
2012: Jean-Luc Mèlenchon, Kandidat der extremen Linken, ist Mitglied im GOdF; Corinne Lepaqge von den Grünen, gehört der Frauen-Großloge an. Weitere Freimaurer im Kabinett Sarkozy sind u.a. François Baroin (Wirtschaftsminister), Xavier Bertrand (Arbeitsminister), Gérard Longuet (Verteidigungsminister), Claude Guéant (Innenminister), Michel Mercier (Justizminister), David Douillet (Sportminister), Patrick Ollier (Minister für die Beziehungen zum Parlament), Henri de Raincourt (Minister für internationale Zusammenarbeit), Luc Chatel (Bildungsminister). Viele Minister stehen der geheimnisvollen CIU, Cercle interuniversitaire (Interuniversitärer Zirkel) nah, hinter der sich eine freimaurerische Superloge verbergen soll: Confraternité initiatique universelle (Universalen Initiastische Bruderschaft). Sarkozy ist eng mit Alain Bauer verbunden (Alain Bauer war Großmeister des GOdF). Auf der Führungsebene der Polizei sind alle Freimaurer.
In der Mannschaft von François Hollande zählen 10 Mitglieder zu den Freimaurern, einschließlich Jean-Pierre Bel, Michel Sapin und Jean-Yves Le Drian, Gérard Collomb, Manuel Valls.
Der "Front National" (FN), angeführt von Marine Le Pen, scheint bis auf Gilbert Collard nicht von den "Brüdern" umzingelt zu sein. Bei den EU-Wahlen im Mai 2014 gewann Marine Le Pen mit ihrer national-konservativen, EU- und EURO-kritischen Partei fast 25 Prozent der Wählerstimmen. Bei den französischen Regionalwahlen am 6. Dezember 2015 legte der FN beachtlich zu und kam auf 28% der Wählerstimmen (bei ca. 50% Wahlbeteiligung). Damit wurde der FN erstmals stärkste politische Kraft in Frankreich. Eine Woche später beteiligten sich zur Stichwahl 10 Prozent mehr Wähler. Der FN verlor seine Spitzenposition an die Gegenkandidaten der Frontisten, die in allen dreizehn Regionen die Stimmenmehrheit erlangten.

Die wohl mächtigste Loge ist die jüdische B'nai B'rith (offiziell zwar keine Freimaurerloge), 1848 von jüdischen Einwanderern aus Deutschland in den USA gegründet. Wenn die entscheiden, dann wird es getan - was immer es auch ist. Die nur selten und unregelmäßig vergebenen Ehrungen erhielten u.a. die deutschen Politiker Richard von Weisäcker, Helmut Kohl und Angela Merkel, der Axel-Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner sowie der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy.

Bernard-Henri Lévy umwirbt die destruktiven Kräfte
Bernard-Henri Lévy wurde von B'nai B'rith für seine Angriffe gegen Israel-Kritiker geehrt. Am 29. Oktober 2014 wurde Bernard-Henri Lévy (Anteilseigner der französischen Tageszeitung "Libération"), nur 24 Stunden nach seiner Ankunft in Tunesien des Landes verwiesen. »[...] Die tunesische Zeitung "Al Chourouq" bezeichnete Lévy als "Pate der Bürgerkriege" in der arabischen Welt und schrieb: "Das Ziel seines Besuchs in Tunis ist Volksverhetzung und Aufruhr zu provozieren, sowie das Scheitern der nächsten Präsidentschaftswahlen."[...]«
Wie bei ASR zu lesen, war Lévy ein Wegbereiter für den Krieg gegen Libyen. Offenbar hatte er den damaligen französischen Präsidenten Sarkozy zu einem Kriegseinsatz genötigt. Lévy unterstützt die israelische Kriegspolitik gegenüber den Palästinensern. Auch an der Uni in Kiew (Ukraine) hat er am 16. Mai 2014 Studenten gegen Russland aufgewiegelt.
Zitat: "alles-schallundrauch.blogspot.de/2014/11/bernard-henri-levy-aus-tunesien.html", Bernard-Henri Lévy aus Tunesien ausgewiesen, 4. Nov. 2014

Weitere Informationen:

 Humanismus - Reformation - Protestantismus - Bruderschaften
 Neue Weltordnung

Die Wurzeln des französischen Zentralstaates liegen bereits im Mittelalter. Vor allem im Zeitalter des Absolutismus erfuhr er eine Konsolidierung. Die heutige innere Verwaltungsstruktur geht im wesentlichen auf die Französische Revolution zurück.
Wichtigstes Element ist die aktuelle Untergliederung des Territoriums in 96 Départements, zuzüglich fünf Départements in den überseeischen Besitzungen. Den Départements steht jeweils ein von der Regierung ernannter Präfekt vor. Als gewähltes Gremium steht ihm der Départementsrat zur Seite. Seit 1960 gibt es als Zwischeninstanz 22 Programmregionen, die durch einen Regionalpräfekten und einen Regionalrat verwaltet werden.

Staatsform
Von der Staatsform ist Frankreich eine demokratische parlamentarisch-präsidiale Republik mit einem Zweikammerparlament (Nationalversammlung und Senat). Die derzeitige Verfassung ist seit 1958 in Kraft. Gemäß der Verfassungsänderung von 1962 wurde der Präsident der Republik auf 7 Jahre gewählt. Unter Jaques Chirac wurde die Amtszeit des Präsidenten im Jahr 2000 auf 5 Jahre herabgesetzt (wirksam ab 2002). Der Präsident ist Vorsitzender des Ministerrats und Oberbefehlshaber der Streitkräfte und wird direkt vom Volk gewählt. Ihm obliegt auch die Ernennung des Premierministers, wobei die parlamentarischen Mehrheiten zu beachten sind.

Präsidenten
Nach der Gründung der V. Republik (1958) durch Charles de Gaulle (1890-1970) regierten konservative Präsidenten 23 Jahre lang. Erst 1981 wurde mit Francois Mitterand (1916-1996) ein Sozialist Staatspräsident. Sein Nachfolger wurde 1995 der Gaullist Jaques Chirac (* 1932). Im Frühjahr 2002 wurde Chirac im 2. Wahldurchgang mit großer Mehrheit vor dem Herausforderer der Nationalen Front (FN) Le Pen, der im ersten Wahldurchgang noch vor dem Sozialisten Jospin lag, wiedergewählt. Der Erfolg von Le Pen hatte eine Reihe von Großdemonstrationen, die gegen Le Pen gerichtet waren, ausgelöst.

Fünf Jahre später war dann auch die Zeit Chiracs beendet. Im Mai 2007 wurde er von dem 52jährigen Nicolas Sarkozy (Innenminister 2002-2007; 2004-2007 Vorsitzender der gaullistischen UMP) abgelöst. In der Stichwahl am 6. Mai erlangte er 53 Prozent der Wählerstimmen - das beste Ergebnis für einen bürgerlichen Kandidaten seit knapp 40 Jahren.
Der konservative Sarkozy, der bis 2012 Vollbeschäftigung versprach, beklagte den Verfall von gesellschaftlichen Werten. Begriffen wie Nation und Autorität wollte er wieder mehr Geltung verschaffen. Wie er meinte, hätten die "68er Frankreich einen moralischen Relativismus auferlegt, der nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheide".
Jean-Marie Le Pen erhielt im ersten Wahldurchgang (22. April) bei einer Wahlbeteiligung von knapp 85% (so hoch wie noch nie seit Einführung der Direktwahl des französischen Staatspräsidenten im Jahr 1965) gerade noch 10,5% der Stimmen und damit sein schlechteste Ergebnis seit 1974.

Von 2007 bis 2012 war die Amtszeit von Nicolas Sarkozy überschattet von Finanz- und Wirtschaftskrisen, harten Sparprogramme und schweren sozialen Unruhen. Frustration und Enttäuschung haben sich in die Seelen der Franzosen eingeschlichen - und die deutsch-französische Verbrüderung "Merkozy" wird vielen auch schon lange zu weit gegangen sein. Das Savoir Vivre guter, alter Zeiten scheint verloren zu sein. Und da bei den meisten Franzosen das Herz in Krisenzeiten stärker links schlägt, wird nach den Wahlen im April/Mai 2012 wieder einmal ein Sozialist Präsident sein: François Hollande.
Nach dem letzten Wahlgang am 6. Mai war es dann soweit: Hollande gewann und ist neuer Präsident von Frankreich. Nach 17 Jahren regiert nun wieder ein Sozialist.
Seit dem 14. Mai 2017 ist der 1977 geborene Emmanuel Jean-Michel Frédéric Macron neuer Staatspräsident. Der unter Hollande als Wirtschaftsminister amtierende Macron gründete 2016 die liberale Partei En Marche! (2017 Umbenennung in La République en Marche!), deren Vorsitzender er bis November 2016 war. Die Franzosen hatten zunächst große Hoffnungen in den jungen Präsidenten. Doch schon bald sanken seine Beliebtheitswerte. Im Dezember 2018 erhielt er nur noch 23 Prozent Zuspruch von den Bürgern. Mit den landesweiten Protesten der "Gelbwesten" gegen die Reformen und Reformpläne der Macron-Regierung wurde auch der Rücktritt Macrons gefordert, der für seine Kritiker ein "Präsident der Reichen" sei.

Bildungswesen
Das Bildungssystem unterliegt einer extrem zentralen Steuerung. Seit 1959 besteht eine allgemeine Schulpflicht bis zum 16. Lebensjahr. Kennzeichen ist eine stark differenzierte Ausbildungsstruktur nach der fünfjährigen Grundschule. Neben den üblichen Hochschulen, die nach dem Abitur besucht werden können, gibt es die Eliteschulen, die "Grandes Ecoles". Fast alle Spitzenmanager der Wirtschaft sowie das Führungspersonal von Verwaltung und Politik werden hier ausgebildet.

Die Menschen

So einheitlich sich die französische Nation nach außen hin darstellt, so unheitlich ist sie in ihrer bevölkerungsgeographischen Struktur. Zwischen dem Mediterranfranzosen im Süden, dem Auvergnat des Zentralmassivs, dem Normannen, Savoyarden oder Aquitaner liegen buchstäblich Welten hinsichtlich Lebensart, Selbstverständnis, Wirtschaftsgeist oder gesellschaftlicher Verhaltensweisen. Hinzu kommen die ethnischen Minderheiten, die Bretonen, die Basken, Katalanen, die Provencalen, die Korsen, die Elsässer und die Flamen, die immer wieder auf ihre kulturelle und gesellschaftliche Eigenständigkeit hinweisen.

2012: Antisemitismus in Frankreich - Die Unschuld der Muslime

Seit dem Attentat des 24-jährigen Mohammed Merah (Salafist) auf jüdische Kinder und einem Rabbiner in Toulouse (19. März 2012), verschärft sich die von Muslimen geschürte Hetze gegen Juden. Die im September 2012 veröffentlichten Mohammed-Karikaturen im beliebten Satireblatt "Charlie Hebdo" (z.B. auf einer Zeichnung schiebt ein orthodoxer Jude einen Mann mit Turban in einem Rollstuhl) sowie der zeitnah veröffentlichte, in den USA produzierte Film "Innocence of Muslims" (Die Unschuld der Muslime) taten ihr Übriges... Maurice Abitbol, Präsident der jüdischen Gemeinde im südfranzösischen Béziers und Mitglied des Konsistoriums in Paris, sagt, dass es jeden Tag Gewaltakte gegen Juden gebe. Immer mehr Juden verlassen jene Gegenden, die stark von Muslimen bevölkert sind.

7. - 9. Januar 2015: Ausnahmezustand. Islamistischer (?) Anschlag gegen Charlie Hebdo

Mit dem Ruf Allah hu akbar haben 2 Männer das Feuer auf die Mitarbeiter der Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo eröffnet. Der Anschlag war offenbar ein Racheakt bezogen auf die veröffentlichten Mohammed-Karikaturen 2012. Die Attentäter, die dem islamistischen Lager zugerechnet werden, handelten sehr professionell. Innerhalb von fünf Minuten starben 12 Menschen (darunter der Chefredakteur und bekannte Zeichner, 2 Polizisten), 11 weitere wurden verletzt, vier davon schwer. Sofort nach Bekanntwerden des Attentats reagierten die Medien auf allen Kanälen. Weltweit gibt es Solidaritätskundgebungen. Bestürzung und Trauer hat die Menschen weltweit erfasst. Sofort wird aus dem Lager der Politik ein konsequenteres Vorgehen gegen den Terrorismus gefordert - einige fordern sogar die Wiedereinführung der Todesstrafe. Die Islamgegner sehen sich bestätigt, was die Aktionen gegen den Islam bzw. die Islamisierung des Abendlandes anheizen. Das wiederum aktiviert immer mehr Gegenprotestler. Die sich verschärfende Spaltung der Gesellschaft schwächt sie weiter und Terror, ausgehend von allen möglichen Seiten, wird allgegenwärtig.

Noch am Abend des 7. Januar haben sich 35.000 Menschen allein in Paris zusammengefunden, um unter dem Slogan "Je suis Charlie" für Presse- und Meinungsfreiheit und für die freiheitlichen Werte im demokratischen Frankreich zu demonstrieren. Doch wie weiter oben geschrieben, gibt es bezogen auf die Demokratie und die Presse- und Meinungsfreiheit in Frankreich schon länger ein größeres Fragezeichen - und das hängt nicht so sehr mit dem Islam zusammen.
Am Abend des 9. Januar waren die beiden Charlie-Hebdo-Attentäter und ein weiterer Attentäter, der ein jüdisches Geschäft überfallen hatte, nach offizieller Darstellung getötet. Man wird also nie herausfinden, was und wer nun wirklich hinter diesen Taten stand und was das Motiv war. Einen Hinweis gibt es, dass es sich um eine sog. false flag operation gehandelt habe, die vom israelischen Geheimdienst Mossad durchgeführt worden sei.

September 2015: Bürgermeister wollen keine muslimischen Flüchtline aufnehmen

Immer mehr Franzosen fürchten sich vor einer drohenden Islamisierung ihres Landes. Lange Zeit war öffentliche Kritik gegen den Islam verboten. Nun aber wagen selbst staatlich Bedienstete den Widerspruch gegen das freimaurerische Toleranzdiktat der Regierung und gleichgeschalteter Menschenrechtsverbände. Insbesondere mit der Eskalation der Flüchtlingskrise in Europa ab Sommer 2015 spürt auch Frankreich, welche Gefahren für die französische Gesellschaft, für die Nation und völkische Identität mit dem Hunderttausendfachen, nahezu unkontrollierbaren Flüchtlingsstrom, verbunden sind.
Es wird nun berichtet, dass sich viele französische Stadtväter dagegen sträuben, muslimische Hilfesuchende in ihrer Gemeinde anzusiedeln. Die französische Regierungslinie ist hingegen auf Linie mit Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel, die alle Flüchtlinge willkommen heißt und keine Begrenzung der Flüchtlingszahl akzeptiert.

Gegen die Aufnahme von muslimischen Flüchtlingen
»[...] Den Ton gab der Vorsitzende der Vereinigung der Bürgermeister Frankreichs, der frühere Finanzminister François Baroin an. Baroin (Die Republikaner) ist selbst Bürgermeister in Troyes in der Champagne und hat angekündigt, keinen neuen Flüchtling aufnehmen zu wollen. Den Appell Präsident Hollandes an die Bürgermeister zu großzügiger, unbürokratischer Hilfe schlug er aus. [...] Die zwölf Bürgermeister des Front National (FN) weigern sich komplett, die Regierungspolitik zu unterstützen. „Wir werden uns der Migranten-Invasion widersetzen“, sagte der Bürgermeister von Hénin-Beaumont, Steeve Briois (FN). In den von der Bewegung Marine Le Pens regierten Rathäusern werde keine Hilfe geleistet für die Flüchtlinge, schrieb Briois in einem Kommuniqué. Seine Partei wolle nicht mithelfen bei „der Unterwanderung Frankreichs durch islamistische Terroristen“.
Marine Le Pen behauptete, Europa lasse sich auf einen großen Schwindel ein. „Es gibt nur eine verschwindend kleine Minderheit von Familien unter den Flüchtlingen. Die meisten sind Männer, und sie lassen ihre Familien allein, aber nicht um Verfolgung zu entkommen. Sie machen das nur aus wirtschaftlichen Gründen“, sagte Le Pen. Laut einer aktuellen Umfrage ist eine Mehrheit von 55 Prozent der Franzosen gegen die Aufnahme neuer Flüchtlinge. 62 Prozent ist der Meinung, Asylbewerber aus Syrien sollten „wie alle anderen“ behandelt werden.«1
Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten bleibt Frankreich eher verschont vom Ansturm Hunderttausender Flüchtlinge. Laut Eurostat-Daten wurden von Januar bis April in Frankreich nur insgesamt 22.000 Asylbewerber verzeichnet (mehr als das Zehnfache in Deutschland; Deutschland rechnet für 2015 mit mehr als 1 Millionen Zuwanderern). 2014 beantragten 65.000 Menschen Asyl in Frankreich, doppelt so viele wie 2007. Die meisten Asylsuchenden kamen 2014 aus dem Kongo, China, Bangladesch, Russland, Syrien und Pakistan.
Wieviele Muslime es in Frankreich gibt, lässt sich nur schwer beziffern. Die Angaben bewegen sich zwischen fünf und acht Millionen, je nach Definition.
»[...] Jean-Paul Gourévitch, ein führender Migrationsforscher, gibt für das europäische Frankreich 7,7 Millionen Moslems an. Etwa dreieinhalb Millionen gelten bei ihm als praktizierende Moslems, davon etwa 72.000 bis 160.000 als Salafisten und potentielle Dschihadisten Die Polizei erklärt, sie müsste 5000 Radikale überwachen, hat aber nicht die Kapazität dafür. Laut offiziellen Angaben vom Dezember 2014 sind rund 1200 Einwohner Frankreichs aktive Dschihadisten, davon 390 im Krieg in Syrien und Irak, davon 60 Tote. Von dort sind 234 bisher zurückgekehrt, davon 185 nach Frankreich.[...]«2
Derzeit existieren in Frankreich rund 2.500 Moscheen. Weitere 300 befinden sich im Bau. Der tatsächliche Bedarf wird aber auf über 5.000 Moscheen geschätzt. Demgegenüber gibt es etwa 40.000 Kirchen, viele davon seit Jahren ungenutzt. Mehr als 120 Moslemvertreter haben nun ein delikates Anliegen der Regierung unterbreitet: Wandelt Kirchen in Moscheen um!

Zitat1: "www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/franzoesische-buergermeister-wollen-nur-christen-aufnehmen-13791795.html", 08.09.2015
Zitat2: "germanpages.de/index.php/politics/islam-in-frankreich"

Die Flüchtlinge, vorwiegend Muslime aus den Kriegs- und Konfliktgebieten Syrien, Irak, Pakistan, Afghanistan, Albanien, Kosovo und (nord-)afrikanischen Staaten, kommen über das Mittelmeer oder über die "Balkan-Route" nach Österreich, um dann weiter nach Deutschland und  Schweden zu reisen. Tausende von ihnen kommen ohne bzw. mit gefälschten Ausweis-Dokumenten, machen falsche Angaben zu ihrer Person oder werden gar nicht erst registriert. Zwischen 70 und 80 Prozent der Flüchtlinge sind Männer zwischen 20 und 35 Jahren.
Einer der obersten sunnitischen Imame, Scheich Muhammad Ayed, fordert die Migranten auf, für das kommende Kalifat sich mit den Europäern zu "paaren". Saudi-Arabien will den Aufnahmeländern in der Flüchtlingskrise mit dem Bau von Moscheen "helfen" (200 allein in Deutschland). Besorgte Kritiker der aktuellen Flüchtlingsbewegung bezeichnen die "Asylantenflut" nicht ohne Grund als "Invasion" und sehen bürgerkriegsähnliche Zustände aufdämmern.
Siehe:  Deutschland

7. September 2015: 28 Freimaurer-Logen unterzeichnen ein Communiqué für die Aufnahme von Flüchtlingen
»[...] Unter den Unterzeichnern befinden sich der Großorient von Frankreich, die Großloge von Österreich, der Großorient der Schweiz, die Großloge von Frankreich, der Großorient von Belgien, die Großloge von Belgien, der Großorient von Kroatien, der Großorient von Irland, die Großloge von Italien, der Großorient von Luxemburg, der Großorient von Polen, der Großorient von Portugal, der Großorient von Griechenland, die Weibliche Großloge der Türkei und andere mehr. Sie fordern die europäischen Regierungen nicht nur auf, die anströmenden Einwanderer aufzunehmen, sondern in Zukunft immer mehr aufzunehmen. Die Freimaurer beweisen damit untereinander eine beeindruckende Übereinstimmung in den Absichten von der Türkei bis Portugal, von Italien bis Irland und Polen. Darüber hinaus machen sie auch eine faktische Konvergenz mit den offiziellen Strategien der Europäischen Union und der meisten EU-Mitgliedsstaaten sichtbar. Eine Deckungsgleichheit der Intentionen, wie sie offiziell in diesem Ausmaß zwischen Freimaurerei und politischen Entscheidungsträgern selten so offen zum Ausdruck gebracht wurde. [...]
"Die Übereinstimmung hat ein Ziel: Die Untergrabung tragender Elemente unseres Gemeinwesens wie Vaterland, Identität, Volk", so Corrispondenza Romana. [...]
Das offizielle Logen-Dokument begründet die Forderung nach schrankenloser Zuwanderung mit der Überwindung "nationaler Egoismen" und dem Vorrang nicht näher definierter "allgemeiner Interessen", die eine "innovative Willkommenspolitik" erfordern würden.
Die Logen benennen nicht nur hehre Absichten, sondern sprechen auch eine Warnung aus. Sollten die Regierungen ihre Grenzen nicht offenhalten und damit der freimaurerischen Forderung nicht folgen, werde es zu "Spaltungen und Konflikten" und zu einem "Wiederaufleben der Nationalismen" in Europa kommen.[...]«
Zitat: katholisches.info, Die Freimaurer befehlen der EU: Grenzen auf für immer mehr Einwanderung
Siehe auch:
blogs.lexpress.fr, COMMUNIQUE DE PRESSE, 7. Septembre 2015

25. September 2015: Frankreich fliegt Angriffe gegen Terroristenstellungen in Syrien
Frankreich ist nun das erste Land, das Angriffe gegen islamistische Terroristen in einem fremden Land fliegt, weil es sich im eigenen Land durch selbige bedroht fühlt: "Die dschihadistische Bedrohung Frankreichs kommt aus den Zonen, die der IS kontrolliert", sagte der französische Premier Manuel Valls vor der Nationalversammlung. Die zurückliegenden Anschläge (wie z.B. auf die Redaktion von Charlie Hebdo) und Anschlagsversuche »[...] hatten den französischen Behörden jeweils Belege dafür geliefert, dass junge Menschen in Syrien ausgebildet werden, um Anschläge in Frankreich auszuüben.[...]«
Seit September 2014 beteiligt sich Frankreich an den internationalen Luftschlägen gegen den Islamischen Staat (IS) im Irak. Seit dem 25. September 2015 fliegt Frankreich nun auch Angriffe in Syrien.
»[...] Frankreich war vom Ende des Ersten Weltkrieges bis 1946 Mandatsmacht in Syrien und steht mit Großbritannien für die ungerechte Grenzziehung im Nahen Osten, die jetzt vom IS in Frage gestellt wird. Seit den Christenmassakern von 1860 in Damaskus und dem Libanon versteht sich Frankreich zusätzlich als Schutzmacht der orientalischen Christen. Die syrische Stadt mit dem höchsten Anteil an Christen war Aleppo. Gleichzeitig war es bis zur Zerstörung im jetzigen Bürgerkrieg auch die Wirtschaftsmetropole Syriens. Der französische Präsident François Hollande betrachtet Aleppo als Schlüsselstadt des syrischen Bürgerkrieges. Nur wenn das Schicksal dieser seit drei Jahren geteilten und umkämpften Stadt entschieden ist, besteht Aussicht auf einen Waffenstillstand.[...]«
Zitat: "www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/frankreich-greift-den-is-in-syrien-an.html"

13. November 2015: Ausnahmezustand in Frankreich nach Terrorangriff

Während des Fußballspiels Frankreich-Deutschland in Paris gab es an mehreren Orten in Paris Schießereien, Explosionen sowie eine Geiselnahme in der Konzerthalle Bataclan. Von kriegsähnliche Zuständen, vielen Toten und Verletzten wurde berichtet. Allein in der Konzerthalle "Bataclan" erschossen die muslimischen Attentäter mindestens 80 Menschen. Vier Tote gab es in der Nähe des Stadions Stade de France. Der französische Präsident rief den Ausnahmezustand aus. Die Terroranschläge seien ein Angriff auf französisches Hoheitsgebiet und die europäischen Werte gewesen. Frankreich befinde sich nun im Krieg und prüfe den Bündnisfall nach Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags. Angeblich würden nun alle Grenzen geschlossen werden und verschärfte Kontrollen erfolgen. Menschen in Paris wurden ausgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Es gibt Hinweise, dass die Anschläge von Belgien aus geplant wurden und sich die Attentäter in den  Brüsseler Bezirk Molenbeek zurückgezogen hätten (im März 2016 konnte einer der Hauptverdächtigen, der französische Staatsbürger Salah Abdeslam, in Molenbeek festgenommen werden).
Der professionell durchgeführte Anschlag des Islamic State (IS) forderte 132 Menschenleben, 350 Menschen wurden verletzt - viele davon schwer. Im Bekennerschreiben des IS sei dieser Überfall nur der erste Tropfen Regen und eine Warnung gewesen.

Keine Sicherheit für die Bürger - es gibt weder Grenzschließungen, noch konsequente Grenzkontrollen
Bei der Überprüfung verschiedener Grenzübergänge und einer Tour quer durch das Land wurden bis zum 16.11. nur schwache Grenzkontrollen registriert, die nur die Einreise betrafen. Grenzschließungen wurden nicht festgestellt.
Augenscheinlich sind die starken Worten der Regierung nichts als Propaganda. So suggeriert man der Bevölkerung eine Sicherheit, die jedoch nicht gewährleistet werden kann.

Dezember 2015: Moscheen werden geschlossen
Der Ausnahmezustand wurde nur wenige Tage nach den Terroranschlägen vom 13.11. für drei Monate verlängert. Insbesondere wolle man nun gegen Moscheen vorgehen, in denen radikal-islamische, anti-westliche Propaganda verkündet wird. Drei Moscheen wurden bereits geschlossen. Laut Innenministerium »[...] sollen weitere 100 bis 160 Moscheen geschlossen werden, weil sie ohne gültige Lizenz geführt werden oder in ihnen Hass und Takfirismus praktiziert [...]« werde.
Zitat: "deutsch.rt.com/europa/35864-frankreich-will-im-rahmen-ausnahmezustandes/", Frankreich will im Rahmen des Ausnahmezustandes bis zu 160 Moscheen schließen, 4.12.2015

14. Juli 2016: Anschlag in Nizza fordert mehr als 80 Menschenleben
Am Nationalfeiertag (Sturm auf die Bastille 1789) fährt zur Zeit des abendlichen Feuerwerks ein Franko-Tunesier mit seinem LKW die Strandpromenade entlang, über Menschen hinweg, wahllos aus dem Fahrerhaus schießend. Sicherheitskräfte konnten den LKW schließlich durch Schusseinsatz stoppen, wobei der Täter angeblich getötet wurde. Mehr als 80 Menschen starben und mindestens 100 wurden bei diesem Terroranschlag teils schwer verletzt. Zum Anschlag bekannte sich der sog. "Islamische Staat" (IS). Frankreichs Regierung sprach von einem Krieg, den die islamistischen Terroristen Frankreich erklärt hätten. Die Sicherheitsmaßnahmen werden verschärft und der seit November andauernde Ausnahmezustand wird um weitere sechs Monate verlängert. Politologen und andere "Experten" halten den Ausdruck "Krieg" für zu hoch gegriffen. Es handle sich bei den Terroristen um Verbrecher, die als solche auch behandelt werden müssen. Das Wort "Krieg" suggeriere, dass eine homogene Gruppe, wie z.B. der sunnitische Islam, Kriegsgegner eines Landes, einer Gesellschaft, sei, was den Hass der nichtmuslimischen Bevölkerung gegen den Islam nur weiter Nahrung gebe. Weiter heißt es aus "Expertenkreisen", dass die Integration von muslimischen Migranten in Frankreich bislang zu sehr vernachlässigt worden sei. Den Terror könne man nur durch ernsthafte Integration in den Griff bekommen, nicht jedoch mit Gewalt. Wie auch immer, es wird wie gewohnt psychologisiert. Am Ende sind die Franzosen selbst schuld an dem Terror islamistischer Verbrecher. Die Franzosen, und mit ihnen die Menschen in den Nachbarländern, sind jedenfalls auf weitere Terroranschläge vorbereitet (Vorbereitung auf ein größeres Blutopfer? Siehe:  Neue Weltordnung - Abschließende Worte - Unsere Kultur ist eine Opfer-Kultur). Welche Konsequenzen die Menschen bei einer Kulmination der Unsicherheit und Angst für sich ziehen, bleibt abzuwarten.
Der Tag der Bastille im Jahr 1789, der das Ende einer selbstherrlichen, die Massen unterdrückenden und auspressenden Sonnenkönigs-Epoche markiert, ging als Beginn der Französischen Revolution in die Geschichtsbücher ein. Ein Tag, der noch heute stolz gefeiert wird, war genau betrachtet der Beginn eines bluttriefenden Opferfestes. Die zu einem Blutrausch eskalierte Volkserhebung ab dem Jahre 1789 könnte sich wiederholen. Mit dem Terroranschlag vom 14. Juli 2016 könnte sich ein erheblicher Teil der Franzosen motiviert fühlen, sich von den aktuellen Machthabern befreien zu wollen. Die eigentlichen Schuldigen könnten heute in den Verkündern eines Meinungs- und Toleranzdiktats gesehen werden, das für die Bewältigung der aktuellen Probleme nichts mehr taugt. Der Slogan der Französischen Revolution "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" muss deshalb nicht obsolet sein, nur wird man die zu leeren Worthülsen verkommenen Begriffe neu diskutieren und definieren müssen.

26. Juli 2016: Islamisten verüben einen Anschlag in einer katholischen Kirche und töten den Priester
Erstmals haben Islamisten eine christliche Kirche angegriffen. Die 29.000 Einwohner zählende Stadt Saint-Étienne-du-Rouvray (Normandie) steht unter Schock. Zwei junge Männer stürmten während der Messe für zwei Ordensschwestern die katholische Kirche St. Étienne. Die fünf Anwesenden in der Kirche nahmen sie als Geiseln, sie töteten den 85-jährigen Priester Jacques Hamel mit einem Schnitt durch die Kehle und verletzten eine weitere Person am Hals lebensgefährlich.
Die Täter wurden beim Verlassen der Kirche von der Spezialeinheit Brigade de recherche et d’intervention (BRI) erschossen. Beide Attentäter bekannten sich zum "Islamischer Staat" (IS). Wie der IS über seinen Telegramm-Dienst Amaq bestätigte, seien beide Täter "Soldaten des Islamischen Staates" gewesen. Einer der Täter war der Polizei bekannt.

up

Dass es in Anbetracht dieser Vielfalt nie zu einer Zersplitterung des Landes gekommen ist, liegt im Wesentlichen an dem zentralistisch ausgerichteten Staatswesen. So wurde den regionalen Autonomiebestrebungen seit frühester Zeit ein Riegel vorgeschoben, denn in Frankreich bedeutete Zentralismus nicht nur zentrale Verwaltung der kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Angelegenheiten, sondern auch zentrale Kontrolle.
Das ethnische Spektrum der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich erweitert, verursacht durch die Zuwanderungen ausländischer Arbeitnehmer und den Prozess der Entkolonialisierung. Spanier und Portugiesen stellen seit vielen Jahren in Frankreich bedeutende Minderheiten dar, hinzu kommen im Südosten des Landes die Italiener. In den 1950er Jahren stieg zudem der Anteil von Ostasiaten deutlich an.

August 2012: Frankreichs Regierung weist massenhaft Roma aus
Was mit Sarkozy 2010 begann, setzt sich nun mit Hollande konsequent fort. In Frankreich leben etwa 15.000 Roma »[...] in improvisierten Zeltlagern an den Rändern der großen Städte. [...]« Diese Zeltlager werden nun demontiert.
Zitat: "www.wsws.org/de/2012/aug2012/fran-a15.shtml", 16.08.12

August 2010: Ausweisung von Roma
Nicolas Sarkozy (Staatspräsident bis 2012) ist ein halber Roman. Seine Mutter ist eine aus Tssaloniki stammende Jüdin und sein Vater ein ungarischer Roman. Sarkozy lautet auf Ungarisch Sarközi. Der größte Roma-Vertreter der Welt, Rudolf Sarközi, bestätigt das.

Zahlenmäßig werden diese Gruppen jedoch von den Nordafrikanern übertroffen, die nach der Unabhängigkeit ihrer Heimatländer zu Millionen nach Frankreich eingewandert sind. Genaue Zahlen gibt es nicht, da diese Zuwanderung häufig auf "Schleichwegen" erfolgt ist. Vor allem in den Großstädten sind ganze Stadtviertel zu regelrechten orientalischen Bazaren umfunktioniert worden. Die "Maghrebisierung" hat in den letzten Jahren verstärkt zu gesellschaftlichen Konflikten geführt, die auch in der politischen Reaktion der Bevölkerung ihren Niederschlag gefunden haben.


Drogenkrieg in Marseille
Die Hafenstadt Marseille, zweitgrößte Stadt des Landes, gerät für die französischen Behörden immer mehr außer Kontrolle. Es herrscht Anarchie. Politiker fordern bereits den Einsatz des Militärs. Bei Drogenkriegen sterben immer mehr Menschen. In den runtergekommenen Trabantenstädten haben sich Banden eingenistet, die eine für die Stadt bedrohliche Schattenwirtschaft betreiben. Die "Hauptstadt des Verbrechens" ist im Jahr 2013 Kulturhauptstadt Europas.

Über Marseille gelangen Waffen und Munition jeglicher Art ins Land und von dort in den Norden Europas.
Burka-Verbot
14. September 2010: Die Vermummung in der Öffentlichkeit, d.h. auch das Tragen eines Gesichts-Schleiers oder einer Burka u.ä. ist ab sofort strafbar und wird mit einem Bußgeld von 200 EURO bestraft. Den Männern drohen ein Jahr Haft und eine Geldstrafe von 30.000 Euro, wenn sie ihre Frauen zwingen, sich zu verschleiern.

Siehe auch:
 Islam
 Islamismus in Deutschland

Systemkollaps per Terror
Mit Terroranschlägen werden alle Länder bedroht, die den Kampf gegen den IS (Islamic State) in Syrien und Irak unterstützen. Aufrufe, Kuffar (Ungläubige) zu töten, gibt es zahlreich. Für den IS kämpfen ein paar tausend Europäer, darunter auch Deutsche und Franzosen. Angeblich würden 27% der jungen Franzosen (vorwiegend mit arabischen Wurzeln) mit dem IS sympathisieren, einige Hundert von ihnen würden sicherlich auch dem Mordaufruf folgen. Angeblich sollen die beiden in Frankreich geborenen Attentäter vom 7. Januar 2015 (s.o.) zuvor für den IS in Syrien gekämpft haben.

Sprachliche Vielfalt
Die ethnische und kulturelle Vielfalt des französischen Volkes erklärt sich aus jahrtausendelangen Überlagerungen, die sich in diesem Land vollzogen haben. Eine Vereinheitlichung der Bevölkerung ist weder den Römern oder Franken in vergangenen Zeiten noch dem heutigen Zentralstaat geglückt. So spiegelt sich das ethnische Mosaik auch in einer sprachlichen Vielfalt wider. Französisch, das durchweg von allen Franzosen beherrscht wird, gehört zu den romanischen Sprachen. Es teilt sich in zwei Mundartgruppen (Sprachgebiete der Langue d'oui und der Lanque d'oc), die Trennlinie verläuft etwas unterhalb der Loire. Im Osten des Landes trifft man auf eine Dialektvariante, das Frankoprovencalisch. Ebenfalls zu den romanischen Sprachen zählt das Katalanische, das beiderseits der französisch-spanischen Grenze in den Ostpyrenäen gesprochen wird.

Die deutsche Sprache hat sich in Form eines alemannischen Dialekts in weiten Teilen des Elsass erhalten. Das Flämische reicht vom Norden ebenfalls in das französische Territorium hinein. In einigen französischen Alpenregionen und auf Korsika bestehen bedeutende italienische Sprachminderheiten.
Besonderheiten stellen vor allem das Bretonische und Baskische dar. Bretonisch wird bis heute im Westteil der Bretagne gesprochen. Es zählt zu den keltischen Sprachen, zu denen auch das Walisische (Gälisch), das Irische, das Schottische oder das Galicische gehören.
Das Baskische, richtiger das Eskuara oder Euskara, ist die älteste Sprache, die auf dem europäischen Kontinent erhalten ist. Rund 100.000 - 200.000 französische und etwa 900.000 spanische Basken beherrschen diese Sprache, die als einzige Sprache Westeuropas nicht zur indoeuropäischen Sprachfamilie zählt.

Kernkraftwerke und Atompolitik
Frankreich deckt seinen Strombedarf zu etwa 80 Prozent aus Atomenergie. Mit seinen 19 Atomkraftwerken, von denen die ältesten aus den späten 1960er Jahren stammen, produziert Frankreich in Europa den meisten Atomstrom. Gemessen an der produzierten Atomenergie pro Kopf wird Frankreich im Weltvergleich nur noch von den USA übertroffen.
Auch nach der schrecklichen Havarie des Kernkraftwerks Fukushima an der Nordostküste Japans ab dem 12. März 2011 wird Frankreich an seiner Atompolitik nichts ändern. Im Gegenteil ! Der Ausbau der Kernenergie soll von der EU gefördert werden.

Bevölkerungsstrukturen
Die Bevölkerungsentwicklung Frankreichs zeigt im Verlauf der letzten Jahrhunderte auffällige Abweichungen von der anderer vergleichbarer europäischer Staaten. Besonders im 19. Jahrhundert, als die Bevölkerungszahl kräftig zunahm, zeichnete sich Frankreich durch die niedrigsten Geburtenziffern in Europa aus. Erst im 20. Jahrhundert, begünstigt durch eine kinderfreundliche Familienpolitik vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, hat sich dieser Trend umgekehrt. Zwischen 1950 und 2000 hat die Bevölkerungszahl des Landes um 17 Millionen Menschen zugenommen.
Im Vergleich zu den Nachbarstaaten ist die Bevölkerungsdichte in Frankreich relativ gering. Allerdings ist die Bevölkerung innerhalb des Landes sehr ungleichmäßig verteilt. Größter Konzentrationspunkt ist die Île de France mit dem Zentrum Paris, wo knapp 20% der Gesamtbevölkerung leben. Demgegenüber ist das übrige Land vergleichsweise dünn besiedelt.

Geplantes Völkermord-Gesetz wurde wegen verfassungsrechtlicher Bedenken aufgehoben

23.01.2012: Ein neues Völkermord-Gesetz sollte künftig »[...] die Leugnung von gesetzlich anerkannten Völkermorden unter Strafe [...]«1 stellen, darunter auch der Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs. Der türkische Ministerpräsident Erdoğan reagierte erbost auf das Gesetz und drohte Frankreich mit Sanktionen.
Am 28. Februar wurde das Völkermord-Gesetz vom Verfassungsrat für verfassungswidrig erklärt. »[...] Dem Gesetzgeber stünde es nicht zu, sich in die Arbeit von Historikern bei der Beurteilung von Massakern einzumischen. [...]«2

Zitat1: "www.zeit.de/politik/ausland/2012-01/frankreich-voelkermord-gesetz", Frankreichs Senat billigt Völkermord-Gesetz, 23.01.2012
Zitat2: "www.theintelligence.de/index.php/politik/international-int/4085-frankreich-voelkermordgesetz-durch-stichhaltiges-argument-aufgehoben.html", 29.02.12
Siehe auch:  Türkei

Bevölkerungsbewegungen
Diese ungleiche Bevölkerungsverteilung ist zum Teil das Ergebnis eines starken Wanderungsprozesses im Verlauf der letzten Jahrhunderte. Neben dem Schwerpunkt Paris waren die Industriegebiete im Norden und Osten des Landes Anziehungspunkte für die Bevölkerung aus den ländlichen Gebieten und den Gebirgen.
Seit dem Zweiten Weltkrieg erfolgt eine zunehmende Konzentration entlang der südfranzösischen Küste, die sich mehr und mehr zum "Altersitz der Franzosen" entwickelt, aber auch für viele ausländische Arbeitnehmer aus den mediterranen Anrainerstaaten zur neuen Heimat geworden ist.

Streiks, Proteste und sonstige Entwicklungen ab 2009

2020: Coronavirus-Pandemie
Die sich seit März 2020 in Europa ausbreitende "Coronavirus-Pandemie" hat auch Frankreich nach offiziellen Angaben schwer getroffen. Seit dem 17. März 2020 herrscht in Frankreich der Ausnahmezustand. Von der Regierung wurde eine Ausgangssperre verhängt, die zunächst bis zum 15 April galt, dann bis zum 11. Mai verlängert wurde. Wie inzwischen in vielen anderen Ländern auch gelten spezielle Hygienevorschriften, wie z.B. das Tragen von Gesichtsschutzmasken, bestimmte Kontaktsperren, Versammlungsverbote, Abstandsregelungen zum nächsten Menschen (1,5 - 2 Meter). Die meisten Geschäfte (Ausnahme Lebensmittelgeschäfte), Kaufhäuser, Gaststätten, Kultureinrichtungen sind geschlossen. Ein großer Teil der Beschäftigten können wegen geschlossener Betriebe nicht zur Arbeit, viele werden arbeitslos. Die Tourismusbranche steht kurz vor ihrem Untergang. Nach dem 11. Mai soll das „Déconfinement“ schrittweise beginnen. Jedoch bleiben große Museen, Kinos, Konzertsäle und Theater auch nach dem 11. Mai geschlossen, ebenso wird es bis September keine Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Besuchern geben.
In Frankreich waren Ende April nach offiziellen Angaben 130.000 Menschen mit dem Virus infiziert, 23.000 starben daran. Ende April waren nach offiziellen Angaben weltweit mehr als 3 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 200.000 Menschen sollen aufgrund der Virusinfektion gestorben sein.

Siehe auch:  Vogelgrippe - Schweinegrippe - Corona

2018/19: Proteste und Streiks
Ende 2018 formierte sich die sogenannte "Gelbwestenbewegung" (Mouvement des Gilets jaunes), eine Bürgerwegung mit gelben Westen als Erkennungszeichen, die ihre teils landesweiten Proteste zunächst gegen geplante Steuererhöhungen auf fossile Brennstoffe (insbesondere Diesel) richteten. Addressat der Proteste war immer auch Präsident Macron, der im Land so unbeliebt ist, wie kein Präident vor ihm. Es wurde dann eine Senkung aller Steuern, die Anhebung des Mindestlohn und der Renten gefordert. Die teils gewalttätigen Proteste flauten erst im Frühjahr 2019 ab. Bis in den Herbst 2019 gingen jeden Samstag aber immer noch ein paar Tausend Menschen auf die Straßen.

Ende Mai 2016: "Nuit Debout"-Proteste und die Bestreikung von Öl-Raffinerien und Atomkraftwerken drohen Frankreich lahm zu legen
Der seit März anhaltende Protest gegen das o.g. Loi Macron, das u.a. eine Liberalisierung des Arbeitsrechts ("El-Khomri-Gesetz") beinhaltet, droht nur wenige Tage vor dem Beginn der Fußball-Europameisterschaft zu eskalieren. Die Bestreikung und Blockierung sechs der acht Öl-Raffinerien führt zu ernsthaften Treibstoffengpässen an den Tankstellen. Durch die Bestreikung 16 der 19 Atomkraftwerke ging nun auch die Stromproduktion deutlich zurück. Auch bei der Bahn und beim Flugverkehr gibt es Störungen wegen Streiks. 70 Prozent aller Betriebe in Frankreich haben angekündigt, aufgrund der Energieengpässe ihren Betrieb einstellen zu müssen, sollten die Streiks fortgesetzt werden. Der Protest gegen das Loi Macron hat aber den Rückhalt von 60-70% der Franzosen - und das trotz Energieengpässe und anderer Unannehmlichkeiten. Es wird die Rücknahme des Gesetzes gefordert, was die Regierung unter Premierminister Manuel Valls strikt ablehnt. Man darf nicht vergessen, dass das Gesetz, das die Handschrift des neoliberalen Wirtschaftsministers Emmanuel Macron trägt und an der seit vielen Jahren praktizierten Deregulierungs- und Austeritätspolitik Deutschlands orientiert ist, ohne parlamentarische Mehrheit unter Anwendung des Artikels 49/3 der Verfassung durchgedrückt wurde .

31. März 2016: 1,2 Millionen Menschen protestieren gegen die französische Regierung und das neue Arbeitsgesetz
Beim nationalen Aktionstag der Gewerkschaften und der Jugendorganisationen gingen 1,2 Millionen Franzosen auf die Straßen, um gegen das geplante Arbeitsgesetz El Khomri zu protestieren. Nach Vorstellung der Regierung, soll die 35-Stunden-Woche schon bald der Vergangenheit angehören. Arbeitsministerin Myriam El Khomri hat entsprechende Reformvorschläge vorgestellt, wonach die Arbeitszeit auf bis zu 60 Stunden erhöht werden könne. Das El-Khomri-Gesetz ist Teil einer 200 Artikel umfassenden Gesetzesreform, die in vielen Sparten und Branchen eine Liberalisierung von Frankreichs überregulierter Wirtschaft anstrebt. Hierbei orientiert man sich u.a. an der Arbeitsmarktreform in Spanien, die trotz allem bislang keine Besserung der Situation ergeben hat - noch immer sind in Spanien mehr als 20% der arbeitsfähigen Menschen ohne Arbeit (darunter fast 46% der jungen Leute).
In über 260 Städten in Frankreich gab es Kundgebungen und Demonstrationen. Die Ordnungskräfte gingen oft ungewöhnlich repressiv mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Demonstranten vor. Landesweit wurden über 50 Personen festgenommen. Die friedliche Abschlussfeier hunderter Demonstranten im Rahmen der Aktion "Nuit Debout" in der Nacht zum 1. April auf dem "Platz der Republik" in Paris, wurde von der Polizei um 5 Uhr früh aufgelöst. Die Leute wurden mit erhobenen Händen weggetragen.

September 2015: NEIN zu TTIP und CETA
Resistance: Der französische Staatssekretär für Außenhandel, Matthias Fekl, hat im September 2015 damit gedroht, die Verhandlungen über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP abzubrechen. Nach seinen Worten verliefen die Verhandlungen total intransparent und stellten ein Problem für die Demokratie dar. Auch ist der öffentliche Widerstand in der EU (insbesondere in Deutschland und Frankreich) gegen die geplanten Freihandelsabkommen TTIP und CETA so massiv, dass sich nun auch die Europäische Kommission zu einem vorsichtigen Umdenken gezwungen sieht.
Die "Europäische Initiative gegen TTIP & CETA" (ein Bündnis von über 500 Organisationen aus 28 EU-Mitgliedstaaten) hat eine selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative (EBI) gegen TTIP und CETA gestartet, um diese zu stoppen. Dieses "Stop TTIP"-Bündnis sammelte bis zum 6. Oktober 2015 insgesamt 3.284.289 Unterschriften gegen TTIP und CETA.

Globalisierung
Der US-Amerikaner Thomas P.M. Barnett: Als Voraussetzung für das reibungslose Funktionieren (der Globalisierung) müssen vier dauerhafte und ungehinderte 'Flows' gewährleistet sein: (1) ungehinderter Strom von Einwanderern (zielt insbesondere auf Europa ab), der laut Barnett von keiner Regierung oder Institution verhindert werden darf. Nationale Grenzen sollen aufgelöst, Rassen vermischt und Werte und Religionen abgeschafft werden (Gleichschaltung aller Länder der Erde; jährlich sollen 1,5 Millionen Menschen aus der "dritten Welt" von den europäischen Ländern aufgenommen werden; Ziel: eine hellbraune Rasse mit Durchschnitts-IQ von 90). (2) ungehinderter Strom von Erdöl, Erdgas und allen anderen Rohstoffen. In einer globalisierten Welt dürfen die Völker und Staaten nicht mehr über ihre Rohstoffe verfügen. Diese werden privatisiert, internationalisiert und profitorientiert vermarktet. (3) Hereinströmen von Krediten und Investitionen, das Herausströmen von Profiten. Nationale Banken, Rohstoffe und Ressourcen sollen mit Dollar-Krediten beliehen werden. Staaten dürfen nichts machen, was den Profit verhindert. Abzug der Profite in die USA (ein Freihandelsabkommen wie TTIP wäre dabei behilflich). (4) ungehinderter Strom US-amerikanischer Sicherheitskräfte (export of US-security services to regional markets). Kein Staat, kein Land und keine Regierung darf die "Friedenseinsätze" des US-amerikanischen Militärs behindern.
So wird der Weg zu einer globalen neuen Weltordnung geebnet.

Dezember 2014: China kauft Flughafen von Toulouse
»[...] Um das Haushaltsdefizit zu senken, verkauft Frankreich verstärkt seine Infrastruktur an ausländische Investoren.[...]« Nun hat Frankreich die Hälfte des Flughafens von Toulouse an China für rund 300 Millionen EURO verkauft. Der Flughafen ist die Hauptproduktionsstätte des europäischen Flugzeugherstellers Airbus.
Zitat: "www.rtdeutsch.com/7848/wirtschaft/maos-rache-china-kauft-frankreich-auf/", 9. Dezember 2014

Ab 25. Oktober 2014: Proteste gegen Polizeigewalt nach dem Tod des Umweltschützers Rémi Fraisse
In einem Waldgebiet bei Sivens, 50 Kilometer nordöstlich von Toulouse, hatten am 25. Oktober 2014 Umweltschützer gegen ein Staudammprojekt demonstriert. Um die Demonstration aufzulösen, setzte die Polizei u.a. Granaten ein. Der junge Student Rémi Fraisse wurde Opfer des Polizeieinsatzes, vermutlich erlag er den Verletzungen einer Polizeigranate (TNT-Spuren an der Kleidung). Nach dem Tod des 21-jährigen Umweltschützers Fraisse, kommt es in zahlreichen Orten Frankreichs zu Protesten gegen die Polizeigewalt. Neben der Ökologie- macht in Frankreich nun auch auch die Gewerkschaftsbewegung mobil. Der Linksfornt, der Fed Anarchist, Friends of the Earth, die UNEF und UNL hatten zu Protesten aufgerufen. In Toulouse, Nantes, Paris, Lille, Amiens, Bordeaux, Avignon, Montpellier, Rennes, Brest und Saint-Brieuc gehen jeweils Hunderte Menschen auf die Straßen - trotz teilweiser Demonstrationsverbote. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Der Todesfall wühlt ganz Frankreich auf. Inzwischen gibt es auch in anderen Regionen Europas Demonstrationen zur Erinnerung an Rémi Fraisse (u.a. NoTAV-Bewegung in Italien).

August 2014: Regierungskrise - Stagnation der Wirtschaft - Arbeitslosenzahl auf Rekordhoch
Immer mehr Firmen kollabieren, die Arbeitslosigkeit steigt von Monat zu Monat und eine Besserung ist nicht in Sicht. Ende Juli lag die Zahl der Arbeitsuchenden bei offiziell 3,424 Millionen Menschen, rund eine halbe Million mehr seit der Wahl von Hollande zum Staatspräsidenten im Mai 2012. Mit der von Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg geäußerten Kritik an der Wirtschaftspolitik und dem Sparkurs der Regierung (Montebourg verlangte eine Abkehr vom Sparkurs) kam es zur Regierungskrise. Ministerpräsident Valls bot den Rücktritt der Regierung an, woraufhin er von Hollande beauftragt wurde, ein neues Kabinett zusammenzustellen. Montebourg wurde ersetzt durch den Ex-Banker Emmanuel Macron. Wichtige Vertreter des linken Flügels der Sozialisten, wie z.B. Benoît Hamon (Bildung) und Aurélie Filipetti (Kultur), gehören dem neuen Kabinett wegen des umstrittenen Sparkurses nicht mehr an.

12. April 2014: Proteste gegen Sparpolitik
Etwa 25.000 Menschen -die Veranstalter sprachen von 100.000 - demonstrierten in Paris gegen die Sparpolitik.

Am 2. Dezember 2013 demonstrierten in Paris ca. 100.000 Menschen (nach offiziellen Angaben 7.000 bis 20.000) für eine gerechte Steuerpolitik ("Fiskal-Revolution"), d.h. für eine dem Einkommen angepasste Steuer. Außerdem wird die Rücknahme der für Januar 2014 geplanten Mehrwertsteuer gefordert, die an Unternehmen gezahlte Steuerkredite in Höhe von 20 Mrd. Euro ausgleichen soll.
»[...] Diese Kreditvergabe ist gebunden an die Zahlung von Löhnen in nicht mehr als doppelter Höhe des Mindesteinkommens (also nicht mehr als etwa 2.600 Euro). Das heißt, die Unternehmen sind interessiert an niedrigen Löhnen (betrifft insbesondere Ältere und länger Eingestellte) bzw. der Absenkung von darüber hinaus gehenden Löhnen.[...]«
Die Demonstration führte von der Pariser Place d’Italie zum Finanzministerium und verlief friedlich. Vorherrschende Fahnen waren die der PCF, Parti de Gauche und Front de Gauche.
Zitat: "news.dkp.de/2013/12/frankreich-eine-demonstration-der-front-de-gauche/", 02.12.2013

Auch im November 2013 ist von einer erfolgreichen Umsetzung von dringend erforderlichen Reformen auf den relevanten sozialen, ökonomischen und politischen Ebenen nichts zu spüren. Die Arbeitslosigkeit der jungen Leute ist auf über 26 Prozent gestiegen. Im September 2013 lag die offizielle Arbeitslosenzahl in Frankreich bei 10,9 Prozent - Tendenz weiter steigend. Seit Wochen protestieren tausende Menschen in der Bretagne gegen Massenentlassungen und Steuererhöhungen ("Rotmützen"). Die soziale Schieflage stärkt die Protesthaltung von immer mehr Franzosen. Über 80 Prozent der Franzosen befürchten ein Übergreifen der bretonischen Revolte auf das ganze Land. Inzwischen seien 2 von 3 Franzosen nicht nur unzufrieden mit ihrem Präsidenten, sondern auch bereit, ihren Protest gegen mehr Steuern und für mehr Arbeit auf die Straßen zu tragen. Die Rating-Agentur Standard & Poor’s hat zu allem Übel auch noch das Rating weiter hinabgestuft, auf "AA". Von dieser Misere im Land profitiert Marine Le Pen, Chefin des rechts-nationalen Front National (FN). Bei den Regional- und Europawahlen im Mai 2014 erhielt der FN fast 25% der Wählerstimmen.

Ab September 2012 gingen wieder Zehntausende Menschen auf die Straßen, um gegen die Sparmaßnahmen zu protestieren.
Im November 2012 liegt die offizielle Arbeitslosigkeit bei 10 Prozent; 25 Prozent der jungen Leuten sind ohne Job. Sollte Frankreich nicht baldigst durchgreifende Reformen durchsetzen, Steuern und Arbeitskosten reduzieren, könnte das Land hinter Italien und Spanien zurückzufallen - so die Warnung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Im November 2012 senkte Moody's das Rating von Aaa auf Aa1; weiterer Ausblick: NEGATIV.

Im Jahr 2009 stieg die Arbeitslosigkeit auf 10 Prozent. Ab Februar 2010 erlebte Frankreich eine Serie von Streiks und Demonstrationen (mit bis 3 Millionen Teilnehmern), die zeitweise das Land lahmlegten.
Die hohe Staatsverschuldung gibt weiterhin Anlass zur Sorge. Die Wirtschaft stagniert und der Bankensektor strauchelt. Deshalb und wegen weiterhin negativer Prognosen durch die angelsächsischen Rating-Agenturen, musste Frankreich am 13. Januar 2012 ein "A" vom "Triple-A" abgeben (S&P).

Zunehmende Unzufriedenheit der Menschen äußert sich in machtvollen Protestaktionen

Auch zwei Jahre nach der Wahl von Nicolas Sarkozy zum Präsidenten des Landes, werden die zuvor lautstark angekündigten Reformvorhaben insbesondere im sozialen Bereich nur unzureichend umgesetzt. Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise, die Frankreich ab 2008 an den Rand einer Rezession bringt, verschärft die soziale Schieflage im Land. Ein besonders großes Problem stellt die hohe Jugendarbeitslosigkeit dar. Hoffnungslose Perspektivlosigkeit der jungen Leute, die vorgefundene Realität, sich aussichtslos am Rand der Gesellschaft zu befinden, führen immer wieder dazu, dass sich die ohnehin bestehenden sozialen Spannungen in den ghettoähnlichen Vierteln, die vor allem von Menschen mit ausländischen Wurzeln bewohnt werden, in gewalttätigen Protestaktionen entladen, die wiederum von der Polizei brutal bekämpft werden.
Zur Eindämmung der Bankenkrise und der sich abzeichnenden Rezession, hat die französische Regierung stärker als andere europäische Regierungen auf staatsinterventionistische Konzepte gesetzt, zu deren schnellen Umsetzung ein eigenes Ministerium installiert wurde. Wenngleich die Förderung der Unternehmen von Sozialmaßnahmen flankiert wurden, die eine Stärkung der Konsumkraft erwirken sollten, machte sich in Streiks und Demonstrationen eine zunehmende Unruhe bemerkbar, die sich auch gegen die Fortsetzung des Reformprogramms u.a. auf dem Bildungssektor richteten.
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Korsika

Die Beziehungen der Mittelmeerinsel Korsika zu ihrem Mutterland gelten seit Beginn ihrer Zusammengehörigkeit als "schwierig", und das ist sicher nur eine unzureichende Andeutung eines Konflikts, der seither besteht. Ein echtes Zusammengehörigkeitsgefühl ist nie entstanden, auch wenn einer der großen Franzosen, Napoleon I. (1769-1821), eben in jenem Jahr in Korsika geboren wurde, als die Insel Frankreich angegliedert worden ist.

Die geographische Lage hat Korsika seit frühester Zeit zum Kreuzungspunkt von Völkern und Kulturen werden lassen. Die Häufung von Grabanlagen und Menhiren, den ersten monumentalen Steinskulpturen des Abendlandes, weist auf eine hochentwickelte steinzeitliche Megalithkultur hin. Lange vor den Griechen und Römern haben die Etrusker, Ligurer und andere Völker ihre Spuren hinterlassen. Die Phönizier bauten Mitte des ersten vorchristlichen Jahrtausends Handelsstützpunkte aus. Die römische Eroberung setzte 260 v. Chr. ein. Trotz eines über hundert Jahre andauernden Kampfes gelang ihnen aber nie die endgültige Unterwerfung dieses Inselvolkes.
Nach dem Untergang des Römischen Reiches blieb die Insel Spielball der Machtinteressen vieler Völker. Vandalen, Byzantiner und Sarazenen wechselten einander in der Herrschaft ab, bis im 9. Jahrhundert Korsika von den Mauren erobert wurde. Während ihrer mehr als zweihundertjährigen Herrschaft rissen die kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Korsen nicht ab.
Als Korsika 1077 durch einen päpstlichen Beschluss dem Bistum von Pisa unterstellt wurde, rief das den Neid der Genueser hervor, die zu Beginn des 14. Jahrhunderts die Oberhoheit auf Korsika durchsetzen konnten. Im Widerstandskampf gegen die Fremdherrschaft verloren viele berühmte Korsen ihr Leben. Ein Aufstand unter Pasquale Paoli (1725-1807) beendete 1755 die genuesische Hegemonie. Die Zeit der korsischen Unabhängigkeit dauerte nur wenige Jahre und endete mit dem Verkauf der genuesischen Rechte an Frankreich. Nachdem die Korsen auch 1769 die Schlacht bei Ponte-Nuovo verloren hatten, war der Anschluss der Insel an Frankreich endgültig besiegelt: sie wurde als Département eingegliedert.

Land und Wirtschaft
Die viertgrößte Insel des Mittelmeers liegt über 160 km von der französischen Küste entfernt. Der westliche Teil der Insel, aus alten kristallinen Gesteinsschichten aufgebaut, ist ein wildes, fast unzugängliches Gebirgsland, das im Monte Cinto 2710 m über Meereshöhe erreicht und zum Meer hin steil abfällt. Die Besiedlung beschränkt sich im wesentlichen auf einige Küstenhöfe, die sich im Mündungsbereich der Gebirgsbäche gebildet haben. Schmale und langgestreckte Buchten bieten gute Voraussetzungen für die Anlage von Naturhäfen. Landläufig wird der Westteil der Insel als "au-delà" (jenseits) bezeichnet. Dem steht östlich der Wasserscheide der Teil "en-decà" (diesseits) gegenüber. Er ist an einigen Stellen zwar ebenfalls gebirgig, doch sind die Küstenebenen wesentlich breiter ausgebildet und ermöglichen eine dichtere Besiedlung.
Die wirtschaftlichen und strukturellen Probleme Korsikas liegen zum Teil in der wechselvollen Geschichte der Insel begründet. Die Einheimischen mussten sich immer wieder in die Gebirgsregionen zurückziehen, wo sie von einer extensiven Viehwirtschaft lebten. Erst in den letzten Jahrzehnten ist die Bewässerungslandwirtschaft in Ostkorsika intensiviert worden. Die Ansiedlung von ehemaligen Kolonialfranzosen aus Nordafrika hat in diesem Zusammenhang jedoch zu erheblichen Konflikten mit der einheimischen Bevölkerung geführt.
Zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor hat sich der Tourismus entwickelt. Besonders die Ostküste verfügt über kilometerlange Sandstrände, an denen in den letzten Jahren eine Reihe von Feriendörfern und touristischen Zentren entstanden sind. Daneben bilden die bizarre Schönheit der Insel sowie die kulturellen Zeugnisse der Vergangenheit eine gute Voraussetzung für den Fremdenverkehr. Aus Angst vor Überfremdung regt sich jedoch unter Teilen der Inselbewohner häufig Widerstand gegen den Tourismus.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.409 f..

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www-Links

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