Weißrussland (Belarus)

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Offzieller Name: Republik Weißrussland; russ. Belarus
Hauptstadt: Minsk
Fläche: 207.600 km²
Landesnatur: Eiszeitlich geformtes, überwiegend ebenes Land; nur im Weißrussischen Landrücken (Moränenzüge) hügelig; zahlreiche Seen und versumpfte Niederungen im S (Pripjatsümpfe)
Klima: Gemäßigtes Klima
Hauptflüsse: Dnjepr, Pripjat, Beresina, Neman
Höchster Punkt: Dzerzinskaja 346 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 6 Regionen und Hauptstadtbezirk
Parlament: Repräsentantenhaus mit 110 Mitgliedern und Republikrat mit 64 Vertretern der Regionen und 8 vom Präsidenten ernannten Mitgliedern; Wahl alle 4 Jahre
Nationalfeiertag: 3. Juli
Einwohner: 10.274.000 (1999); 9.625.888 (geschätzt Juli 2013)
Bevölkerungsdichte: 49 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 74% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 19,7% (1999)
Analphabetenquote: 2% (1999)
Sprache: Weißrussisch, Russisch
Religion: Überwiegend russisch-orthodoxe Christen

Weißrussland oder offiziell Belarus grenzt im Westen an Polen, im Norden an Litauen und Lettland, im Osten an Russland und im Süden an die Ukraine. Es umfasst eine Fläche von insgesamt 207.600 km². Das "Weiß" im Landesnamen kann als "nördlich" gedeutet werden: Von der Kiewer Rus aus gesehen lag das Land im Norden.
Weißrussland ist ein eiszeitlich geformtes, überwiegend flaches Land. Nur im Bereich der Moränenzüge, ist es stark hügelig (höchster Punkt: Dzerzinskajy 346 m).

Das Land gehört zur sogenannten Mischwaldzone Osteuropas. Etwa ein Viertel der Landesfläche wird von Wald und Buschwald eingenommen. Das Gebiet ist für osteuropäische Verhältnisse recht niederschlagsreich. Kennzeichnend für seine Landesnatur sind die mit Wald durchsetzten Sümpfe, feuchte, mit Wiesen bestandene Niederungen und die zahlreichen Seen. Die meist lehmigen und sandigen Böden sind wenig fruchtbar. Aus diesem Grund überwiegt die Viehwirtschaft (Schweinezucht und Milchviehwirtschaft). Die wichtigsten Anbauarten sind Flachs, Kartoffeln, Roggen und Futterpflanzen.
An Bodenschätzen hat Weißrussland lediglich Kohle, Salze, Erdöl und Torf, die von der heimischen Industrie genutzt werden. Der verhältnismäßig hohe Ausbildungsstand hat die industrielle Spezialisierung vorangetrieben. Wichtige Zweige sind der Maschinen- und Fahrzeugbau, die metallverarbeitende und die Chemieindustrie. Die Hauptstadt Minsk ist mit 1,75 Millionen Einwohnern die größte Stadt und der bedeutendste Industriestandort.

Das Land hat über 10 Millionen Einwohner, davon sind 78% Weißrussen, 13% Russen, 4% Polen, 3% Ukrainer und 1% Juden. Die Mehrheit der Bevölkerung sind orthodoxe Christen, vornehmlich der russisch-orthodoxen Richtung. Durch die lang andauernde Verbindung mit Polen und Litauen fand aber auch der römisch-katholische Glaube weite Verbreitung, vor allem im Westen des Landes.

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Geschichte

Im Mittelalter war Weißrussland Teil des ersten ostslawischen Staatsgebildes, der Kiewer Rus. Nach deren Niedergang zerfiel es in mehrere Fürstentümer und kam im 14. Jahrhundert unter die Herrschaft des Großfürstentums Litauen, das 1385 eine Personalunion mit Polen einging. Polen übte einen starken kulturellen Einfluss in Weißrussland aus, insbesondere auf den weißrussischen Adel, der weitgehend polonisiert wurde und zum Katholizismus übertrat. Durch die polnischen Teilungen im 18. Jahrhundert kam Weißrussland zum Russischen Reich. Im 19. Jahrhundert betrieb die zaristische Regierung eine Russifizierung; so wurde der schriftliche Gebrauch der weißrussischen Sprache verboten. Gleichzeitig entwickelte sich eine Nationalbewegung, die für die kulturelle Eigenständigkeit Weißrusslands eintrat.
Nach der Oktoberrevolution 1917 kam es zunächst zur Gründung einer bürgerlichen Weißrussischen Republik, die 1919 von der Weißrussischen Sozialistischen Sowjetrepublik abgelöst wurde und ab 1929 Bestandteil der UDSSR wurde. Diese verlor nach dem russisch-polnischen Krieg im Frieden von Riga 1921 ihren westlichen Teil an Polen. Die anfänglich maßvolle sowjetische Nationalitätenpolitik, die der national-kulturellen Eigenentwicklung einen gewissen Spielraum bot, wich unter Stalin einer harten Linie mit Unterdrückung aller nationalen Bestrebungen. Im Zweiten Weltkrieg erlitt Weißrussland schwere Menschenverluste und große Zerstörungen. Nach 1945 wurden die 1921 an Polen verlorenen Gebiete der Republik wieder angegliedert. Weißrussland erhielt 1945 einen der drei UNO-Sitze.
Die sowjetische Reformpolitik der 1980er Jahre gab der nationalen Bewegung auch in Weißrussland neuen Auftrieb. 1989 wurde eine "Volksfront" nach dem Vorbild der baltischen Republiken gegründet. 1990 erklärte sich Weißrussland für souverän, 1991 für unabhängig. Als im Dezember 1991 die Gemenschaft Unabhängiger Staaten (GUS) gegründet wurde, gehörte Weißrussland zu den Gründungsmitgliedern.
Wirtschaftsreformen wurden mit der Wahl Alexander Lukaschenkos zum Präsidenten 1994 rückgängig gemacht. 1996 schaltete Lukaschenko in einem "kalten" Staatsstreich das Parlament aus und ließ seine Amtszeit in einem umstrittenen Referendum bis 2001 verlängern. Sein diktatorisches, international isoliertes Regime ging außenpolitisch eine enge Verbindung mit Russland ein (Unionsverträge 1997 und 1999).

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1572 f.

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Weißrussland und Menschenrechte - 2001/2006

Bericht entnommen der Zeitschrift "Publik-Forum", Nummer 5, 9. März 2001, Seite 25 - von Gesine Dornblüth - www.publik-forum.de


Hoffen auf die Wende im Herbst

Oppositionelle "verschwinden", doch der Mut der belorussischen Bevölkerung wächst. Nötig ist Hilfe von außen.

Es war am Abend des 7. Mai 1999. der erste Tag der Kampagne für "rechtmäßige Präsidentschaftswahlen" ging zu Ende. Juri Sacharenko, einer der Organisatoren, war auf dem Weg nach Hause. Kurz zuvor hatte er seine Frau angerufen, er werde bald da sein. Doch Sacharenko kam nie an. Der Oppositionspolitiker und ehemalige Innenminister Weißrusslands ist bis heute verschwunden.
"Das Verschwindenlassen ist die schrecklichste Form von Menschenrechtsverletzungen in unserem Land", sagt Tatsiana Protska, Vorsitzende des weißrussischen Helsinki-Komitees. Immer wieder verschwinden in Weißrussland Oppositionspolitiker, darunter der Leiter der inoffiziellen Wahlkommission Viktor Gontschar und sein Partner Anatolij Krasovskij. Über ihren Verbleib ist bis heute nichts bekannt. "Die Fälle werden gar nicht untersucht. Es gibt keine einzige offizielle Stellungnahme, und als wir öffentlich Ermittlungen forderten, wurde uns selbst ein Verfahren angedroht", berichtet Protska.
In Weißrussland sind Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung. Unfaire Gerichtsverfahren zählen ebenso dazu wie willkürliche Verhaftungen. Allein das Helsinki-Komitee betreut in seinen dreizehn Beratungsstellen 2000 Mandanten. "Es könnten noch viel mehr sein, aber das schaffen wir personell einfach nicht."
Seit der ehemalige Kolchosvorsitzende und überzeugte Sowjetpropagandist Alexander Lukaschenko 1996 mit Hilfe einer umstrittenen Volksabstimmung die Verfassung änderte, das Parlament auflöste und seine Präsidentschaft bis 2001 verlängerte, leben Regimekritiker in Weißrussland gefährlich. Demonstrationen werden niedergeknüppelt, Menschenrechtsorganisationen mit allen MItteln eingeschüchtert. "Wir haben ständig die Steuerprüfung im Haus", berichtet Protska. Auch Firmen, die Menschenrechtsorganisationen mit Spenden unterstützen, werden anschließend geprüft. Deshalb wird es für Menschenrechtler immer schwieriger, Geldgeber zu finden. Ähnlich ist es mit Mieträumen. Außerdem wurden im vergangenen Jahr mehrere Büros ausgeraubt. "Die Täter wurden nie gefunden", berichtet Ales Byalytski, Vorsitzender von Viasna, einer Organisation, die politische Häftlinge betreut. Viasna selbst sollte kürzlich aufgelöst werden, weil sie im Kopf ihres Bulletins die Bezeichnung "gesellschaftliche Vereinigung" nicht geschrieben hatte. Eine absurde Begründung.
"Viasna" ist das weißrussische Wort für "Frühling". Die Vereinigung entstand im April 1996, nachdem bei einer Massendemonstration in Minsk Hunderte Menschen verhaftet worden waren. Die Demonstration richtete sich gegen die Gründung der Union Weißrusslands mit Russland. "Die Leute waren schockiert", erinnert sich Byalytski. "Das war das erste Mal, dass es solche Repressionen gab. Viele wussten tagelang nicht, wo ihre Freunde und Verwandten sind." Mit Gleichgesinnten gründete er damals eine Gruppe, sammelte Informationen, half, Menschen ausfindig zu machen. Seitdem hat Byalytski unzählige Demonstrationen organisiert und politische Verurteilte unterstützt. Allein 1999 waren das mehr als 1000 Menschen. "Ich bin Literaturkritiker, aber jetzt kritisiere ich nur noch das Regime", sagt der 39-Jährige, der Anfang der 90er Jahre Abgeordneter im Minsker Stadtrat war. Für Byalytski ist die Zahl der Regimegegner weit größer als die der aktiven Demonstranten. "Wenn ich auf die Straße gehe, sitzen vier Leute zu Hause und unterstützen. Sie kommen nicht mit, weil sie Angst haben." Nicht zufällig seien nie Kinder unter den Demonstranten. Die größte Demonstration, die Viasna auf die Beine gestellt hat, war der Marsch der Freiheit am 25. März 2000, dem Tag der Unabhängigkeit. Damals gingen 20.000 bis 30.000 Menschen in Minsk auf die Straße. Anschließend wurden mehr als 500 Beteiligte festgehalten, darunter vierzig Journalisten sowie Abgeordnete aus Polen, Russland und Tschechien.
Ein Teil der Weißrussen steht jedoch noch hinter Lukaschenko. "Je ärmer die Menschen, desto größer die Zustimmung", sagt Protska. Und die Armut ist groß. Der Durchschnittslohn liegt bei etwa 80 Mark im Monat, die Inflationsrate bei knapp 300 Prozent. Besonders die Rentner unterstützen Lukaschenko. Aber es gibt auch Zeichen eines Umschwungs. Unabhängige Beobachter gehen davon aus, dass das Regime die Parlamentswahlen im vergangenen Herbst nur mit Hilfe von Wahlfälschungen so hoch gewinnen konnte. "In sieben Wahlbezirken wurden die Ergebnisse eindeutig manipuliert", sagt Protska. Teile der Opposition hatten die Wahlen boykottiert, weil sie keinen Zugang zu den Staatsmedien erhalten hatten und weil zahlreiche Kandidaten nicht zugelassen worden waren. Um ihre Chancen bei den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen im Herbst zu vergrößern, haben sich die Oppositionsparteien jüngst zum "Koordinationsrat der demokratischen Kräfte" zusammengeschlossen. Sie wollen mit geballter Kraft gegen den Präsidenten antreten.
Glaubt man Tatsiana Protska, so haben die Oppositionsparteien allerdings keinen ausreichenden Rückhalt in der Bevölkerung. Trotzdem ist auch sie optimistisch, dass das Regime stürzt. "Die meisten wollen unabhängige Kandidaten", sagt sie. Sie setzt auf den weißrussischen Verwaltungsapparat, denn das seien diejenigen mit dem größten Einfluss und dem stärksten Interesse an einem Machtwechsel. Dass sich ausgerechnet die Staatsdiener gegen das Regime stemmen könnten, erklärt Protska mit der Unzufriedenheit der Beamten: "Wenn die Renten nicht ausgezahlt werden, wird der Beamte hinter dem Schalter beschimpft. Die haben keine Lust mehr, den Kopf hinzuhalten."
Protska berichtet von Umfragen, nach denen nur noch 40 Prozent der Wahlberechtigten für Lukaschenko stimmen würden. Ein unabhängiger Kandidat der Gewerkschaften hätte ihrer Ansicht nach die größten Chancen. "Wir brauchen Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung", betont sie und appelliert an den Westen, sich mit Seminaren und Fortbildungen zu Fragen der Menschenrechte in Weißrussland zu engagieren - gerade vor den Wahlen. Und Ales Byalytski von der Organisation Viasna hat mit einer Schulung begonnen: zum unabhängigen Wahlbeobachter.
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Der Autokrat Lukaschenko pflegt kritische Zeitungen zu knebeln, die Opposition zu gängeln, Wahlergebnisse zu verfälschen, politische Kontrahenten unerbittlich zu bekämpfen. Seine gefährlichsten Widersacher hat der frühere Kolchose-Chef aus fadenscheinigen Gründen inhaftieren lassen. Noch immer ist das Schicksal von in den 1990er Jahren verschwundenen Oppositionellen nicht aufgeklärt.

Die Opposition unter Milinkiewitsch (Gründer der 2003 verbotenen Menschenrechts-Organisation "Ratusha" und seit Oktober 2005 Kandidat der Opposition) hoffte nun auf die Wende im Jahr 2006 - doch die blieb aus.

Entwicklungen

August 2020: Lukaschenko gewinnt Wahlen
Nach den gewonnenen Wahlen sprechen die Kritiker von Lukaschenko natürlich von Wahlfälschung. Die mittlerweile jedem aufmerksamen Interessierten bekannten Köpfe finanzieren großzügig die Opposition und ihre systemfeindlichen Demonstrationen, so wie vor Jahren in der Ukraine oder in Russland und vielen anderen Staaten. Lukaschenko wird vorgeworfen, hart gegen Systemfeinde durchzugreifen, während in Deutschland und anderen europäischen Staaten Demonstrationen gegen die menschenfeindlichen staatlichen Covid-19-Maßnahmen diktatorisch, autoritär und gewaltsam bekämpft werden. Der Präsident Russlands, Vladimir Putin, hat den Westen unmissverständlich davor gewarnt, sich in die inneren Angelegenheiten von Weißrussland einzumischen und sich demonstrativ hinter Lukaschenko gestellt. Nun wird im Westen natürlich auch wieder verstärkt gegen Putin agitiert. NATO-Verbände proben den Angriffskrieg gegen Russland, atomwaffenfähige B-52-Bomber wurden in der Ukraine an der Grenze zu Russland stationiert. Auch steht nun zum wiederholten Male das fast vollendete Energieprojekt "Nord Stream 2" zur Disposition. Insbesondere deutsche Politiker fordern die sofortige Einstellung des Projektes. Nun, wir wissen, wer hinter all diesen Hässlichkeiten steckt. Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass es gut ist, dass Lukaschenko ein stabiler Machtfaktor ist und er unter allen Umständen Zustände wie in der Ukraine verhindert.

2020: Corona - SARS-CoV-2 - Covid-19 - Pandemie
Aufgrund einer globalen Pandemie, ausgelöst durch das sogenannte "neue Virus" Covid-19 (Coronavirus) werden ab 2020, beginnend in der chinesischen Region Hubei und ab März u.a. in Europa und den USA die Bürgerrechte massiv eingeschränkt. Es gibt Grenzschließungen, Reisebeschränkungen, Ausgangssperren, Bewegungseinschränkungen, Kontaktverbote, Aufrufe zur Einhaltung eines Sicherheitsabstandes zum nächsten Menschen von 2 Metern, entsprechende Markierungen in Supermärkten, Gesichtsmaskenpflicht, Aufrufe "Wir bleiben Zuhause" usw..
Präsident Lukaschenko sieht in Covid-19 kein Problem. Deshalb ließ er auch am 9. Mai die Feierlichkeiten inklusive Militärparade zum Sieg über Nazi-Deutschland (1945) ohne jegliche Einschränkungen zu. Das gab es nicht einmal Russland. Dort hielt Präsident Putin nur eine Ansprache und gedenkte dem Tag in Stille vor der Kreml-Mauer. Es gab in Russland bis auf eine Luftparade keine Massenveranstaltung.
Bis zum 14. Mai 2020 hatten sich offiziellen Angaben zufolge in Weißrussland rund 26.770 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 150 Menschen starben angeblich daran. Dies stelle aber laut Lukaschenko keine Katastrophe dar. Bei dieser Corona-Hysterie handle es sich um eine Psychose, so der Präsident. Man solle das Virus mit Vodka bekämpfen.

Siehe auch:  Vogelgrippe - Schweinegrippe - Corona

Mai / Oktober 2014: Die Eurasische Wirtschaftsunion
Am 29. Mai 2014 unterzeichneten die Präsidenten von Kasachstan, Weißrussland und  Russland in Astana den Vertrag zur Gründung der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU). Die Wirtschaftsleistung der Wirtschaftsunion mit etwa 170 Millionen Einwohnern wird auf zwei Billionen US-Dollar geschätzt. Mit Armenien wurde am 10. Oktober 2014 ein Beitrittsabkommen unterzeichnet. Falls diese Abkommen ratifiziert werden, dann treten sie am 1. Januar 2015 in Kraft.
Nichtregierungsorganisationen werden in Stellung gebracht gegen ein übermächtiges Russland
Vom Westen wird diese Entwicklung argwöhnisch betrachtet - Russland sei dabei ein Imperium von bislang unerreichter Stärke zu erschaffen. So werden Ängste geschürt und NGOs (Non-Govermental Organzations), wie z.B. die NGO "Adil Soz" ("Freies Wort"), eine Organisation, die sich für Meinungsfreiheit einsetzt, in Stellung gebracht, um nach dem Vorbild von "OTPOR" (siehe auch:  Ukraine, Otpor) Proteste bis hin zum Regierungssturz zu organisieren. Adil Soz ist die einzige NGO in Zentralasien, welche zum Netzwerk "International Freedom of Expression Exchange" (IFEX) gehört. Die Projekte von Adil Soz werden unterstützt von: Open Society, Soros Foundation-Kazakhstan, Friedrich-Ebert-Stiftung, USAID, Representative Office of European Commission in Kazakhstan, Kyrgyzstan and Tajikistan, OSCE, der Regierung von Finland und Großbritannien, dem International Information Network (IFEX) und dem Netherlands Humanitarian Institute of cooperation with Developed Countries (HIVOS), der finnischen Foundation for Media, Communication and Development VIKES. Homepage: Adil Soz.
Der Präsident von Kasachstan, Nursultan Nasarbajew, brachte den Gedanken einer gemeinsamen Wirtschaftsunion nach dem Vorbild der Europäischen Union bereits 1994 ins Gespräch. Bereits 2010 hatten Russland und Kasachstan eine gemeinsame Zollunion gegründet. Siehe hierzu auch: de.wikipedia.org, Eurasische_Wirtschaftsunion

2006/2009: Zugeständnisse an Opposition - Wirtschaft
»[...] Opposition: Mit einigen Zugeständnnissen minderte das Regime von Präsident Lukaschenka die Unterdrückung der Opposition: Mit Aljaksandr Kasulin - bis zum 3.8.2008 Vorsitzender der sozialdemokratischen Hramada - begnadigte er am 16.8.2008 den letzten prominenten politischen Gefangenen; Kasulin war seit Juli 2006 in Haft (...). Am 25.11. erlaubte die Präsidentenverwaltung wieder den Druck und Verkauf zweier überregionaler Oppositionszeitungen. Außerdem erhielt am 17.12. die 2007 gegründete Sammlungsbewegung "Für die Freiheit" des früheren Präsidentschaftskandidaten Aljaksandr Milinkewitsch im vierten Anlauf die Zulassung als Partei. Anfang Februar 2009 trafen sich Regierungs- und Oppositionsvertreter erstmals zu Gesprächen über soziale Belange in einem "Konsultativrat". [...]

Russland: Mit der Annäherung Weißrusslands an die EU verschlechterte sich das Verhältnis zu Russland. Zwar gab es am 22.12.2008 eine neue Übereinkunft zu verbilligten russischen Erdgaslieferuungen - im Gegenzug erhöhte der Gasmonopolist Gazprom im Januar 2009 seine Kapitalbeteiligung am weißrussischen Versorger Beltrangas auf 37,5%. Präsident Lukaschenka widersetzte sich aber dem Moskauer Ansinnen, die abtrünnigen georgischen Teilrepubliken Abchasien und Süd-Ossetien als unabhängige Staaten anzuerkennen (...) und boykottierte aus Protest gegen die am 6.6. verhängten russischen Einfuhrbeschränkungen für weißrussische Milchprodukte das Gipfeltreffen der von einigen GUS-Staaten "Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit" (ODKB) in Moskau am 14.6. Am 15.6. wurde der "Milchstreit" beendet, nachdem sich Weißrussland bereit erklärt hatte, keine Trockenmilchprodukte mehr zu Niedrigpreisen zu liefern.

Finanzhilfen: Aufgrund stark sinkender Exporteinnahmen, insbesondere im Handel mit Russland, vergrößerte sich ab Ende 2008 das Handlungsbilanzdefizit; im Januar 2009 war es mit 443 Mio. US-$ mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahresmonat. 2009 wird mit einem Rückgang der Warenausfuhr um 45% gerechnet. Da die Devisenreserven, die zur Stützung der nationalen Währung eingesetzt wurden, im 2. Halbjahr 2008 rasch abnahmen, gewährte der IWF Weißrussland am 12.1.2009 einen Beistandskredit in Höhe von 2,4 Mrd. US-$ bei einer Laufzeit von 15 Monaten; sofort freigegeben wurde eine Tranche von 0,7 Mrd. US-$. Die Forderung des IWF nach einem ausgeglichenen Haushalt und einer Korrektur des Wechselkurses war Weißrussland mit der Vorlage eines neuen Budgetentwurfs am 6.1. und der Abwertung des Rubels um 20,5% gegenüber dem US-Dollar nachgekommen.
2009 rechnet der IWF mit einem BIP-Rückgang von 1-2%; 2008 war es noch um 10% gestiegen.«

Aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, S. 542.

Anmerkung von my-europe.de:
Der Name des Präsidenten von Weißrussland taucht in zwei Schreibversionen auf: "Lukaschenko" und "Lukaschenka". Zurückzuführen ist der unterschiedliche Schreibgebrauch auf die Besonderheiten der belorussischen Sprache. Auf Russisch wird Lukaschenko (Лукашенко) geschrieben. auf Weißrussisch - Lukaschenka (Лукашэнка).

»Es handelt sich dabei um die Erscheinung des sog. Akanje (erste Silbe betont: ákanje).
Im Russischen wird unbetontes O als A ausgesprochen (etwas vereinfacht gesagt). Dieses unbetonte O würde im Polnischen, Ukrainischen und anderen slawischen Sprachen als O ausgesprochen. Im Weißrussischen jedoch spricht man an Stelle eines unbetonten O auch A, wie im Russischen, nur mit dem Unterschied, daß man es dann auch so schreibt! Daher also die seltsam anmutenden bela-/belorussischen Formen.
Auf Weißrussisch müßte man konsequenterweise Garbatschow, Gogal, Dastajewski, Talstoi, Maskwa (Moskau bzw. Moskwa-Fluß) schreiben!«
Zitiert von "Michael" in: www.wer-weiss-was.de, Frage gestellt am So, 19. Mär 2006, "Lukaschenko oder Lukaschenka".
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